Anonymous WARNUNG !

Hallo Welt.

Dies ist eine Warnung von Anonymous.

Wir beobachten die momentane Entwicklung in der Gesellschaft mit wachsender Besorgnis.

Es gibt eine neue Gefahr die uns alle bedroht, und die noch zu wenigen bewusst ist.

Es ist der Meinungsfaschismus.

Vor allem bei der politisch motivierten Jugend und bei Studenten sehen wir momentan, dass Menschen die andere Ansichten haben, ausgegrenzt und vorverurteilt, ja sogar bekämpft werden.

Dieses Verhalten kennt man eher von Nazis und Faschisten; doch jetzt ist es in der Mitte der Gesellschaft und vor allem bei der Jugend angekommen. Es scheint jetzt leider zum gutem Ton zu gehören ein Meinungsfaschist zu sein.

Wie äußert sich Meinungsfaschismus? Das Prinzip dahinter ist simpel.

Man vertritt selber eine beliebige Meinung, diese muss nicht einmal fundiert sein, es reicht aus, genug Freunde und Bekannte zu haben die diese Meinung teilen.

Dann wendet man die ganze Energie dafür auf, andere, von der eigenen Meinung abweichende Ansichten, zu unterdrücken und im Keim zu ersticken.

Es werden dazu alle beliebigen Mittel verwendet. Von Ausgrenzung, Niederschreien und Mobbing bis hin zu tätlichen Angriffen.

Der Grundgedanke dahinter ist der, dass Meinungen nicht nur private Ansichten sind die einem jeden zustehen, sondern ein Verbrechen an der eigenen Gesinnung darstellen.

Wir kennen das berühmte Sprichwort: „Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen.“

Jetzt können wir aber mittlerweile immer mehr Platzhalterwörter dafür einsetzen.

Klimawandelkritik ist keine Meinung sondern ein Verbrechen.

Genderkritik ist keine Meinung sondern ein Verbrechen.

Fleischessen ist keine Ernährungsform sondern ein Verbrechen.

Diese Auflistung ließe sich noch unendlich lange fortführen.

Was ist das gefährliche daran?

Nun, es handelt sich hierbei um ein faschistoides Verhaltensmuster.

Wo herkömmlicher Faschismus nur Menschen mit gewissen Merkmalen oder Herkünften ausgrenzt, so grenzt Meinungsfaschismus jeden Menschen aus, der anders denkt als man selber.

Dies kann auch innerhalb der Familie geschehen wie wir gerade deutlich an der Fridays for Future und an der Extinction Rebellion–Jugend sehen können.

In George Orwells Dystopie 1984 gab es den Terminus Gedankenverbrechen, und genau das ist es was wir hier gerade erleben.

Orwells Buch war keine Warnung sondern eine Anleitung.

Wer nicht so denkt wie man denken soll, wird a priori als minderwertig, dumm oder böse eingestuft.

Dies mutet fast an wie ein Glaubenskrieg. Es geht gar nicht mehr um Fakten und Beweise, sondern es geht darum Recht zu haben, und wer am lautesten brüllt der fühlt sich im Recht.

Die leersten Köpfe machen nun mal den meisten Lärm.

Wir möchten Euch ein aktuelles Beispiel geben, wie man Meinungsfaschismus erkennt, und zwar am Thema des angeblich menschengemachten Klimawandels.

Der Menschengemachte Klimawandel wird von den Leitmedien, vielen Prominenten und vor allem der Jugend als bewiesen propagiert, und der Konsens ist der, dass wir in 50 Jahren alle aussterben, oder sich unsere Lebensbedingen zumindest dramatisch verschlechtern werden.

Ginge es nach Al Gore, wären wir heute alle schon tot. Nur erinnern sich die Meisten nicht, was dieser Priester der Klimakirche predigte.

Jede andere Meinung, ist sie auch noch so differenziert und belegbar wird:

„in den jeweiligen Foren und Diskussionsgruppen sofort zensiert, gelöscht und führt zu einem Auschluss aus der Gruppe.

Führt dazu, dass man öffentlich diskreditiert und mundtot gemacht wird.

Führt dazu, dass man auf der Strasse beschimpft wird.

Führt dazu, dass man auf Demonstrationen bedroht und angegriffen wird.

Führt dazu, dass man als Nazi oder anderes beschimpft wird.

Letztendlich führt es dazu, dass man Angst hat seine Meinung frei zu äußern.“

Ja, da wären wir dann.

Willkommen im Faschismus 2.0

Anonymous ruft alle Menschen dazu auf, zu dieser gefährlichen Entwicklung nicht länger zu schweigen.

Faschismus setzt sich nur durch, wenn der Großteil der Menschen aus Angst vor Konsequenzen schweigt.

Jetzt können wir diese Entwicklung noch stoppen, aber wir müssen JETZT handeln, sonst könnte es zu spät sein.

Anonymous war schon immer ein Verteidiger der Meinungs- und Redefreiheit.

Dies ist einer der Grundpfeiler unserer Gesellschaft und ein Recht eines jeden freien Menschen.

Benennt Meinungsfaschismus als das was er ist.

Weist die jungen Menschen, die in diese Falle tappen, darauf hin.

Brecht das Schweigen, und stoppt mit uns diese Entwicklung.

Wir von Anonymous werden Euch dabei unterstützen und wir beobachten die Meinungsfaschisten ganz genau.

Ihr seid auf unserem Radar.

Passt auf und werdet wieder normal!

Wir schliessen mit einem angeblichen Zitat von Voltaire:

„Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.“

Wir sind Anonymous.

Wir vergeben nicht.

Wir vergessen nicht.

Erwartet uns!

United States Army war college implications of climate change for the U.S. army

Read as pdf

United States Army War College

Implications of Climate Change

for the U.S. Army

Study Authors (in alphabetical order)

Colonel Max Brosig, U.S. Army National Guard

Colonel Parker Frawley, U.S. Army

Dr. Andrew Hill, U.S. Army War College

Prof. Molly Jahn, University of Wisconsin-Madison, NASA HARVEST Consortium

Colonel Michael Marsicek, U.S. Air Force Dr. Aubrey Paris, Princeton University

Mr. Matthew Rose, U.S. Defense Intelligence Agency and Major, U.S. Army Reserve

Colonel Amar Shambaljamts, Mongolian Army Ms. Nicole Thomas, U.S. Army

Executive Summary

Implications of Climate Change for the U.S. Army

Current conversations about climate change and its im- pacts are often rancorous and politically charged. As an organization that is, by law, non-partisan, the Depart- ment of Defense (DoD) is precariously unprepared for the national security implications of climate change-in- duced global security challenges. This study examines the implications of climate change for the United States Army. This includes national security challenges asso- ciated with or worsened by climate change, and orga- nizational challenges arising from climate change-re- lated issues in the domestic environment. Given that, the study’s starting point is the implications of climate change for the U.S. Army, and the Army is therefore the focus of the analysis and recommendations. That said, much of the analysis involves DoD and other elements of the government, and most of the Army-specific rec- ommendations have parallels that apply to other military services.

The study itself did not involve original research on the nature or magnitude of climate change. The analysis assumes, based on the preponderance of evidence available, that significant changes in climate have al- ready occurred, likely to worsen in the years ahead. The study did not look to ascribe causation to climate change (man-made or natural), as causation is distinct from effects and not pertinent to the approximately 50- year horizon considered for the study. The study does, however, assume that human behavior can mitigate both the size and consequences of negative impacts that result from climate change.

Summary of Analysis

Initial findings of the study focus on changes to the physical environment and the human response to those changes.

Sea level rise, changes in water and food security, and more frequent extreme weather events are likely to re-

sult in the migration of large segments of the popula- tion. Rising seas will displace tens (if not hundreds) of millions of people, creating massive, enduring insta- bility. This migration will be most pronounced in those regions where climate vulnerability is exacerbated by weak institutions and governance and underdeveloped civil society. Recent history has shown that mass hu- man migrations can result in increased propensity for conflict and turmoil as new populations intermingle with and compete against established populations. More frequent extreme weather events will also increase de- mand for military humanitarian assistance.

Salt water intrusion into coastal areas and changing weather patterns will also compromise or eliminate fresh water supplies in many parts of the world. Additionally, warmer weather increases hydration requirements. This means that in expeditionary warfare, the Army will need to supply itself with more water. This significant logis- tical burden will be exacerbated on a future battlefield that requires constant movement due to the ubiquity of adversarial sensors and their deep strike capabilities.

A warming trend will also increase the range of insects that are vectors of infectious tropical diseases. This, coupled with large scale human migration from tropical nations, will increase the spread of infectious disease. The Army has tremendous logistical capabilities, unique in the world, in working in austere or unsafe environ- ments. In the event of a significant infectious disease outbreak (domestic or international), the Army is likely to be called upon to assist in the response and contain- ment.

Arctic ice will continue to melt in a warming climate. These Arctic changes present both challenges and op- portunities. The decrease in Arctic sea ice and associat- ed sea level rise will bring conflicting claims to newly-ac- cessible natural resources. It will also introduce a new theater of direct military contact between an increasing-

1

ly belligerent Russia and other Arctic nations, including the U.S. Yet the opening of the Arctic will also increase commercial opportunities. Whether due to increased commercial shipping traffic or expanded opportunities for hydrocarbon extraction, increased economic activity will drive a requirement for increased military expendi- tures specific to that region. In short, competition will increase.

The increased likelihood of more intense and longer du- ration drought in some areas, accompanied by great- er atmospheric heating, will put an increased strain on the aging U.S. power grid and further spur large scale human migration elsewhere. Power generation in U.S. hydroelectric and nuclear facilities will be affected. This dual attack on both supply and demand could create more frequent, widespread and enduring power grid failures, handicapping the U.S. economy.

In addition to the changing environmental conditions that will contribute to a changing security environment, climate change will likely also result in social, political, and market pressures that may profoundly affect the Ar- my’s (and DoD’s) activities. Studies indicate that global society, including in the U.S., increasingly views climate change as a grave threat to security. As the electorate becomes more concerned about climate change, it fol- lows that elected officials will, as well. This may result in significant restrictions on military activities (in peace- time) that produce carbon emissions. In concert with these changes, consumer demands will drive market adaptation. Businesses will focus on more environmen- tally sound products and practices to meet demand.

The DoD does not currently possess an environmental- ly conscious mindset. Political and social pressure will eventually force the military to mitigate its environmental impact in both training and wartime. Implementation of these changes will be costly in effort, time and money. This is likely to occur just as the DoD is adjusting to changes in the security environment previously high- lighted.

Summary of Recommendations

In light of these findings, the military must consider changes in doctrine, organization, equipping, and train- ing to anticipate changing environmental requirements. Greater inter-governmental and inter-organizational co- operation, mandated through formal framework agree- ments, will allow the DoD to anticipate those areas where future conflict is more likely to occur and to implement a campaign-plan-like approach to proactively prepare for likely conflict and mitigate the impacts of mass migra- tion. Focused research and early funding of anticipated future equipment and requirements will spread the cost of adaptation across multiple budget cycles, diminish the “sticker shock” and impacts to overall spending.

Finally, the DoD must begin now to promulgate a culture of environmental stewardship across the force. Lagging behind public and political demands for energy efficien- cy and minimal environmental footprint will significantly hamstring the Department’s efforts to face national se- curity challenges. The Department will struggle to main- tain its positive public image and that will impact the military’s ability to receive the required funding to face the growing number of security challenges.

The recommendations of this study follow.

  1. THE ARMY OPERATING ENVIRONMENT

1.1 Problem: Hydration Challenges in a Contested Environment

Recommendation: The Army must develop ad- vanced technologies to capture ambient hu- midity and transition technology from the United States Army Research, Development, and Engi- neering Command (RDECOM) that supports the water sustainment tenants of decentralizing and embedded, harvest water, and recycle and re- use.

Implementation Timing: 6-10 Years Resource Requirement: Moderate

2

1.2 Problem: Lack of adequate preparation and co- herence in doctrine, training, and capabilities development to support effective Arctic opera- tions.

Recommendation: The Army and the Depart- ment of Defense must begin planning and im- plementing changes to training, equipment, doctrine and capabilities in anticipation of an ex- panded role in the Arctic associated with global climate adaptation.

Implementation Timing: Now to 10+ Years. Resource Requirements: Moderate to High.

  1. THE ARMY INSTITUTION

1.1 Problem: The Lack of a Culture of Environmen-

tal Stewardship

Recommendation: Army leadership must create a culture of environmental consciousness, stay ahead of societal demands for environmental stewardship and serve as a leader for the na- tion or it risks endangering the broad support it now enjoys. Cultural change is a senior leader responsibility.

Implementation Timing: Now Resource Requirements: Low

1.2 Problem: Potential disruptions to readiness due to restrictions on fuel use.

Recommendation: The Army must significantly increase investment in more realistic simulation that incorporates the advances in virtual and augmented reality. It should also continue to in- vest in the development of lower CO2 emissions platforms and systems.

Implementation Timing: 6-10 years (Virtual Re- ality / Augmented Reality), 10+ years (alternate energy platforms).

Resource Requirements: Moderate to High. 2. THE JOINT FORCE AND DoD

2.1 Problem: Lack of coordination and consolida- tion in climate-change related intelligence.

Recommendation: Advocate for a comprehen- sive organization, functional manager, technol- ogy, and process review study to identify the current state of intelligence community agencies with regard to climate change, with the goal of formalizing Interagency coordination on Climate Change-related intelligence.

Implementation Timing: Now Resourcing Requirements: Low

2.2 Problem: Lack of Organizational Accountability for and Coordination of Climate Change-Relat- ed Response and Mitigation Activities

Recommendation: Re-commit to the Senior En- ergy and Sustainability Council (SESC). Add a re- sourcing element to the council by providing the USA and VCSA with funding across each POM cycle to support climate-related projects that im- prove readiness and resiliency of the force.

Implementation Timing: Now, 1-10 Years

Resource Requirements: Low, though potential- ly moderate through reprogramming.

3

2.3 Problem: Lack of Climate Change-Oriented Campaign Planning and Preparation

Recommendation: (A) Develop Bangladesh (worst case scenario) Relief Campaign Plan as notional plan for preparing for broader climate change-related requirements arising from large- scale, permanent population dislocations. (B) Work more closely with the CDC to ensure ap- propriate military support to infectious disease treatment and containment. (C) Ensure pre- paredness for global, regional or local disrup- tions in logistics that may affect the Army’s op- erations or allies.

Implementation Timing: Now Resource Requirement: Low

  1. NATIONAL CONTEXT

3.1 Problem: Power Grid Vulnerabilities

Recommendation: A. An inter-agency approach, coupled with collaboration of the commercial sector, should catalogue the liabilities across the electrical grid and prioritize budget requests for infrastructure improvements. B. The DoD should pursue options to reverse infrastructure degra- dation around military installations, including funding internal power generation such as solar/ battery farms and small-nuclear reactors.

Implementation Timing: Now (A); 6-10, 10+ Years (B)

Resource Requirement: Low (A); High (B)

3.2 Problem: Climate Change and Threats to Nucle- ar Weapons Infrastructure

Recommendation: The U.S. Department of De- fense, in combination with the U.S. Department of Energy (DOE) should develop a long term 15 to 20 year tritium production plan that accounts for advances in nuclear technology and the pos- sibility of rising climate induced water levels as well as increases to the overall average water temperature used to cool nuclear reactors. This plan should include projections of fiscal resourc- es and military tritium requirements needed to maintain and modernize the U.S. nuclear stock- pile. It should also include U.S. government re- quirements for use of helium-3, a decay product of tritium used primarily for neutron detection when searching for special nuclear material (SNM) and enforcing nuclear non-proliferation agreements.

Implementation Timing: Now to 10+ Years

Resource Requirement: High

Finally, the study examined the threat climate change poses to the U.S. military’s coastal infrastructure, i.e., coastal military facilities and key airports and shipping facilities. Additionally, the U.S. Army Corps of Engineers (USACE) manages the nation’s system of inland water- ways, and condition of much of that system will be af- fected by rising seas and changing weather. That said, the study found no basis for additional action. The DoD and USACE have adequate systems and processes in place to track and manage these risks.

4

Introduction

Current public discourse about climate change and its impacts are often rancorous and politically charged. As an organization that is, by law, non-partisan, the Depart- ment of Defense (DoD) is precariously unprepared for the national security implications of climate change in- duced global security challenges. This study seeks to determine likely national security challenges associated with or exacerbated by anticipated climate change in an effort to craft recommendations for the DoD. Many of the recommendations are specifically targeted at the Army, however the specific recommendation or its parallel can be applied across the military as a whole. The study of climate change as a threat to U.S. and global security is

not new to the U.S. Army or DoD.

not conduct specific research on the climate or climate change but assumed through the preponderance of ev- idence available that climate change is occurring. Ad- ditionally, the study did not look to ascribe causation to the climate change (man-made or natural) as causation is distinct from effects and not pertinent to the approxi- mately 50 year horizon considered for the study.

In determining likely national security impacts and pro- viding recommendations for the military, the authors relied upon the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) and the Representative Concentration

  1. Werrill, C. and F. Femia. “Chronology of Military and Intelli- gence Concerns about Climate Change.” The Center for Climate & Security. 2017. https://climateandsecurity.org/2017/01/12/ chronology-of-the-u-s-military-and-intelligence-communitys-con- cern-about-climate-change/.
  2. “Report on Effects of a Changing Climate to the Department

of Defense.” United States Department of Defense. 2019. https:// climateandsecurity.files.wordpress.com/2019/01/sec_335_ndaa-re- port_effects_of_a_changing_climate_to_dod.pdf.

  1. Werrill, C. and F. Femia. “New Pentagon Report: “The ef-

fects of a changing climate are a national security issue.” The Center for Climate & Security. 2019. https://climateandsecurity. org/2019/01/18/new-pentagon-report-the-effects-of-a-changing-cli- mate-are-a-national-security-issue/.

Pathway (RCP) 4.5. RCP 4.5 is the middle ground pre- diction of temperature and rainfall variation provided by the IPCC for climate change studies. Use of this model is intended to provide a realistic anticipation of future impacts of climate change without forecasting either extremely dire and catastrophic impacts or minimizing them to such an extent that they are meaningless.

The findings generally are categorized as those relating to anticipated changes in the physical environment and those relating to anticipated changes in the social en- vironment. That is, the authors, using available studies, determined if changes to societal norms would have an impact on the military’s ability to execute anticipated missions. The corresponding recommendations con- sider a near, mid and long term horizon and a low, mid or high level of resources allocated against the chal- lenges. The intent is to provide senior leaders with an easy to understand anticipation of risk associated with each recommendation.

For the purposes of this study the authors chose to use the IPCC definition of climate change. This definition is most compatible as it simply looks at changing climate variables over time without ascribing causation.

Climate Change: Climate change refers to a change in the state of the climate that can be identified (e.g., by using statistical tests) by changes in the mean and/or the variability of its properties and that persists for an extended period, typically decades or longer. Climate change may be due to natural internal processes or ex- ternal forcings such as modulations of the solar cycles, volcanic eruptions and persistent anthropogenic chang- es in the composition of the atmosphere or in land use.4

  1. “Global Warming of 1.5° C.” Intergovernmental Panel on Climate Change. 2018. https://www.ipcc.ch/sr15/.

1,2,3

This study itself did

5

An aside on Climate Models and Risk: Uncertainty com- plicates choices about how to respond to or anticipate the consequences of climate change. Regardless of the cause, climatological data reflects an environment that is always changing. Where the choices lie hinges on whether or not we choose to act. There are four possi- ble scenarios involving climate change and human ac- tion to mitigate or prepare for it. (See Figure 1, below.) Each approach carries a level of risk informed by the amount and type of action taken.

The matrix in Figure 1 summarizes payoffs from two different choices (mitigate and prepare or not), given two different contexts (climate change occurring or not). Obviously missing from this matrix is a sense of the probability of climate change itself, which would affect payoff calculations. However, for the sake of the present argument let us make the conservative assumption that climate change is a 50/50 proposition (data and theory indicate that climate change is already occurring).

Figure 1: Climate Change Risk / Response Matrix

First, we can assume no climate change is occurring and we can choose to do nothing. If our assumption about climate change is accurate, this is the most ap- pealing option. Second, we can assume there is no change occurring, but that humans choose to act and mitigate human effects to the environment. This option is unappealing in that we will have wasted economic resources, pointlessly regulating and taxing ourselves.

However, if climate change is occurring and we choose to do nothing, we invite catastrophe, though we can- not know just how bad this payoff would be. Finally, if we assume climate change is occurring and undertake mitigation and preparation, we may avoid catastrophe.5

The only justification for doing nothing to mitigate and prepare for climate change is enough certainty that cli- mate change is not occurring to justify the very consid- erable risk of doing nothing. The strength of scientific arguments in favor of significant warming projections suggests that such certainty is not defensible. (See Fig- ure 2, next page.6) Prudent risk management therefore suggests that we should work to avoid the catastrophic outcome and prepare for and mitigate climate change.

Based on this argument, this report accepts as a core assumption the reality of climate change and cli- mate-change related global warming, and therefore focuses on what the Army should do to prepare itself. Regardless of the science behind climatological projec- tions of global warming, climate change is a controver- sial political issue. For the purposes of this study, we ignore that controversy. We must observe that the plan- et is warming with a broad range of impacts relevant to the U.S. Army, and we employ middle-of-the-curve projections to guide our analysis of recommendations.

  1. Davis, Morton D., and Oskar Morgenstern. Game Theory: A Nontechnical Introduction. Mineola (New York): Dover Publications, 2013.
  • “Scientific Consensus: Earth’s Climate is Warming.” NASA Global Climate Change, Vital Signs of the Planet. 2018. https://cli- mate.nasa.gov/scientific-consensus/ – *.

  • 6

    Figure 2: Temperatures Showing the Last Decade was the Warmest on Record

    Part 1: The Challenge of Climate Change

    Challenge 1: Climate Change and the Physical Environment

    Climate change affects the physical environment of the planet. It therefore affects the conditions in which peo- ple live, and the environment in which military organi- zations operate. The effects of a warming climate with more extreme weather are astonishingly far-reaching. Scientific studies in very diverse fields describe effects that have accelerated over the past 50 years as glaciers, Arctic and Antarctic ice sheets retreat, major weather patterns shift, and demographic, economic and politi- cal forces put more people in harm’s way, while creat- ing additional multi-dimensional stress on conventional military forces. The trend toward larger, more coherent and integrated research investments, such as the NASA Harvest Consortium, allows science agencies to estab- lish improved and tight interfaces with the DoD on top- ics relevant to the military that are outside of traditional lanes. This consortium leverages broad international

    cooperation and domestic collaborations using NASA earth observations to improve crop yield forecasting with the specific intent to establish tighter and more functional interfaces between NASA Applied Sciences Division and operational agencies, including DoD. Cli- mate change also increases the risk of unrest and con- flict globally. Human migration and refugee relocation due to chronic drought, flooding, episodes of extreme, unusual weather or other natural events create an envi- ronment ripe for conflict and large-scale humanitarian crises. In 2018, global international migration and inter- nal displacement were estimated at a historic highs by the International Organization for Migration,7 bringing increased risk of spread of infectious disease and other public health problems. The fight for dwindling resourc- es along the seams of civilization are harbingers of fu- ture U.S. involvement. If the United States is obliged or

    1. https://www.iom.int/wmr/chapter-2

    7

    chooses to respond in a humanitarian or military fashion to alleviate conflict or provide stability, then the impor- tance of recognizing climate-related impacts allows for planners to be proactive rather than reactive in formu- lating a response.

    Rising Seas and Changing Coastal Geography

    Coastal flooding is a persistent but acute cause of hu- man displacement. Historically, flood waters recede and people return to their homes. Warming changes this calculus, with rising seas introducing the possibility of permanent displacement of tens, even hundreds of millions of inhabitants of high-risk coastal areas.

    The relationship between climate change and interna- tional security is not well understood because climate’s largest effects on conflict and governance are indirect, mediated through a variety of effects on weather. These sustained shifts in weather in turn produce a wide va- riety of impacts from one pole to the other and from the sea to the highest mountains. Nevertheless, we can make logical predictions of potential conflict, disruption of trade and humanitarian crises given known risks and exacerbating factors. Consider the case of Bangladesh, a nation with a history of disastrous seasonal flooding. According to one observer, “[Located] in the Ganges Delta, made up of 230 major rivers and streams, 160 million people live in a place one-fifth the size of France and as flat as chapati…”8 Almost half of the population of Bangladesh lives at sea level.9 As seas rise and huge areas of Bangladesh become uninhabitable, where will tens of millions of displaced Bangladeshis go? How will this large scale displacement affect global security in a region with nearly 40% of the world’s population and several antagonistic nuclear powers? For a recent secu-

    1. Harris, Gardiner. “Borrowed Time on Disappearing Land.” The New York Times. 2014. https://www.nytimes.com/2014/03/29/world/ asia/facing-rising-seas-bangladesh-confronts-the-consequenc- es-of-climate-change.html.
  • Greenfieldboyce, Nell. “Study: 634 Million People at Risk from Rising Seas.” National Public Radio. 2007. https://www.npr.org/ templates/story/story.php?storyId=9162438.

  • rity crisis benchmark, look at Syria.10

    The Syrian civil war has been an international disaster with humanitarian and security impacts in the Middle East, Africa and Europe that will continue long into the future. Pre-war Syria had a population of about 22 mil- lion.11 Almost five million Syrians have fled the country since the start of the civil war.12 A host of factors con- tributed to the outbreak of civil war with causality still a matter of debate. There is, however, no question that the conflict erupted coincident with a major drought in the region which forced rural people into Syrian cities as large numbers of Iraqi refugees arrived.13 The Syri- an civil war has reignited civil war in Iraq, and brought the U.S. and Russian militaries into close contact under difficult circumstances. The Syrian population has de- clined by about ten percent since the start of the war, with millions of refugees fleeing the nation, increasing instability in Europe, and stoking violent extremism.14

    By comparison, Bangladesh has eight times Syria’s population, and a conflicted history as a former part of Pakistan. Bangladesh is a predominantly Muslim nation locked between India and Burma. The latter is already under international scrutiny for its poor treatment of the Rohingya minority, the largest percentage of which have

    1. Some claim that the Syrian civil war resulted from drought-in- duced migration, a secondary effect of climate change. We do

    not make that argument here, as recent research questions this relationship. See Selby, Jan, Omar S. Dahi, Christiane Fröhlich, and Mike Hulme. “Climate change and the Syrian civil war revisited.” Political Geography 60: 232-244. 2017. https://www.sciencedirect. com/science/article/pii/S0962629816301822.

    1. Barbash, Fred. “U.N.: Nearly half of Syria’s population uprooted by civil war.” The Washington Post. 2014. https://www. washingtonpost.com/news/morning-mix/wp/2014/08/29/u-n-near- ly-half-of-syrias-population-uprooted-by-civil-war/?utm_term=. eaa5e39e17b7.
  • “The Syrian Refugee Crisis and its Repercussions for the E.U.” Migration Policy Centre. 2016. http://syrianrefugees.eu/.

  • Hammer, Joshua. “Is a Lack of Water to Blame for the Conflict in Syria?” Smithsonian Magazine. 2013. https://www.smithsonian- mag.com/innovation/is-a-lack-of-water-to-blame-for-the-conflict-in- syria-72513729/.

  • “The Syrian Refugee Crisis and its Repercussions for the E.U.” Migration Policy Centre. 2016. http://syrianrefugees.eu/.

  • 8

    fled to Bangladesh. India is a nuclear-armed state per- petually on the verge of conflict with its nuclear-armed western neighbor, Pakistan. Indeed, Bangladesh’s exis- tence is the result of a war between those two nations. The permanent displacement of a large portion of the population of Bangladesh would be a regional catastro- phe with the potential to increase global instability. This is a potential result of climate change complications in just one country.

    Globally, over 600 million people live at sea level.15 Sea level rise also poses a direct threat to Army/DoD instal- lations and missions worldwide. The DoD must assess the vulnerabilities to installations and risks to mission at all locations, prioritizing those most at risk. Early recog- nition of the complex risks will allow planning and im- plementation to best mitigate the risk and spread costs out over multiple budgetary periods. The 2018 National Defense Authorization Act (NDAA) mandates that the Department of Defense submit a report to Congress with respect to the impact of climate change on DoD missions. Specifically, the NDAA requires that the report include “vulnerabilities to military installations and com- batant commander requirements resulting from climate change over the next 20 years.”16 There are currently numerous studies already extant that detail the risks to military installations, some of them executed by govern- ment organizations, including the Army Corps of Engi- neers. Additionally, this report will examine mitigations to the risk associated with climate change impacts.

    Opening the Arctic

    The Arctic is undergoing some of the most significant and noticeable effects of climate change anywhere on the globe. According to the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), since satellite monitoring of the Arctic began in 1979, the Arctic ice extent has de-

    1. Greenfieldboyce, Nell. “Study: 634 Million People at Risk from Rising Seas.” National Public Radio. 2007. https://www.npr.org/ templates/story/story.php?storyId=9162438.
  • “National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2018.” 115th Congress of the United States of America. 2017. https://www. congress.gov/115/bills/hr2810/BILLS-115hr2810enr.pdf.

  • creased from 3.5 – 4.1%.17 Furthermore, the IPCC pre- dicts with high confidence that the Arctic will warm more rapidly than other parts of the globe through at least the year 2100, well beyond the horizon of this study.18 This warming will cause further diminishment of the Arctic ice, presenting many economic opportunities and secu- rity challenges for the United States and its allies.

    As the sea ice in the Arctic continues to decrease, there are greater opportunities for all nations to take advan- tage of new shipping routes between ports in Asia and those in Europe or Eastern North America. According to researchers at the University of Reading in the UK, even if emissions diminish, as proposed by the Paris Accords, by 2050 opportunities for non-modified (that is, ships that are not double hulled or specifically de- signed for transit through ice prone environments) ves- sels to transit the Arctic Ocean will double. Furthermore, many of those journeys could take place directly across the pole in international waters, avoiding transit fees.19 From a money and time saving perspective, these shorter routes will be more and more attractive to ship- ping companies as the ice recedes. Currently, a typical East Asia to Rotterdam route, transiting the Suez Canal, takes about 30 days. The most conservative estimates of sea ice change estimate non-specialized vessels will be able to complete that route across the Arctic in 23 days and that that route would be available for over half the year.20

    Furthermore, according to a 2008 U.S. Geological sur- vey, the Arctic likely holds approximately one quarter of the world’s undiscovered hydrocarbon reserves.21 Though the United States territorially possesses only a

    1. “Climate Change 2014 Synthesis Report.” International Panel on Climate Change. 2015. http://ipcc.ch/report/ar5/syr/.
  • Ibid.

  • Amos, Jonathan. “Arctic Ocean shipping routes ‘to open for months’.” BBC News. 2016. http://www.bbc.com/news/science-en- vironment-37286750.

  • Ibid. 21. Ibid.

  • 9

    small percentage of the Arctic area, estimates are that 20% of those undiscovered reserves are potentially in U.S. territory.22 However, territorial claims in the Arctic are not well established and continue to be disputed amongst the Arctic nations.23 As the extent of the re- sources available in the Arctic become more evident, there is a greater potential for conflict. The United States is likely to reach accommodation with allies in the region, but Russia’s global pattern of aggression and attempts to reestablish great power status may set conditions for another flashpoint in the Arctic. The Arctic waters may make this evidently a Navy and Air Force issue, however the Army will be tasked with wide area security and re- connaissance roles as part of any joint efforts to secure Arctic interests.

    Russia probably has the greatest immediate security concerns as it already earns transit fees from shipping companies using its Arctic waters. Russia has embarked on a rapid build-up in the Arctic, including expensive re- furbishment of Soviet era Arctic bases. Russia’s current Arctic plans include the opening of ten search and res- cue stations, 16 deep water ports, 13 airfields and ten air defense sites.24 (See Figure 3, below.25) These devel- opments create not only security outposts for Russia, but also threats to the U.S. mainland. Russia’s recent development of KH-101/102 air launched cruise mis- siles and SSC-8 ground launched cruise missiles po- tentially put much of the United States at risk from low altitude, radar evading, nuclear capable missiles.

    Figure 3: Map of bases and estimated hydrocarbon reserves in the Arctic

    1. “The U.S. Stakes Its Claim in the Arctic Frontier.” Stratfor. 2015. https://worldview.stratfor.com/article/us-stakes-its-claim-arctic-fron- tier.
  • Millstein, Seth. “Who Owns the Arctic? And Who Doesn’t?” Timeline. 2016. https://timeline.com/who-owns-the-arctic-2b9513b- 3b2a3.

  • Nudelman, Mike and Jeremy Bender. “This map shows Russia’s dominant militarization of the Arctic.” Business Insider. 2015. http://www.businessinsider.com/chart-of-russias-militariza- tion-of-arctic-2015-8.

  • Ibid.

  • 10

    Russia is not the only nation considering security expan- sion in the Arctic. Since 2013, the United States Coast Guard has budgeted for the development and fielding of a new Polar Class heavy icebreaker to augment the one heavy and one medium icebreaker they now have in service. To date they have received almost $191 mil- lion in funding toward the acquisition, estimated to cost just less than $1 billion.26 The FY2018 National Defense Authorization Act authorized the full procurement of the vessel.27

    The relatively rapid pace of change in the Arctic will gen- erate opportunities, forecast and unexpected, on which nations around the world will capitalize. However, with any advantage comes the need to secure it. The United States must be prepared not only to seize any opportu- nities, but also to protect those assets and project pow- er into newly accessible areas. All of these factors sug- gest that military operations in the Arctic will become more common.

    Increased Range of Insect-Borne Diseases

    Infectious diseases remain a concern for expeditionary forces and indigenous populations alike. As the climate changes, the distribution and prevalence of endemic diseases will change. Diseases that were endemic be- fore could become altered and mutate to new regions. Extensive research has shown local weather condi- tions and other related environmental factors strongly influence vector-borne diseases. 2829 Diseases caused

    1. “Report to Congress on Coast Guard Icebreaker Program.” USNI News. 2017. https://news.usni.org/2017/12/13/report-con- gress-coast-guard-icebreaker-program?utm_source=Sail- thru&utm_medium=email&utm_campaign=EBB 12.14.17&utm_ term=Editorial – Early Bird Brief.
  • “National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2018.” 115th Congress of the United States of America. 2017. https://www. congress.gov/115/bills/hr2810/BILLS-115hr2810enr.pdf.

  • “Vector-Borne Diseases Fact Sheet.” World Health Organiza- tion. October 2017. Accessed December 2017. http://www.who.int/ mediacentre/factsheets/fs387/en/.

  • Githeko, Andrew K., Steve W. Lindsay, Ulisses E. Confalonieri, and Jonathon A. Patz. “Climate change and vector-borne diseases: a regional analysis.” Bulletin of the World Health Organization 78,

  • by a wide array of pathogens including bacteria, spiro-

    chetes, rickettsiae, protozoa, viruses, nematodes and

    fungi spread through arthropods (i.e. ticks and mosqui-

    toes) are highly susceptible to localized weather condi-

    tions. 30, 31 The 2016 IPCC report and National Climate

    Assessment concluded there was an increased risk of

    some vector-borne diseases and that climate variability

    can alter the incidence of diseases carried by vectors

    (e.g., mosquitoes, fleas, ticks) through effects on vector

    geographic distribution, vector and pathogen biology,

    respectively.32 Indeed, some major vector-borne diseas-

    es in the U.S. have doubled or even tripled since 2005.

    33

    Examples of vector-borne diseases likely susceptible to

    change include: Malaria, Dengue, Chikungunya, Leish-

    maniasis, Lyme disease and Zika.

    Consider the case of malaria, perhaps the most lethal infectious disease in the world. In 2015, the World Health Organization reported there were an estimated 304 mil- lion global cases and 639,000 deaths. 35 While consid- erable efforts aim at eradicating the disease through vaccine development, the international public health community continues to struggle with the extent of the

    no. 9: 1136. 2000. http://www.who.int/bulletin/archives/78(9)1136. pdf.

    1. Luber, George, and Kim Knowlton. “Human Health.” National Climate Assessment. 2014. https://nca2014.globalchange.gov/ report/sectors/human-health.
  • “Ticks and Tick-Borne Diseases.” Medscape. Accessed December, 2017. https://reference.medscape.com/slideshow/ tick-borne-illnesses-6006369.

  • Chrétien, Jean-Paul. “Adapting to Health Impacts of Climate Change in the Department of Defense.” Health Security 14, no. 2: 86-92. 2016. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27081888.

  • “Illnesses on the rise.” Centers for Disease Control and Pre- vention. 2018. https://www.cdc.gov/vitalsigns/vector-borne/index. html.

  • Chrétien, Jean-Paul. “Adapting to Health Impacts of Climate Change in the Department of Defense.” Health Security 14, no. 2: 86-92. 2016. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27081888.

  • “Fact Sheet: World Malaria Report 2016.” World Health Organization. http://www.who.int/malaria/media/world-malaria-re- port-2016/en/.

  • 34

    11

    disease.36 Today, the DoD and members of the U.S. In- telligence Community assess the risk of malaria to U.S. forces operating in East Africa 37 as high to intermediate depending on the country. A high-risk represents “an operationally significant attack rate (potentially 11-50% per month) could occur among personnel exposed to mosquito bites.” 38

    The average projected climate changes in East Africa by 2050 show temperatures between 25-30° C. The projected average precipitation shows increased rain- fall in select countries. Coupling the generally optimal conditions for malaria carrying mosquitos with the ex- pected climate conditions in 2050, we can conclude that the environment will likely be much more favorable to malarial vectors.39 The temperatures and increase of precipitation may lead to decreasing parasite devel- opment, more stable adult populations and increased bite rates.40 It is also fair to conclude the more favorable conditions could lead to an increase of the prevalence of malaria.

    Decreased Fresh Water Availability and Increased Demand

    By 2040, the global demand for fresh water projects to exceed availability. As water availability decreases, the opportunity for social disruption will increase. Although the National Intelligence Council does not predict wa-

    1. “Malaria.” Bill & Melinda Gates Foundation. https://www. gatesfoundation.org/What-We-Do/Global-Health/Malaria. Accessed December 2017.
  • The countries in the East Africa region for this study are; Sudan, South Sudan, Uganda, Democratic Republic of the Congo, Tanzania, Eritrea, Djibiouti, Ethiopia, Somalia, Kenya.

  • Defense Intelligence Agency, National Center for Medical Intel- ligence, Infectious Disease Risk Assessment Methodology.

  • Craig, M. H., R. W. Snow, and D. Le Sueur. “A climate-based distribution model of malaria transmission in sub-Saharan Afri- ca.” Parasitol Today 15, no. 3: 105-11. 1999. https://www.ncbi.nlm. nih.gov/pubmed/10322323?dopt=Abstract.

  • Patz, J. A., and S. H. Olson. “Malaria risk and temperature: Influences from global climate change and local land use practic- es.” Proceedings of the National Academy of Sciences 103, no. 15: 5635-636. 2006. https://www.pnas.org/content/103/15/5635.

  • ter shortage alone will lead to failed states,41 the lack of water resources amplifies underlying existing issues such as lack of technology, poor governance, and in- adequate economic resilience.42 There are several fac- tors contributing to the global water shortage including: population increase, climate change, and poor water management.43 North Africa, Southern Africa, the Mid- dle East, China, and the United States all have areas where the water deficiency is greater than 50%. By 2030, one-third of the world population is projected to

    inhabit these water-stressed regions.

    agreements designed to share the scarce resource. However, there is a growing concern that as demand outstrips supply, water will become a bargaining weap- on to accrue power, deprive access to vulnerable pop- ulations or even enable sabotage to disrupt supply

    and achieve desired effects.

    coastal fresh water supplies and agriculture at risk, as salt water moves inland, polluting rivers and aquifers,

    44

    es across the globe, water has prompted cooperative

    and literally salting the earth.

    46,47

    48

    Rising seas also place

    In several plac-

    45

    1. Engel, Rich. “National Intelligence Council Water Research.” National Intelligence Council. 2012. https://www.wilsoncenter.org/ sites/default/files/Engel Presentation.pdf
  • “Global Water Security.” National Intelligence Council. 2012, https://www.dni.gov/files/documents/Special%20Report_ICA%20 Global%20Water%20Security.pdf.

  • “Implications for US National Security of Anticipated Climate Change.” CENTRA Technology, Inc, and Scitor Corporation. 2016. https://www.dni.gov/files/documents/Newsroom/Reports and Pubs/ Implications_for_US_National_Security_of_Anticipated_Climate_ Change.pdf.

  • Ibid.

  • Ibid.

  • Ibid.

  • Kenney, Carolyn. “Climate Change, Water Security,

  • and U.S. National Security.” Center for American Progress.

    1. https://www.americanprogress.org/issues/security/re- ports/2017/03/22/428918/climate-change-water-security-u-s-na- tional-security/.
  • Paris, Aubrey. “Sea Level Rise: Sink or Swim.” United States Army War College – War Room. 2017. https://warroom.armywarcol- lege.edu/articles/sea-level-rise-sink-swim/.

  • 12

    The predicted rise in average global temperatures equates to the need for more water to sustain all life. As ambient temperatures rise, so does the risk of rais- ing body temperature. Proper water consumption rates reduce this risk if there is water readily available to con- sume. As the rigor of activities increases so does the need for increased hydration. Simultaneously as the demand for water increases in a warmer climate, the amount of water readily available for use is reduced due to evaporation.49 The combination of expeditionary sol- diers fighting in a hot climate with scarce water supplies exacerbates logistical requirements.

    Saltwater intrusion is another factor increasing the risk for conflict in coastal areas with large populations. As the need for more water increases, fossil freshwater aquifers are tapped which are not replenished. Re- duced water levels in some coastal aquifers can lead to increased salinity as a result of the intrusion of seawater into the aquifer. Typically, a water table in a coastal area pushes fresh water to the ocean, but in this case, the salt water makes its way into the aquifer rendering it un- usable. (See Figure 4.)

    Figure 4: Ground-water flow patterns and the zone of

    dispersion in an idealized, homogeneous coastal aqui- fer50

    Decreased Food Security and Food System Stability

    The United Nations (UN) Food Agricultural Organization (FAO) defines food security as a state when “all peo- ple, at all times, have physical and economic access to sufficient safe and nutritious food that meets their di- etary needs and food preferences for an active healthy life.”51 Food security is premised on four components: food availability, food accessibility, food utilization and food system stability.52 (See Table 1, next page.) In its broadest terms, food security is the ability to have con- sistent access to food that is safe and meets dietary guidelines.53

    1. Cooper, H.H. “Saltwater Intrusion.” United States Geologic Survey. 1964. https://water.usgs.gov/ogw/gwrp/saltwater/salt.html.
  • “The State of Food and Agriculture: Climate Change Agricul- ture, and Food Security.” Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2016. http://www.fao.org/3/a-i6030e.pdf.

  • “Climate Change, Global Food Security, and the U.S. Food System.” USDA. 2015. https://www.usda.gov/oce/climate_change/ FoodSecurity2015Assessment/FullAssessment.pdf.

  • “Dietary Guidelines.” U.S. Office of Disease Prevention and Health Promotion. 2019. https://health.gov/dietaryguidelines/.

  • “Climate Impacts on Water Resources.” The United States Environmental Protection Agency. 2017. https://19january2017snap- shot.epa.gov/climate-impacts/climate-impacts-water-resources. html.

  • 13

    Table 1: The Components of Food Security

    Source: “Climate Change, Global Good Security, and the U.S. Food System.” USDA. 2015.

    For seven out of eight Americans,54 food insecurity is a problem relegated to places far afield from the con- tinental United States. In fact, compared to 113 coun- tries across the globe, the U.S. ranks second on the

    consistently led the world in global agricultural exports, long a source of economic power and global influence.

    When food systems fail, whether a failure of agricultur- al production, a supply chain failure that interferes with food processing or transport, or economic or financial disruption affecting demand, outbreaks of civil conflict and social unrest become more likely.58 Global food se- curity hinges on the production of four crops: maize, wheat, rice, and soybeans.59 These commodities, along with a long list of foodstuffs moving through both formal and informal channels, are the core outputs of the glob- al food system – the poorly defined, highly dynamic, complex web of transfers and interactions. Climate-in-

    Studies.” National Intelligence Council. 2012. https://www.dni.gov/ files/documents/nic/NICR 2012-23 Global Food Security FINAL.pdf.

    1. Barbet-Gros, Julie and Jose Cuestra. “Food Riots: From Definition to Operationalization.” The World Bank. 2015. http://www. worldbank.org/content/dam/Worldbank/document/Poverty%20doc- uments/Introduction%20Guide%20for%20the%20Food%20Riot%20 Radar.pdf.
  • Winkler, Elizabeth. “How the climate crisis could become a food crisis overnight.” The Washington Post. 2017. https://www. washingtonpost.com/news/wonk/wp/2017/07/27/how-the-climate- crisis-could-become-a-food-crisis-overnight/?noredirect=on&utm_ term=.e9f324e6c009.

  • Global Food Security Index.

    55

    The U.S. spends 6.4 % of

    its income on food compared to countries such as Pa-

    kistan, Philippines, and Nigeria where a typical house-

    hold spends more than 40 % of their earnings for suste-

    nance.

    to food are more vulnerable to fluctuations in food com- modity prices. Recent effects of price shocks because of food availability have occurred in crisis areas such as Syria and Venezuela. Price fluctuations in food will affect countries differently. Countries that rely heavily on im- ports will be most affected.57 The U.S., in contrast, has

    1. “Overview: Food Security in the U.S.” USDA. 2018. https:// http://www.ers.usda.gov/topics/food-nutrition-assistance/food-security- in-the-us/.
  • “Global Food Security Index for 2017” The Economist Intelli- gence Unit. 2017. https://foodsecurityindex.eiu.com/Resources.

  • Gray, Alex. “Which countries spend the most on food? This map will show you.” World Economic Forum. 2016. https://www.weforum. org/agenda/2016/12/this-map-shows-how-much-each-country- spends-on-food/.

  • “Global Food Security: Market Forces and Selected Case

  • 56

    Populations that dedicate more of their income

    14

    fluenced impacts on food systems beyond impacts on

    crop production include interruption of planting or har-

    vest due to adverse weather, rapid freeze-thaw cycles

    in spring and fall,60 soil degradation, depletion of fossil

    water aquifers, intensified spread of agricultural pests

    and diseases,61,62 and damage to shipping infrastruc-

    ture as a consequence of flooding.63 During a global

    food crisis in 2007-2008, social unrest was reported

    in 61 affected countries.64 In war-time, the ability of the

    U.S. and allies to cooperate through extraordinary insti-

    tutional innovations delivered under great duress, such

    as the Combined Food Board, improved provisioning of

    U.S. and allied war fighters, munitions workers and ci-

    vilians.

    War, these institutions have been dismantled in the U.S. as the policy of supply management, driven by the U.S. population’s needs, shifted to policies that have em- phasized agricultural exports as a critical component of

    ing countries that are also food insecure.67 Population increases, coupled with the food demand and effects of climate change disrupting crop production will likely result in price instability.68 Furthermore, the wild card of weaponized genome editing and, more generally, hori- zontal environmental genetic alteration agents (HEGAA) applied to agriculture and food systems already under interacting stress from climate change, define a no-an- alogue future..69

    Climate change will have diverse impacts on local, re- gional and global food system stability, far beyond its immediate effects on agricultural production affecting both availability of food and the resilience of underly- ing ecosystems.70 Changes in the length and stability of growing seasons around the world, altered precipitation patterns resulting in droughts, high night temperatures, floods or shifted seasonal patterns will also impact crop production.71 Some evidence indicates that rising CO

    Through the decades since the Second World

    65

    the U.S. balance of trade.

    Where climate change damages agricultural produc- tion, security concerns will likely follow. The world pop- ulation is expected to increase by 39% between 2005 and 2050, and 95% of that growth will occur in develop-

    1. Sinha, Tushar and Keith A. Cherkauer. “Impacts of future climate change on soil frost in the midwestern United States.” Journal of Geophysical Research, Vol. 115, D08105. https://doi. org/10.1029/2009JD012188.
  • Lenne, Jillian. “Climate change, crop plant diseases and future food production.” World Agriculture. 2018. http://www. world-agriculture.net/article/climate-change-crop-plant-diseases- and-future-food-production.

  • Deutsh, Curtis A. et al. “Increase in crop losses to insect pests in a warming climate.” Science. 2018. http://science.sciencemag. org/content/361/6405/916.editor-summary.

  • “Extreme Weather” in “National Climate Assessment.” U.S. Global Change Research Program. 2014. https://nca2014.global- change.gov/highlights/report-findings/extreme-weather.

  • Ibid.

  • Roll, Eric. The Combined Food Board: A Study in Wartime Inter-

  • national Planning. Palo Alto: Stanford University Press, 1956.

    1. Collingham, Lizzie. The Taste of War. New York: Penguin Press, 2011: 481-501.

    66

    2 levels may increase crop yields to some extent via an

    effect known as CO2 fertilization.72 However, altered crop growth may affect nutrient composition, especially micronutrients such as zinc and iron, resulting in signifi- cant increases in mortality in vulnerable locations, which are those where DoD-supported humanitarian interven-

    1. Alexandratos, Nikos and Jelle Bruinsma. “World Agriculture Towards 2030/2050.” United Nations Food and Agriculture Organi- zation. 2012. http://www.fao.org/3/a-ap106e.pdf.
  • “Global Food Security.” National Intelligence Council: Intelli- gence Community Assessment. 2015. https://www.dni.gov/files/ documents/Newsroom/Reports and Pubs/Global_Food_Securi- ty_ICA.pdf.

  • Reeves, R.G. et al. “Agricultural research or a new bioweapon system?” Science 362 (6410): 35-37. 2018. http://science.science- mag.org/content/362/6410/35.

  • “The State of Food and Agriculture: Climate Change, Agricul- ture, and Food Security.” Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2016. http://www.fao.org/3/a-i6030e.pdf.

  • “Climate Change and Food Security: A Framework Docu- ment.” Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2008. http://www.fao.org/3/k2595e/k2595e00.htm.

  • Kirscbaum, M.U.F. Plant Phys 155(1): 117-124. 2011. https:// doi.org/10.1104/pp.110.166819.

  • 15

    tion is most likely.73 Increased CO2 levels in the oceans and changes in ocean temperature will alter the avail- ability of fish and could potentially lead to the extinction

    Changes in temperature will also

    continue to draw in Army and other DoD resources.

    In September 2016, U.S. the Intelligence Community

    (IC) conducted analysis of possible impacts of climate

    change on national security over the next 20 years.79

    Their report highlighted the projected occurrence of

    more extreme weather and how damaging it may be to

    natural systems such as oceans, lakes, rivers, ground

    water, reefs, and forests. Most of the critical infrastruc-

    tures identified by the Department of Homeland Security

    are not built to withstand these altered conditions. The

    lower Mississippi River has sustained 100-, 200- and

    500-year floods (meaning the chance is 1% or less that

    a flood of that magnitude would occur 500 simulations

    of the current year) in the last 8 years. Between 2016

    and 2018, Ellicott City, Maryland sustained two 1,000-

    year floods.

    (80%) and imports (78%) are water-borne, floods that leave lasting damage to shipping infrastructure pose a major threat to U.S. lives and communities, the U.S. economy and global food security. The U.S. Intelligence Community’s 2016 study further emphasized the social and economic implications realized by damaging these systems. The increased urbanization of areas prone to these weather events will only further stress governmen- tal agencies tasked with recovery and support. Addi- tionally, the study captured potential instability of coun- tries, heightened social and political tensions, adverse effects on food prices and availability, increased risks to human health, negative impacts on investments and economic competitiveness.81

    1. “Implications for US National Security of Anticipated Climate Change.” US National Intelligence Council. 2016. https://www.dni. gov/files/documents/Newsroom/Reports and Pubs/Implications_ for_US_National_Security_of_

    Anticipated_Climate_Change.pdf

    1. Di Liberto, Tom. “Torrential rains bring epic flash floods in Maryland in late May 2018.” Climate.gov. 2018. https://www. climate.gov/news-features/event-tracker/torrential-rains-bring-epic- flash-floods-maryland-late-may-2018.
  • “Implications for US National Security of Anticipated Climate Change.” US National Intelligence Council. 2016. https://www.dni. gov/files/documents/Newsroom/Reports and Pubs/Implications_ for_US_National_Security_of_

  • Anticipated_Climate_Change.pdf

    of certain species.

    74

    affect livestock by impacting their ability to thrive and

    provide adequate amounts of meat and milk.

    75

    Increased Incidence of Extreme Weather

    Numerous climate models suggest that a warming cli- mate incurs more frequent extreme weather events and intensified weather patterns such as heat domes, polar vortices, super storms, monster ridges, and wider rang- es of extremes, especially in spring and fall in temperate climates.76 The U.S. Army is directly affected by these extremes, and has obligations connected to disaster recovery efforts related to a changing climate. Not only are Army personnel and installations at risk, the issue compounds when more than one major event occurs in a short interval or where natural disaster occurs where local social, political, and economic infrastructures are not resourced to handle the situation. Attention to a changing climate remains integral to the Army’s prepa- ration and response of devastating weather events like recent hurricanes Katrina, Rita, Harvey, Irma and Maria. Hurricane Michael in 2018 was the wettest hurricane on record, reflecting a more general trend of windier and wetter hurricanes.77,78 Natural disasters like these will

    1. Myers, S.S. et al. “Increasing CO2 Threatens Human Nutri- tion.” Nature 510(7503): 139-142. 2014. https://www.ncbi.nlm.nih. gov/pubmed/24805231.
  • “The State of Food and Agriculture: Climate Change, Agricul- ture, and Food Security.” Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2016. http://www.fao.org/3/a-i6030e.pdf.

  • Ibid.

  • “National Climate Assessment.” U.S. Global Change Research

  • Program. 2014. https://nca2014.globalchange.gov/report.

    1. Belles, Jonathan. “Hurricane Florence Was the Nation’s Second Wettest Storm Behind Harvey.” The Weather Channel. 2018. https://weather.com/storms/hurricane/news/2018-09-19-hur- ricane-florence-harvey-north-carolina.
  • “Hurricanes and Climate Change.” Union of Concerned Scientists. 2017. https://www.ucsusa.org/global-warming/sci- ence-and-impacts/impacts/hurricanes-and-climate-change.html.

  • 80

    Because most U.S. agricultural exports

    16

    Stress to the Power Grid

    Changing levels of rainfall put the U.S.’s energy grid at risk. Over 7.3 billion people currently inhabit the plan-

    • Loss of heating/air conditioning and electrical lighting systems

    • Loss of computer, telephone, and communica- tions systems (including airline flights, satellite networks and GPS services)

    • Loss of public transportation systems

    • Loss of fuel distribution systems and fuel pipe- lines

    • Loss of all electrical systems that do not have back-up power87

    The Presidential Policy Directive-Critical Infrastructure Security and Resilience lists 16 critical infrastructures susceptible to power grid failure that directly tie to U.S. national security and the homeland defense mission of the Department of Defense (DoD).88 The Congressional Electro-Magnetic Pulse (EMP) Commission, in 2008, es- timated it would cost $2 billion to harden just the grid’s

    et, a little more than half of which live in cities.

    United States alone, ten cities contain more than one million people, and more than 35 with a population of over 500,000.83,84 The power grid that serves the United States is aging and continues to operate without a co- ordinated and significant infrastructure investment. Vul- nerabilities exist to electricity-generating power plants, electric transmission infrastructure and distribution system components. Power transformers average over 40 years of age and 70 percent of transmission lines are 25 years or older. The U.S. national power grid is susceptible to coordinated cyber or physical attacks; electromagnetic pulse (EMP) attacks; space weather; and other natural events, to include the stressors of a changing climate.85,86

    Effects of climate abnormalities over time introduce the possibility of taxing an already fragile system through increased energy requirements triggered by extended periods of heat, drought, cold, etc. If the power grid in- frastructure were to collapse, the United States would experience significant

    • Loss of perishable foods and medications

    • Loss of water and wastewater distribution sys- tems

    1. Giegengack, Robert. “The Carrington Coronal Mass Ejection of 1859.“ Proceedings of the American Philosophical Society, vol. 159, no. 4: 425-426. 2015.
  • “Ten U.S. Cities Now Have 1 Million People or More; California and Texas Each Have Three of These Places.” United States Cen- sus Bureau. 2015. https://www.census.gov/newsroom/press-re- leases/2015/cb15-89.html.

  • “U.S. City Populations 2018.” World Population Review. 2018. http://worldpopulationreview.com/us-cities/.

  • “Large Power Transformers and the U.S. Electric Grid,” U.S. Department of Energy. 2012. https://www.energy.gov/sites/prod/ files/Large Power Transformer Study – June 2012_0.pdf.

  • “Transmission & Distribution Infrastructure: A Harris Williams & Co. White Paper” Harris Williams & Co. 2014.

  • https://www.harriswilliams.com/sites/default/files/industry_reports/ ep_td_white_paper_06_10_14_final.pdf.

    17

    82

    In the

    critical nodes.

    89

    The Task Force on National and Home-

    land Security calculates an additional $10 to $30 billion

    and many years necessary for a complete grid over-

    haul.

    the very improvements of network interconnectedness created through the updated Supervisory Control and Data Acquisition (SCADA) network, which control pow- er distribution around the country, introduced additional weaknesses to cyber-attack.91 The Center for Security

    1. “Space Weather.” Department of Homeland Security. No date. Accessed November 10, 2017. https://www.ready.gov/ space-weather.
  • “Critical Infrastructure Security and Resilience.” The White House, Presidential Policy Directive. 2013. https://obamawhite- house.archives.gov/the-press-office/2013/02/12/presidential-poli- cy-directive-critical-infrastructure-security-and-resil.

  • Graham, William R. et al. “Critical National Infrastructures.” Re- port of Commission to Assess the Threat to the United States from Electromagnetic Pulse Attack. 2008. http://www.empcommission. org/docs/A2473-EMP_Commission-7MB.pdf.

  • “A Call to Action for America.” Task Force on National and Homeland Security, Secure the Grid Coalition, and Other Partners. 2017. https://emptaskforce.us/wp-content/uploads/2017/09/CAA- 7-31-17.pdf.

  • Graham, William R. et al. “Critical National Infrastructures.” Re-

  • port of Commission to Assess the Threat to the United States from

    90

    The EMP Commission further cited that some of

    Policy reported that capability and capacity to repair or replace power grid unique infrastructure is reliant on production timelines exceeding a year. Most of these production facilities reside outside the United States, greatly adding to repair times and exacerbating vulner- ability.92

    Defense of the homeland requires reliable access to power generation capabilities to protect critical infra- structure areas, maintain sovereign security, and pro- vide aid to the nation’s population when needed. De- partment of Defense installations are 99 percent reliant on the U.S. power grid for electrical power generation due to the decommissioning of autonomous power generation capability for budgetary cost saving mea- sures over the last two decades.93

    While generators would allow continued operations for a time, a long-term outage of the power grid would rapidly erode the ability to perform numerous missions as re- sources were diverted toward humanitarian assistance/ disaster response operations in the homeland.

    Relief efforts aggravated by seasonal climatological effects would potentially accelerate the criticality of the developing situation. The cascading effects of power loss, as depicted below, would rapidly challenge the military’s ability to continue operations. (See Figure 5.94)

    Figure 5: Essential Services Interconnectedness Affected by Power Grid Outage

    Electromagnetic Pulse Attack. 2008. http://www.empcommission. org/docs/A2473-EMP_Commission-7MB.pdf.

    1. “Guilty knowledge: What the US Government Knows about the Vulnerability of the Electric Grid, But Refuses to Fix.” Center for Security Policy. 2014. https://www.centerforsecuritypolicy.org/ wp-content/uploads/2014/03/Guilty-Knowledge-6×9.pdf.
  • Koppel, Ted. Lights Out: A Cyberattack, a Nation Unprepared, Surviving the Aftermath. New York, NY: Crown Publishers, 2015: 216.

  • Jamieson, Isaac. “Addendum – EMP & Cyber Security” in

  • Smart Meters – Smarter Practices: Solving Emerging Problems.

    EM-Radiation Research Trust. 2012. https://www.radiationresearch. org/articles/smart-meters-smarter-practices-document/.

    18

    While securing the U.S. power grid will take a whole of government approach, the Joint Force’s responsibili- ty to defend the homeland is the strongest reason for DoD to prioritize funding towards a solution. The Ser- vices must be clear in their assessment of installation vulnerability to an outage of the power grid and the con- sequences for homeland through missile defense, De- fense Support to Civil Authorities, and military response to direct threats. Response delays in any of these areas will impair any effort to stabilize the situation or quickly respond to crisis anywhere in the United States.

    Aside from power distribution concerns, our power gen- eration capabilities are also at risk. Due to their water demands, safety requirements, and locations adjacent to waterways, nuclear power stations in the United States are at high risk of temporary or permanent clo- sure due to climate threats, as demonstrated by the ex- ample facilities in Connecticut and Tennessee. The U.S. Nuclear Regulatory Commission (NRC) authorizes the current operation of 99 nuclear reactors, including both pressurized and boiling water reactors (PWR; BWR), which supplied 19.7% of the country’s utility-scale en- ergy in 2016.95 In general, the country’s reliance on nu- clear energy has increased marginally over time, with a net 1.2% increase in nuclear-generated electricity from 2016 to 2017.

    Ultimately, 59 (or 60%) of the country’s nuclear reactors exist in regions that are likely to suffer from one or more climate threats. These regions include New England (major risk: sea level rise), Mid-Atlantic (major risks: sea level rise and/or severe storms), South Atlantic (major risks: sea level rise and/or severe storms), and East South Central (major risk: water shortage). Based on their locations, 100% of reactors in New England, 26% in the Mid-Atlantic region, 38% in the South Atlantic re- gion, and 100% in the East South Central region are at risk of experiencing major climate threats.

    1. “FAQ: What is U.S. electricity generation by energy source?” U.S. Energy Information Administration. 2018. https://www.eia.gov/ tools/faqs/faq.php?id=427&t=3.

    The dangers facing some of these reactors have not gone unnoticed. For instance, Florida’s Saint Lucie Nuclear Power Plant was shut down during Hurricane Matthew in 2016.96 Operation of its sister facility, Turkey Point Nuclear Generating Station, was similarly ceased during Hurricane Irma in 2017.97 Furthermore, expan- sion projects at Turkey Point, with proposals and con- struction spanning the last decade, have been criticized by several South Florida government officials who cite the challenge of rising sea levels.98 New Jersey’s Oyster Creek BWR will be decommissioned by the end of 2019 because of an unwillingness to construct costly cooling towers;99 these structures will become increasingly im- portant for reactors operating in regions where warming trends are apparent. Such complications, critiques, and closures are examples of impending climate change impacts on other nuclear energy facilities in the United States.

    While it is true that nearly all types of energy infrastruc- ture may suffer from climate changes unique to their lo- cations, the only clean energy facilities likely to suffer as much or more than nuclear plants are their hydroelectric counterparts. In fact, hydropower’s reliance on steady water access makes this sector particularly susceptible to climate-induced dryness. Experts expect drought to reduce hydropower generation due to declining reser- voir levels, observed in 2007 when drought caused a

    30% decrease in hydroelectric capacity in Tennessee.

    100

    1. Prasad, Nithin. “FPL says Saint Lucie 2 Florida reactor shut ahead of Matthew.” Reuters. 2016. https://www.reuters.com/article/ us-storm-matthew-florida-nuclearpower/fpl-says-saint-lucie-2-flori- da-reactor-shut-ahead-of-matthew-idUSKCN1262I5.
  • Gardner, Timothy. “Florida nuclear plants to shut ahead of Hurricane Irma.” Reuters. 2017. https://www.reuters. com/article/us-storm-irma-nuclearpower/florida-nucle- ar-plants-to-shut-ahead-of-hurricane-irma-idUSKCN1BI2IA.

  • Staletovich, Jenny. “Mayors make case against FPL nuclear expansion.” Miami Herald. 2018. http://www.miamiherald.com/ news/local/community/miami-dade/article18627960.html.

  • Oglesby, Amanda. “Christie: Oyster Creek shutdown sched- ule.” Asbury Park Press. 2017. http://www.app.com/story/news/ local/land-environment/2017/10/05/oyster-creek-early-clos- ing/735491001/.

  • Tennessee River Drought Management Plan, http://web.knox-

  • 19

    This is consequential due to the nation’s increasing de- mand for hydropower. In 2016, hydropower comprised 6.5% of utility-scale energy generated in the United States, making up the largest component (44%) of the country’s renewable energy.101

    From 2016 to 2017, a net 10.6% increase in U.S. hy- dropower generation was recorded. These numbers indicate that the two regions having the second- and third-fastest increase in hydropower usage (i.e., East South Central and West South Central) are also at high risk of future temperature increases and prolonged drought. Currently, 47 and 34 hydropower plants are op- erating in the East South Central and West South-Cen- tral regions, respectively, totaling at least 81 facilities that could suffer from reduced capacity in the near future.

    Challenge 2: Climate Change and the So- cial, Economic, and Political Environment

    Most of the preceding discussion of the physical en- vironmental implications of climate change should be familiar. Less commonly discussed are the social, po- litical, and economic effects of human concerns about climate change. Regardless of the actual physical ef- fects of climate change, the belief in climate change as a threat to the earth and its inhabitants is an increas- ing force in international politics.102 This suggests that to some extent the debate about whether the planet is warming, or if human activity is the cause, is irrelevant. If a powerful section of the human population believes that the planet is warming, believes that this warming is human-induced and that climate change is a threat, and if that section acts on those beliefs, climate change will have political, social, and economic consequences that the Army will be unable to ignore.

    news.com/pdf/1013draft-drought-management-plan.pdf

    1. “FAQ: What is U.S. electricity generation by energy source?” U.S. Energy Information Administration. 2018. https://www.eia.gov/ tools/faqs/faq.php?id=427&t=3.
  • “China, EU reaffirm Paris climate commitment, vow more cooperation.” Reuters. 2018. https://www.reuters.com/article/ us-china-eu-climatechange/china-eu-reaffirm-paris-climate-com- mitment-vow-more-cooperation-idUSKBN1K60TC.

  • To understand the impacts of the indirect effects of mo- bilization around climate change (as opposed to the direct, physical effects), we propose the SMaRT frame- work: Social, Market, Regulatory, and Technological re- sponses.

    Social Responses

    Climate change taps into profound fears of insecurity. Humans are highly motivated by symbols, and what more potent symbol is there of human thriving and the fragility of life than the planet itself? A recent Pew survey indicated that climate change trailed only ISIS globally as a security concern.103

    The population of the United States is also concerned about climate change. Gallup News published a sto- ry in March, 2017 titled “Global Warming Concern at Three-Decade High in the U.S.”104 The polling data to support the story showed that, from a post-9/11 low of 51% in 2011, now 67% of the population worry about global warming a “great deal” or a “fair amount”.105 This concern is most prevalent among today’s youth, indi- cating a propensity for the electorate to become more climate sensitive as that demographic ages.106

    Powerful symbols engender social mobilization and change. To have a huge effect on human affairs, these symbols need not be deeply rooted in reality. Conquests of the companions of Mohamed remade the Middle East and North Africa. The Protestant reformation trans- formed European civilization. The American Revolu-

    1. Poushter, Jacob and Dorothy Manevich. “Globally, People Point to ISIS and Climate Change as Leading Security Threats.” Pew Research Center. 2017. http://www.pewglobal.org/2017/08/01/ globally-people-point-to-isis-and-climate-change-as-leading-secu- rity-threats/.
  • Saad, Lydia. Gallup, “Global Warming Concern at Three-De- cade High in U.S.” Gallup News. 2017. https://news.gallup.com/ poll/206030/global-warming-concern-three-decade-high.aspx.

  • Ibid.

  • “Concern About Climate Change and Its Consequenc- es.” Pew Research Center. 2015. http://www.pewglobal. org/2015/11/05/1-concern-about-climate-change-and-its-conse- quences/climate-change-report-15/.

  • 20

    tion created a nation that would change the world. All of these phenomena derived much of their power from symbols. Grasping the power of the earth as a symbol requires little imagination compared to the nuances of Mohamed’s revelations, Luther’s theses, or the Ameri- can case for independence.

    Social mobilization around climate change will have winners and losers. Clear winners will be individuals and organizations perceived to be acting in the collective interest of both humanity and the natural environment. Clear losers will be individuals and entities whose ac- tions are perceived to undermine environmental stabili- ty. Increased access to mass communication platforms means that no single entity will control the narrative re- garding who these winners and losers are.

    What is the current perception of the U.S. Army, the

    U.S. military, or the U.S. government as a steward of the

    environment? We have no good data on this question.

    Anecdotally, the U.S. government is perceived to be an

    irresponsible actor in the global environment. The U.S.

    withdrawal from the Paris accords elicited strong reac-

    tions in the developed world.107 By contrast, although

    China is the largest carbon emitting nation,108 it has

    been more thoughtful about how it projects its image

    globally with respect to carbon emissions, and Chinese

    clean energy initiatives have been widely publicized in the U.S.109,110,111

    1. Shear, Michael D. and Alison Smale. “Leaders Lament U.S. Withdrawal but Say It Won’t Stop Climate Efforts.” The New York Times. 2017. https://www.nytimes.com/2017/06/02/climate/par- is-climate-agreement-trump.html.
  • “Global Carbon Atlas.” Global Carbon Project. 2018. http:// http://www.globalcarbonatlas.org/en/CO2-emissions.

  • “China Steps Up Its Push into Clean Energy.” Bloomberg News. 2018. https://www.bloomberg.com/news/arti- cles/2018-09-26/china-sets-out-new-clean-energy-goals-penalties- in-revised-plan.

  • Dudley, Dominic. “China Is Set To Become The World’s Re- newable Energy Superpower, According To New Report.” Forbes. 2019. https://www.forbes.com/sites/dominicdudley/2019/01/11/ china-renewable-energy-superpower/ – 9eb1cfa745a2

  • Forsythe, Michael. “China Aims to Spend at Least $360 Bil- lion on Renewable Energy by 2020.” The New York Times. https://

  • The energy and pollution practices of the U.S. military have been subject to less scrutiny both domestically and abroad and have not yet risen to the level of urgen- cy of other issues such as sexual assault. However, as environmental and security concerns increasingly over- lap, the international perception of the U.S. as an irre- sponsible actor could have serious implications for the U.S. military, which relies on allies to maintain its glob- al posture. The U.S. military depends on access to the bases and ports of allies, it enjoys flyover privileges, and other preferential treatment. All of this exists because al- lies see the U.S. as aligned with their core interests. In the core powers of Europe, in the Commonwealth coun- tries, in Japan, and elsewhere, social mobilization due to perceived climate change has the potential to create a fundamental misalignment between the U.S. and its key allies.112 The U.S. may find itself more internationally isolated than at any times since its repudiation of the League of Nations.

    Market Responses

    The private sector will play the largest role as it explores ways to respond to society’s evolving need to “protect, retreat [from], or accommodate” activities that cause climate change.113 The market consequences of climate change are complex and ambiguous. Humanitarian and development organizations are also working intensely to build or rebuild markedly more resilient communities with enhanced distributed collective intelligence, de- centralized grid structures and other strategies that may improve overall resilience. In general, however, market consequences of climate change are complex and am-

    http://www.nytimes.com/2017/01/05/world/asia/china-renewable-ener- gy-investment.html.

    1. Milman, Oliver. “G20 leaders’ statement on climate change highlights rift with US.” The Guardian. 2017. https://www.theguard- ian.com/world/2017/jul/08/g20-climate-change-leaders-statement- paris-agreement.
  • “Technologies for adaptation to climate change.” United Na- tions Framework Convention on Climate Change (UNFCCC). 2006: 13. https://unfccc.int/resource/docs/publications/tech_for_adapta- tion_06.pdf.

  • 21

    biguous. Highly entrenched economic interests may distort market signals. Global reductions in demand for hydrocarbons means that gasoline, diesel, and jet fuel should become less expensive. On the other hand, re- duced demand tends to reduce incentives to explore potential oil fields or build new refining facilities. Much of the U.S.’s domestic oil extraction is unprofitable at oil prices below $30 a barrel. Technological advances tend to push this number lower, but exhaustion of oil fields tends to push the number higher. In all scenarios, global declines in oil consumption increase the sensitivity of oil markets to the choices of large consumers like the U.S. DoD.

    Regulatory Responses

    Regulations will play a factor in driving the behavior of both consumers and private sector companies. By establishing standards such as fuel economy, limiting carbon emissions, setting greenhouse gas targets, or providing tax incentives for individuals, the regulatory arm of the government can be a powerful tool over the next 30 years. The United States’ participation in Orga- nization for Economic and Cooperation Development (OECD) will continue to provide opportunities to identify shared values with partner nations and set global tar- gets.

    Regulatory action often flows from collective interest in change. In the case of climate change, many regula- tions may create compliance challenges for the U.S. military. We think it unlikely that the U.S. government would restrict military carbon emissions in combat op- erations, for example. We are less optimistic about the absence of such restrictions on force development. In- deed, we consider it likely that at some point in the next two decades the U.S. government will introduce carbon emissions restrictions that affect non-combat military operations. While the Air Force can quickly increase its reliance on flight simulation, the Army remains wedded to training and practicing in live scenarios. This makes the Army highly susceptible to disruptions in readiness development should the government introduce carbon emissions restrictions.

    Technological Responses

    To mitigate the effects of climate change, government organizations, non-governmental organizations, and the private sector will need to pursue technological en- hancements. These enhancements must be “climate in- formed” so that improvements do not create unintend- ed vulnerabilities.114

    The clearest opportunities for climate-change related in- novation are in clean energy production, transmission, and storage. Each of these areas creates risks and op- portunities for the U.S. military. The automated, A.I.-en- hanced force of the Army’s future is one that runs on electricity, not JP-8. More efficient or resilient production of electricity through micro-nuclear power generation or improved solar arrays can fundamentally alter the mobility and the logistical challenges of a mechanized force. Light, quick-charging batteries (super-capacitors) have tremendous value in such a force; so does the wireless transmission of electrical current.115

    Innovations such as weather control and weather miti- gation techniques may serve to stave-off the worst im- pacts of climate change. For example, researchers are exploring ways to combat the effects of climate change through geoengineering. This controversial program in- volves either “capturing and storing some of the carbon dioxide that has already been emitted so that the atmo- sphere traps less heat or reflects more sunlight away from the earth so there is less heat to start with.”116 Other opportunities for technological change include weather

    1. Hallegatte, Stephane et al. Shock Waves: Managing the Im- pacts of Climate Change on Poverty. 2016. Washington, DC: World Bank.
  • Bakken, Gretchen. The Grid: The Fraying Wires Between Americans and Our Energy Future. New York: Bloomsbury, 2016: 201-207.

  • Fountain, Henry. “Panel Urges Research on Geoengineering as a Tool Against Climate Change.” The New York Times. 2015. https://www.nytimes.com/2015/02/11/science/panel-urges-more- research-on-geoengineering-as-a-tool-against-climate-change. html?mcubz=3.

  • 22

    control,117* pollution control, flood management, and agricultural changes.118

    The last area of concern regarding weather threats cen- ters around attribution. The United States defends itself daily from activities of rival nations that fall below the lev- el of war but can still negatively target national security. Nations who feel they cannot compete with the United States directly use these methods to level the playing field. As an example, a 2015 DoD Cybersecurity Culture and Compliance Initiative states that the DoD had been the subject of over 30 million malicious attacks to its network in just the short period from September, 2014 to June, 2015.119 Targeted attacks by hackers or comput- er viruses can leverage naturally occurring events like space weather to disguise their intrusion into U.S. net- works as they create effects that mimic space weather threats. By using space weather events or manufactur- ing events that mimic space weather, adversaries can create a non-attributional attack on vital systems with little concern of detection until it is too late to react.

    One such possible event made international news in the Spring of 2016. Swedish air traffic controllers reported widespread and persistent outages of their aviation ra- dar network over the course of five days in November of 2015. Publicly attributed to a solar event, domestic and international flight operations halted while repair ef- forts searched for the cause of the outage. Anonymous sources pointed towards a more ominous culprit than space weather as further reporting claimed Swedish authorities traced the beginning of the outage to an advanced persistent threat group previously linked to the Russian military intelligence agency, Spetsnaz GRU. The Swedish Civil Aviation Administration later came

      • See Appendix: Weather Control.
    1. “Technologies for adaptation to climate change.” United Na- tions Framework Convention on Climate Change (UNFCCC). 2006: 13. https://unfccc.int/resource/docs/publications/tech_for_adapta- tion_06.pdf.
  • “Department of Defense Cybersecurity Culture and Compli- ance Initiative.” Office of the Secretary of Defense. 2015. https:// dod.defense.gov/Portals/1/Documents/pubs/OSD011517-15-RES- Final.pdf.

  • back with another announcement that this was a nat- urally occurring event and no cause for alarm. Howev- er, rumors persist that the events engineered over the course of a week had little or nothing to do with a space weather event, but more to do with the Russians testing

    out their electronic warfare capability.

    series of geomagnetic storms did occur during this pe- riod does create some doubt as to the validity of the rumors, however, that does not preclude the capability exists. That only Sweden’s radar network felt the effects of the storm lends credence to other explanations.

    While all countries claim a purely scientific interest and capability for experimenting with the natural environ- ment, a prudent strategic leader should look to the du- al-use possibilities of such labors and seek mitigation strategies.

    Challenge 3: The Army and DoD – Organi- zational Confusion and Lack of Account- ability for Climate Change

    No systemic understanding of the wide diversity of climate-change related intelligence.

    The section above on the environmental effects of cli- mate change demonstrates the wide variety of stake- holders who are monitoring climate change-related ef- fects. These include public health organizations such and the W.H.O. and the Centers for Disease Control, energy producers and regulators such as the Feder- al Energy Regulatory Commission, weather observers such as NASA and the NOAA, humanitarian organiza- tions like the World Food Program, national security entities like the U.S. military, and numerous private and public organizations like universities, NGOs, and so on. Climate change is at the center of a complex web of interactions. During this study, we were struck by how much many people knew about parts of the phenome-

    1. Russon, Mary-Ann. “Russia Blamed for Crashing Swedish Air Traffic Control to Test Electronic Warfare Capabilities.” Inter- national Business Times. 2016. http://www.ibtimes.co.uk/rus- sia-blamed-bringing-down-swedish-air-traffic-control-test-electron- ic-warfare-capabilities-1554895.

    120

    The fact that a

    23

    na, but we were also surprised by the lack of a holistic view of the problem, and a sense of how some areas would relate to each other. Climate change is a com- mon cause linking a disparate set of challenges, but we currently have no systemic view to assess and manage risk. In contrast, in China, systems science and engi- neering is considered so important to the future of Chi- na that this is a course of study required for all cadres in the Chinese Communist Party’s Central Party School in Beijing.121 Thanks in part to some spectacular historical failures and collaboration with the University of Hull, the hard systems approaches have been amended to sys- tematically take into account wuli (objective exploration of a problem, facts, futures), shili (mathematical and conceptual models used to organize a system), and renli (human relationships). The application of these ap- proaches at large scale, coupled with intensive urban surveillance, state-influenced social media, and biomet- ric fintech, have the potential to create very significant asymmetries in resilience between the U.S. and China to climate-induced effects and any other type of attack or disaster.

    In the U.S., there are many actions that would be war- ranted by recent past experience to reduce vulnerabil- ities of the Army, the DoD and the nation such that the DoD is mobilized under a State of Emergency. No single approach is likely to be adequate to prepare the U.S. Army and the DoD as a whole for altered conditions that are either in place already or virtually certain to occur at some point in the future. In the past two decades, the DoD has been under increasing pressure from Congress to prepare strategies, plans and capabilities necessary to ensure preparedness for the wide array of potential impacts on weather resulting from climate change. The NDAA for 2018 mandated at least two studies to this effect, one focused on climate per se, and one focused on DoD vulnerabilities to disruption of

    1. Hvistendahl, Mara. “A revered rocket scientist set in motion China’s mass surveillance of its citizens.” Science 359(6381): 1206-1209. 2018. https://www.sciencemag.org/news/2018/03/re- vered-rocket-scientist-set-motion-china-s-mass-surveillance-its-cit- izens.

    the global food system. While there have been signifi- cant interagency investment and collaboration through the past two decades, there is an ongoing need for im- proved interagency collaboration between intelligence, defense, and civilian agencies on climate change data collection, analysis, and forecasting. Where not already routine, the intelligence community’s analyses would be improved by the systematic inclusion, as a matter of course, of closely synched present day and near-term insights from climate projections, modeling, and weath- er data into established products and processes. DoD and natural science agencies would benefit from the additional qualitative and quantitative collection, provid- ed by IC platforms, to improve their own processes and products.

    The lack of organizational accountability in the DoD and the Army

    They say that “what gets measured, gets done.” In large, complex, bureaucracies, getting “new” things done often involves adding structure. Especially in long-es- tablished organizations, the addition of new structures can engender distress by way of competition for fixed resources and local or general cultural opposition, this can create circumstances where new structures be- come disconnected from the normal socialization, in- tegration and resourcing processes. Such challenges can arise no matter how justified or important the “new” effort is. In many cases, new administrative structures, staffing and infrastructure are required. Under any cir- cumstances, “best laid plans,” can become hard to implement across the organization. Climate change presents the Army with a bureaucratically “new” and complex challenge that must be socialized, integrated, and resourced across the enterprise. Climate change is a national security imperative that cuts across the department and has no single organization wholly re- sponsible for addressing it. But the Army and its sister Services are not alone in wondering how to address cli- mate change. Congress’ oversight authority enables it to query the Department of Defense (DOD) about its plans to address the impact of climate change. The 2018 National Defense Authorization Act (NDAA), di-

    24

    rected the DOD to provide a report on the vulnerabilities to installations and combatant command requirements resulting from climate change over the next 20 years.122 The report is required to list of the ten most vulnerable installations, mitigation and cost strategy, and frequen- cy of humanitarian assistance/disaster relief (HADR) missions.123 The Army will task within its organizations for the answer, but short of the occasional request from Congress, is there any organization within the Army that periodically assesses how it is doing across the enter- prise? Who is deciding what trades to make, where to invest, what to invest in, or what the Army’s priorities should be? The Army is making efforts toward address- ing climate change, but who or what body is defining those priorities?

    From an organizational structure, the Army does not have a good mechanism for holistically assessing and re-assessing the present and future impacts of climate change on the Army, nor is there a systematic mech- anism in place to track present and past impacts on the force. Any new organizing construct within the Army to address the very diverse impacts of climate change across scales and geographies should reflect the Army leadership’s objectives. It should provide vis- ibility across the enterprise about what the Army is do- ing, and the level of readiness or preparedness being resourced. And it should also provide leadership with an understanding of how climate change has and will impact areas such as training, readiness, supply chain, and its future cost implications.

    The Environmentally Oblivious Culture of the Army

    The Army has thrived despite a culture of environmental oblivion that exists within the force. Conditions may no longer favor this tendency. Trends show that the Unit- ed States is becoming more environmentally conscious and that the threat of climate change and our impact on the planet is seen as a threat to our national security by a majority of the population.124

    The Army is not an environmentally friendly organiza- tion. Frankly, it is not designed to be. For good rea- sons, the Army focuses on the most effective means to dominate an enemy on the battlefield. However, in the course of this endeavor, the turbine engines that pow- er helicopters and tanks burn thousands of pounds of JP-8 fuel per hour. Every time one of those turbine en- gines is shut off almost a pint of jet fuel is dumped over- board onto the ground. The munitions used in training rain lead and explosive residue into range complexes across the country. Armored vehicles churn up the soil in maneuver areas and contribute to erosion and sed- iment run off into streams. In myriad offices across the force, thousands of pages of PowerPoint presentations are printed off every day, simply to be thrown away af- ter the briefing. In short, the Army is an environmental disaster. Incidentally, this makes the Army a likely target of social mobilization (see above).

    Given the magnitude and variety of climate change-re- lated challenges, what specific actions can be under- taken by leaders of the U.S. Army today? We now turn to this question.

    1. “National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2018.” 115th Congress of the United States of America. 2017:169. https:// http://www.congress.gov/115/bills/hr2810/BILLS-115hr2810enr.pdf.
  • “National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2018.” 115th Congress of the United States of America. 2017: 169-170. https://www.congress.gov/115/bills/hr2810/BILLS-115hr2810enr. pdf.

  • Saad, Lydia. Gallup, “Global Warming Concern at Three-De- cade High in U.S.” Gallup News. 2017. https://news.gallup.com/ poll/206030/global-warming-concern-three-decade-high.aspx.

  • 25

    Part 2: Recommendations

    This section describes recommendations for climate change-related actions by the U.S. Army. We summa- rize each recommendation in terms of timing of imple- mentation (Now, 1-5 years, 6-10 years, or beyond 10 years), and we characterize the resourcing require- ments associated with it. “Low” resourcing assumes no substantive additional resources are required to imple- ment the recommendation. “Moderate” resourcing as- sumes that some reprogramming is needed, up to $100 million over a five-year period. “High” means that the recommendation requires substantive appropriations, in excess of $100 million over a five-year period. All re- source projections are estimates.

    Hydration in a Contested Arid Environment

    The U.S. Army is precipitously close to mission failure concerning hydration of the force in a contested arid environment. The experience and best practices of the last 17 years of conflict in Afghanistan, Iraq, Syria, and Africa rely heavily on logistics force structures to sup- port the warfighter with water mostly procured through contracted means of bottled water, local wells and Re- verse Osmosis Water Purification Units (ROWPU). The Army must reinvest aggressively in technologies both in-house and commercial off the shelf in the next 5-10 years to keep pace with rising global temperatures, es- pecially those arid areas in or poised for conflict. The Army must seek partnerships with industry, other na- tions, and other militaries currently working on the hy- dration issue.

    The Army must re-examine its planning approach to the hydration issue. The table below comes from the Command and General Staff College Student Text, The- ater Sustainment Battle book. The ability to supply this amount of water in the most demanding environment is costly in money, personnel, infrastructure, and force structure.125 (See Table 2.) The calculations for water (8.34 pounds per gallon) in an arid environment equates to 66 pounds of water per soldier.

    RECOMMENDATION AREA 1: THE ARMY OPERATING ENVIRONMENT

    Problem: Hydration Challenges in a Contested Environment

    Recommendation: The Army must develop ad- vanced technologies to capture ambient hu- midity and transition technology from the United States Army Research, Development, and Engi- neering Command (RDECOM) that supports the water sustainment tenants of decentralizing and embedded, harvest water, and recycle and re- use.

    Implementation Timing: 6-10 Years Resource Requirement: Moderate

    26

    1. Johnson, Michael, CPT and LTC Brent Coryell. “Logistics Forecasting and Estimates in the Brigade Combat Team.” 2016. Army Sustainment. http://www.alu.army.mil/alog/2016/NOVDEC16/ PDF/176881.pdf.

    Table 2: Daily water consumption factors in gallons per person126

    bility Needs Assessment Process. The objective is to develop technologies enabling a logistics transforma- tion in the area of water sustainment by reducing the water distribution and storage load. Without technol- ogy advances, water remains 30%-40% of the force sustainment requirement. The reduction encompasses the water storage load on combat platforms, the Sol- dier, tactical systems, and current and future force wa- ter distribution requirements. The Army must develop advanced technologies to capture ambient humidity and transition technology from the United States Army Research, Development, and Engineering Command (RDECOM) that supports the water sustainment ten- ants of decentralizing and embedded, harvest water, and recycle and reuse. This technology enables wa- ter production capability to be embedded in platforms (possibility trailer mounted systems) creating distribut- ed water production that reduces resupply and storage requirements and supports a self-sustainment concept of 3 to 7 days without resupply. The objective is achiev- ing 7 gallons of water produced for every one gallon of fuel used.127

    The U.S. army must take aggressive steps to manage the risk of emerging technologies. As with any emerging technology, there is a risk. There is a risk in the level of investment of both finances and resources. The amount of time given to the research versus the payoff. The haz- ard of hydration is identified and through investment, research and development, and partnerships, controls can be emplaced to mitigate, monitor, and ultimately re- duce the risk.

    The Department of the Army must seek partnerships with foreign regional militaries and organizations who have proven the ability to operate in an arid environ- ment and leverage these techniques and apply them to U.S. military operations. Investments already by the Marine Corps in 2012 proved their worth. The Individual Water Purification System Block II allowed Marines to

    1. Burden, Jr., Charles E. Team Leader for Petroleum, Water and Material Handling Equipment, Combined Arms Support Com- mand. Telephone interview by author, April 10, 2018.

    Use

    Temper- ate

    Tropical

    Arid

    Arctic

    Drinking 1.5 water

    Personal 1.7 hygiene

    Field feed- 2.8 ing

    Heat injury .1 treatment

    3.0 3.0 2.0

    1.7 1.7

    1.7

    2.8 2.8 2.8

    .2 .2 .1

    Vehicle mainte- nance

    .2

    Standard planning factor

    6.1

    7.7

    7.9

    6.6

    Current planning methodologies remain heavily vested in bottled water meaning a more considerable force is needed to transport it. As of the 2017 Modified Tables of Occupation and Equipment (MTOE), most units retain some level of water storage or transportation based on force structure. This structure makes sense and requires continuation. This structure only works through the sup- plying of potable water by support units or through lo- cally procured methods. Force structure will not fix this problem. Very few Army units have water generation ca- pabilities, and as of 2015, Brigade Combat Teams can no longer organically support their water needs. The additional units needed to support them creates an un- supportable logistical footprint and reduces the speed of the combat units.

    Researchers at Ft. Lee, VA, with the Combined Arms Support Command (CASCOM), in the Petroleum and Water Department, believe water generation is one of the leading fields for material approaches in the Capa-

    1. Ibid.

    27

    self-purify water directly from the source. This system reduces weight and logistics supporting an ever-grow- ing expeditionary force.128 In the 2000s in Iraq, over 864,000 bottles of water were consumed each month at one Forward Operating Base (FOB) with that number doubling during hotter months.129 Reducing the depen- dence on bottled water dramatically reduces the num- ber of logistics formations freeing up that force structure for deliberate operations. Further reducing the cost of water was the Army’s expenditures in the past for the Lightweight Water Purifier Units. This system developed in early 2002 by MECO Defense cut the price of a gallon of water from $5.00 to $.07.130

    The Army must look at commercial, off-the-shelf (COTS) technologies to create a more self-sufficient warfighter. One of the most recent developments is in the area of at- mospheric water gathering. Some researchers estimate there may be as much as 13 trillion liters of water in the air. Previous techniques have proven costly to operate regarding fuel. There is a newer device called a water harvester. Using metal-organic frameworks (MOF), sci- entists are creating a reaction to force water vapor in the air to condense producing 3 liters of water for every liter

    Figure 6: Illustration of a micro water collector132

    Ironically, Dr. Jay Dusenberry and his team at the U.S. Army Tank Automotive Research Development & Engi- neering Center (TARDEC), as early as 2003, worked on similar technology.133 His opinion is an approach which focuses on multiple technologies such as small unit purifiers, desalinization, and reverse osmosis to sup- plement an atmospheric water gatherer. This is another capability that allows units to produce their own water. This paired with the water harvesting or mounted on a robot may provide complementary capabilities that would support sustainment for units over a wide range of operational scenarios and environmental conditions. He stresses the goal must be to produce as much water as possible at the point of need.

    The U.S. Army continues to make great strides on ways to reduce its dependency on this time-proven supply

    1. Ibid.
  • Dusenbury, Jay. “Water Treatment and Harvesting Systems.” US Army TARDEC/DARPA. 2003. http://www.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/ u2/a461465.pdf.

  • of material used.

    131

    (See Figure 6.)

    1. Browne, Mathuel. “Marines Invest in New System to Pu- rify Water on the Go.” Armed with Science: The Official US De- fense Department Science Blog. 2017. http://science.dodlive. mil/2017/02/01/marines-invest-in-new-system-to-purify-water-on- the-go/.
  • Vitter, Scott and Corey James. “In a Position to Lead: How Military Technology and Innovation Can Ease the World’s Water Challenges.” Earth Magazine. 2017. https://www.earthmagazine. org/article/position-lead-how-military-technology-and-innova- tion-can-ease-worlds-water-challenges.

  • Klie, John and Stephen Rome. “US Army Reduces Water Costs with Mobile Purifier Units.” Water and Waste International. 2005. http://www.waterworld.com/articles/wwi/print/volume-20/ issue-10/features/us-army-reduces-water-costs-with-mobile-purifi- er-units.html.

  • Service, Robert F. “This new solar-powered device can pull water straight from the desert air.” Science. 2017. http://www. sciencemag.org/news/2017/04/new-solar-powered-device-can- pull-water-straight-desert-air.

  • 28

    process, but current funding priorities potentially will de- rail this effort in the areas of research and development. The technologies are appearing in the private sector which requires assimilation into the military formations. Force structure alone will not solve this problem. Sol- diers operating in contested arid environments with re- duced water sources need the ability to collect water from the atmosphere. Local procurement of water may not be safe or accessible due to conflict. The technolo- gy research being recommended could reduce conflict if placed in these water-challenged areas reducing or eliminating the need for U.S. military presence. The is- sue may well be served by the Cross Functional Teams (CFTs) model to address this dilemma aggressively.

    on research, development and fielding of vehicles and equipment that have a decreased environmental impact and are able to transit the Arctic terrain effectively.

    In terms of resource allocation requirements for the force, implementation for expansion of Arctic capabil- ities and capacity is a low to moderate priority in the near to mid-term. This priority increases to high from the mid to long term horizon. Correspondingly, the resourc- es required for implementation of these recommenda- tions also increase over time. Increased training and doctrine development are simply a reprioritization of existing resources, focused on burgeoning capabilities. In the mid-term, materiel solutions and augmentation of navigation capabilities for the Arctic are moderately resource intensive. Finally, the research, development and fielding of low environmental impact equipment with enhanced Arctic capabilities is very resource inten- sive and will require compromises and a realization of the increased importance of Arctic security.

    The Arctic remains at the forefront of the earth’s climate adaptation and variances in the global climate are most noticeable in the Arctic region. Increased accessibility to the region for economic activity will consequently increase the security requirements and competition in the region. Currently Russia is rapidly expanding their Arctic military capabilities and capacity.134 The U.S. mili- tary must immediately begin expanding its capability to operate in the Artic to defend economic interests and to partner with allies across the region.

    The Intergovernmental Panel on Climate Change’s 2014 report illustrating the Representative Concentra- tion Pathway (RCP) 4.5 model shows the Arctic Region anomalous temperature change through 2050 from +3 up to +6 degrees Celsius, more than any other area on the globe.135 This rapid climate change will continue to

    1. Nudelman, Mike and Bender, Jeremy. “This Map Shows Russia’s Dominant Militarization of the Arctic.” Business Insider. 2015. http://www.businessinsider.com/chart-of-russias-militariza- tion-of-arctic-2015-8.
  • “Fifth Assessment Report – Synthesis Report.” Intergovern- mental Panel on Climate Change. 2015. http://ipcc.ch/report/ar5/

  • Problem: Lack of adequate preparation and coherence in doctrine, training, and capabil- ities development to support effective Arctic operations.

    Recommendation: The Army and the Depart- ment of Defense must begin planning and im- plementing changes to training, equipment, doctrine and capabilities in anticipation of an ex- panded role in the Arctic associated with global climate adaptation.

    Implementation Timing: Now to 10+ Years. Resource Requirements: Moderate to High.

    Beginning immediately, the Army should implement Arctic training for a greater number of units to increase potential Arctic force capacity. In addition, the Army must focus on immediate doctrine development that will facilitate operations in remote and extreme environ- ments. In the mid-term, over the five to ten-year span, the Army should focus on materiel solutions to operat- ing in environmental extremes, coupled with execution of more environmentally friendly training practices. To enhance operational effectiveness, DoD must increase GPS satellite distribution to augment Arctic coverage and provide enhanced navigation capabilities through the establishment of eLORAN throughout U.S. and allied Arctic regions. Finally, long term focus must be placed

    29

    result in increased shipping transiting the Arctic,136 pop- ulation shifts to the region and increased competition to extract the vast hydrocarbon resources more readily available as the ice sheets contract.137 These changes will drive an expansion of security efforts from nations across the region as they vie to claim and protect the economic resources of the region.

    In this role, the Army must be trained and equipped to operate across vast distances in extremely remote and inhospitable terrain. Choosing not to prioritize resources to this effort puts the Army at substantial risk. Simply put, the competition for resources in the Arctic will increase security requirements and the potential for conflict. The Army will not be excluded from those requirements or any conflict that develops. The Army will simply be un- prepared for the mission and the environment in which it will occur. This results in a significantly increased risk to mission as well as to personnel and equipment. Further risk is entailed with respect to service competition for re- sources. As Russian activity expands in the Arctic, both the Navy and the Air Force will compete for resources to meet the Russian threat. The Army must compete as well, not only to simply gain resources, but, moreover, to be ready to contribute as a member of the joint force.

    There are three primary timelines associated with these recommendations: near term (immediate to 5 years), mid-term (5-10 years) and long term (beyond 10 years). Generally speaking, the investment associated with im- plementing the recommendation corresponds with the timeline, with more immediate recommendations being less cost intensive than longer term ones.

    The first near term recommendation is to simply in- crease the number of soldiers and units exposed to

    syr/.

    1. Amos, Jonathan. “Arctic Ocean Shipping Routes ‘to Open for Months’.” BBC News. 2016. http://www.bbc.com/news/science-en- vironment-37286750.
  • Keil, Katherine. “The Role of Arctic Hydrocarbons for Future Energy Security.” Nautilus Institute for Security and Sustainabil-

  • ity. 2014. https://nautilus.org/napsnet/napsnet-special-reports/ the-role-of-arctic-hydrocarbons-for-future-energy-security/.

    training in the Arctic environment. The extreme climate and remoteness of the region requires specialized training that is currently available to only a small num- ber of Army soldiers. This expansion in training must be accompanied by development of doctrine that ad- dresses how brigades will fight in remote environments. In a wide area security mission in the Arctic’s vast ex- panse, a brigade will be expected to defend a much wider area, forcing battalions to operate in a more au- tonomous mode, removed from bases of supply and centralized command nodes. Expanding area coverage requirements will drive the development of advanced persistent sensors, both air and ground based, that can operate in extreme climactic environments to enable the brigades and battalions to detect enemies and maneu- ver to counter potential attacks.

    These near-term recommendations do not require a great deal of immediate investment. Primarily, the Army would need to reprioritize training funding to expand throughput and attendance at Arctic training areas. Additional investment would be required for sensor development, but the current capabilities both in the inventory and in commercial applications are not far removed from those the Army will require to meet near- term needs.

    The mid-term recommendations will require close co- ordination between the Army and other elements of the DoD. The first series of recommendations concerns materials engineering solutions to problems associated with current equipment in cold weather environments. For example, the current rotary wing fleet has many re- strictions on cold weather operations concerning bat- tery usage and life as well as requirements for auxiliary power unit (APU) operations and fragility of elastomeric bearings in the tail rotor sections. These restrictions are easily mitigated when conducting operations from con- trolled environment hangars but will severely hamper maneuver operations from austere locations.

    Next, in conjunction with the other services, the Army must expand search and rescue capabilities in the Arc- tic. An increase in population, economic activity and

    30

    unit training will increase requirements for search and rescue assets. Recently the Army has abdicated prima- ry search and rescue responsibilities to the Air Force, as the proponent for combat search and rescue. Howev- er, the Army should expand capabilities and training to minimize response time for contingencies.

    Additionally, in conjunction with the DoD and other ser- vices, the Army must invest in expanding Arctic naviga- tion capabilities. Lack of GPS differential, ionospheric storms and low angle satellite intervisibility combine to reduce the effectiveness of GPS at high latitudes.138 The DoD can mitigate this risk through augmentation of the GPS satellite fleet that will enable greater GPS differen- tial to increase geolocation accuracy. Furthermore, es- tablishment of eLORAN land-based navigation facilities to augment satellite aided navigation will ensure both accuracy and redundancy for operation in remote Arctic areas. Consideration should also be given to the limita- tions of satellite aided communications in the Arctic as any geosynchronous platform will experience the same limitations as the GPS satellites.

    Finally, in the mid-term the Army must focus on reduc- ing the environmental impact of training. The Arctic will remain a delicate environment that the public looks to as “unspoiled” wilderness. Operations that damage or degrade the environment will foster a negative view of the Army and must be mitigated through careful training execution that minimizes the risk of petroleum spills and localizes training impacts to the smallest area possible. There are further recommendations associated with this challenge for long term consideration.

    Taken together, these mid-term recommendations will require moderate investment to bring to fruition. Mate- rial solutions to cold weather operating challenges are available for many of the Army’s current platforms, how- ever those materials will need extensive testing to incor-

    1. “Polar Regions.” The Swedish Club: International Marine In- surance. Accessed April 16, 2018. https://www.swedishclub.com/ loss-prevention/trading-area/polar-regions/.

    porate into those platforms. Additionally, it is critical that those material solutions be viable across the spectrum of operational conditions as it is not realistic, for exam- ple, to install different batteries, APUs and bearings for different environments across the rotary wing fleet. Expanded search and rescue capabilities and capac- ity will require investment in both equipment and train- ing. However, the equipment required is available either within other services or is currently in use in commercial applications. The most cost intensive of the mid-term recommendations is augmentation to navigation and communication capabilities. However, these costs can be somewhat mitigated through normal satellite attri- tion and replacement with upgraded capabilities. Ad- ditionally, low earth orbit (LEO) satellite options can be employed that simply augment coverage in the Arctic region. LEO satellites are less expensive to deploy and limited capabilities for a limited coverage area may de- crease per unit costs.

    The final recommendation considers long-term solu- tions to the challenge of increased operations in the Arctic. As previously discussed, the austere and remote nature of the Arctic, as well as the vast area under con- sideration will require units to operate in a much larger area than current doctrine dictates. This will significantly stress the Army’s logistics capability to support those units in an environment with little transportation infra- structure. To mitigate this, the Army must invest in plat- forms that are far more fuel efficient or that operate off of alternative energy sources. A diminishing reliance on hy- drocarbon-based fuels will not only decrease logistical requirements but will also decrease the environmental impact of operations in the Arctic. These developments can put the Army at the forefront of environmental stew- ardship and ensure that the public remains firmly rooted behind the Army’s efforts.

    In conjunction with development of new fuel sources, the Army must explore vehicles more well-suited to Arctic maneuver. Thawing of the permafrost will create large expanses of bogs and marshes across many ar- eas of the Arctic. In addition, though the globe is warm- ing, extreme weather conditions will persist in the Arctic.

    31

    The Army needs to focus on the development of an in- fantry carrier vehicle with low surface pressure to maxi- mize maneuverability in adverse terrain. An amphibious capable vehicle that has high weight distribution char- acteristics across the drive (either wheeled or tracked) contact patches will increase the speed of maneuver necessary for units to conduct wide area security across greater coverage areas.

    These long-term recommendations will require signifi- cant investment to come to fruition. Research and de- velopment of new fuels and a new class of vehicles is a long lead time requirement that the Army must begin investing in now. However, the research into new fuels or energy sources can be shared across the services and is already underway in many cases. Commercial companies are also well invested in these capabilities already. Public demand is driving innovation in this field and will help mitigate costs for the Army in development and fielding.

    that awards the unit that brings in the most waste to

    the recycling facility. This program, however, is a great

    example of one of the obstacles to environmental con-

    sciousness in the Army. In order for a unit to receive an

    annual award that may amount to $500 deposited into

    the unit’s Morale, Welfare and Recreation (MWR) fund,

    every soldier in the unit must make the individual effort

    to identify those items eligible for recycling, separate

    their trash and then dispose of that trash in a special

    receptacle. The unit must then transport that refuse to

    the post recycling facility for credit. This is a classic ex-

    ample of concentrated costs with dispersed benefits,

    as demonstrated in Mancur Olson’s Logic of Collective

    Action.

    tion, but not to the individual and therefore the individual does not see the direct benefits of his efforts to recycle. Whatever events may be sponsored from the MWR fund would likely occur anyway. The only benefit of the re- cycling award is that potentially the soldier may get an extra hamburger at the MWR picnic. This is not much of an incentive. Creating and promulgating a culture of environmental stewardship throughout an organization as vast and diverse as the Army will take years, and the tide of public opinion shows no signs of slowing.

    The Army’s norms and values must change.141 The Army does not have a set of norms that promotes environ- mental stewardship or leadership where it is in the best interest of the force. To create these, the underlying as- sumptions that focus simply on the ends must change to consider the ways. Edgar Schein maintains that those assumptions are based on deeper dimensions such as

    1. Olson, Mancur. The Logic of Collective Action: Public Goods and Theory of Groups, 2nd ed. Cambridge: Harvard University Press, 1971. Olson argued that in a large, or what he called latent, organization, rewards and punishment used to incentivize a greater good must be administered at the private level to incur direct costs or consequences associated with a given behavior.
  • Congleton, Roger D. “The Logic of Collective Action and be- yond.” Public Choice Online 164, no 3-4: 219. 2015. https://search- proquest-com.usawc.idm.oclc.org/docview/1727606018?pq-orig- site=summon.

  • Gerras, Stephan J., Leonard Wong and Charles D. Allen. “Organizational Culture: Applying a Hybrid Model to the U.S. Army.” US Army War College. 2008: 6.

  • The Army has attempted some small-scale efforts at environmental stewardship. At installations across the country there are areas that are off limits to training because some endangered species is resident there. In nearly every office there is a blue recyclables trash can and most installations have a recycle program

    139,140

    The reward is distributed to the organiza-

    RECOMMENDATION AREA 2: THE ARMY INSTITUTION

    Problem: The Lack of a Culture of Environmen- tal Stewardship

    Recommendation: Army leadership must create a culture of environmental consciousness, stay ahead of societal demands for environmental stewardship and serve as a leader for the na- tion or it risks endangering the broad support it now enjoys. Cultural change is a senior leader responsibility.

    Implementation Timing: Now Resource Requirements: Low

    32

    reality, truth and human activity.142 These are the same challenges echoed in climate change debates today.

    The youth of the military is a powerful potential source of cultural change. If the younger population as a whole is more environmentally conscious in the United States, it stands to reason that the younger members of the military will be as well. However, the military as a highly hierarchical organization is resistant to the adoption of innovative input from lower ranking and younger indi- viduals.

    Army leaders can achieve the necessary cultural change through what Schein calls embedding and reinforcing mechanisms. “Embedding mechanisms emplace the assumptions into an organization,” while “reinforcing mechanisms…support the embedded assumptions.”143 Schein’s first embedding mechanism are those things that leaders pay attention to or measure on a regular basis. If Army leaders, for example, rewarded units with the lowest per soldier energy consumption in the bar- racks, that may create lower energy consumption. To use another embedding mechanism in this example, if the reward was a day room in the barracks outfitted with the latest Xbox or PlayStation, a UHD 70” OLED TV and the fastest Wi-Fi, the soldiers would see the benefit of reduced individual electricity consumption through a reward that they can individually appreciate. Finally, perhaps the most effective embedding mechanism is for Army leaders to put their money where their mouth is. How the Army chooses to allocate future resources will communicate to the soldiers where the real focus lies. Significant increases in the budget for simulations as well as R&D for alternative fuels and energy efficient platforms will help anchor the organizational changes into the long-term culture of the Army.

    To support these embedding mechanisms, Schein sug- gests aligned reinforcing mechanisms, without which “cultural change is much more difficult, if not impossi-

    1. Ibid
  • Gerras, Wong, and Allen, 17.

  • ble”.144 The first of these is a change to organizational design or structure necessary to support the cultural change. An example of this might be to decrease fu- ture investments in logistical support capacity to match decreased support requirements achieved through in- creased fuel efficiency. These investments could then be redirected into developing additional combat capac- ity or capability.

    Another important mechanism is the design of physi- cal spaces and buildings. A focus on energy efficient design and renewable energy sources will reinforce a sense of conservation and efficiency. Couple this tac- tic with formal statements of mission and organization- al philosophy that include references to environmen- tal stewardship posted on the ubiquitous unit bulletin boards will support the foundational assumptions put in place by the embedding mechanisms.

    The Army is at a crossroads. The current administra- tion may have backed out of the Paris Accords, but the majority of the American people believe that climate change is a threat. Steps taken now can put the Army on a path to lead the nation in preparedness and envi- ronmental awareness. At the same time, the Army may come to recognize environmental awareness, not as an add-on, but as a core strategy to ensure the force is leveraging all insights possible for war-fighting and U.S. preparedness. Alternatively, the Army can continue its present trajectories, ignoring the myriad existing and potential threats that result from climate change and environmental concerns more broadly, including alien- ation of youth, allies and voters on whose largesse it depends, hurtling through the night in the belief that it is as unsinkable as the Titanic.

    33

    1. Gerras, Wong, and Allen, 19.

    Problem: Potential disruptions to readiness due to restrictions on fuel use.

    Recommendation: The Army must significantly increase investment in more realistic simulation that incorporates the advances in virtual and augmented reality. It should also continue to in- vest in the development of lower CO2 emissions platforms and systems.

    Implementation Timing: 6-10 years (VR/AR), 10+ years (alternate energy platforms).

    Resource Requirements: Moderate to High.

    The Army must significantly increase investment in more

    realistic simulation that incorporates the advances in

    virtual reality. The current resistance to greater simula-

    tion in training is primarily based on a lack of simulation

    realism.

    cate the sights, sounds, smells and feel of weapons, platforms and situations is developing rapidly. The Army is at risk of being left behind.

    This change will impact nearly every facet of Army op- erations today. Nothing is likely to fully replace field training in the foreseeable future. However, the Army must invest now in developing future capabilities. The required investments cross the entire range of activities, from administration to training to combat.

    Currently Army investment in virtual training is primarily based on the Virtual Battle Space (VBS) simulation plat- form that most of industry has already abandoned in favor of the Unity platform, “the engine of choice among virtual reality developers”.146 The Army is not investing enough in simulations to be agile and change with the industry, or to command industry trends. The 2018 Na-

    1. “Going Virtual to Prepare for a New Era of Defense.” Govern- ment Business Council. 2014. http://cdn.govexec.com/media/gbc/ docs/gbc_rc_going_virtual_final.pdf.
  • Tucker, Patrick. “Better Simulation Could Save the Military Millions.” Defense One Online. 2015. http://www.defenseone.com/ technology/2015/01/better-simulation-could-save-military-mil- lions/104172/.

  • tional Defense Authorization Act authorizes nearly $700 billion in military spending for the year, yet industry ex- pects the entire U.S. military to invest only $48.9 billion in simulations through 2025.147 Greater simulation in- vestment can create overall budget savings. Depending on the airframe, training in flight simulators costs only 5-20% the cost of operating the actual platform.148 Be- yond the environmental impact, increased investment in simulations can result in decreased training costs, lon- ger life for the actual platforms, an increased opportu- nity for training repetitions and improvements in acqui- sition through better environments for prototyping and new platform integration.

    Finally, the Army’s primary platforms, its weapons sys- tems and the vehicles, are not designed for energy and fuel efficiency or to minimize the impact to the environ- ment. Alternative fuel research and new technologies that limit emissions and increase fuel efficiency are ex- pensive. The slow pace of military acquisition ensures that development and integration of these technologies into future platforms will be laborious and incremental. However, if current requirement documents do not re- flect an organizational drive to change the environmen- tal footprint of future systems, the Army will remain de- cades behind the public demands.

    145

    However, the technology to perfectly repli-

    1. “Military Simulation and Virtual Training Market: $15.8B Worth Global Opportunity by 2025.” Cision PR Newswire Online. 2015. https://www.prnewswire.com/news-releases/military-sim- ulation-and-virtual-training-market-158b-worth-global-opportuni- ty-by-2025-499209471.html.
  • Going Virtual to Prepare for a New Era of Defense.” Govern- ment Business Council. 2014. http://cdn.govexec.com/media/gbc/ docs/gbc_rc_going_virtual_final.pdf.

  • 34

    RECOMMENDATION AREA 3: THE JOINT FORCE AND DoD

    Problem: Lack of coordination and consolida- tion in climate-change related intelligence.

    Recommendation: Advocate for a comprehen- sive organization, functional manager, technol- ogy, and process review study to identify the current state of intelligence community agencies with regard to climate change, with the goal of formalizing Interagency coordination on Climate Change-related intelligence.

    Implementation Timing: Now Resourcing Requirements: Low

    To support and improve interagency collaboration in the Intelligence Community (IC), the Office of the Director of National Intelligence (ODNI) should initially assign an office and/or National Intelligence Manager (NIM) with the requisite authority and budget to coordinate and champion climate change endeavors within the IC and greater interagency. This office and/or NIM should man- age a comprehensive organization, functional manag- er, technology, and process review study to identify the current state of IC agencies regarding climate change. Following the completion of the review, an IC-wide Cli- mate Change strategy should be developed.149

    The IC should dedicate collection, targeting, and anal- ysis resources into monitoring global geo-engineering technologies and state-programs. This area of technol- ogy focus and growth is expected to continue globally; this topic, therefore, should be added to the National Intelligence Priorities Framework (NIPF). 150

    1. “Functional Managers.” Office of the Director of National Intel- ligence: Intelligence Community Directive 113. 2009. https://www. dni.gov/files/documents/ICD/ICD_113.pdf.
  • “National Intelligence Priorities Framework.” Office of the Director of National Intelligence: Intelligence Community Directive 204. 2015. https://www.dni.gov/files/documents/ICD/ICD 204 Na-

  • The IC should partner with allied nations on the collec- tion and analysis of climate-related intelligence. This partnership should be included in existing partner en- gagement programs.

    The National Intelligence Council should lead and en- sure the reoccurring completion of a National Intelli- gence Estimate or akin intelligence assessment for use across the United States and partner governments, non-governmental organizations (NGOs), industry, and academic institutions. The Defense Intelligence Agen- cy – in coordination with the Department of Defense – should lead and ensure the reoccurring completion of a Defense Intelligence Assessment on climate change drivers that are expected to affect the security environ- ment globally. Both assessments should identify threats and opportunities for the National Security apparatus.

    DoD Combatant Command theater and operational plans could be improved by including climate and re- lated systems which affect the security environment into existing processes like, Joint Intelligence Preparation of the Environment (JIPOE), Infectious Disease Risk As- sessments, and Country Cooperation Plans.151 Inclu- sion of climate change data into existing and comple- mentary intelligence planning processes would improve the Joint Planning Process and meet DoD’s statutory requirements.

    Initial resourcing for IC expansion to include climate change into existing products and processes is expect- ed to be minimal. IC, DoD and natural science agencies are manned to react to burgeoning national security is- sues. Sensor improvement that can better collect on cli- mate change and related driver issues can be included in requirement generation for future programs.

    In terms of a NIM or like office to champion this issue in the IC, the ODNI may need to provide an initial allotment

    tional Intelligence Priorities Framework.pdf.

    1. Defense Intelligence Agency, National Center for Medical Intelligence, “Infectious Disease Risk Assessment Methodology,” in Annex.

    35

    of NIP funds for 2-3 years until programmatic can be determined.

    The National Intelligence Council identified climate change and related drivers of instability were identified as a global trend with implications for the national se- curity environment by 2035.152 The IC and DoD are the responsible government-arms to observe, track, as- sess, and respond to national security threats that are increasingly emanating from climate change drivers.

    While climate change and related drivers are expected to increasing affect and change the global landscape, there is still time. Initial investments in the next 5-10 years will ensure applicable government department and agencies are right fit for the future.

    Secretary of Defense Mattis stated, “I agree that the ef- fects of a changing climate – such as increased mari- time access to the arctic, rising sea levels, desertifica- tion, among others– impact our security situation.“ To respond to these security implications he then indicat- ed, “It is appropriate for the Combatant Commands to incorporate drivers of instability that impact the security environment in their areas into planning.” The Chairman of the Joint Chiefs of Staff, General Joseph Dunford, explained military forces may have to be prepositioned globally to respond to natural disasters and other crises that are as a result of climate change. 153

    In June 2016, CIA Director John Brennan spoke at the Council on Foreign Relations, stating, “An Stratospher- ic Aerosol Injection (SAI) program could limit global temperature increases, reducing some risks associat- ed with higher temperatures and providing the world economy additional time to transition from fossil fuels. The process is also relatively inexpensive—the National

    1. “Global Trends, Paradox of Progress.” National Intelligence Council. 2017: 6. https://www.dni.gov/files/documents/nic/GT-Full- Report.pdf.
  • “National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2018 – Sec. 335.” 115th Congress of the United States of America. 2017. https://www.congress.gov/115/bills/hr2810/BILLS-115hr2810enr. pdf.

  • Research Council estimates that a fully deployed SAI program would cost about $10 billion yearly.” 154

    The last two National Defense Authorization Acts and In- telligence Authorization Act noted climate change, food system security and stability, and other related issues that affect the IC and DoD’s missions. These Congres- sional acts require the IC and DoD to study, analyze, and identify where these emerging areas affect their mission areas and the security environment.

    Problem: Lack of Organizational Account- ability for Climate-Change Related Activities

    Recommendation: Re-commit to the Senior En- ergy and Sustainability Council (SESC). Add a resourcing element to the council by providing the USA and VCSA with funding across each POM cycle to support climate-related projects that improve readiness and resiliency of the force.

    Implementation Timing: Now, 1-10 Years

    Resource Requirements: Low, though potential- ly moderate through reprogramming.

    There are a variety of options for rallying an organization around a mission. For enduring issues, the goal should be to institutionalize the thought. In other words, cre- ate a culture where military and civilians regularly con- sider how their mission could be impacted by climate change. The goal for enduring issues should also be to institutionalize the process, so that the mission does not get disconnected from the normal battle rhythm of a bureaucracy. When a disconnection happens, these missions lose visibility, prioritization, and oftentimes, re- sourcing.

    Climate change will present a challenge to the Army and

    1. “Director Brennan Speaks at the Council on Foreign Re- lations.” Central Intelligence Agency – News and Information. 2016. https://www.cia.gov/news-information/speeches-testi- mony/2016-speeches-testimony/director-brennan-speaks-at-the- council-on-foreign-relations.html.

    36

    the DoD for decades to come. With readiness as the number one priority, mitigating the disruption caused by extreme weather activity should be included amongst the Army’s goals. The Army must be able to train, fight, and win across all domains and in all environments. To do this will take a collective effort to ensure a wide range of missions are able to support the needs of the force.

    Considering the challenges presented by climate change, the Army should re-energize the Senior En- ergy and Sustainability Council (SESC) within the next six to twelve months. This cross-functional council can address complex, ambiguous problems routinely and ensure its recommendations are integrated across the organization. As the proponent for SESC, ASA IE&E already collaborates as-needed across the enterprise. SESC Council of Colonels level meetings are held pe- riodically, but this is not a decision-making forum. A quarterly meeting at the General Officer Steering Com- mittee (GOSC) and a semi-annual meeting with the Un- der Secretary of the Army and Vice Chief of Staff of the Army, will signal the importance of the issue, improve its visibility, and provide direction on prioritization of ef- forts. Policy drives resources, and a senior leader-driv- en council can shape how the Army operates in what will become one of the Army’s future challenges. And for the Secretary of the Army and the Chief of Staff of the Army, the SESC will be their center of gravity for “All Things Climate Change.” It will provide them with an organization that will: ensure their priorities are being addressed; oversee what the Army is doing to address climate change; and make strategic decisions about where to invest and take risk.

    The Army should also add a resourcing element to the council by providing the USA and VCSA with funding across each POM cycle to support climate-related projects that improve readiness and resiliency of the force. The SESC could champion innovation by having funds available for organizations to compete to have cli- mate-related projects. With an ability to resource proj- ects, the SESC has the ability to make tangible changes on the ground that affect the force and local communi- ties. Although it is difficult to predict when an extreme

    weather event will occur or how it will affect military op- erations, the Army must leverage the knowledge and resources it has to build resilience across the force. As retired General Martin Dempsey noted, “[w]e need to act based on the information we have, not remain immobile waiting for ‘better options’ to emerge.”155 Se- nior leader involvement will be key in creating a resilient force of the future.

    Problem: Lack of Climate Change-Oriented Campaign Planning and Preparation

    Recommendation: (A) Develop Bangladesh Re- lief Campaign Plan as notional plan for prepar- ing for broader climate change-related require- ments. (B) Work more closely with the CDC to ensure appropriate military support to infectious disease treatment and containment.

    Implementation Timing: Now Resource Requirement: Low

    Bangladesh Crisis Campaign Plan

    Climate change is likely to cause an increase in cata- strophic climatic events. Some of these events, such as tropical cyclones, will have an acute impact on the affected residents of any given region. Others, such as relative sea level rise and increased desertification, will have a more long-lasting effect. Even acute incidents, given an increasing frequency and severity, may have impacts on the population that are more chronic in ef- fect. The result of these events is likely to manifest itself in increased population migration to escape the desta- bilization brought on by climate change.

    The DoD is unlikely to dedicate significant resources to better preparing the force for humanitarian and di- saster response (HADR) missions. However, it should analyze areas where climate change events are likely to exacerbate other political, economic or social issues

    1. Dempsey, Martin and Ori Brafman. Radical Inclusion. USA: Missionday. 2018: 120.

    37

    and where the scale of the potential human migration will tip the balance toward conflict and mass humanitar- ian strife. In other words, those areas where the United States will be compelled to respond. After an analysis to determine those areas at greatest risks, the Army should develop a campaign plan-like approach to mit- igate future risk and to set conditions for a more suc- cessful response, if necessary.

    The U.S. should immediately initiate a campaign plan to mitigate the effects of future crises and set conditions for more effective assistance. We recommend devel- oping a campaign based on the notional scenario of a massive, permanent dislocation of the population of Bangladesh, rated as the planet’s most at risk country from climate change, according to Verisk Maplecroft, a global risk analysis firm.156 Additionally, Germanwatch, funded by the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development, rates Bangladesh as already the sixth most impacted country from climate events in the last 20 years.157 Other factors also com- bine to create an even greater probability that the Unit- ed States would intervene if a humanitarian disaster struck Bangladesh.

    As discussed above, nearly 160 million people live in Bangladesh, nearly half of them at sea level.158 Sea level rise and alluvial subsidence has resulted in a relative sea level rise for the delta of approximately 1.5 meters since 1960.159 Both Al-Qaeda and affiliates of ISIS are currently active in Bangladesh.160 In summary, 80 million

    1. “Environmental Risk and Climate Change.” Verisk Maplecroft. 2011. https://www.maplecroft.com/about/news/ccvi.html.
  • Eckstein, David, Vera Kunzel, and Laura Schafer. “Global Climate Risk Index 2018.” Germanwatch: German Federal Min- istry for Economic Cooperation and Development. 2017. https:// germanwatch.org/en/download/20432.pdf.

  • Greenfieldboyce, Nell. “Study: 634 Million People at Risk from Rising Seas.” National Public Radio. 2007. https://www.npr. org/templates/story/story.php?storyId=9162438.

  • Schmidt, Charles W. “Delta Subsidence: An Imminent Threat to Coastal Populations.” Environmental Health Perspectives, Vol. 123: 8. 2015. https://ehp.niehs.nih.gov/doi/10.1289/ehp.123-A204.

  • “The World Factbook: Bangladesh.” US Central Intelligence

  • people fleeing an uninhabitable portion of their coun- try in what is already one of the most densely popu- lated countries on earth will have nowhere to go. Ban- gladesh’s neighbor, India, is a nuclear armed country persistently in conflict with Pakistan and with which the United States is trying to forge stronger ties to counter Chinese regional influence. These factors will drive U.S. involvement in any crisis.

    This approach is not resource intensive but will signifi- cantly reduce mission risk. The military, in conjunction with interagency partners such as the State Department and USAID, should immediately establish liaison teams to work closely with the Bangladeshis to understand their plan to deal with internal migration and the resourc- es they have available. After this analysis the U.S. can offer assistance to strengthen the resilience of govern- ment agencies and provide training for the Bangladeshi military. The Army Corps of Engineers, in conjunction with multi-national partners, can assist the Bangladesh- is in determining what effective steps to take that can slow the effects of relative sea level rise. Through the State Department the U.S. should work with the Indian Government to establish a crisis response team with Bangladesh to help ensure mass migration does not result in conflict. Humanitarian relief supplies should be prepositioned at Diego Garcia to speed the response effort. In addition to interagency efforts, the U.S. should reach out to multi-national partners to determine what kind of coalition can be built to respond to the region, preventing the inefficient and piecemeal collaboration of an ad hoc coalition.

    This is just a short list of the many steps the U.S. can take in an area where future intervention is highly like- ly. Through analysis, the U.S. can determine where, globally, campaign plans should be instituted so that the response efforts are less the execution of a hastily assembled contingency plan and more the sequenced execution of a resourced and ready plan.

    Agency. 2018. https://www.cia.gov/library/publications/the-world- factbook/geos/bg.html.

    38

    Infectious Disease Treatment and Containment Support

    The research in this report indicates a greater likelihood for outbreaks of vector borne infectious diseases world- wide, including in the United States. The Intergovern- mental Panel on Climate Change (IPCC) research us- ing Representative Concentration Pathways (RCP) 4.5 data (the midrange prediction of climate change used throughout this report) predicts areas in the Southeast- ern U.S. will see an increase in precipitation of .5-.8 mm/ day and an increase in average annual temperatures of 1-3 degrees Celsius by 2050.161 This change will likely allow the proliferation of disease vectors (such as mos- quitoes and ticks) over a wider area than they currently inhabit and limit Winter kills of the vectors, resulting in a larger population to spread any diseases. This phe- nomenon is likely to increase the incidence of diseases such as Zika, West Nile Virus, Lyme disease and many others, some of which may be previously unseen in the U.S. As the largest source of potential capacity and ca- pability to respond to widespread disease outbreaks in the United States, the military should be prepared to execute defense support to civil authority (DSCA) mis- sions of this type.

    The Centers for Disease Control (CDC) in Atlanta, Geor- gia undoubtedly has robust and detailed plans for wide- spread disease response. The Army, through the DoD, must liaise closely with the CDC and the IC to determine the validity of the plans and the expectations of the mil- itary in assisting in the response. Response to disease outbreaks generally follows two tracks, containment and treatment. From a military standpoint, containment of the disease resembles wide area security operations, and treatment is a robust logistics effort. The Army ex- cels at these tasks.

    To ensure proactive response, the active force, in sup- port of Reserve Component units, should predetermine locations for key logistics nodes throughout the areas

    1. “Climate Change 2014 Synthesis Report.” International Panel on Climate Change. 2015. http://ipcc.ch/report/ar5/syr/.

    most at risk. These nodes will requires APODs, rail links and robust highway systems to speed the deployment of equipment and materials. Appropriate medical facil- ities should be identified capable of providing patient isolation and those areas lacking that capability must be identified. Army assets can fill those capability gaps in more remote areas.

    Climate change is introducing an increased risk of in- fectious disease to the U.S. population. It is increasing- ly not a matter of “if” but of when there will be a large outbreak. The U.S. Army will be called upon to assist in much the same way it was called upon in other disas- ters. Detailed coordination with local, state and federal agencies in the most high risk regions will hasten re- sponse time and minimize risk to mission.

    RECOMMENDATION AREA 4: NATIONAL CONTEXT

    Problem: Power Grid Vulnerabilities

    Recommendation: A. An inter-agency approach, coupled with collaboration of the commercial sector, should catalogue the liabilities across the electrical grid and prioritize budget requests for infrastructure improvements. B. The DoD should pursue options to reverse infrastructure degra- dation around military installations, including funding internal power generation such as solar/ battery farms and small-nuclear reactors.

    Implementation Timing: Now (A); 6-10, 10+ Years (B)

    Resource Requirement: Low (A); High (B)

    The susceptibilities of the power grid to climate effects should drive the DoD to pursue options to reverse in- frastructure degradation around military installations and ensure that cutting edge strategies for decentral- ized power generation and storage are employed. Con- tracts with utilities, including rural electric cooperatives now thought to be especially vulnerable, should con- tain requirements that mandate tougher cyber security

    39

    protocols to limit damage done by the intensive cyber assaults the grid is currently sustaining, and ideally, to preclude further attack to the US electrical grid. This could reduce exposure to fluctuations in the survivabil- ity of military capability.162 The ability to enable safety protocols like Faraday cages would prevent a massive grid failure in the event of a cascading grid collapse al- lowing for a logical and orderly redistribution of critical power where needed. The development of new options for replacing crucial extra high voltage large power transformers damaged by age and overload will remain essential due to year-long lead times for construction and production of this unique equipment existing out- side the country. Additional infrastructure challenges lie in the lack of heavy lift capacity, bridges, and roadways needed to transport these transformers, given each

    weighing between 200 and 300 tons.

    ment of a domestic production capability for these large transformers or innovative new, lighter technologies for replacing those systems remain a significant barrier to recovery from a widespread power outage. Distributed technologies that are hardened to cyber-attack, such as solar installations, may reduce several major classes of vulnerability simultaneously.

    One option that has met with success stems from the Smart Power Infrastructure Demonstration for Ener- gy Reliability and Security (SPIDERS) Joint Capability Technology Demonstration (JCTD). The purpose of the test was to improve cyber security around installations, bolster survivability during a blackout using a microgrid and smart grid technology demo and share that knowl- edge with the non-military services infrastructure sup- porting the test locations. Successful test results hold promise for investment on military installations across

    1. Mehta, Aaron. “Pentagon Weighs New Requirements to Secure Military’s Vulnerable Power Grid. “ Defense News Online. 2017. https://www.defensenews.com/pentagon/2017/11/29/penta- gon-weighs-new-requirements-to-secure-militarys-vulnerable-pow- er-grid/?utm_source=Sailthru&utm_medium=email&utm_cam- paign=EBB 11.30.17&utm_term=Editorial – Early Bird Brief.
  • Koppel, Ted. Lights Out: A Cyberattack, a Nation Unprepared, Surviving the Aftermath. New York, NY: Crown Publishers, 2015: 95-100.

  • the DoD, as well as sharing with vital services supplying the military and the community. Adoption of this concept generates the possibly for integration of renewable, like micro-nuclear reactors, and other distributed energy generation concepts to increase endurance during a natural or man-made widespread outage of the pow- er grid.164 Addition of a SPIDERS infrastructure extends beyond military installations and local communities as cyber security improvements could also lead to protec- tion of uplink and downlink stations thus improving resil- ience of space borne assets from infection.

    The results of the SPIDERS JCTD highlight the impor- tance of infrastructure investment and decisions at DoD facilities while reducing the unacceptably high risk of an extended outage of the power grid. The original SPI- DERS initiative launched under the co-sponsorship of the DoD, Department of Energy (DOE), and Department of Homeland Security (DHS) and demonstrated the sur- vivability of an installation protected by a cyber secure micro-grid, smart grid technologies and investment in infrastructure modifications. The SPIDERS technology delivered capabilities tied to power generation reliability, installation and cyber security, reduction of energy costs while being cost effective, and minimizing environmen- tal impacts, all goals the DoD seeks to achieve.165

    The Joint Staff can further signal their support to Con- gress by addressing this need through use of the Joint Risk Assessment Framework to develop a prioritized list of critical DoD infrastructure necessary to defend the homeland and execute Joint Strategic Capabilities Plan-directed contingency operations. Upon completion of this list and with SPIDERS funding approval, each af- fected Service can execute necessary activities to hard- en their networks, infrastructure, and power generation capabilities thus protecting military installations from cy- ber, physical, or coordinated attacks; electromagnetic

    1. “Technology Transition Final Public Report: Smart Power Infrastructure Demonstration for Energy Reliability and Security (SPIDERS).” Naval Facilities Engineering Command. 2015. https:// energy.gov/sites/prod/files/2016/03/f30/spiders_final_report.pdf.
  • Ibid.

  • 163

    The develop-

    40

    pulse attacks; space weather; and other natural events.

    The SPIDERS implementation across the Services promises to lessen the impacts of a U.S. power grid loss while hardening cyber protections to critical re- sponse capabilities. The NORTHCOM and PACOM Combatant Commands, Congress, and the Services’ working together in support of this critical initiative en- able a change in prioritization of infrastructure security, often overlooked, within the defense budget. The cost is such that, with the proper advocacy, a key vulnerability to the homeland defense mission becomes manage- able and the Department of Defense priority of protect- ing the homeland is realized.

    well as increases to the overall average water tempera- ture used to cool nuclear reactors. This plan should include projections of fiscal resources and military tri- tium requirements needed to maintain and modernize the U.S. nuclear stockpile. It should also include U.S. government requirements for use of helium-3, a decay product of tritium used primarily for neutron detection when searching for special nuclear material (SNM) and

    enforcing nuclear non-proliferation agreements.

    Currently, the Department of Energy conducts tritium production using 2 to 4 commercial nuclear pressur- ized water reactors (PWRs) run by the Tennessee Valley Authority (TVA).167 This commercial capability currently meets the U.S. stockpile tritium production capability; however, due to the overall age of the U.S. nuclear pow- er industry, future PWRs may not be available to contin- ue tritium production.168 The loss of tritium production directly reduces the effectiveness of the U.S. nuclear stockpile by reducing or hindering the overall yield pro- duced by the nuclear warheads. Without an effective U.S. nuclear stockpile, the U.S. cannot deter peer nu- clear competitors and rogue nuclear states increasing the risk to all-out war against the United States.169

    Directly tied to tritium production is the future of the nu- clear power industry. It is filled with an aging fleet of re- actors built in the late 1960s and 1970s. Most receive a commercial license by the Nuclear Regulatory Commis- sion (NRC) to operate on average 30 years, but many have or are seeking extensions to increase the opera- tions out to 40 and 50 years.170 The age of the industry

    1. Special Nuclear Material (SNM) refers to fissile nuclear ma- terial such as uranium 235 or plutonium 239 that is used as fuel in nuclear weapons.
  • NNSA Expanding Tritium Production at TVA Reactors. Vol. 245 Access Intelligence, LLC, 2010.

  • Horner, Daniel, “GAO Finds Problems in Tritium Production.” Arms Control Association. 2010. https://www.armscontrol.org/ act/2010_11/GAOTritium.

  • Schelling, Thomas C. Arms and Influence. New Haven: Yale University Press, 1966: 22-23.

  • Lester, Richard K. “A Roadmap for U.S. Nuclear Energy Inno- vation.” Issues in Science and Technology 32, no. 2:45-54. 2016.

  • 166

    Problem: Climate Change and Threats to Nuclear Weapons Infrastructure

    Recommendation: The U.S. Department of De- fense, in combination with the U.S. Department of Energy (DOE) should develop a long term 15 to 20 year tritium production plan that accounts for advances in nuclear technology and the pos- sibility of rising climate induced water levels as well as increases to the overall average water temperature used to cool nuclear reactors. This plan should include projections of fiscal resourc- es and military tritium requirements needed to maintain and modernize the U.S. nuclear stock- pile. It should also include U.S. government re- quirements for use of helium-3, a decay product of tritium used primarily for neutron detection when searching for special nuclear material (SNM) and enforcing nuclear non-proliferation agreements.

    Implementation Timing: Now to 10+ Years Resource Requirement: High

    The U.S. Department of Defense (DoD) in combination with the U.S. Department of Energy (DOE) should de- velop a long term 15 to 20-year tritium production plan that accounts for advances in nuclear technology and the possibility of rising climate induced water levels as

    41

    and the lack of new reactors coming on-line creates a significant risk to both the environment and the mainte- nance of the U.S. nuclear stockpile. “The highest priority of nuclear innovation policy should be to promote the availability of an advanced nuclear power system 15 to 20 years from now”.171

    Nuclear reactors produce far less atmospheric pollution than fossil fuels and radioactive waste can be minimized and managed accordingly. Reducing carbon monoxide emissions in the near future must include a replacement of the underlying nuclear power production capability in this country. Increasing the underlying U.S. baseline nu- clear power generation capability from a mere 20% (and declining) to more than 80% (to cover the 60% coal pro- duction capability that currently exists) can significantly reduce greenhouse gases.172 The government will need to lead this expansion which goes against the fossil fuel business paradigms that have existed for more than 100 years. Any nuclear industry expansion must include a long term review of tritium production requirements and analyze how the government will maintain its re- quired tritium production capability.

    The production of tritium directly effects the production of helium-3. Tritium has a half-life of 12.3 years. This means that if you have 10 liters of tritium, 12.3 years later you will only have 5 liters. Every time you hit a half- life milestone (every 12.3 years) the volume of tritium available drops in half. After about 7 half-lives, tritium has decayed away to trace amounts. This affects the amount of tritium needed in our existing nuclear stock- pile and will not decrease over the next 50 to 75 years.

    An added benefit to tritium decay is the production of helium-3. This direct byproduct currently supports the non-proliferation efforts of nuclear inspectors conduct- ing treaty verification, Special Forces conducting crit- ical lost or stolen SNM search missions, and the U.S.

    https://issues.org/a-roadmap-for-u-s-nuclear-energy-innovation/.

    1. Lester, 48.
  • Lester, 50.

  • Army’s Chemical, Nuclear, Radiological, and Nuclear (CBRN) Response forces conducting troop health and safety sweeps at suspect nuclear and industrial facili- ties or identifying the detection of SNM at suspect nu- clear weapon production facilities. The Defense Threat Reduction Agency currently has research efforts look- ing at replacing helium-3 as a detection gas since its availability in the future may come into question. The risk to these programs remains high over the next 5 to 7 years until newer viable research methods reveal stable and reliable neutron detection methods for use by the Army’s Special Forces and CBRN response forces in the field. The long-term outcome for neutron detection capability remains low due to these new technologies.

    Any expansion of nuclear power should also take into account the stability of tritium production to maintain U.S. national security through a strong nuclear deter- rence. The DoD, especially the Army, must consider the consequences if the U.S. nuclear stockpile can no lon- ger maintain its effectiveness. Without an effective stra- tegic nuclear deterrent, the risk of conventional conflict will increase.

    The strategic nuclear force is the backbone of U.S. na- tional defense. This is the last-ditch defensive capability designed to keep rational peer adversaries out of the U.S. homeland and out of direct conflict with U.S. military forces. Any erosion of this force or its value in present or future conflict mandates the need to identify alternative deterrence mechanisms at scale. The Army will need to compensate with adding more soldiers or robotic capabilities because countries may try to engage the U.S. more frequently in sub-kinetic or hybrid compelling and coercive actions to halt or dissuade U.S. foreign and national security policy motives around the world. The force may falter under the diversity of threats, with the potential for increased local escalation as a result of other peer competitors. A strong Army must compen- sate for such actions since it will be called on to hold ground, interact with populations (civilian and military), and advance and take positions to shut down enemy actions. The loss of an effective nuclear capability could overtask the U.S. Army and possibly bankrupt the coun-

    42

    try in an attempt to maintain U.S. post-Cold War hege- mony.

    The Army should support the DoD efforts to maintain and replace tritium production levels, especially in any future climate efforts that may change the availability of nuclear power generation in the commercial sector that ultimately effects the effectiveness of the nuclear stock- pile.

    The Army can achieve this through the Nuclear Weap- on Council (a joint DoD and DOE senior decision com- mittee focused on nuclear weapon matters) under the Nuclear Weapon Council Standing and Safety Commit- tee (NWCSSC) (See Title 10 of U.S. Code section 179 for summary of the NWC).173 Currently, the Army has a position on the NWCSSC to help review safety, military requirements, and future needs of the nuclear stockpile. The NWCSSC sends its recommendations to the NWC for approval. The Army should maintain an active role on the committee and start pushing for development of a long term 15 to 20 year plan for maintaining tritium production requirements. The Army should consider the consequences to the size and technological makeup of its forces if tritium production changes and reduc- es overall nuclear stockpile effectiveness. The United States government’s ability to deter and dissuade must remain a number one priority in order for the U.S. to continue to push and achieve its national objectives of peace, prosperity, and open market competition for the benefit of the American people.174 Without a credible strategic nuclear force, the Army and the DoD risks fu- ture long term conflicts requiring extensive resources in manpower and equipment.

    1. “10 U.S. Code § 179 – Nuclear Weapons Council.” Legal Information Institute, Cornell Law School. No date. https://www.law. cornell.edu/uscode/text/10/179.
  • Mattis, Jim. “Secretary’s Preface,” in Nuclear Posture Review. US Department of Defense, Office of the Secretary of Defense. 2018: I-III. https://media.defense.gov/2018/Feb/02/2001872886/-1/- 1/1/2018-NUCLEAR-POSTURE-REVIEW-FINAL-REPORT.PDF.

  • Large-scale Army deployments overseas require ac- cess to ports in the continental United States. While rising seas are a near-term concern for some ports and shipyards, our research indicated that the major trans-shipping areas used by the U.S. Army are insen- sitive to the mid-range predictions for sea-level rise and would remain accessible to the Army in those scenarios.

    RECOMMENDATION DISCUSSION: ASSESSED AS REQUIRING NO ACTION

    Problem: Port Access Challenges Due to Rising Seas

    Recommendation: No action – Continue to Monitor.

    43

    Conclusion

    The implications of significant, global, regional and local change produced by a general warming of the Earth’s climate are far too extensive to be addressed by this study. Therefore, the guiding principle of this study was to explore diverse areas of importance for the Army that are or will be likely affected by climate change and to develop reasonable, useful recommendations in con- nection with those areas. A larger and perhaps even more urgent lesson from this study is the importance of developing regular administrative and institutional structures and processes that allow the Army and the DoD to detect, evaluate, respond and regularly review the implications of systemic risk relevant to the Army’s missions and preparedness. Large scale threats like cli- mate change and mass migrations are systemic risks, with emergent features not captured by the simple sum- mation of threat-by-threat-by-threat assessments. The Army must find governance mechanisms that generate greater flexibility, without risk of compromise to the in- tegrity of the force, to deal with the various significant stresses on the Army inherent to a warming climate. These stresses are occurring for military and civilian institutions alike against the backdrop of exponential changes in technology, human population, resource consumption, urbanization, sea level rise, etc.

    It is useful to remind ourselves regularly of the capac- ity of human beings to persist in stupid beliefs in the face of significant, contradictory evidence.175 Mitigation of new large-scale stresses requires a commitment to learning, systematically, about what is happening.

    On 22 June, 1941, the Third Reich launched Operation Barbarossa, a massive invasion of the Soviet Union.

    1. This section adapted from Hill, Andrew: “Red Beard, Black Swan: Recognizing the Unexpected.” US Army War College, War Room. 2017. https://warroom.armywarcollege.edu/articles/black_ swan_red_beard/.

    The assault, named after the red-bearded (“barba ros- sa” in Italian) German crusader and emperor Frederick I, involved over 3.5 million Axis troops, killed millions, and almost destroyed the Soviet Union. Although the attack is sometimes called a “surprise,” this is mislead- ing. It is more accurate to say that Barbarossa surprised the one person who could not afford to be: Josef Stalin. How could a military operation involving about 150 divi- sions have found its political target so unprepared?

    Life is full of the unexpected, or the overlooked obvious. The term “black swan event” describes surprises of an especially momentous and nasty type. Popularized by the mathematician Nicholas Nassim Taleb in his 2007 book of the same title, Taleb argued that black swan events have three characteristics: “rarity, extreme im- pact, and retrospective (though not prospective) pre- dictability.”176 In recent years, the concept of black swan events has gained currency in political, military, and fi- nancial contexts.

    The black swan has a venerable history as an illustra- tion of the ancient epistemological problem of induction: simply stated, no number of observations of a given re- lationship are sufficient to prove that a different relation- ship cannot occur. No amount of white swan sightings can guarantee that a different color swan is not out there waiting to be seen. The discovery of black swans by European explorers in Australia has proven too tempt- ing to ignore as a powerful metaphor for the problem of induction.

    However, in emphasizing the importance of anticipa- tion, Taleb’s concept of the black swan ignores key facts about history and how it is understood by those who live it. Two characteristics of the strategic environ- ment epitomize this problem.

    1. Taleb, Nicholas Nassim. The Black Swan: The Impact of Highly Improbable Fragility. New York: Random House, 2007: xxii.

    44

    First, the list of things that can happen but have not happened yet is long. It is, in fact, infinitely long. For each thing that exists (e.g., cats) we can come up with more variations that do not, to our knowledge, exist (fly- ing cats, cats with gills, six-legged cats, and so on). It is fun to think about all the cataclysmic, history-alter- ing events that might happen, but thinking about those things in a way that appropriately organizes them and informs strategy is extremely hard. That said, tech- niques used in Systems Thinking, when applied to this concern, often reveal relatively obvious blind spots that obscure even high impact, high likelihood events. The Chinese focus on building universities, programs and initiatives focused on Systems Thinking over the past 20 years, and the inclusion of this curriculum in the training cadets destined to lead China in the future should be notable, as it is may be the basis of large asymmetries with broad implications for the U.S. Army, the U.S. IC, the DoD, and allies.

    Second, events that present as tremendous shocks have often taken months, years, or even longer periods to emerge. In the time between weak signals of change and the onset of a deeper crisis, there are often op- portunities to prepare and adapt. These opportunities may be much more readily apparent if important “emer- gent properties” of major concern to the force, espe- cially those resulting in threat that is orthogonal to force strength, are systematically characterized.

    The real challenge with black swan events is not accu- rate anticipation, but timely recognition. While it can be useful to imagine what might happen, we should focus more on recognizing what is happening as quickly as possible and limiting the damage through timely learn- ing.

    The black plague took half a decade to advance from Sicily to the Baltic states. More recently, the 2008 finan- cial crisis is already remembered as a “shock” event

    that surprised global finance.177,178 However, the truth is more nuanced, and depressing. Notable observers of the system (including Dr. Taleb) recognized serious problems long before the fall of Lehman Brothers in September, 2008 (and the onset of a full-blown banking crisis).179,180 Yet this was mostly recognition, not predic- tion. The clearest early signal of big trouble in the mort- gage market came in the March-April, 2007 collapse of New Century Financial, an originator of risky mortgag- es, almost a year and a half before Lehman’s end, and a year before Bear Stearns was rolled up.181,182 What happened in the meantime? In All the Devils Are Here, Bethany McLean and Joe Nocera describe two embat- tled Bear Stearns asset managers who provide a micro- cosm of the wishful thinking that made the crisis much worse than it needed to be. In the face of mounting ev- idence that their investment strategy is failing, “the two men simply couldn’t bring themselves to believe that the picture was as dire as the model suggested.”183

    When the facts do not match our strong theories for how the world works, we prefer to change the facts. How can we more quickly recognize the unexpected for what it really is?

    1. Srivastava, Spriha. “On this day 8 years ago, Lehman Broth- ers collapsed: Have we learned anything?” CNBC. 2016. http:// http://www.cnbc.com/2016/09/15/on-this-day-8-years-ago-lehman-broth- ers-collapsed-have-we-learned-anything.html
  • “Crash course: The origins of the financial crisis.” The Economist. 2013. http://www.economist.com/news/schools- brief/21584534-effects-financial-crisis-are-still-being-felt-five-years- article.

  • Cox, Jeff. “Best and worst predictions of the past 25 years.” CNBC. 2014. http://www.cnbc.com/2014/07/01/best-and-worst- predictions-of-the-past-25-years.html.

  • “The collapse of Lehman Brothers.” The Telegraph. Ac- cessed August 29, 2018. http://www.telegraph.co.uk/finance/finan- cialcrisis/6173145/The-collapse-of-Lehman-Brothers.html.

  • “New Century files for Chapter 11 bankruptcy.” CNN Money. 2007. http://money.cnn.com/2007/04/02/news/companies/new_ century_bankruptcy/.

  • “Bearing all: The fall of Bear Stearns.” The Economist. 2009. http://www.economist.com/node/13226308.

  • MacLean, Bethany and Joe Nocera. All the Devils Are Here: The Hidden History of the Financial Crisis. New York: Penguin, 2011.

  • 45

    In Frank Tashlin’s classic children’s book, The Bear That Wasn’t, a bear awakes from hibernation and, exiting his cave, finds himself in a huge factory that has been built over his forest home. Encountering a foreman, the bear is told to get back to work, to which the bear replies, “I don’t work here. I’m a bear.” Incredulous, the foreman says, “You’re not a bear. You are just a silly man who needs a shave and wears a fur coat.”

    Aside from its entertainment value, the Bear that Wasn’t provides a humorous example of a profound philosophical problem: When the facts do not match our strong theories for how the world works, we prefer to change the facts. How can we more quickly recog- nize the unexpected for what it really is? The foreman (along with various executives that the bear meets) has a simple belief: No bears are in factories.

    If we have a theory of factories that says (among other things), “No bears are in factories,” the theory is based on our experiences observing who is in a factory (i.e., human workers). It is an inductive theory: every obser- vation to date has been of human workers. We could not arrive at such a theory independent of our accumu- lated experience. In addition, the more workers we see, the more certain we become (in terms of probability) that all workers are human (and none are bears), but we will never, ever observe every possibility.

    Although we should not make the unjustified leap from making a probabilistic statement based on induction to a universal statement based on deduction, we often do it anyway. Our beliefs then shape how we treat the evi- dence. For example, prior to seeing a non-white swan, we develop the following syllogism:

    1. Major Premise: All swans are white.
  • Minor Premise: That bird is a swan.

  • Conclusion: That bird is white.

  • When we see a black swan, if we are unemotion- al, Spock-like empiricists, we will immediately recognize that “if swan, then white” is false. That is, we will know that our conclusion, “that bird is white,” is false based

    on observation that the bird is black and a swan. Find- ing ourselves in a situation in which we believe that our premises are true but our conclusion is false, and there- fore not entailed by the premises, we will conclude that our major premise must not be true, and therefore reject it.

    Here is where human experience departs from the clean abstractions of logic. We are not Spock. We have emo- tional attachments to our beliefs. This is as true of atti- tudes towards a changing climate as it was of attitudes towards the financial crisis.

    Three maxims can help us avoid dangerous failures of recognition, and speed learning when unexpected things happen.

    1. Everything we believe about the world is pro- visional – “serving for the time being.” Adding the words “so far” to assertions about reality reminds us of this.
  • Unjustified certainty is very costly. The greater your certainty that you are right when you are wrong, the longer it will take you to recognize and incorporate new data into your system of belief, and to change your mind. General Doug- las MacArthur was a confident man, and this confidence usually served him well, such as when he undertook the risky landings at Incheon in the Korean War. Yet MacArthur’s confidence betrayed him when China entered the war. He was certain that this would not happen, and MacArthur’s certainty delayed his recognition of a key change, exposing forces under his com- mand to terrible risk. Confidence in your beliefs is valuable only insofar as it results in different choices (e.g., I choose A or B). Beyond that point, confidence has increasing costs.

  • Pay special attention to data that is unlikely in light of your current beliefs; it has much more information per unit, all else equal. In this sense, information content is measured as the potential to change how you think about the world. Infor-

  • 46

    mation that is probable in light of your beliefs will have minimal effects on your understand- ing. Improbable information, if incorporated, will change it.

    It is doubtless correct that many awful things that have not happened before will yet happen. Foresight regard- ing such events would be nice. It would be nicer still if we could recognize more quickly what is happening right in front of us. That is the right starting point for thinking strategically about the warming climate.

    47

    Appendix: Weather Control

    Weather control is a fascinating and worrying potential technology. If used in with intentionally nefarious intent, its effects could be catastrophic. It is not exactly climate change in the sense that we define it here, but it brings many of the problems of climate change, with the pros- pect of these problems arising at the time and place of an adversary’s choosing.

    Naturally occurring terrestrial and space weather events constitute only one set of challenges to national securi- ty. The concept of weaponizing the natural environment is nothing new. Congressional testimony dating back to the early 1950s recommends approval of research and development funding for weather modification exper- imentation. This in response to concerns Russia was beating us in learning how to control the weather and the potential threat that posed to the United States.184 The United States has already demonstrated the po- tential to modify the weather in support of combat op- erations through its efforts in Vietnam. United States’ cloudseeding techniques used aircraft to disperse lead iodide into the atmosphere above portions of Southeast Asia to create a super-saturated environment during the Vietnamese monsoon season. The increased precipita- tion produced significant degradation of Vietnamese lo- gistic capabilities as vehicles, carts, and men remained bogged down on certain roadways and paths soaked by nearly continuous rainfall.185

    Much like the United States, potential rivals already pos-

    1. “Prohibiting Hostile Use of Environmental Modification Tech- niques,” in Multinational Corporations and United States Foreign Policy: Hearings Before the Subcommittee on Multinational Corpo- rations of the Committee on Foreign Relations, vol. 3, parts 15-17: 36-37. U.S. Senate Committee on Foreign Relations, Subcommittee on Multinational Corporations: 94th Cong., 2nd sess. 1976.
  • “Weather Modification.” U.S. Senate Subcommittee on Oceans and International Environment of the Committee on Foreign Relations, 93rd Cong., 2nd sess., March 20, 1974:88-93. https:// http://www.vietnam.ttu.edu/star/images/239/2390601002C.pdf.

  • sess the capability to artificially manufacture effects that manipulate the terrestrial and space weather environ- ment. An example is the superheating of the ionosphere through directed-energy generation. This capability has the potential to disrupt communications, limit capabili- ties of missile defense or other monitoring radars, and contaminate the ionosphere to such a degree as to pre- vent use of U.S. space or missile defense systems. Nor- mally these ionospheric scintillation experiments, like those performed at the High Frequency Active Auroral Research Program (HAARP) in Alaska, are benign in na- ture and used for purely scientific research purposes. However, the U.S. Air Force, U.S. Navy, and the Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) original- ly developed, designed and operated HAARP as a joint project to perform experiments that manipulate and po- tentially control the ionosphere to enhance Department of Defense (DoD) command, control and communica- tions capabilities. Experiments ranged from extremely low-frequency waves for submarine communications to over-the-horizon-radar enhancement and even super scintillation events to disrupt or disable space assets in low Earth orbit. The HAARP program transferred to the University of Alaska for educational research after the DoD successfully accomplished their original exper- imental goals and determined to cut costs by terminat-

    ing the experiments and HAARP facility.

    186

    However, the United States is not the sole possessor of a HAARP-like capability. Partner nations, such as Japan and Norway, operate their own antenna farms, as do Russia and China.187 The use of ionospheric sounders operated by the Air Force make it possible to monitor

    1. National Research Council. Opportunities for High-Power, High-Frequency Transmitters to Advance Ionospheric/Thermospher- ic Research: Report of a Workshop. Washington, DC: The National Academies Press. 2014: 1,3.
  • National Research Council, 18-19.

  • 48

    when manipulations of the ionosphere occur, so it would be difficult to heat the ionosphere without anyone’s knowledge. However, the current distribution of these ionospheric sounders leaves large gaps in coverage exposing them to possible exploitation by an adversary.

    Still another artificially induced weather effect manifests through the use of a nuclear detonation to induce an artificial radiation belt. The consequences of such an event would produce significant and far-reaching im- pacts to U.S. national security. First, the electromagnet- ic pulse generated during the initial explosion mimics the disastrous costs produced by a Coronal Mass Ejec- tion (CME) induced geomagnetic storm. The United States would witness widespread power grid outages, loss of communication and navigation capabilities, plus long-term modification to the space environment. Dam- age to space assets in various satellite orbits would vary depending on detonation altitude and a loss of asset capability expected. These concerns do not spring from speculation. On July 9, 1962, the United States explod- ed the STARFISH PRIME nuclear device in the low Earth orbit at around 400 kilometers. Only 24 satellites were in orbit during the time of this test and subsequent tests that followed, but eight satellites suffered immediate damage during the tests while still others demonstrated shortened life spans from the artificially induced radia- tion belts. This nuclear testing also impacted communi- cations and changed the space operating environment for decades to follow.188

    A similar detonation in today’s congested space envi- ronment promises significantly worse outcomes. Ac- cording to the Union of Concerned Scientists website, the space environment hosts over 1,738 known satellites as of August, 2017. No country has more to lose than the United States if a space-based nuclear detonation occurred. Leading all nations at 803 satellites, the Unit- ed States has over 476 commercial, 150 governmental (with an additional 159 military), and 18 civil satellites

    1. Conrad, Edward E. et al. “Collateral Damage to Satellites from an EMP Attack.” Defense Threat Reduction Agency. 2010: 11- 15. https://apps.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/u2/a531197.pdf.

    on orbit at various altitudes above the Earth.189 While

    other nations would feel the effects of such an event,

    they are less likely to feel the level of national security

    implications when compared to the United States. Con-

    cerns over North Korean intentions during recent tests

    of their growing nuclear capability raise this to a very

    real threat. There is evidence that North Korea reached

    back to the early experiments of the United States and

    the Soviet Union during the late 50s and early 60s to

    gain insights on their own nuclear program. An atmo-

    spheric or space-based test of a North Korean nuclear

    weapon, designed to demonstrate national power or

    will on the international stage, would generate substan-

    tial disadvantages to U.S. national security as losses of

    space capability occur across a wide range of possible

    platforms.

    Numerous additional examples exist that demonstrate the ability to manipulate the natural environment as an instrument of national power. Commonly referred to as Geoengineering, it is defined by the Intergovernmental Panel on Climate Change as “a broad set of methods and technologies that aim to deliberately alter the cli- mate system to alleviate impacts of climate change.”191 However, many of the geoengineering experiments currently underway to combat climate change possess the dual-use potential for weaponization of the natural environment. A report on Chinese efforts in the arena of solar geoengineering call for a variety of terrestrial or space-based options to combat CO2 concentrations. The various methods discussed could change the physical, chemical or biological characteristics of the Earth’s climate system. While some of these options

    1. “UCS Satellite Database.” Union of Concerned Scientists. 2017. http://www.ucsusa.org/nuclear-weapons/space-weapons/ satellite-database.
  • Sanger, David E. and William J. Broad. “Prospect of Atmo- spheric Nuclear Test by North Korea Raises Specter of Danger.” The New York Times. 2017. https://www.nytimes.com/2017/09/22/ world/asia/north-korea-atmospheric-nuclear-test-risks.html.

  • “Climate Change 2014 Synthesis Report: Summary for Policy Makers.” Intergovernmental Panel on Climate Change. 2014:89. https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/02/AR5_SYR_FI- NAL_SPM.pdf.

  • 190

    49

    may reduce greenhouse gas concentrations, they may also potentially create negative effects to an environ- ment where one did not exist previously.192

    A report examining the United States’ history in geoen- gineering reveals very similar possibilities. A National Center for Atmospheric Research, and Environmental Studies Program explored U.S. weather modification exertions back to 1947 and found a reactionary, check- ered past. In developing science and technology op- tions, along with the accompanying legislation, weather modification ran the gamut of beneficial and detrimen- tal outcomes across society. The study recommends any plans using geoengineering in climate change mitigation would benefit from a guiding framework of rules and regulations. It further endorses the establish- ment of a centralizing U.S. federal weather modification governing body to provide proper stewardship of the environment during any experimental development or actual implementation.193 Anything less could lead to a broad range of potential environmental, technical, polit- ical, and ethical issues.

    These very concerns culminated in the United Nations General Assembly holding the Convention on the Pro- hibition of Military or any Hostile Use of Environmental Modification Techniques (ENMOD) of 1976. The EN- MOD Convention was the tool used to capture the spirit of international disarmament law explicitly envisioned to keep the manipulation of the environment out of the armed conflict arsenal. An additional protocol added a further ban on the use of methods and means of war- fare that purposefully and excessively damage the en- vironment. The overall language bans the hostile use of the natural environment to wage war and went into force as of October, 1978. The United States, along with 77 other nations, have ratified the treaty and agreed to live

    by its restrictions.

    the future would carry with it an almost certain interna- tional condemnation for any nation willing to undertake the effort. If someone could prove who did it.

    1. Cao, Long, Chao-Chao Gao and Li-Yun Zhao. “Geo- engineering: Basic Science and Ongoing Research Efforts in China.” Advances in Climate Change Research, vol 6: 188- 196. 2015. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/ S1674927815000829.
  • Hauser, Rachel. “Using Twentieth-Century U.S. Weather Mod- ification Policy to Gain Insight into Global

  • Climate Remediation Governance Issues.” Weather, Climate and Society, vol. 5: 180-191. 2013. https://journals.ametsoc.org/doi/ pdf/10.1175/WCAS-D-11-00011.1.

    1. “1976 Convention on the Prohibition of Military or any Hostile Use of Environmental Modification Techniques.” In- ternational Committee of the Red Cross, Advisory Service on International Humanitarian Law. 2003. https://www.icrc.org/en/ document/1976-convention-prohibition-military-or-any-hos- tile-use-environmental-modification.

    194

    A decision to weaponize weather in

    50

    Die Umvolkung Deutschlands und niemand redet darüber

    Dialog Zukunfts Vision 2050 heisst der Plan. Zusammen mit dem Migrationspakt wird diese Agenda durchgeführt. Siehe auch UNO Agenda 21 / 30.

    Dies sind alles Zahnräder die zur grossen System–Maschine gehören.

    -Information-


    Welche Punkte strebt Angela Merkel für das Jahr 2050 an? 

    Es sind dies unter anderen… 

    1. die Überwindung der klassischen Familie,

    2. die Auflösung des Nationalstaates,

    3. die grenzenlose Migrationsgesellschaft,

    4. die Abschaffung des Bargeldes und Vernetzung aller Daten.

    5. den Ökofaschismus u. Oköterror (Nachhaltigkeit).

    6. Gedankenkontrolle (Psychotronik).

    Das zeigt sich nicht nur an der Politik unserer Kanzlerin, sondern auch daran, welche publizierten Zukunftsvisionen sie lobt und zitiert. 

    Visionen 2050 – Angela Merkels Agenda?

    Nach Henryk M. Broder (in der Sendung »Die Deutschland-Safari«, zusammen mit dem Islamkritiker Hamed Abdel Samad) ist das Werk eines der Lieblingsbücher unserer Kanzlerin Angela Merkel: Es geht um das Buch »Dialoge Zukunft. Visionen 2050«. 

    Hier hat eine Gruppe, die sich »Rat für nachhaltige Entwicklung« nennt, Visionen entworfen, wie Deutschland und Europa im Jahre 2050 aussehen werden. Die Bundeskanzlerin hat das Buch immer wieder gelobt. Sie hat es auch beim »Rat für nachhaltige Entwicklung« besprochen.  

    In der Zukunftsvision dieses Buches gibt es ein Verbarium über Begriffe, die angeblich im Jahre 2050 ausgestorben sein sollen. Dazu gehört der Begriff »Migrationshintergrund«. Die Begründung: Im Jahre 2050 würden sowieso fast alle Menschen so gemischt seien, dass jeder einen Migrationshintergrund habe.

    Die Visionen, die in diesem Buch geschildert werden, klingen wie aus dem Labor von George Soros. Es heißt dort unter anderem: 

    »Wir leben im Jahr 2050 in einer Welt, die keine (Staats)Grenzen mehr kennt. Das traditionelle Bild der Familie gibt es nicht mehr. Die Menschen werden in großen ‘Familiengemeinschaften’ zusammen leben, ohne unbedingt verwandt zu sein. Kinder werden von meh­reren Elternteilen mit unterschiedlichen sexuellen Hintergründen behütet. Die Gleichheit des Liebens, egal von welchem Geschlecht, ist auf allen Ebenen festgeschrieben. Daher wurde die Ehe abge­schafft 

    Weiterhin sind dort Passagen zu lesen wie:

    »Budgets werden global vergeben. Gelder werden somit international aufgeteilt. Der Rückgang der Geburtenrate in einigen Industriestaaten wird nicht als Nachteil gesehen. Im Gegenteil. Aufgrund des großen ökologischen Fußabdruckes wird es als notwendig empfunden, dass in den Wohlstandsnationen die Gesellschaft schrumpft. In der Gesellschaft findet eine Durchmischung der Völker statt. Die Menschheit sieht sich als Weltbürgertum 

    Zum Thema Europa wird dort für das Jahr 2050 prognostiziert: 

    »Wir verstehen uns jetzt als Europäer, nur noch in manchen Köpfen ist das Wort Deutscher, Engländer oder Franzose verankert. Die Kinder unserer Nationen lernen nur noch, dass sie in einem Staat von Europa leben, welcher Staat das ist, ist irrelevant geworden 

    Und zum Thema Bargeld heißt es, dass es im Jahre 2040 seine Bedeutung als vorherrschendes Zahlungsmittel verlieren werde. Als Grund wird angegeben: 

    »Die zentrale Speicherung von Informationen (Konten, Identität, Ge­sundheit, Versicherungsinformationen auf dem Personalausweis) und die Vernetzung aller Lebensbereiche machten Barzahlungen überflüssig 

    Utopie? Dystopie? Es ist ein Plan. Im Jahre 2050 sollen wir in einer bargeldlosen Multikulti-Gender-Welt leben, in der alle Nationen aufgelöst sind. Das ist die Vision, die von Angela Merkel gelobt und angestrebt wird. Das ist die Richtung, in die unser Zug fährt. Es sei denn, jemand zieht die Notbremse.

    V.a das Verbarium ist sehr interessant…

    Buch als PDF

    (wurde mittlerweile auf der Ursprungswebseite gelöscht)

    Als Text:

    Dialoge Zukunft Vision 2050

    Dialoge Zukunft „Made in Germany“ Band 2

    Ein Vorhaben des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Realisiert von e-fact, lab concepts und zebralog.

    texte Nr. 38, Juni 2011

    DIALOGE_VISION_2050 Dialoge Zukunft „Made in Germany“ Band 2

    © 2011

    Rat für Nachhaltige Entwicklung

    c/o Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH E-Mail: info@nachhaltigkeitsrat.de

    Homepage: http://www.nachhaltigkeitsrat.de

    Alle Rechte vorbehalten.

    Im Auftrag des Rates für Nachhaltige Entwicklung erstellte e-fect, lab concepts und Zebralog den vorliegenden Bericht.

    Für Inhalte und Form der Visionen sind die jeweiligen Autoren verantwortlich.

    Projektteam

    Stefan Löchtefeld, Malte Schophaus, Sophie Scholz (e-fect dialog evaluation consulting eG) Kerstin Pettenkofer, Ulrike Brettschneider (lab concepts GmbH)

    Matthias Trénel, Christina Rucker, Nils Jonas (zebralog)

    INHALTSVERZEICHNIS

    Gestaltung:

    Medien- und Werbeagentur meva media http://www.meva-media.de

    Fotos:

    Rainer Lutter, Libo Media

    S. 64: Theresa Grapentin

    S. 68: Nele Groher

    S. 83, 84: Anja Carolin Hofmann

    Lektorat:

    Ulrike Bretschneider, Sandra Mayer, Anja Ostermann (lab concepts GmbH)

    Projektleitung:

    Dorotee Braun (Rat für Nachhaltige Entwicklung)

    Druck:

    Druckerei Lokay e. K.

    Gedruckt auf Envirotop (aus 100 % Altpapier)

    00 – 01 – 02- 03 – 04 – 05 –

    VORWORT MAXSCHÖN……………………………………………………..4 MEMORANDUM STAKEHOLDER-KONFERENZVISIONEN2050…………………..11 KOMPENDIUM DIEVISIONEN…………………………………………….27 VERBARIUM WÖRTERBUCHDERIMJAHR2050AUSGESTORBENENBEGRIFFE……..173 EMPFEHLUNG AN DIEPOLITIK……………………………………..185 EIN FENSTER ÖFFNET SICH DERKURZFILM„VISIONEN2050“……………..191

    e-fect dialog

    evaluation consulting eG Am Deimelberg 19 D-54295 Trier

    Tel. +49 (0) 651 284 30 Fax +49 (0) 651 463 32 62 loechtefeld@e-fect.de http://www.e-fect.de

    lab concepts – Das Laboratorium für Konzeption und Realisation in Politik, Bildung, Kultur GmbH Am Hofgarten 18

    53113 Bonn

    Tel. +49 (0) 228 24 98 110 Fax +49 (0) 228 24 98 111 info@lab-concepts.de http://www.lab-concepts.de

    Zebralog GmbH & Co KG

    Chausseestraße 8

    10115 Berlin

    Tel. +49 (0) 30 200 540 26-0 Fax +49 (0) 30 200 540 26-99 info@zebralog.de http://www.zebralog.de

    06 | VORWORT

    VORWORT | 07

    MAX SCHÖN

    VORWORT

    Für das Verfassen von Visionen gibt es keine Rezeptur, keine „Gebrauchsanleitung bessere Zukunft“. Für das Denken der Zukunft bedarf es eines Suchprozesses, den Mut, neue Wege zu beschreiten. Als wir uns im Rat mit dem Thema Visionen 2050 befassten, waren wir uns einig, dass es uns allen, ob wir unterneh- merisch, politisch oder gesellschaftlich handeln, an einer Gesamt- perspektive einer lebenswerten Zukunft für die Generationen heute und morgen fehlt.

    Dabei wissen wir um die Folgen unseres Handelns. Wir wis- sen, dass ein einfaches „Weiterso“ existenzgefährdend für das Leben auf unserer Erde ist. Wir ahnen die Größe der vor uns liegenden Aufgabe – heute wie in Zukunft. Aber: Die unter den von Men- schen verursachten Belastungen ächzenden Ökosysteme nachhaltig zu bewirtschaften, ist auch eine reizvolle Aufgabe. Die Rettung der Welt lohnt unseren Einsatz und es gilt den Weg dorthin zu finden. Doch wie könnte diese „neue“ Zukunft aussehen?

    In den in diesem Band zusammengestellten Visionen 82 jun- ger Menschen finden sich Bilder einer gelungenen Zukunft. Einer Zukunft, in der die großen Hürden auf dem Weg zum Jahr 2050 genommen werden: Erneuerbare Energien, geschlossene Rohstoff- kreise, innovative Schulkonzepte, erfolgreiche Demokratiebewe- gungen, aktive Teilhabe aller an politischen Prozessen – unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder Status. Schließlich ein Selbst- verständnis als Weltbürgerin und -bürger, nach dem globale Un- gerechtigkeiten nicht länger gleichgültig zur Kenntnis genommen werden. Und das ist nur ein Ausschnitt.

    Wir haben uns im Rat entschieden, die Entscheidungsträger

    von Morgen zu einem Dialog zur Zukunft einzuladen. Wir haben mit unserer Bitte, die wir an Nachhaltigkeitsexperten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft richteten, junge Menschen unter 27 Jahren für dieses Projekt zu nominieren, eine Generationen- und Wissensbrücke geschlossen.

    Auch ist unsere Idee aufgegangen, mit der Übertragung von Verantwortung auf die jüngere Generation zum Gelingen des Pro- jektes beizutragen. Mein herzlicher Dank richtet sich an alle jene, die sich so engagiert und kritisch auf eine mentale Reise in die Zukunft begeben haben und sich in konstruktiver Weise dem Di- alog untereinander sowie mit den Vertreterinnen und Vertretern der Bundesministerien und dem Bundeskanzleramt, wie auch den Mitgliedern des Nachhaltigkeitsrates gestellt haben.

    Allen politischen Vertreterinnen und Vertretern, die sich für diesen wichtigen, sozusagen die Realität prüfenden Austausch die Zeit genommen haben, sei herzlich gedankt. Nicht zuletzt danke ich dem Team von e-fect, lab concept und Zebralog dafür, dass sie sich die Freiheit zur Entwicklung der Methodik und des Designs genommen haben. Dies gilt insbesondere auch für ihre inhaltliche und organisatorische Begleitung über die Projektlaufzeit. Auch hier wurden ungewohnte Wege beschritten, denn auch für die Gestal- tung eines solchen Prozesses gibt es keine „Gebrauchsanleitung bessere Zukunft“.

    Innovative Dialoge sind ein elementarer Bestandteil aktiver Nachhaltigkeitspolitik. Dialoge_Zukunft_Vision2050 ist ein Mo- dell für neue Formen der Organisation gesellschaftlicher Mitspra- che im Rahmen der Nachhaltigkeitspolitik.

    Wir sind auf die Aufgabe, größere Zeiträume in unseren Ent- scheidungen zu berücksichtigen, bislang nur unzureichend vorbe- reitet. Werfen wir einen Blick auf die Nationale Nachhaltigkeits- strategie, so finden wir allenthalben mittelfristige Zielsetzungen. Das ist auch in Europa nicht anders. Der Blick auf ein Leben nach 2020 aber fehlt – mit Ausnahme der Klimapolitik. Das Jahr 2050 gehört in den Fokus des Langfristdenkens, sei es im Hin- blick auf den demographischen Wandel in Deutschland, im Hin- blick auf Ernährungs-, Wasser-, Energie- und Klimafragen oder die fiskalische Generationengerechtigkeit. Visionen nähren sich von informierten Diskussionen und sie müssen untrennbar mit dem Leitbild der Nachhaltigkeit verbunden werden. Es gibt nun ein- mal kein Muster, wie der Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft gesteuert werden kann. Wenn ich eines aus meinen Erfahrungen gelernt habe, dann dies: Visionen sind nicht von heute auf morgen um- und durchzusetzen. Der Widerstand gegen die Klimafolgen der massenhaften Verbrennung fossiler Rohstoffe oder die Sicher- heitsrisiken der Atomenergie sind nur zwei Beispiele.

    Ihnen, die Sie an diesem Dialog mitgewirkt haben und uns allen wünsche ich, dass wir die Lust am Visionieren und die anschließende Verwirklichung unserer Ideen weiterhin mit Leiden- schaft und Engagement verfolgen.

    Max Schön

    (Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung)

    08 | VORWORT

    VORWORT | 09

    01

    10 | MEMORANDUM MEMORANDUM | 11

    12 | MEMORANDUM

    MEMORANDUM | 13

    STAKEHOLDER-KONFERENZ „VISIONEN 2050“ MEMORANDUM

    von Stefan Löchtefeld, Marlen Nebelung, Sophie Scholz, Dr. Malte Schophaus (efect)

    1.1 VORBEMERKUNG

    Wie können wir jene beteiligen, die morgen in einer Gesellschaft und Umwelt leben werden, die von unseren heutigen Entschei- dungen beeinflusst sind? Diese Frage stand am Anfang des Projekts „Dialoge_Zukunft_Vision2050“. Ziel war es, junge Menschen zu Visionären zu machen, die einen Zeithorizont von vier Jahrzehnten in den Blick nehmen.

    Die üblichen Methoden der „Zukunftsplanung“ wie Szenariotech- niken, Zukunftswerkstätten oder –konferenzen grenzen den Rah- men möglicher Zukünfte ein. Dazu kommt, dass sie meist nur die Perspektive von höchstens 20 Jahren in den Blick nehmen. In 40 Jahren können sich so viele Dinge mit gravierenden Auswirkungen ereignen, die mit den gängigen Methoden nur unzureichend ab- bildbar sind. Der Peer Review der deutschen Nachhaltigkeitspolitik vermisste eine langfristige Vision, mit der auch ein methodisches Defizit der partizipativen Visionsentwicklung einhergeht.

    Wissensbasierte und dialogische Zugänge zu Visionsentwick- lung wurden in dem Projekt Dialoge_Zukunft_Vision2050 kom- biniert. Die Integration von Dialog und Wissen machen Werte und Interessen sichtbar, sie fragen nach den gewünschten Zuständen in der Zukunft „Wie stelle ich mir (m)ein Leben im Jahre 2050 vor?“ und fragen, von den möglichen Zukünften abgeleitet, nach den nächste Schritten, nach den nächsten Meilensteinen. Die Dialog- teilnehmer stehen in ihrer persönlichen Zukunft und blicken in Richtung Gegenwart.

    Wie aber ermöglichen wir Austausch und direktes Feedback zu den persönlichen Visionen? Wir kombinierten Methoden, mit

    denen die jungen Visionären möglichst vielen aus ihren Reihen die eigene Vision vorstellen konnten – im schnellen Wechsel zwischen Zuhören und Erzählen. Der Visionsprozess 2050 beschritt damit neue, experimentelle Wege.

    Der Rat für Nachhaltige Entwicklung setzte mit der Zeitvor- gabe 2050 und dem Nominierungsverfahren, bei dem nur junge Menschen benannt werden konnten, Eckpunkte, die hohe Ansprü- che an die Entwicklung eines Dialogverfahrens stellten. Anderer- seits ließ der Rat auch ausreichend Freiheitsgrade zum Experimen- tieren zu. Damit eröffneten wir kreativen Gestaltungsraum, den die Teilnehmer intensiv nutzten.

    Das resultierende partizipative Verfahren zur Entwicklung von „Visionen 2050“ hat ein innovatives Design, das nicht nur inhalt- lich, sondern ebenso methodisch interessant und übertragbar auf andere Visionsprozesse ist.

    1.2 DAS NOMINIERUNGSVERFAHREN

    Im Projekt „Dialoge_Zukunft_Vision2050“ begann das dialogi- sche Prinzip schon bei der Auswahl der Teilnehmenden. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung lud heutige Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die sich glaubwürdig für die Nachhaltigkeit einsetzen, dazu ein, junge Teil- nehmende für das Projekt „Dialoge_Zukunft_Vision2050“ zu no- minieren. So wurde das Know How und die Leistung von heute mit den Interessen und den Kompetenzen der Entscheidungsträger von Morgen verbunden. Die Nominierungen kamen von:

    • den Nachhaltigkeitspolitikern des Deutschen Bundestages,

    • den CEOs der Unternehmen, die den Deutschen Nachhaltig- keitspreis 2008, 2009 oder 2010 gewonnen haben oder 2010

    nominiert waren,

    • den Preisträgern „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit“

    2009 und 2010,

    • den Dekanen der Hochschulen mit Nachhaltigkeits-Studien-

    gängen,

    • den Oberbürgermeistern, die sich am Dialog Nachhaltige Stadt

    beteiligen,

    Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit verzichten wir im Folgenden auf die weibliche Nennung.

    RAHMENBEDINGUNGEN DES ONLINE-DIALOGS

    BILDUNG

    NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN

    SOZIALES MITEINANDER UND VIELFALT

    NACHHALTIGER KONSUM, LANDWIRTSCHAFT UND ERNÄHRUNG

    UMWELT UND ENERGIE

    INDIVIDUELLE VERANTWORTUNG, PARTIZIPATION UND ENGAGEMENT

    VERKEHR UND MOBILITÄT INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN

    ZIEL DES ONLINE-DIALOGS

    Viele Teilnehmer nutzten bereits vor Beginn der Konferenz die Möglichkeit, ihre persönliche Vision für das Jahr 2050 online zu formulieren, um sie während der Konferenz weiter zu bearbeiten. Andere formulierten sie aus zeitlichen Gründen erst im Rahmen der Konferenz. Am Ende des Prozesses standen 82 ausgearbeitete Visionen.

    1.4 DIE STAKEHOLDERKONFERENZ

    Die nicht öffentliche Konferenz fand vom Nachmittag des 23. März bis zum Nachmittag des 25. März 2011 im Allianz-Stiftungsforum am Pariser Platz in Berlin statt. 80 Teilnehmende – die jüngsten im Alter von 15 Jahren – nahmen an der Konferenz teil. Über 50 Teilnehmer hatten bereits einen ersten Entwurf ihrer Vision auf die Plattform eingestellt.

    Die im Prozess angelegte Wissens- und Generationenbrücke sah neben der Übertragung von Verantwortung durch das Nomi- nierungsverfahren auf die jüngere Generation, den Austausch mit Vertretern von Ministerien und Bundeskanzleramt sowie Mitglie- dern des Nachhaltigkeitsrates vor.

    Moderiert wurde die Konferenz durch vier Dialogbegleiter, die durch Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Nachhaltigkeitsrates unterstützt wurden. Medial begleitet wurde der Gesamtprozess des

    THEMENSCHWERPUNKTE DER ONLINE-DISKUSSION

    Vision Kommunikation

    Abfall Akteur Atomkraftwerke Anknüpfen Überzeugung

    Abbildung 1:

    Weltfrieden

    Naturschutz Bildung Altersversorgung Armut Partizipation

    Die Schlagwortwolke

    zeigt die am häufigsten

    im Online-Dialog diskutierten Themen.

    Nachhaltigkeit

    14 | MEMORANDUM

    MEMORANDUM | 15

    • den Ministerpräsidenten der Länder mit Nachhaltigkeitsstrate- gien und

    • den Mitgliedern des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

    1.3 DER ONLINE-DIALOG: KENNENLERNEN, VERNETZEN, KONZIPIEREN

    Die virtuelle Begegnung der mehr als 80 Teilnehmer fand auf ei- ner moderierten, passwort-geschützten Dialogplattform statt. Die Online-Moderation begleitete, informierte und strukturierte den vierwöchigen Online-Dialog durch wöchentliche Aufgabenstellun- gen und bereitete die Teilnehmer inhaltlich und organisatorisch auf die Stakeholderkonferenz vor. Die Teilnehmer konnten über die Dialogplattform Texte verfassen, Bilder und Fotos von ihren Zukunftsvorstellungen einstellen, andere Beiträgen kommentieren und bewerten.

    Der Online-Dialog verfolgte vier Ziele:

    • Gegenseitiges Kennenlernen der Teilnehmer.

    • Diskussion von Inhalten des Berichts „Visionen 2050 – Dialoge

    Zukunft ‚Made in Germany’“.

    • Diskussion von Nachhaltigkeitsthemen, die die Teilnehmer für

    die Visionsentwicklung 2050 einbrachten und für relevant

    Übergang von der Online-Diskussion zur Konferenz

    Aus den online debattierten Themenschwerpunkten identifizierte das Projektteam acht zentrale Themen, die in Workshops auf der Stakeholderkonferenz thematisiert wurden:

    hielten.

    • Verfassen persönlicher Visionen.

    RAHMENBEDINGUNGEN DER STAKEHOLDERKON- FERENZ

    Abschalten

    Armutsbekämpfung

    Dialog

    Arbeit Politik Ökosystem Atomenergie Ökonomisierung Vielfalt

    Öffentliche Beschaffung

    Soziales Architektur

    Integration

    Gerechtigkeit Überflutung

    Migration

    Umwelt

    Gesellschaft

    Allgemeines

    Energie Werte

    Co2

    ZIEL DER STAKE- HOLDERKONFERENZ

    Dialoges durch regionale Medien, die aufgrund des Wohnortes oder der ethnischen Zugehörigkeit einzelner Stakeholder von dem Prozess berichteten, sowie von zur Stakeholderkonferenz eingelade- nen Journalisten.

    Der Rat für Nachhaltige Entwicklung strebte mit diesem Vor- gehen an, einen Beitrag zum Fortschrittsbericht zur Nachhaltig- keitsstrategie 2012 zu entwickeln, ein Modell für neue Dialoge und Mitsprache im Rahmen der Nachhaltigkeitspolitik aufzuzeigen und Nachhaltigkeit mit Visionieren zu verbinden, um diese Idee in der Gesellschaft zu verankern.

    Die Konferenz hatte folgende Ziele:

    • Vertiefende Diskussion von Nachhaltigkeitsthemen, die in der Online-Phase identifiziert wurden.

    • Austausch über die individuellen Visionen 2050.

    • Überarbeitung und Abschluss der individuellen Visionen auf • Grundlage der durch Diskussionen neu hinzugewonnen Pers-

    pektiven.

    • Verdeutlichung der Meinungsvielfalt der jungen Stakeholder,

    Feststellung von Konsensen und Akzeptanz von Unterschied-

    lichkeiten.

    • Identifikation von Rahmenbedingungen und Anforderungen

    an die Entwicklung einer gemeinsamen gesellschaftlichen

    Vision 2050.

    • Diskussion der themenspezifischen Ergebnisse und der Visio-

    nen mit Vertretern der Politik.

    • Netzwerkbildung zwischen jungen und im Bereich Nachhal-

    tigkeit engagierten Menschen.

    Am ersten Tag (später Nachmittag, Abend) standen neben der Begrüßung durch Max Schön, Mitglied des Rates für Nachhalti- ge Entwicklung, die Präsentation der Ergebnisse des Online-Pro- zesses und das gegenseitige (persönliche) Kennenlernen auf dem Programm. Den Abschluss bildete eine Fishbowlrunde mit Herrn MdB Franz Müntefering, der sich vor dem Hintergrund seiner viel- fältigen politischen Erfahrungen den jungen Stakeholdern zur Dis- kussion stellte. Als Mitglied des Bundestages engagiert sich Franz Müntefering im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwick- lung.

    Die Teilnehmer diskutierten am zweiten Tag acht zentrale The- men, die sich aus der vorhergehenden Online-Phase ergaben. Für die Diskussion im Plenum und in Workshops mit je 20 Personen war das vorhergehende Kennenlernen und die Vorbereitung in der Online-Phase eine wichtige Voraussetzung. Vertreter aus den Work- shops stellten die Ergebnisse im Plenum einander vor und vertra- ten ihre Gruppen auch in der Diskussion mit den Mitarbeitern der Bundesregierung. Ein Zeitraum zwischen Klein- und Plenarsitzun- gen stand für die Fortentwicklung der schriftlichen Visionen oder deren kreativen Umsetzungen zur Verfügung.

    Für den letzten Tag identifizierten die Teilnehmenden Anfor- derungen an eine von der Mehrheit der Gesellschaft getragenen Vi- sion für das Jahr 2050. Zum Abschluss der Konferenz diskutierten die jungen Visionäre die Ergebnisse aus den Themendiskussionen mit Vertretern aus zehn Bundesministerien und die Anforderungen an einen gelingenden, gesellschaftlichen Visionsprozess mit Vertre- tern aus dem Bundeskanzleramt.

    Die Mitglieder des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Frau Prof. Dr. Zahrnt und Herr Dr. Geisler begleiteten die Diskussions- verläufe und standen, wie Herr Dr. Bachmann, Generalsekretär des Rates, den Teilnehmenden für Rückfragen zur Verfügung.

    Mittels Aufstellungen im Raum kamen die Teilnehmenden in Kleingruppen vertiefend ins Gespräch. Mit Hilfe von Leitfragen, die beispielsweise auf das persönliche Nachhaltigkeitsengagement der Teilnehmer oder auf deren Zuversicht bezogen waren, ob der Visionsprozess einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten wird, stellten sich die Teilnehmenden gegenseitig persönlich vor, stiegen ins Thema ein und formulierten ihre Erwartungen an den Prozess.

    ABLAUF DER STAKE- HOLDERKONFERENZ Nach einer Kurzübersicht über den Gesamtablauf fol- gen kurze Beschreibungen der zentralen Methoden.

    16 | MEMORANDUM

    MEMORANDUM | 17

    METHODIK Kennenlernen

    Fishbowl

    Backcasting

    Am ersten Abend stand Herrn MdB Franz Müntefering den Teil- nehmern zur Bedeutung von Visionen für die Politik und dem Wechselspiel zwischen Eigenverantwortung und der Rahmenset- zung durch die Politik Rede und Antwort. Mit der Methode Fish- bowl wurde es möglich, dass viele Teilnehmer direkt mit Herrn Müntefering diskutieren konnten.

    Die jungen Stakeholder entwickelten ihre Vision mittels eines Backcasting.

    Andere Methoden der „Zukunftsplanung“ wie Szenariotech- niken, Zukunftswerkstätten oder –konferenzen etc. erschienen un- geeignet. Zum einen zielen diese Methoden auf kurz- und mittel- fristige Entwicklungszeiträume (max. 20 Jahre) und zum anderen berücksichtigen sie keine Diskontinuitäten, Einzelereignisse mit gravierenden Auswirkungen wie beispielsweise der Fall der Mauer, 11. September, Tschernobyl und Fukushima.

    Backcasting zielt auf die Werte und Interessen der Visionäre. Es fragt nach den gewünschten Zuständen in der Zukunft „Wie stelle ich mir (m)ein Leben in 2050 vor?“ und beschreibt ausge- hend von den möglichen Zukünften den Weg dorthin „Wie kom- men wir dahin?“. Die Teilnehmer betrachten also die Zukunft und blicken von der Zukunft in Richtung Gegenwart Im Backcasting skizzierten die Teilnehmenden ihr persönliches Szenario für 2050 und wendeten den Blick zurück von 2050 auf die dann vergange- nen vierzig Jahre davor, um die Einflussfaktoren, Meilensteine und zentralen Entscheidungen zu beschreiben.

    Zu Beginn des Backcasting versetzten sich die Teilnehmer der Stakholderkonferenz mit Hilfe einer Zeitreise in das Jahr 2050. Diese Inszenierung öffnete den Vorstellungsraum der jungen Visi- onäre und ermöglichte, die inhaltlichen Diskussionen aus der Zu- kunftsperspektive zu führen.

    In vier parallel stattfindenden, thematischen Backcastinggrup- pen diskutierten die Teilnehmer in zwei Runden die aus der Onli- ne-Phase identifizierten Themen, visualisierten zentrale Ergebnisse und stellten diese den anderen Gruppen in einer Wandelausstellung vor.

    Vor den Diskussionen mit den Vertretern aus den Ministerien und dem Bundeskanzleramt wurden die Teilnehmer durch ein De- briefing (Zeitreise zurück ins Jahr 2010) zurück in die Gegenwart versetzt.

    Ziel war, dass die jungen Stakeholder sich über ihre Visionen aus- tauschten und von anderen direkte Rückmeldungen erhalten. Die dafür entwickelte Methode Kugellager – einen Stuhlkreis innen, einen Stuhlkreis außen, deren Sitze sich direkt gegenüber standen – erlaubte sowohl, sich die Vision im direkten Gespräch vorzustel- len und zuzuhören als auch das Gegenüber schnell zu wechseln und unter einer neuen Leitfrage weiter zu diskutieren.

    In einer Ausstellung konnten die Teilnehmenden alle ihre Visionen, die in der Kreativphase entstandenen Bilder, Grafiken und Plasti- ken sowie alle im Vorfeld eingesandten Fotos betrachten.

    InnerhalbvonArbeitsgruppendiskutiertendieTeilnehmerzunächst in Kleingruppen von drei bis fünf Personen anhand von Leitfragen die Erwartungen und Anforderungen an einen Prozess, in dem eine gemeinsame, gesellschaftlich getragene Vision für 2050 entwickelt werden sollte. Sie visualisierten ihre Ergebnisse und stellten sie den anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe vor. Zusammen identifi- zierten sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede und formulierten die zentralen Botschaften für die Runde mit dem Bundeskanzler- amt. In Murmelgruppen mit je einem Teilnehmer aus jeder der ins- gesamt vier Arbeitsgruppen vermittelten die Teilnehmenden sich gegenseitig in zwei Runden mit vier Personen acht Minuten lang die zentralen Ergebnisse.

    Ziel des Austausches mit Vertretern der Bundesministerien und des Bundeskanzleramtes sowie den Ratsmitgliedern war, einerseits den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, ihre Erwartungen und Vor- schläge an die Politik zu adressieren und andererseits diese Ideen auf ihre Realitätsnähe hin zu überprüfen.

    In selbstorganisierten Tischgruppen mit acht bis zwölf Teil- nehmern stellten Vertreter der thematischen Arbeitsgruppen die Ergebnisse vor und diskutierten sie mit den Mitarbeitern der Bun- desministerien. Zum Abschluss debattierten Delegierte die Anfor- derungen an einen gelingenden, gesellschaftlichen Visionsprozess mit Vertretern aus dem Bundeskanzleramt in einer moderierten Podiumsdiskussion.

    In einem Buch notierten die Teilnehmenden in den Pausen zwei- undvierzig Begriffe, die in 2050 nicht mehr verwendet werden. Die Idee stammt aus der Vision von Philipp Albers aus dem Bericht „Visionieren. Visionen 2050. Dialoge Zukunft ́Made in Germany ́“.

    Kugellager

    Ausstellung „Vision kommt von Sehen“

    Kaskadische Arbeits- und Murmelgruppen

    18 | MEMORANDUM

    MEMORANDUM | 19

    DISKUSSION MIT BUNDESMINISTERIEN UND BUNDESKANZLER- AMT

    BEGLEITFORMATE Verbarium

    Zitate aus 40 Jahren

    FEEDBACK DER TEILNEHMENDEN

    Wenige Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, Zitate von Personen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft aus den letzten 40 Jahren (2010 bis 2050) auf einer Pinnwand festzuhalten.

    Gegen Ende des zweiten Tages reflektierten die Teilnehmer, wie zufrieden sie mit dem Verlauf der Konferenz und den Rahmenbe- dingungen waren und diskutierten Verbesserungsideen. Am Ende bewerteten sie, wie zufrieden sie mit den Ergebnissen waren und wie inspiriert sie sich durch die zweieinhalbtägige Stakeholderkon- ferenz fühlten.

    Ein wichtiger Diskussionspunkt in der Feedbackrunde war, was mit den Ergebnissen des Prozesses geschehen würde und wie sie in den Politikprozess einfließen würden.

    Die Teilnehmer schätzten ihre Gruppe hinsichtlich der meist aka- demischen Bildung sowie der maßgeblich deutschen Herkunft als sehr homogen und privilegiert ein. Sie wünschten sich die stärkere Anwesenheit von Personen aus eher benachteiligten Gruppen, die für die Entwicklung nachhaltiger, gesellschaftlicher Visionen aus ihrer Sicht unverzichtbar sind.

    Kritische Anfragen bezogen sich auf die Auswahl der Beteiligten. Der Nominierungsprozess war für viele Teilnehmer zunächst of- fenbar nicht ausreichend transparent. Regeländerungen im Prozess – die Zulassung einiger Teilnehmer mit einem Alter über 27 Jahren – erzeugten bei einigen Teilnehmenden Mutmaßungen über Beein- flussung auf den Nominierungsprozess. Ähnliche Skepsis wurde von Einzelnen hinsichtlich der Moderationsmethoden geäußert, die auf die Sammlung von Ideen, Perspektiven und Visionen ausgerichtet waren. Einige Teilnehmer wünschten sich vertiefende Diskussionen zu den Themen. Sie nannten offenere Formate, wie etwa die Open Space Methode, als mögliche Alternative. Andere Personen beton- ten, wie gut Ihnen der bisherige Ablauf gefallen habe.

    In dem Nominierungsverfahren sahen einige Teilnehmer die Ge- fahr, nur jene in den Prozess einzubinden, die eh schon aktiv und privilegiert sind. Ebenso kritisierten Einzelne in der räumlich ex- klusiven Verortung der Konferenz direkt am Brandenburger Tor und der Unterbringung der Teilnehmenden in Hotels nahe dem Potsdamer Platz den damit verbundenen Kostenrahmen und Sta-

    tus der Konferenz. Andere Teilnehmende fanden dieses Vorgehen angemessen.

    Der Generalsekretär des Rates und das Projektteam nutzten die Feedbackrunde, um offene Fragen der Teilnehmer hinsichtlich des Nominierungsverfahrens, der Ziele sowie der möglichen Wirkun- gen des Visionsprozesses aufzugreifen.

    Die Teilnehmer nahmen den Perspektivenwechsel des Backcasting als fruchtbar und anregend wahr, wenngleich sie es als anspruchs- voll beschrieben, diese Zukunftsperspektive über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Besonders gut gefiel vielen Sta- keholdern die Methode des Kugellagers. Die dadurch erhaltenen Rückmeldungen zur eigenen Vision und die Vielfalt der nebenein- ander stehenden Visionen beschrieben sie als bereichernd.

    Der Rat für nachhaltige Entwicklung wird die Ergebnisse des Pro- zesses sichtbar machen, verwerten und verbreiten.

    • Die Ergebnisse werden auf der 11. Jahreskonferenz des Rates am 20. Juni 2011 als ein zentrales Thema vorgestellt, diskutiert und verbreitet.

    • Die Visionen, die Prozessdokumentation und die Empfehlun- gen an die Politik für einen gesamtgesellschaftlichen Visions- prozess werden in gedruckter Form und wie die filmische Um- setzung auf der Homepage des Rates veröffentlicht.

    • Der Rat arbeitet Prozess und Ergebnisse des Dialoges in sei- nem Beitrag zum Fortschrittsbericht 2012 zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die das Rechenschafts- und Ar- beitsprogramm der Bundesregierung in Sachen Nachhaltigkeit für die nächsten Jahre darstellt, ein.

    Im Nachgang zur Stakeholderkonferenz lud der Rat die vorge- schlagenen Teilnehmer ein, die Ergebnisse der Konferenz bei sei- ner Jahreskonferenz in Berlin vorzustellen und zu diskutieren. Die Auswahl der Repräsentanten erfolgte auf der Basis anonymisierter Vorschläge der Stakeholder selbst, die durch Vorschläge der Pro- jektbeteiligten – den Moderatoren von e-fect und Zebralog, dem Tagungsmanagement von lab concepts sowie der Geschäftsstelle des Rates – ergänzt wurden. Acht Repräsentanten stellen den Dia- logprozess und die Ergebnisse im Rahmen der Jahreskonferenz des

    20 | MEMORANDUM

    MEMORANDUM | 21

    VERWENDUNG DER ERGEBNISSE

    ERGEBNISPRÄSENTATION BEI DER JAHRES- KONFERENZ DES RATES FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

    METHODISCHE EMPFEHLUNGEN DER MODERATOREN FÜR WEITERE ZUKUNFTSDIALOGE

    Methode Backcasting

    Erfolgsmodell: Wechsel von Workshop- und Ple- numsphasen

    22 | MEMORANDUM

    MEMORANDUM | 23

    RNE vor, wobei dem Thema Energie aufgrund der aktuellen politi- schen Ereignisse eine besondere Bedeutung zukommt.

    Auf der Jahreskonferenz wird auch der Film über die Visionen der Teilnehmenden präsentiert. Eine Teilnehmerin betrieb maßgeblich dieses Vorhaben und setzte das Projekt mit elf anderen Visionären und finanzieller Unterstützung des Rates um.

    Aus Sicht der Moderation unterstützt das gewählte Vorgehen die hohe Motivation der Teilnehmer und deren Wunsch, an Verän- derungsprozessen teilzuhaben. Davon zeugen auch Anfragen der Visionäre im Nachgang an den Dialog, ihnen Auswertungen und Ergebnisse aus der Konferenz für eigene (Visions-)Prozesse zur Ver- fügung zu stellen.

    Alle achtzig Teilnehmer der Konferenz verfassten eine persönliche Vision für das Jahr 2050. Auch zwei Personen, die lediglich an der Online-Phase teilnehmen konnten, stellten ihre Visionen auf der Online-Plattform ein.

    In Gesprächen mit den Moderatoren und den Mitgliedern der Geschäftsstelle des Rates signalisierten die Teilnehmer, dass sie das Backcasting mit der Zeitreise in das Jahr 2050 als zielführend und hilfreich wahrnahmen. Zugleich beschrieben sie es als anspruchs- voll, diese Zukunftsperspektive über einen längeren Zeitraum konsequent durchzuhalten. Die Moderation sollte in künftigen Visionsprozessen die Teilnehmer durch häufiges Erinnern dabei unterstützen, die gewünschte Zukunftsperspektive aufrecht zu er- halten.

    Die Moderation empfiehlt, diese Methode künftig bei der Ent- wicklung von langfristigen Visionen zu nutzen.

    Plenumsphasen und Workshops wechselten einander ab. Die je- weils verwendeten Methoden förderten in ihrer Kombination die Diskussion unter den Teilnehmern, ermöglichten ihnen mentale Zeitreisen ins Jahr 2050 zu unternehmen, Ideen zur Zukunftsge- staltung zu entwickeln und stellten zugleich einen gemeinsamen Gruppenprozess sicher.

    Der Wechsel zwischen kreativen Entwicklungsphasen, Vertiefungs- und Reflexionsphasen trug dazu bei, den Spannungsbogen aufrecht

    zu erhalten, die Teilnehmer mit andersartigen Aufgaben- und Fra- gestellungen zu motivieren und herauszufordern.

    Dieses Vorgehen erscheint auch für künftige Prozesse empfeh- lenswert.

    Für spätere Verfahren oder einen weiteren Durchgang sind folgen- de Modifikationen vorstellbar:

    • Die erst im Verlauf der Veranstaltung eingeplante Redaktions- gruppe, die im Nachhinein die Ergebnisse zu den Erwartungen und Anforderungen an einen gesellschaftlichen Visionsprozess fokussierte und in einem Text zusammenfasste, empfiehlt sich bereits im Vorfeld einzuplanen.

    • Das Zwischenfeedback am Ende des zweiten Tages wirkte klärend und hatte positive Auswirkungen auf den weiteren Prozessverlauf. Ein Feedback sollte im Prozess früher und aus- führlicher vorgenommen werden.

    • Ist eine Vertiefung der Diskussion zu Schwerpunktthemen das Ziel, könnte die Moderation in der Online-Phase gezielter auf die Themen der Teilnehmenden fokussieren, um diese früher zu strukturieren und zu vertiefen. Während der Konferenz pla- nen die Moderatoren dann mehr Zeit für thematische Diskus- sionen ein.

    • Ist das Ziel eher, die Teilnehmer dabei zu unterstützen, Mei- lensteine, zentrale Entscheidungen und Einflussindikatoren für den Prozess zur Erreichung der gewünschten Visionen zu entwickeln, kann die Phase, in der aus dem Jahr 2050 der Zeit- raum von heute bis 2050 betrachtet wird, ausgedehnt werden.

    • Die Teilnehmer griffen das Angebot für die kreative Umset- zung ihrer Visionen stärker auf, als im Vorfeld vom Projektteam vermutet. Hier könnten weitere kreative Auseinandersetzungs- möglichkeiten mit der Zukunft in unterschiedlichen Angebo- ten die sprachlich-kognitiven Anteile ergänzen.

    Diese Modifikationen stellen aus Sicht der Moderation Erweite- rungsmöglichkeiten für ein gelungenes Projektdesign zur Entwick- lung von persönlichen Langfristvisionen dar.

    Mögliche Modifikationen

    24 | MEMORANDUM

    Nachhaltiges Wirtschaften

    Dr. Walter Tabat

    Referat Marktwirtschaftliche Umweltpolitik Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

    Soziales Miteinander und Vielfalt

    Dr. Christian Raskob

    Leiter des Referates Nachhaltige Gesellschaftspolitik Bundesministerium für Arbeit und Soziales

    Dr. Martin Schölkopf

    Leiter des Referates Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik, Gesamtwirtschaftliche

    Aspekte des Gesundheitswesens Bundesministerium für Gesundheit

    Nachhaltiger Konsum, Landwirtschaft und Ernährung

    Bernt Farcke

    Leiter der Unterabteilung Nachhaltigkeit Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz

    Umwelt und Energie

    Dr. Jörg Mayer-Ries

    Leiter des Referates Allgemeine und grundsätzliche Angelegenheiten der Umweltpolitik, Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsstrategien

    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz

    und Reaktorsicherheit

    Frank Hönerbach

    Referat Allgemeine und grundsätzliche Angelegenheiten der Umweltpolitik, Umweltschutz- und Nachhaltigkeits strategien

    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

    MEMORANDUM | 25

    Vertreter Bundeskanzleramt

    Johannes Geismann,

    Leiter der Abteilung Sozial-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Infrastruktur- und Gesellschaftspolitik

    Dr. Stefan Bauernfeind

    Leiter des Referates Nachhaltige Entwicklung

    Vertreter/innen Ministerien

    Individuelle Verantwortung, Partizipation und Engagement

    Dr. Renate Behrend

    Referat Umwelt und Verbraucherschutz Bundespresseamt

    Verkehr und Mobilität

    Regina Maltry

    Referat Grundsatzfragen Energie, Klima- und Umweltschutz

    Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

    Internationale Beziehungen

    Dr. Heike Litzinger

    Referat Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Christian Doering

    Referat EKR 3 EU-Koordinierungsgruppe; EU-Nachhaltigkeitsstrategie; Frühwarnung Umwelt, Energie, Bildung, Kultur, Medien

    Auswärtiges Amt

    Bildung

    Dr. Maximilian Müller-Härlin

    Referat Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich Bundesministerium für Bildung und Forschung

    02

    26 | KOMPENDIUM KOMPENDIUM | 27

    28 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 29

    Die hier dargestellten Visionen wurden im Rahmen des Projektes „Dialoge_Zukunft_Vision2050“ erstellt und auf der Stakeholder- konferenz vom 23. bis 25. März 2011 durch die Teilnehmenden diskutiert und ergänzt.

    Inhalt und Form der einzelnen Beiträge liegen in der Verantwor- tung des jeweiligen Autors.

    Sicher ist, dass nichts sicher ist ………………………..33 Mein Leben in 2050………………………………………34 Mein Eindruck über 2050 …………………………………35 Bildung ist unsere Zukunft …………………………………37 Auf allen Ebenen gegen menschenfeindliche Praxen ….39 Die Schaffung einer Grundhaltung –

    reelle Partizipation auf allen Ebenen ……………………40 Was hilft die Theorie ohne Praxis? ………………………..41 Zukunft sicher(n)! ………………………………………….42 Wer hätte das gedacht ………………………………………43 Zukunftswunsch ……………………………………………45 Nachhaltiger Lebensstil 2050 ……………………………47 Vision 2050 ………………………………………………….49 Globalisierung im Kleinen, Abgrenzung im Grossen ..51 Zukunft- Die ganz große Chance …………………………..54 Die soziale Großfamilie ersetzt die

    genetische Famlie ………………………………………….56 Energie – woher soll diese 2050 kommen? ……………….58 Verständnis für Nachhaltigkeit

    aller Wirtschaftssubjekte …………………………………59 Nachhaltigkeit als Lebenseinstellung ………………….60 Sternzeit 205003241530 …………………………………62 40 Jahre Zeit für eine bessere Welt! ……………………….64 Vision_2050_Nachhaltigkeit als Selbstverständlichkeit ……………………………………66 Gerechtigkeit – ein Thema für Generationen …………….70

    30 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 31

    2050 – Bis dahin werden wir die Gesellschaft

    von Nachhaltigkeit begeistert haben ……………………71 Die Macht des Wirtschaftskonzeptes ……………………72 Biolandwirtschaft ………………………………………….74 Meine Vision 2050 ………………………………………….75 Selbstbestimmte Lebensgestaltung ……………………77 Vision 2050 ………………………………………………….79 Der Weg ist das Ziel ………………………………………….81 Vision 2050 ………………………………………………….82 AUTO_MOBILITÄT, eine bewegte Diskussion …………..83 Fragmente einer Zukunft. Meine Vison …………………..86 2050 – Vision, Utopie, Fantasie ……………………………90 Small is smart ……………………………………………….93 Meine Vision für 2050 ………………………………………95 Skizzen einer Welt von morgen – Vision 2050 …………….96 Meine Welt …………………………………………………..99 Die Zukunft im Jetzt ……………………………………….100 Natürlich Leben!

    „Sozial-Ökologische Marktwirtschaft“ ………………101 Meine Vision bis 2050 …………………………………….102 Leben ohne Öl ……………………………………………..104 2050 einig, gleich, gerecht ………………………………105 Zwischenmenschliche Kommunikation / Toleranz / Akzeptanz …………………………………………………107 Meilensteine zu einer nachhaltigen Zukunft 2050 …..108 Soziale Anlagemöglichkeiten ………………………….113 Offene Gesellschaft in Europa …………………………..115 2050: Viele Herausforderungen und gute Lösungen …116 Fortschritt und Entschleunigung ……………………….117 Meine Vision heute Realität ……………………………..118 Nachhaltige Industriepolitik …………………………..119 Große Ernten – Großer Hunger ……………………………120 Wundervolle Artenvielfalten im Meer ………………….121 Für unsere Zukunft müssen wir unseren

    Blick nach Osten richten ………………………………….122 2050 – ein Umdenken hat stattgefunden ……………….124 Vision 2050 – Weichenstellung 2011 …………………..125 Meine Vision 2050 – Lebensqualität ……………………126 Vision 2050 ………………………………………………..128 Deutschland 2050 ………………………………………..131

    Deutschland 2050: bewusst, mehrdimensional, nachhaltig und zukunftsfähig ………………………….132 Meine Vision für 2050

    Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig……………………..134 Deutschland und die Welt im Jahre 2050.

    Meine Vision ……………………………………………….136 Die Vision leben – mit Blick nach vorne! ……..139 Wirtschaften für Menschen und

    Umwelt – nicht andersherum ……………………………141 Globale Utopie …………………………………………….144 24.3.2050 …………………………………………………146 Meine Vision 2050 ………………………………………..147 Meine Vision ……………………………………………….148 Bildung und Wissenschaft – DIE Aufstiegschance! ……149 Einkaufsliste für eine bessere Welt ……………………..150 Ohne Schranken und Grenzen …………………………..153 „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“

    (Albert Einstein) …………………………………………..154 2050 ………………………………………………………..156 Kleine Schritte führen zu großen Veränderungen …….157 Z U S A M M E N 2050 …………………………………………158 Bildung als Grundlage für ein stabiles Deutschland ….160 Zweitausendfünfzig ……………………………………..162 Bewusstseinswandel für eine sinnvolle

    Gestaltung der Welt ………………………………………165 Vision 2050 ………………………………………………..166 Der wahre Luxus! ………………………………………….167 Eine soziale, demokratische, ökologische,

    friedliche Welt …………………………………………….168 2050 ………………………………………………………..170 24.03.2050 ………………………………………………..171

    OLGA AMELT

    Referat für Grundsatzange- legenheiten im Büro eines Oberbürgermeisters

    Sicher ist, dass nichts sicher ist

    Denke ich an das Jahr 2050, muss ich mir zunächst vor Augen hal- ten, wie viel Zeit sich tatsächlich dahinter verbirgt…

    Dann wird mir schnell klar, dass ich nur wage Vermutungen darüber äußern kann, was bleibt, was sich ändert und was neu hin- zukommt.

    Sicher ist eigentlich, dass nichts sicher ist.

    Die Krisen der jüngsten Vergangenheit haben mich dazu bewegt anders zu denken, ein vermeintlich sicheres Atomkraftwerk ist ex- plodiert und ein Bürgerkrieg in Libyen zeigt die tagelange Hilflo- sigkeit einer Welt, die für alles einen Plan parat hat. Für alles? Wohl kaum… Nicht für alles.

    Denn sicher, man kann Wahrscheinlichkeiten berechnen und politische Linien und Parteiprogramme erarbeiten, aber wenn eine Unwägbarkeit dazwischen kommt, dann zwingt sie die Gesellschaft zum Umdenken. Dinge, die vor einer halben Stunde für jede/n si- cher waren, sind es dann nicht mehr. Aber was soll dann die Lösung sein? Nicht weiterzudenken? Keine Zukunftsvisionen zu überlegen? Bloß nicht! Ich brauche Ziele und Visionen, jeder Mensch braucht Ziele und Visionen und vor allem einen nachhaltigen Plan, der sich mit eventuellen Unwägbarkeiten auseinandersetzt. Mehr noch, wir brauchen Handlungsansätze, die Weiterdenken und Krisen nicht zulassen.

    32 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 33

    KOMPENDIUM

    DIE VISIONEN

    Meine Vision für 2050 lautet: Egoismus vs. Globale Gemeinschaft. Und schreiben wollte ich darüber, dass die Menschheit sich auf ihre Werte besinnen sollte, die Frage, ob das Wohl des Einzelnen oder das gesamtgesellschaftliche Wohl im Vordergrund stehen soll…

    Oder auf eine andere Ebene übertragen, denke ich in Zukunft deutsch (national-egoistisch) oder global (ganzheitlich)? Geht es mir im Falle eines Konfliktes auf nationaler Ebene um das Generie- ren meines eigenen (deutschen) Wohlstandes oder sehe ich die Welt als ein Ganzes und verstehe mich in diesem Kontext als Gemein- schaft? Sicherlich ist die Vision einer Weltregierung phantastisch und unrealistisch, aber was spricht denn dagegen, wenn sich jeder/ jede als Weltbürger versteht. Ich zumindest bin ein „Welti“ und fühle mich betroffen von Krisen auf der ganzen Welt und sie betref- fen mich auch tatsächlich, mittelbar. Und ein wichtiger Gedanke zu diesem Thema ist indiskutabel: Nachhaltigkeit funktioniert nur über Staatsgrenzen hinaus…

    Mein Leben in 2050

    Mit 66 Jahren bin ich ein aktives und gestaltendes Mitglied der Weltgemeinschaft. Es ist selbstverständlich, dass jeder sich so lange aktiv einbringt wie er einen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann – ohne irgendwelche Altersbegrenzungen – das gilt für das Wirt- schaftsleben, aber auch bei der Bildung und sozialen Projekten. Ich spreche mit meiner Familie in meiner Muttersprache und mit anderen Menschen, die ich noch nicht kenne in der Weltsprache. Meine Kinder sind selbstverständlich inzwischen von zu Hause aus- gezogen und haben auf anderen Kontinenten ihre eigenen Familien gegründet, aber wir sind durch unser Kommunikationsmedium täglich in Kontakt. So wie sie, besitze ich kein Auto. Zu meiner Arbeitsstätte laufe ich, denn jede Wohnsiedlung hat in ihrer Mitte einen Büro- und Industriepark der in einem geschlossenen Res- sourcenkreislauf mit der Wohnsiedlung verbunden ist. Auch zum Einkaufen brauche ich kein Fahrzeug mehr, denn ein Dienstleister bringt mir meine Produkte, die ich einmal pro Woche im lokalen Warenverzeichnis auswähle, direkt nach Hause, nachdem er sie in den lokalen Erzeugungsstätten abgeholt hat. Wenn ich Freunde

    MICHAELA AURENZ

    Geschäftsführerin

    ANDREAS BAETZ

    Schüler

    oder Bekannte besuchen möchte, fahre ich meist mit dem Hochge- schwindigkeitszug oder leihe mir ein Elektrofahrzeug.

    In meiner Freizeit arbeite ich mit meinen Nachbarn am liebs- ten in unserem urbanen Community-Garten. Hier bauen wir mit Hilfe des professionellen Gartenbetreuers unserer Wohnsiedlung eine Vielzahl unserer Lieblingsgemüse und Blumen an.

    Auch die Kinder aus dem umliegenden Gebiet kommen ein- mal pro Woche in den Garten, um hier aktiv zu lernen wie man sich selbst verpflegt und wie wertvoll eine intakte Natur und gesunde Pflanzen sind. Denn nachdem vor ca. 30 Jahren in 2020 80% der Kinder nicht mehr wussten, woher die Lebensmittel kommen, wurde dieser wöchentliche Ausflug in den internationalen Schul- lehrplan aufgenommen.

    In den letzten Jahren habe ich mehr Zeit, um mich um das Gartenprojekt zu kümmern, denn ab 60 bekommt man pro Jahr mehr Zeit vom Arbeitgeber freigestellt, um sich stärker um andere Projekte zu kümmern, mit 75 kann man dann noch freiwillig zur Arbeit gehen, was die meisten auch machen, da sie als Mentor aktiv sind und ihre Lebenserfahrung hoch geschätzt ist.

    Mein Eindruck über 2050

    Wir schreiben heute das Jahr 2050 und ich möchte nun darüber berichten, wie sich die Welt wirklich entwickelt hat, im Vergleich zu den getroffenen Vorhersagen von 2011.

    Eines vorab: Die Menschheit ist sich treu geblieben – es gab keinerlei Veränderung in der Denkweise der Menschen, sie sind auf ihren eigenen Profit bedacht, wie eh und je und wollen so bil- lig, wie möglich einkaufen. Die positive Entwicklung von 2011, dass die Menschen vermehrt auf Bio-Produkte gesetzt haben, ist verflogen, da die Menschheit auf 10 Milliarden Menschen ange- wachsen ist. Somit wurde Gen-Food immer populärer, weil dies eine Ertragssteigerung mit sich bringt und somit die Menschen er- nährt werden können, ohne den kaum mehr vorhanden Regenwald komplett abzuholzen.

    Der Verkehr innerhalb der Städte findet nun komplett mit den Öffentlichen – Bus und Bahn – statt, da diese nun steuerfinan- ziert sind und somit jeder kostenlos damit fahren kann. Dennoch

    besitzen die meisten Menschen ein Auto, da dieses nach wie vor ein riesiges Statussymbol ist. Außerhalb der Städte sind die Bürger auf Autos angewiesen, diese werden mit Elektroenergie oder Wasser betrieben.

    Der globale Handel blüht, denn der Grundsatz „billig ist gut“ gilt noch immer, aber Waren aus China und Indien werden nicht mehr gekauft, da dort die Qualität zu arg in Verruf gekommen ist. Regionale Anbieter ziehen sich immer weiter aus dem Markt zu- rück, da sie zu niedrige Absätze verzeichnen, um sinnvoll wirtschaf- ten zu können. Die Schiffsbanken wachsen immer weiter, um das riesige Transportvolumen zu decken.

    China und Indien sind wieder weit abgeschlagen, da ihre Wäh- rung inflationsbedingt nichts mehr wert ist – daran ist die Revolte der Arbeiter für mehr Lohn schuld, praktisch über Nacht ist die gesamte Wirtschaftskraft von Indien und China zusammengebro- chen.

    Die Industrie in Deutschland blüht, da große Autobauer wie Honda und Mitsubishi ihre neuen Werke in Deutschland aufge- macht haben und von dort aus exportieren. Man schätzt die deut- sche Qualität und die Sicherheit vor Erdbeben und vor Strahlung, da die Atomkraftwerke mittlerweile alle abgeschaltet wurden. Es gibt riesige künstlich angelegte Seen, um den Energiebedarf zu de- cken, gleichzeitig auch ein Freizeitangebot. Außerdem wurde die Technik der Gezeitenkraftwerke weiterentwickelt, diese liefern eine riesige Menge Strom.

    Die Deutschen haben sich nur geringfügig geändert. Die Tech- nik ist vorangeschritten, außerdem wird auf die Zukunft geach- tet, zumindest indirekt, da alles doppelt und dreifach recycelt wird – aus Kostengründen versteht sich.

    34 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 35

    NYNKE BERSCH-GRASMAN

    Abiturientin

    Bildung ist unsere Zukunft

    Wenn ich an die Zukunft denke, hoffe ich, dass wir in eine positive Zukunft blicken, vor allem nach dem Unglück in Japan. Vermut- lich werden noch weitere Naturkatastrophen auf uns zukommen und andere Krisen, jedoch hoffe ich, dass wir diese gut überstehen werden, was jedoch nicht gewährleistet ist.

    Wenn ich daran denke, was mir wichtig ist und was wir heute noch ändern können, dann fällt mir als erstes BILDUNG ein.

    Bildung ist eines der wichtigsten Güter auf der Welt. Es scheint zwar nicht so kostbar wie Öl zu sein, da man grundsätzlich mit Bil- dung allein kein Geld verdienen kann, jedoch verdienen die Men- schen, die später arbeiten und eine gute Bildung genossen haben, Geld und das wiederum unterstützt den Staat durch Steuereinnah- men.

    Meiner Meinung nach tut der deutsche Staat viel zu wenig, um für alle Menschen Bildung zu garantieren, jedoch tut er manchmal auch zu viel an der falschen Stelle. Hier wäre anzumerken, dass das abschaffen von Sitzenbleiben schlecht für die Schüler wäre, denn Schüler bleiben sitzen, da sie nicht genügend gelernt haben oder der Stoff zu schwierig ist. Was hat ein Schüler davon, dass er es bis in die Jahrgangstufe 13 schafft, wenn er dann ein schlechtes Abitur hat? Im anderen Fall würde er ein Jahr wiederholen, den fehlenden Stoff im günstigsten Falle nacharbeiten, und hätte so die Möglich- keit, noch nach einem guten Abitur zu streben.

    Des Weiteren ist es auch wichtig, den Ruf der Hauptschu- len zu verbessern, denn heutzutage möchte keiner seine Kinder zur Hauptschule schicken, da sie dann meist kaum noch Chan- cen auf dem Arbeitsmarkt haben. Es ist überraschend, dass es in Nordrhein-Westfalen Hauptschulen mit nur 13 Neuanmeldungen gibt, jedoch im Gegensatz dazu die Gymnasien überflutet werden mit Bewerbungen. Fakt ist, dass die deutschen Schüler über Nacht nicht schlauer geworden sind. Daher lässt sich diese Veränderung nur durch die Bewusstseinsveränderung der Eltern erklären. Eltern haben erkannt, dass ihr Kind auf einer Hauptschule keine Zukunft- schancen hat, daher versuchen sie mit allen Mitteln den bestmög- lichsten Einstieg für ihre Kinder zu eröffnen und schicken sie zum Gymnasium, denn wechseln kann das Kind später immer noch.

    Daher ist es so wichtig, dass wir dieses Bewusstsein verändern,

    denn wenn immer mehr Schüler die Gymnasien und Realschulen „überschwemmen“ die eigentlich nicht dem Leistungsniveau ent- sprechen, so senken wir das Leistungsniveau der Realschulen und Gymnasien oder anders gesagt, eröffnen wir viel Platz für ein ge- ringeres Leistungsniveau und schwächen unsere Starken. Es könnte natürlich auch den positiven Effekt haben, dass das Leistungsni- veau steigt nach dem Prinzip „die Starken stützen die Schwäche- ren“, jedoch ist dies nach meiner Meinung unwahrscheinlich, wie es meine Erfahrungen zusätzlich auch bestätigen. Denn wer stark ist, kann jemand Schwächeres stützen, wer jedoch selber schwach ist, braucht meist eher Unterstützung.

    Um nochmals auf die Bildung zurückzukommen. Bildung ist so wichtig in Deutschland, wie in keinem Land, da Deutschland nicht über nennenswerte Ressourcen verfügt, wie Öl oder andere Mineralien. Deutschland ist Weltmeister im Exportieren, jedoch wird unser wichtigstes Gut dabei häufig vergessen: Unsere Akade- miker, unsere Auszubildenden, somit auch unsere Dienstleisten- den.

    All die Menschen, die Bildung in Deutschland genossen ha- ben, können in eine sichere Zukunft blicken, soweit es in einer globalisierten Welt möglich ist, Sicherheit zu haben. Daher ist es wichtig in dieses Gut zu investieren.

    Des Weiteren müssen wir aber auch andere Faktoren berück- sichtigen, wie auf unsere Umwelt zu achten, denn wenn wir das nicht tun, dann brauchen wir uns auch nicht um das Jahr 2050 zu kümmern. Jedoch bin ich der Meinung, dass Deutschland in die- sem Punkt mehr andere Länder wie China und USA dazu bewegen muss, auf die Umwelt zu achten, als sich nur um sich zu kümmern. In Punkto Umwelt ist Zusammenarbeit zwischen allen gefragt und es bringt auch nur etwas, wenn alle mitarbeiten, gemäß dem Satz „Alle für einen und einer für alle“. Es ist z.B. wichtig, jedem einzel- nen Menschen auf der Welt zu verdeutlichen, wie wichtig Recyc- ling ist.

    In Anbetracht der aktuellen Lage sehen wir auch, wie wichtig es ist, Entwicklungsländer zu unterstützen. Denn dies sind die Län- der, die uns noch den Luxus, den wir genießen, halten lassen, denn wenn die auf die Idee kommen würden, alle auszuwandern, da sie es nicht einsehen, zu menschenunwürdigen Bedingungen zu leben, hätten wir ein riesen großes Problem. Des Weiteren ist es auch ein- fach ungerecht, dass einem Kind in Afrika nicht die gleichen Lebens- bedingungen gegeben sind, wie Kindern in den Industriestaaten.

    36 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 37

    MARCO BÖHME

    Student

    Auf allen Ebenen gegen menschenfeindliche Praxen

    Wir leben im Jahr 2050 in einer Welt, die keine (Staats)Grenzen mehr kennt.

    Jeder Mensch kann sich frei bewegen. Die Bewohner der Erde werden alle gleich angesehen und brauchen dementsprechend kei- nen Pass o. ä. mehr. Jeder Mensch kann ohne Angst vor Verfolgung oder Diskriminierung leben. Die Innenstädte sind bewohnt und werden nicht von unzähligen elektronischen Augen beobachtet.

    Jeder Mensch lebt auf einem hohen Niveau der sozialen Grundsicherung, ohne einem verknüpften Zwang der Erwerbs- arbeit nachgehen zu müssen. Dafür gibt es ein bedingungsloses Grundeinkommen. Das alte kapitalistische Modell der Lohnarbeit als Lebensberechtigung hat ausgedient.

    Das traditionelle Bild der Familie gibt es nicht mehr. Die Menschen werden in großen „Familiengemeinschaften“ zusammen leben, ohne unbedingt verwandt zu sein. Kinder werden von meh- reren Elternteilen mit unterschiedlichen sexuellen Hintergründen behütet. Die Gleichheit des Liebens, egal von welchem Geschlecht, ist auf allen Ebenen festgeschrieben. Daher wurde die Ehe abge- schafft.

    Ein reflektierter Umgang und Konsum von Drogen ist in der Gesellschaft eingetreten. Mobile Beratungsteams und Apotheken geben Auskünfte über Inhaltsstoffe und Wirkungen. Die Auswir- kungen von Schokolade, Bier oder Heroin sind den Menschen be- wusst und sie können dementsprechend handeln, ob der erwarten- de Rausch der gewünschte ist.

    Der ÖPNV ist für alle Menschen kostenlos und wird durch ausgebaute Rad- und Fußwege ergänzt. Die Städte erwachen wie- der zu neuem Leben, da Autos aus den Städten verbannt wurden. Nun ist viel mehr Platz zwischen den Häusern und die Menschen nutzen ihren Straßenraum aktiv zur Erholung und Freizeit.

    Es gibt eine dezentralisierte, regionale Wirtschaftsordnung und einen Energiemix aus regenerativen Energien. Konsumrausch und Verschwendung werden in der Gesellschaft kritisch betrachtet.

    Die Schaffung einer Grundhaltung – reelle Partizipation auf allen Ebenen

    Wir schreiben das Jahr 2050 … Ein erster Schritt ist erreicht: Kin- der und Jugendliche werden bei allen Entscheidungen mit einge- bunden. Angefangen von der „Problemfindung“ bis hin zur Lö- sungsdurchführung und Reflexion. Partizipation wird in unserer Gesellschaft schon lange als deutlich mehr angesehen, als nur in Dialog miteinander treten. Denn mittlerweile wissen wir, nur wer von Anfang an beteiligt wird, Anerkennung erlebt und sieht, dass man auch als Individuum etwas bewirken kann, übernimmt aktiv Verantwortung und trägt gemeinsam getroffene Entscheidungen mit. Nur so können wir nachhaltig agieren.

    Auch im Sinne der Transparenz und Information hat sich ei- niges getan. Politiker/innen, Unternehmen, Kommunen, Organi- sationen… geben von Anfang an Informationen zu Themen, zeigen ihre Sichtweise auf und geben aber auch gleichzeitig Expert/innen und Gegner/innen die Möglichkeit ihre Meinung zu äußern und zu verdeutlichen. So aufbereitet, dass alle Bürger/innen, unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialem Hintergrund etc., Position bezie- hen können. Denn jede/r Einzelne von uns ist wichtig und hat eine Stimme die gehört werden muss. Diese können sie dank geeigneter Plattformen im Jahr 2050 auch gut einbringen und so als aktive Bürger/innen sich an der Weiterentwicklung unserer Welt, sei es auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene, jeden Tag aufs Neue beteiligen.

    Als Start für eine Politik, in der jede/r beteiligt wird, könnte ich mir gut eine Kampagne in ähnlicher Form wie die „Du bist Deutschland“-Kampagne vorstellen. „Du bist wichtig! Misch mit!“. Hierbei würde man in Deutschland lebende Menschen mit unter- schiedlichem Alter, Geschlecht, sozialem, kulturellem, etc. Hinter- grund sehen, die ihre Motivation zu aktiver Beteiligung prägnant benennen und erklären, welche Beteiligungsformen sie nutzen.

    Denn ob in einem Verband, bei Wahlen, in der Gemeinde etc., es gibt vielfältige Formen, die aber auch noch ausgebaut werden müssen, damit sich jede/r beteiligen kann. Hierbei ist auch die Po- litik gefragt, Möglichkeiten zu schaffen und aufzuzeigen, sowie für adäquat aufbereitete Informationen und mehr Transparenz zu sor- gen.

    Dazu rufe ich alle Entscheidungsträger/innen auf!

    CLARA LEIVA BURGER

    Studentin Soziale Arbeit

    38 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 39

    ISABELLE DECHAMPS

    Designerin

    Was hilft die Theorie ohne Praxis?

    Es gibt dieses Bild vom Schnellzug, der immer schneller und ohne Lokführer ins uferlose Nichts rast, ins Schwarze, ins Ungeklärte, wahrscheinlich in die Katastrophe. Dieses Bild ist metaphorisch stark überzeichnet, beschreibt aber treffend das Gefühl der Ohn- macht, das heute viele empfinden, wenn sie an die Zukunft den- ken. Merklich ergibt sich daraus ein Wunsch nach Entschleuni- gung, Kontrollgewinn und mehr Teilhabe, um Route und Tempo mitbestimmen zu können.

    Warum verbringen wir so viel Zeit und Energie damit, uns Tragö- dien auszumalen? Wir können die Welt doch so gestalten, wie wir sie uns wünschen! Wir müssen es nur machen. Theorie und Praxis gehören dabei zusammen. Die Theorie kommt aus der Praxis und entwickelt neue Praxis.

    Das Ganze ist ein Puzzle aus vielen kleinen Stücken. Was ist mein Puzzleteil? Ich bin Designerin an der Schnittstelle zur Kunst. Ich setze mich damit auseinander, wie die Dinge, die wir konsu- mieren, entstehen. Es gibt nicht schwarz oder weiß, sondern vie- le unterschiedliche Schattierungen. Aus diesem Grund kann man nicht pauschal von gutem oder schlechtem Konsum sprechen. Un- terschiedliche Blickwinkel produzieren grundverschiedene Bilder. Fest steht jedoch: Die Art wie unsere Gesellschaft und unser Wirt- schaftssystem mit Ressourcen umgeht, mit endlichen, menschli- chen, fremden, eigenen, nachwachsenden und recycelbaren, ist völ- lig aus dem Gleichgewicht geraten und alles andere als nachhaltig.

    Ich möchte meinen Arbeitskontext dazu nutzen, die Bedeu- tung und die Konsequenzen unseres heutigen Konsumverhaltens greifbar und erfahrbar zu machen. Ich würde gern meine Mitmen- schen dazu anregen, gemeinsam mit der nötigen Unterstützung von Experten, neue, nachhaltige Lebensmodelle und Konsummuster zu entwickeln. Von der Praxis im Jetzt, zur Vision für Morgen und zurück zur Praxis, zur Vision von Übermorgen… Selber Machen/ Produzieren hilft dem Verständnis von komplexen, vielschichtigen Zusammenhängen. Es erleichtert, komplexe Prozesse und Verhal- tensmuster zu durchschauen und dient der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Dinge. So komme ich zu neuen Verhaltenswei- sen und Kompetenzen.

    In meiner Vision für 2050 sind ethische Arbeitsbedingungen all- gemein selbstverständlich, Ressourcen, die der Natur entnommen wurden, laufen entweder in einem parallelen Kreislaufsystem ohne Verluste oder werden in den biologischen Kreislauf zurückgeführt. Konsumgüter werden für ihren tatsächlichen Wert gehandelt und Konsumenten kennen die Geschichte der Produkte, die sie konsu- mieren.

    Zukunft sicher(n)!

    Meine Vision ist ein Gefühl: Sicherheit trotz Eigenverantwortung. In meiner Vision haben wir es bis 2050 geschafft, fast alle Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Und sie sind glücklich damit, weil sie unter humanitären Arbeitsbedingungen ein anständiges, existenzsicherndes Gehalt bekommen und auf Dauer damit kalku- lieren können, weil es keine Jobs mehr gibt, die das nicht garan- tieren. Gleichzeitig sehen sie ihre Arbeit als Selbstverwirklichung, oder zumindest in der Kosten-Nutzen-Abwägung als vorteilhaft. Dabei haben Menschen bis dahin aufgehört, sich nur noch um sich selbst und ihren Erfolg zu drehen, ihre Bestätigung nur im Job zu suchen, sondern auch im Privaten. Familie hat wieder einen hö- heren Stellenwert und sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer erkennen, dass es einfach zum Leben dazu gehört, für beides ge- nug Zeit aufzubringen. Dann brauchen wir uns auch keine Sorgen mehr um genügend Nachwuchs zu machen.

    Für diesen gibt es 2050 ein qualitativ hochwertiges institutio- nalisiertes Betreuungssystem ab dem 6. Monat. Bildung hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft, wird von jedem als wichtig zur Chancengleichheit erkannt. Jeder weiß, dass er seines Glückes Schmied ist und strebt von selbst nach Bildung, um für sich das Beste rauszuholen. Menschen führen insgesamt ein ausgewogenes Leben aus Arbeit, Individualismus und Familie, während der Staat dafür die notwendigen Bedingungen schafft, ohne machtbesessen und streng kontrollierend zu agieren.

    Die Zivilgesellschaft bestimmt sich selbst, der Staat strukturiert die Gesellschaft dabei nur minimal. Der Großteil der Bevölkerung ist

    40 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 41

    ANNA DIETRICH

    JAKOB DOHSE

    Student Maschinenbau

    willig und qualifiziert genug, um sich in das politische Geschehen einzumischen und hat dabei nicht nur sein eigenes Wohl im Sinn. Das Gemeinwohl steht im Mittelpunkt, während dem Einzelnen ein Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein für sich und für an- dere anerzogen worden ist, was sich auf zukünftige Generationen überträgt.

    Konsum wird weniger wichtig, weil die Menschen erkannt ha- ben, dass emotionale Stabilität erfüllender ist, solange ein gewisser Lebensstandard erreicht ist. Wirtschaft wird vom Menschen für den Menschen gemacht, ohne grenzenloses Streben nach Gewinn- maximierung. Gewinn mit Sinn ist die neue Handlungsmaxime und größtmögliche Zufriedenheit jedermanns – das Primat jeder Handlungen. Somit sind die Menschen glücklich, ausgeglichen, abgesichert und zufriedener.

    Dadurch werden Gesellschaften insgesamt friedhaft und kön- nen sich altruistisch um ihre Umgebung kümmern, bis irgendwann (2100?) vielleicht alle Länder diese Realität teilen. Menschen sind früher zufrieden und dadurch glücklich!

    Und glücklich sein, ist das Ziel allen Strebens und höchstes Gut des menschlichen Lebens.

    Wer hätte das gedacht…

    Wer hätte das gedacht, dass es die Weltgemeinschaft mit nun knapp 10 Mrd. Erdenbürgern soweit gebracht hätte. Als ich jung war, dachte ich, wir stehen vor dem Aus: Mit Fukushima hatten wir Menschen gerade eine weitere nukleare Krise hinter uns gebracht und die zahlreichen neuen Kohlekraftwerke, die damals hierzulan- de gebaut wurden, ließen nicht unbedingt auf eine Verzögerung des damals andauernden Klimawandels hoffen.

    In meinen jungen Jahren musste ich damals auch noch durch mein Studium des Maschinenbaus von der Entropie erfahren. Ich hoffte, ich hätte von diesem Tatbestand, der besagt, dass Energie nur in andere Energieformen umgewandelt oder vernichtet werden kann, nie etwas gehört. Meine Hoffnungen auf eine einfache Lösung im

    Kampf gegen den Klimawandel und die Energieknappheit hatten sich damals über Nacht zerschlagen.

    Doch irgendwann fand damals in der Weltgemeinschaft ein Umdenken statt. Das Unglück in Japan könnte ein früher Auslö- ser gewesen sein. Schnell wurde klar, dass weder Atomkraft, noch der einfache Umstieg auf Biokraftstoffe, eine Lösung für unsere Ressourcenknappheit sein könnten. Die zunehmende Verknappung des Erdöls und der steigende Strompreis hatten einen zusätzlichen positiven Effekt auf diese Entwicklung.

    Die Regierung erkannte, dass nur massive Investitionen in Bildung, Forschung und öffentlichen Personenverkehr Besserung schaffen konnten.

    Neben der Grundsteinlegung für die Transrapid Strecke Hamburg – München (2 1⁄2 Std.) 2022, folgte schnell eine Verbindung von Berlin nach Paris (in 4 Std.) 2026. Schnell spannte sich ein ganzes Netz von Hochgeschwindigkeitszügen und guten Nahverkehrsan- bindungen durch ganz Europa. Diese Angebote wurden von vie- len Menschen gerne genutzt, da sie die Vorteilhaftigkeit gegenüber Auto und Flugzeug sahen. Ich weiß noch genau, dass ich dem Kon- kurs von Ryanair damals wenig hinterher geweint habe, eine der wenigen Fluggesellschaften, die nicht in Kraftstoff aus Algen inves- tiert hatten. Ich kann mich noch wage an meinen Urlaub in Neu- seeland 2035 erinnern, Lufthansa flog damals schon komplett mit den neuen Kraftstoffen. 2035 war auch das Jahr in dem Deutsch- land erstmals ohne Stromimporte und Vernichtung von fossilen Energieträgern seinen Primärenergiebedarf decken konnte. Ein his- torisches Jahr, das ohne die Ausnutzung von Energiesparpotenzia- len und den Bau riesiger Windparks in der Nordsee nicht möglich gewesen wäre. Deutschland ist nicht mehr der größte Exporteur von Autos, sondern von Windkraftanlagen. „Made in Germany“ ist Synonym für Energieeffizienz und Ressourcenschonung geworden. Wer hätte das gedacht?

    Aber auch die Entwicklung in der Bevölkerung hat mir da- mals Mut gemacht, so setzte bald darauf ein wahrer Wettstreit um Nachhaltigkeit ein. Große Autos und Motoryachten verloren an Aufmerksamkeit gegenüber praktischen CityBikes und schicken Segelyachten. Prunk und Protz haben gegenüber hanseatischer Zu- rückhaltung und Maßhaltung an Bedeutung verloren. Unsere Weg- werfgesellschaft wandelte sich zu einer Gesellschaft die die Wert- haftigkeit von langlebigen Produkten und Gütern wieder schätzen

    42 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 43

    MARTIN EBERLE

    Abiturient

    gelernt hatte. Ich weiß noch genau, dass viele 1€-Läden damals schließen mussten und sich viele neue Dienstleistungen entwickel- ten die sich mit der Reparatur und Aufarbeitung beschäftigten. Das Credo „möglichst viel und möglichst billig“ wandelte sich zu „mög- lichst gut und langlebig“. Ja selbst im Sport wurde darauf geachtet: Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 wurden alle Stadien und Verkehrsanlagen von vornherein vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit geplant.

    Eine Veränderung, die kaum einer von uns für möglich gehal- ten hätte. Ja, in allen Bereichen buhlen die Menschen mittlerweile um Nachhaltigkeit – Nachhaltigkeit ein ganz neuer Wert in unserer Gesellschaft 2050!

    Zukunftswunsch

    Visionen über 2050 sind auf momentane Probleme gestützte Ver- mutungen, wie die Zukunft aussehen könnte. Niemand von uns vermag vorherzusagen, wie die Zukunft aussieht, wir können nur spekulieren und selbst Hand anlegen und aktiv unsere Zeit und die Zeit, die darauf folgt, gestalten.

    Meine Vision von 2050 stützt sich auf fünf Säulen. Politik, Energie, der Bürger, Konsum und Mobilität.

    Im Jahre 2050 ist die internationale Politik zu einer Politik der Ver- ständigung und des gegenseitigen Austauschs geworden. NATO, EU und andere politische Bündnisse zwischen Staaten sind zu wichtigen Instrumenten der Sicherheits- und Umweltpolitik ge- worden. Die Welt hat sich zu einer Welt der Multilateralität und Multipolarität gewandelt. Gegenseitige wirtschaftliche und politi- sche Beziehungen und alternierende Abhängigkeit sorgen für besse- re Kontrolle untereinander und bessere Einflussmöglichkeiten der Kontrollgremien, wie der UN.

    Die Energiepolitik ist strikter geworden mit CO2-Ausstoß und Atomenergie. Die Atomenergie als Brückentechnologie hat ausge- sorgt und befindet sich auf einem absteigenden Ast. In Deutsch- land werden in den kommenden Jahren die letzten, noch verbliebe- nen Meiler vom Netz genommen. Regenerative Energien sind auf

    44 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 45

    einem hohen Entwicklungsstandard und können zur vollständigen Energieversorgung genutzt werden.

    Kohle und Erdöl sind als Energielieferanten nicht mehr not- wendig, fossile Brennstoffe werden nicht mehr verschwenderisch genutzt.

    Der Bürger, also der Konsument, hat gelernt, mit Energie, Rohstof- fen und Konsumgütern verantwortungsvoller umzugehen. Diese Entwicklung ist gestützt auf bessere Information, mehr Verständi- gung und ein erweitertes Verständnis auf Seiten des Konsumenten. Dies geht nicht ohne Einschränkungen, die momentane Luxusver- wöhntheit und die ungeheure Dekadenz unserer Gesellschaft hat sich einem „normalen“ Level angenähert und der Reichtum der Welt wird nicht nur von einigen Wenigen genutzt.

    JONAS EICHER

    Kundenberater Wohnungsbaugesellschaft

    Der Konsum, vor allem im Lebensmittelbereich hat sich zu einer lokaleren Versorgung hin entwickelt. Somit entfallen kosten- und energieaufwendigeTransport-undLagerkostenunddieCO2Bilanz des Endprodukts wird deutlich verbessert. Der technische Fort- schritt hat uns effizientere Produktionsprozesse beschert, durch die ein geringerer Energie- und Rohstoffverbrauch erzielt wird. Auch mit der Müll- und Abfallverwertung haben wir gelernt, effizienter zu arbeiten. Recyclingprozesse haben eine enorme Wirtschaftlich- keit erreicht und versorgen uns vor allem im Kunststoffbereich mit beinahe rohstoffneutralen Produkten.

    Im Bereich der Mobilität wird sich viel in Richtung ÖPNV verändert haben. Die öffentlichen Verkehrsmittel gewinnen an Wichtigkeit und tragen zur Einsparung fossiler Brennstoffe bei. Fossile Rohstoffe sind durch die Elektrotechnologie auch aus dem motorisierten Privatverkehr beinahe vollständig verdrängt. Dies ist nur möglich durch verbesserte Technik und Forschung, vor allem im Bereich der Speichermöglichkeiten von elektrischem Strom. In der Stadt der Zukunft beschränkt sich die Entwicklung auf Ver- bannung des motorisierten Privatverkehrs aus den Innenstädten, auf die Beschleunigung des Fahrradverkehrs und den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs.

    Natürlich ist dies ein „best-case Szenario“. Ich gehe nicht davon aus, dass jeder der genannten Punkte genau so eintritt, doch wie schon unser alter Bundeskanzler Willy Brandt (1913-92) sagte: „Der bes- te Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ Deshalb treffen wir uns am 23.03.11 und dafür müssen wir kämpfen. Unser aller Leben und das unserer Kinder hängt davon ab, welchen Weg wir jetzt einschlagen.

    Nachhaltiger Lebensstil 2050

    Meine Vision: Der Begriff der Nachhaltigkeit wird 2050 nicht mehr diskutiert. Er steht nicht mehr im Mittelpunkt der Medi- en, der Wissenschaft oder Institutionen. Nachhaltigkeit ist längst angekommen! Wo? Im Mittelpunkt menschlichen Handels. Jeder Mensch hat Entscheidungsspielräume, mit seinem eigenen Han-

    deln einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Im Jahr 2050 sind wir uns darüber bewusst und treffen unsere Ent- scheidungen gezielter und bewusster.

    Wirtschaftliche, soziale und ökologische Gesichtspunkte werden dabei gleichwertig betrachtet und in idealer Weise verknüpft. Ein entsprechender gesellschaftlicher Wandel, der ein Nachhaltigkeits- bewusstsein mit entsprechenden Werten und Einstellungen hervor- gebracht hat, wäre der Idealfall.

    Wir hinterfragen unsere Art der Fortbewegung. Wie viel Auto fahre ich? Wie hoch ist der CO2-Ausstoß? Welche Strecken gehe ich zu Fuß, fahre mit dem Fahrrad oder nutze die öffentlichen Ver- kehrsmittel?

    Wir hinterfragen unser Konsumverhalten. Bevorzuge ich lang- lebige energieeffiziente Produkte? Gehe ich kritisch mit der Beur- teilung der Herstellung des Produktes um? Verzichte ich auf über- flüssige Produkte?

    Wir hinterfragen unsere Wohnform. Nutze ich Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen? Ist eine Wärmedäm- mung vorhanden? Welche Heizungsform wird verwendet?

    Ein möglicher Weg:

    Im Jahr 2050 wird der eigene Lebensstil überprüft und kann transparent dargestellt werden. Es wäre z.B. möglich, alle Daten einer Person zu deren Fortbewegung, zum Wohnen, zu Konsum und Ernährung, zum Reisen u.v.m. auszuwerten. Wird beim Woh- nen auf den Energiebedarf, bei der Wahl der Fortbewegung auf den CO2-Ausstoß und beim Konsum auf nachhaltige Produkte etc. geachtet, macht sich dies im Ergebnis bemerkbar. Jeder kennt seine eigene „Nachhaltigkeitsbilanz“ und ist bemüht, diese stets ausge- wogen zu halten.

    Die Möglichkeiten, aus diesem quantitativen Ergebnis Anreizsys- teme zu konstruieren, sind vielfältig. Es ergibt sich außerdem Po- tenzial für die Aufklärungs- und Bildungsarbeit, sowie die gezielte Stärkung des Bewusstseins der Menschen.

    Nachhaltige Lebensstile werden gefördert und jeder bekommt die Ziel Möglichkeit, zu erfahren, wie er persönlich dazu beitragen kann,

    Zukunft nachhaltig zu gestalten! Betrachtet man alle Lebensberei-

    che wird daraus ein ganzheitlicher Ansatz, der alle gesellschaftli-

    chen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte einbezieht.

    46 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 47

    DIMITRI EISENMEIER

    Biolebensmitteleinzelhandel

    Am Markt werden 2050 demnach nur noch nachhaltig agierende Teilnehmer eine Chance haben. Produkte müssen über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg nachhaltig sein und die Unterneh- men müssen faire Bedingungen geschaffen haben.

    Vision 2050

    Diese Vision 2050 kann gesehen werden als eine Art Beschreibung des Soll-Zustandes. Es werden nur partielle Aspekte der Bereiche „Individuum – Unternehmen – Gesellschaft“ abgedeckt. Die Be- schreibung des Weges zur Erreichung der Vision bedarf weiterer Betrachtung und Ausarbeitung.

    2050 – Bei den Menschen ist ein Bewusstsein über Nachhaltigkeit vorhanden. Nachhaltigkeit ist Selbstverständlichkeit in nahezu al- len Bevölkerungsschichten. Es ist nicht mehr notwendig, dass Ka- tastrophen geschehen, sondern die Menschen wissen, was sie zu tun und zu lassen haben, um den Planeten zu retten.

    Eine veränderte Medienlandschaft trägt dazu bei. Die Medien ha- ben sich längst der Notwendigkeit von Nachhaltigkeit verschrie- ben. Die Reichweite der Medien und ihr Einfluss auf die Menschen werden positiv und im Sinne der Nachhaltigkeit eingesetzt.

    Das Bedürfnis, nachhaltig zu konsumieren, wird durch ent- sprechende Informationsübermittlung ermöglicht. Auf lange Sicht ist nachhaltiger Konsum in allen Gesellschaftsschichten angesagt.

    Der Kunde erkennt am Produkt, ob es nachhaltig ist. Durch eine neue Preisgestaltung werden auch nicht nachhaltig denken- de Menschen, die durch Bildungsimpulse nicht erreicht werden, dazu bewegt, ihren Konsum nachhaltig auszulegen. Bei dieser neu- en Preisgestaltung können Folgekosten der Produktion, Transport und Recycling in Hinblick auf die Dimensionen Soziales und Um- welt mit einbezogen werden. Berücksichtigt werden kann auch die Langlebigkeit eines Produktes. Menschen konsumieren gezielt und mit Bescheidenheit. Die Anzahl der konsumierten Güter geht zu- rück. Gleichzeitig reduzieren die Menschen auch die Verschwen- dung von Gütern.

    Das menschliche Miteinander hat sich verändert. Menschen hören einander und achten den Anderen auf einer vernünftigen Ebene. Im Kleinen, wie auch weiter unten genannt, im gesamtge- sellschaftlichen Kontext.

    Im Wirtschaftsleben wird ein Nachhaltigkeitskodex von allen Unternehmen akzeptiert und befolgt. Die Produkte und Dienst- leistungen werden gekennzeichnet. Nicht nachhaltige Unterneh- men haben sich zum Teil selbst aufgelöst bzw. befinden sich in der Umbruchphase, ihr Geschäftsfeld in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen.

    Die Unternehmen folgen den Interessen der nachhaltigen Konsumgesellschaft und folgen ihrem eigenen Verantwortungsbe- wusstsein gegenüber der Natur, der Menschheit sowie deren lang- fristiger Entwicklung.

    Es wurden durch verschiedene Experimente neue Staatsformen zur Weiterentwicklung der Demokratie erprobt. Erkenntnisse dar- aus werden umgesetzt. Diese ermöglichen der Regierung, sich auf die Arbeit des Regierens zu konzentrieren und sich nicht ständig den Medien gegenüber verantworten zu müssen. Die Menschen vertrauen der Regierung, da sie transparent arbeitet.

    Die nationale Sicht insbesondere auf Budgets (Haushalt) und Unternehmen befindet sich in der Aufhebung. Der Gedanke „un- sere Nation muss wirtschaftlich wachsen“ weicht zugunsten einer gesamtglobalen Betrachtung. Budgets werden global vergeben. Gelder werden somit international aufgeteilt. Dadurch ist auch der Gedanke „wir sind reich, ihr seid arm“ nicht mehr so stark im Vor- dergrund. Die Perspektive auf die Entwicklung des eigenen Staates im Vergleich zu anderen Staaten, ist dem Blick auf die globale Ent- wicklung gewichen.

    Der Rückgang der Geburtenrate in einigen Industriestaaten wird nicht als Nachteil gesehen. Im Gegenteil. Aufgrund des großen ökologischen Fußabdruckes wird es als notwendig empfunden, dass in den Wohlstandsnationen die Gesellschaft schrumpft. Modelle zum Ausgleich der negativen Folgen (z. B. Wohlstandsballung) sind entwickelt und finden Anwendung.

    In der Gesellschaft findet eine Durchmischung der Völker statt. Die Menschheit sieht sich als Weltbürgertum mit individuell unterschiedlichen, kulturellen Wurzeln. Diese werden gegenseitig gewürdigt und geschätzt. Dadurch ist ein konstruktives Miteinan- der gewährleistet

    48 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 49

    JAN MATHIAS ENGMANN

    Student Politik- und Verwaltungswissenschaften

    Menschen in Industrie- und Wohlstandstaaten sorgen gezielt für eine Verbreitung ihres Wissens in die Entwicklungsländer. Wobei darauf geachtet wird, dass die Verbreitung unter der Maxime der Nachhaltigkeit stattfindet. Dadurch können die Produktions- und Wirtschaftsweisen um ein deutliches Maß nachhaltiger gestaltet werden. Das bedeutet aber auch ein Abgeben von wirtschaftlicher Macht. Dies steht in Einklang mit der Aufhebung der national- staatlichen Betrachtung von Wirtschaftserfolg. Nicht nur das Geld und der Wohlstand haben eine Entzerrung über den Globus erfah- ren – auch das Wissen.

    Globalisierung im Kleinen, Abgrenzung im Großen

    Wenn ich darüber nachdenke, wie die Welt und das öffentliche sowie private Leben im Jahr 2050 aussehen wird, fällt mir zuerst auf, wie müßig so ein Unterfangen eigentlich ist. 2050 ist unglaub- lich weit weg und die Geschichte zeigt, dass in knapp 40 Jahren sehr viele, unvorhersehbare Dinge geschehen können. Doch das Schöne an Visionen ist, dass sie einen gewissen realitätsgenerieren- den Charakter besitzen und somit visionieren wir nicht nur, wir gestalten ganz konkret! Wie „gestaltet“ sich also meiner Meinung nach die Welt von jetzt + 40? Im Jahr 2050 bin ich 61. So würde ich wohl die Welt beschreiben und die Entwicklung seit 2011 zu- sammenfassen:

    Global sind die Folgen der sich bereits 2011 abzeichnenden Verän- derung der Macht- und Ressourcenverteilung deutlich spürbar. Der Anstieg des Wohlstandes in China und Indien sowie die Knappheit und Ungleichverteilung von wertvollen Rohstoffen (seltene Erden, Öl und Gas), haben über die Jahre zu intensiven Verteilungskonflik- ten geführt, immer vor dem Hintergrund eines Konflikts zwischen den „westlichen“ postindustriellen Ländern und den asiatischen Ländern, die inzwischen zur Gruppe der postindustriellen Natio- nen zählen. Die Welt bietet nicht genug Ressourcen, um sowohl den asiatischen Nationen, als auch den westlichen Industrieländern den gleichen Wohlstand zu bieten, den Menschen in den USA, Japan, Frankreich und Deutschland im Jahr 2011 noch genossen

    haben. Ein Anstieg des Wohlstandes in den ostasiatischen Ländern hatte ein Absinken des Wohlstandes in Europa und Nordamerika zur Folge – die beiden Regionen glichen sich an. Absehbar war das schon 2011, die Frage damals war, ob diese Angleichung konflikt- frei ablaufen würde. Wie zu erwarten, empfingen weder die eu- ropäischen noch die amerikanischen Bürger Einschnitte in ihren Lebensstil mit purem Altruismus und Weltbürgerdenke. Es kam zu Konflikten: viele in kleinem Rahmen, Verteilungskonflikte und „Stellvertreterkriege“, die sich vor allem um Ressourcen drehten. Die Befürchtungen vor dem Potenzial und den Folgen eines großen Konflikts, z.B. zwischen den USA und China, das 2025 den USA den Titel der führenden wirtschaftlichen und militärischen Welt- macht abgenommen hatte, wurden zwar oft bedrohlich ausgeführt, stellten sich aber glücklicherweise nie in der Realität zur Probe.

    Die Rolle Europas in den nächsten 40 Jahren hing Anfang des Jahr- hunderts davon ab, ob die Staatengemeinschaft es schaffen würde, an einem Strang zu ziehen. Den Nationen der EU blieb jedoch mit Blick auf die geopolitische Entwicklung keine andere Wahl, als weiterhin nationalstaatliche Kompetenzen und Einfluss an die EU abzugeben, wollten sie durch die EU als globale Wirtschafts- und Militärmacht auftreten und zwischen China und den USA einen stabilisierenden Faktor darstellen. Die EU wandelte sich von einem Wirtschaftsbündnis hin zu einer Werte- und Identitätsgemeinschaft mit einer gemeinsamen und repräsentativen Regierung. Das bedeu- tet, dass die Welt sich in 40 Jahren in drei Zentren aufteilte: China/ Indien, Europa und ein von den USA geführtes panamerikanisches Wirtschaftsbündnis. Russland ist heute als privilegierter Partner an die EU gebunden. Afrika wird weiterhin als der abgehängte Konti- nent bezeichnet, obwohl sich die wirtschaftlichen und humanitären Bedingungen dort seit 2011 deutlich gebessert haben. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Produktion in Billiglohnlän- dern, wie China, aufgrund gestiegener Löhne, bereits 2035 keinen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber der heimischen Produktion er- bracht hat. Diese Auslagerung von Herstellungskapazitäten hat sich nach Afrika verschoben und dort gleichzeitig zu einer Veränderung der gesellschaftlichen Struktur geführt (wie es im 20. Jahrhundert in ehemaligen Entwicklungsländern passiert war).

    Eine weitere Vernetzung und Zusammenarbeit der führenden Re- gierungen der Erde in den Institutionen, die im Jahr 2011 bekannt

    Internationale Beziehungen

    50 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 51

    Welche Rolle spielen in dieser tripolaren Welt die alten inter- nationalen Institutionen und Strukturen?

    Mobilität

    52 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 53

    waren (WTO, Weltbank), hat leider nicht stattgefunden. Nach einer schweren Krise in den 30er-Jahren hat es einzig die UNO geschafft, bis ins Jahr 2050 zu überleben. International binden- de Vereinbarungen werden in Ermangelung einer unabhängigen Durchsetzungsmacht immer noch nicht geschlossen. Zahnlos wie eh und je, können policy-entrepreneurs in der UNO nur darauf hoffen, dass ihr Vorhaben in den anderen beiden Blöcken der Welt, China/Indien und den USA auf Gegeninteresse stoßen. Die Frage über die Zusammensetzung des Weltsicherheitsrates, die 2030 zu den starken Spannungen geführt hatte, die die UNO in eine schwe- re Identitäts- und Akzeptanzkrise stürzten, ist inzwischen geklärt. Ein neuer Weltsicherheitsrat, der immer noch nach dem Einstim- migkeitsprinzip agiert und nun mit 20 demokratisch gewählten Sitzen alle Länder der Welt vertritt, ist zwar an die Stelle des al- ten Rates getreten. Seine Beschlüsse haben jedoch nur auf kleine Länder einen Einfluss. Bei Problemen zwischen den drei führenden Weltmächten ergeht es dem Weltsicherheitsrat wie der UNO – er ist ein zahnloser Tiger. Die Stabilität zwischen den großen drei ist jedoch kaum gefährdet, da durch die gestiegene globale Vernetzung von Wirtschaft und Bildung die Abhängigkeit der einzelnen Syste- me voneinander zu groß ist, als dass sich eine Seite unilateral von der anderen entfernen könnte. Jeder regionale Hegemon wird da- her in seiner „pareto-optimalen“ Position verharren.

    Mobilität ist heute eine der Hauptanforderungen, sowohl des pri- vaten Alltags als auch des Berufslebens. Es ist praktisch nicht mehr nötig, für ein Meeting, eine Präsentation oder einen Vertragsab- schluss für einen Tag oder wenig mehr in eine entfernte Stadt oder sogar ins Ausland zu fahren oder zu fliegen. Was 2011 seinen An- fang nahm mit dreidimensionalem Kino hat heute viele Bereiche der Kommunikation erobert: für ein Meeting setzen sich die Teil- nehmer eine Brille auf. Spezielle Räume in allen Unternehmen, die dieses standardisierte System verwenden, ermöglichen dann den Teilnehmern der Konferenz, mit den anderen Teilnehmern zu in- teragieren, als befänden sie sich in einem gemeinsamen Raum.

    Das ist ein Grund, warum der nationale und internationale Fernverkehr abgenommen hat. Ein anderer ist, dass sich Fliegen zuerst durch staatliche Preisregulierung und später aufgrund des Treibstoffmangels enorm verteuert hat. Die großen Fluggesellschaf- ten haben es verpasst, sich rechtzeitig auf alternative Antriebsme- chanismen einzustellen und in der Übergangsphase hat sich die

    Wahrnehmung der Menschen hinsichtlich des Fliegens geändert: Geflogen wird nur noch, wenn es unbedingt notwendig ist. Der Fernverkehr hat sich vor allem auf die Schiene verlegt. Da die Öko- bilanz hier schon immer die beste aller Verkehrsmittel war, trifft dieses Verkehrsmittel auch die Wertevorstellungen der Verbraucher. In deren Bewusstsein hat nach den großen humanitären Katastro- phen und Klimakatastrophen der 20er Jahre, klimaneutrales Han- deln als zentraler Wert Einzug gefunden.

    Wettbewerbsstärkende Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Anbieter von Mobilität auf der Schiene sich neuen, starken Kon- kurrenten (vor allem auf der Straße: Busunternehmen) gegenüber- sehen.

    Zukunft — Die ganz große Chance

    Heute die Schritte für morgen machen. Wir müssen präventiv handeln!

    Meine Vision ist, dass wir in einem Land leben werden, in dem die Chancengleichheit einen größeren Stellenwert hat. Frauen wie Männer werden 2050 nicht gleich, jedoch gleichberechtigt und gleichwertig sein. Genauso wird es 2050 in Deutschland kein Leben mehr nebeneinander geben, sondern viel mehr miteinander. Der Mensch erkennt die Wichtigkeit des Miteinanders und wird nicht mehr wie ein „Homo Oeconomicus“ handeln. Durch die Vielfalt der Menschen wird Deutschland bereichert werden. Jeder soll die Möglichkeit haben, sich bestmöglich zu integrieren. Deshalb wird es 2050 ein Netzwerk geben, das auf lokaler Ebene die Hilfe unter- einander vernetzt. Meine Vorstellung von Integration ist, dass alle gleich behandelt und vor allem gleich akzeptiert werden.

    Bis 2050 wird man dem demographischen Wandel der stetig sin- kenden Kinderzahl entgegen gewirkt haben – durch optimale Staatsförderung derjenigen, die Kinder haben. Es wird die Mög- lichkeit für jeden geben, die Kinder kostenlos in Kindertagesstätten unterzubringen. Dort ist für sie optimal gesorgt. Der Staat und die

    CHARLOTTE ERASMUS

    Schülerin Wirtschaftsgymnasium

    Unsere Zukunft

    Unsere Gesellschaft

    Individuum Mensch

    Betriebe werden sich diese Kosten teilen; unter Kostenbeteiligung der sehr gut Verdienenden. Die Betriebe können ihre qualifizierten Mitarbeiter behalten und gleichzeitig die Innovationsfähigkeit ihrer Mitarbeiter stärken, da diese wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind. Dies wiederum ist nachhaltig positiv für den Staat, da da- durch der Nachwuchs gefördert wird, der für jede Gesellschaft eine tragende Säule ist.

    Die Gesellschaft braucht Kinder. Sie sind es, die einem Land Auftrieb und neuen Schwung verleihen!

    Gesellschaftlich gesehen wird Deutschland die Möglichkeit haben, durch transparente Aufklärungspolitik, nachhaltig zu handeln. Die wichtigste Voraussetzung, um eine Gesellschaft zum nachhaltigen Handeln zu bewegen, besteht für mich in der Prävention. Dabei denke ich an Aufklärung über nachhaltiges Handeln von Kindes Beinen an.

    Der Mensch ist allgemein zufriedener, da die Betriebe sehr gute Vo- raussetzungen geschaffen haben, um die Menschen als Individuum optimal zu fördern. Sie fördern sie ganzheitlich. Damit sind zusätz- liche Angebote durch den Betrieb zur Förderung der Gesundheit, der Fitness sowie kulturelle Angebote gemeint. Durch regionale Mahlzeiten in der Kantine wird die Ökologie gestärkt. Somit kann der individuelle Mensch vor Ort regional nachhaltig und bewusst leben. Diese Veränderung wird dazu führen, dass der Mensch im Allgemeinen ausgeglichener ist und somit ein optimales Arbeitskli- ma für die Arbeitnehmer geschaffen ist.

    Assoziatives Wirtschaften steht im Vordergrund der Betriebe. Dies ermöglicht ein optimales Miteinander von Konsumenten, Händ- lern wie Produzenten. Somit ist für ein gutes Einkommen für alle gesorgt.

    Wie aber kommen wir zu einer gesamt-gesellschaftlichen Visi- on? Es muss ein generationsübergreifender Dialog stattfinden, aus dem starke, mündige und verantwortlich handelnde Bürger hervor- gehen.

    Das Ausschlaggebende hierfür ist, „die Menschen dort abzuho- len, wo sie stehen“. Alte wie Junge müssen motiviert werden, über die Zukunft – und wie man sie nachhaltig gestalten kann – nach- zudenken. Dabei denke ich an bereits lokal vorhandene Netzwerke. Diese sollen die Menschen in der Region durch Kampagnen dazu

    bewegen, sich aktiv ins Geschehen einzumischen. Unter Jung und Alt soll ein Austausch stattfinden, durch den sich eine lokale Vision herauskristallisieren wird. Die lokalen Visionen werden zu regiona- len Visionen zusammengefasst usw. bis hin zu einer Gesamtvision für Deutschland, Europa und weltweit. Dadurch, dass die Men- schen dazu angestoßen worden sind, über die Zukunft nachzuden- ken, werden sie ihr Wissen und ihre Tatkraft verbreiten. Somit wird die ganze Sache zum „Selbstläufer“ und es entsteht eine „Gesamt- gesellschaftliche Vision“. Dabei wurde das Individuum beachtet. Eine Gesamtgesellschaftliche Vision braucht Kraft, wie eine Pflan- ze. Man muss sie gut pflegen, dann wird sie vom anfangs kleinen Keimling zur kräftigen und voll blühenden Pflanze. Dies benötigt zwar etwas Zeit, doch der Aufwand lohnt sich. Denn wie möchte man etwas voran bringen, wenn die Mehrheit nicht mitzieht? Des- halb sollte das Prinzip Bottom-up statt Top-down lauten.

    Die soziale Großfamilie ersetzt die genetische Familie

    Ich wünsche mir für 2050, dass die Menschen auf der Erde bis dahin ein starkes Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickelt haben, bezie- hungsweise die Dringlichkeit nachhaltiger Politik und nachhaltigen individuellen Handelns realisiert haben, da es bis dahin schon zu spät sein könnte. Meine größte Angst ist, dass die Menschen in den Industrieländern, die der Klimawandel bis 2050 voraussichtlich am wenigsten getroffen haben wird, weiterhin egoistische Interessen in den Vordergrund stellen und so Konsequenzen verursachen, die im Endeffekt am meisten ihren eigenen Kindern schaden.

    Vor diesem Hintergrund beinhaltet meine Vision zwei Haup- taspekte:

    Erstens, die Rückbesinnung zur Wichtigkeit von Familie, ge- rade im Hinblick auf Themen wie Generationengerechtigkeit und effizientere Altersvorsorge. Die Menschen auf der Erde müssen ver- stehen, dass wir trotz all der modernen Technologie, die uns nur scheinbar die Gesetze der Natur aushebeln lässt, weiterhin den Re- striktionen der Natur unterliegen: Ein Hauptzweck unserer Exis- tenz ist die Fortpflanzung, das Kinderkriegen. Dies hat scheinbar

    Nachhaltiges Wirtschaften

    54 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 55

    MARIUS FABER Student Volkswirtschaftslehre

    56 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 57

    stark an Stellenwert eingebüßt mit dem historisch gesehen exorbi- tanten Wirtschaftswachstum im letzten Jahrhundert. Dabei erfüllt das Kinderkriegen einen ganz pragmatischen Zweck: Den der Al- tersversorgung. Es gibt keine effizientere Lösung der Altersversor- gung, als die Rückbesinnung zu familiären Pflichten.

    Zweitens hängt mit dem Aspekt des Kinderkriegens ein ande- res wichtiges Thema zusammen. Ich denke, dass das Bewusstsein für den Klimawandel und die Bereitschaft, etwas dagegen zu un- ternehmen, stark damit zusammenhängt, ob man Kinder hat oder nicht. Daher führt eine Entwicklung hin zur Familie und weg vom autonom lebenden Karriere-Single zwangsläufig zu einem erhöhten Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung. Dadurch könnte erreicht werden, dass die ärmsten Menschen auf der Welt, die zwangsläufig am härtesten vom Klimawandel getroffen werden, mehr Unterstüt- zung aus der entwickelten Welt erfahren.

    Es geht mir zusammenfassend darum, Anreize für egoistisch han- delnde Menschen in Industrieländern zu schaffen, sodass im End- effekt die Menschen in ärmeren Teilen der Welt heutzutage und unsere Kinder und Enkelkinder in Zukunft, davon profitieren kön- nen.

    Um dieses Ziel zu erreichen müssen wir es schaffen, den Wunsch des Kinderkriegens in Deutschland zu fördern und wer- denden Eltern eine Perspektive zu bieten, Job und Kinder unter einen Hut zu bringen. Heutzutage ist es nicht mehr so, dass die verschiedenen Generationen einer Familie unter einem Dach leben und sich so gegenseitig helfen können. Die Rolle der Großeltern ist jedoch sehr wichtig, wenn es darum geht, den Eltern, die noch mitten im Berufsleben stehen, gewisse Aufgaben bei der Betreuung des Kindes abzunehmen. Ich wünsche mir daher eine Kultur der „sozialen“ Familie, die die „genetische“ Familie komplementieren kann. Es sollte gefördert werden, dass verschiedene Generationen in einem Haus leben, um sich gegenseitig zu unterstützen. Die „frem- den“ Großeltern können so auf die Kinder aufpassen, während die Eltern arbeiten; im Gegenzug können die jüngeren Generationen im Haus die körperlich anstrengenden Aufgaben übernehmen und so die ältere Generation unterstützen. Dieses Prinzip hat sich über Jahrhunderte bewährt und sollte in unserer mobilen und globali- sierten Welt nicht untergehen. Daher ist es wichtig, sich auf das Prinzip der Großfamilie zurückzubesinnen, um nachhaltiger und effizienter zusammen leben zu können.

    Energie — woher soll diese 2050 kommen?

    Unsere Visionen sind ganz persönliche Visionen, Visionen, die unrealistisch sein können, aber ebenso gut sehr realitätsnah. Das hängt unter anderem vom Thema ab. Ich wähle ein Thema, das mir persönlich sehr realistisch und durchsetzbar erscheint.

    Zunächst möchte ich meine Zukunftsidee eingrenzen bzw. klassi- fizieren. Meine Vision ist sehr real und vor allem notwendig. Sie betrifft mein Leben aber genauso das Leben vieler Milliarden Men- schen. Es ist nicht nur für eine spezielle Gruppe in unserer Gesell- schaft, sondern es betrifft jeden Menschen auf diesem Planeten. Ohne eine radikale und rasche Änderung in der Energieversorgung geht unsere Welt zugrunde. Das jedenfalls ist meine Befürchtung. Nicht nur meine eigene Angst, sondern auch der Anspruch, etwas zu ändern, gaben mir dieses Thema. Meine Vision ist nicht uto- pisch, sondern realistisch.

    Es ist schwierig, eine Idee zu entwickeln, die schon viele vor mir aufgestellt haben. Es wird schwer sein, etwas Neues hinzuzufügen. Meine Vision zielt mehr darauf ab, etwas Bestehendes zu unterstüt- zen und meine Ideale zu verfolgen.

    Meiner Meinung nach sind die regenerativen Energien das Nonplusultra für die Zukunft. Dennoch gibt es immer wieder Ge- genargumente. Häufig genannte Kritikpunkte sind die fehlende Speichertechnik oder auch die umweltschädigende Herstellung von Photovoltaik Modulen. Dem kann ich nur entgegen setzen, dass dies alles verschwindent gering ist, betrachtet man die Risiken der Atomenergie oder den CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken. Die Erneuerbaren sollten sich nicht beweisen müssen. Sie können noch gar nicht alle Fragen beantworten und alles erfüllen, zuerst muss investiert werden und die neue Energienutzung durchgesetzt wer- den.

    Es gibt bereits genügend realistische Konzepte und Ideen zur Verwirklichung dezentraler Energieversorgung. Diese verschiede- nen Ansätze sollten auf Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit etc. ge- prüft werden und dann politisch durchgesetzt werden. Das Know- How ist da, es dürfte also keine Zweifel mehr geben. Dies kann nur durch das Sprachrohr der Politik geschehen und durch die Einbin- dung neuer Gesetze ähnlich wie das EEG.

    MAREN FLOHREN

    Messe- und Ausstellungs- organisation bei einem Solarhersteller

    Unsere Zukunft 100% Erneuerbare: Deutschland und die Welt

    „Ich bin mir absolut sicher, der Zeitpunkt wird kommen, zu dem auf dieser Erde nur noch die Energien der Sonne genutzt werden und keine andere“ (Zitat Dr. Hermann Scheer).

    ANNA GERLACH

    Studentin Betriebswirtschaftslehre

    Atomare und fossile Energie wird es irgendwann nicht mehr ge- ben. Ich hoffe, dass das schon im Jahr 2050 so ist und möchte meinen Anteil dazu beitragen. Daher ist Partizipation, Informati- on und Kommunikation unabdingbar. Jede/r von uns kann sich engagieren, eine Wartehaltung an die Politik ist inakzeptabel und führt nicht zu Veränderung. Wie wir gestern gehört haben, muss die Partizipation von unten kommen. Wir können uns nicht nur beschweren und erwarten, dass die Bundespolitik das durchsetzt, wofür wir stehen. Eigeninitiative ist gefragt und je mehr Leute diese zeigen, desto besser. Das kann auf ganz einfachem Wege geschehen: das Unterschreiben von Petitionen, die Teilnahme an einer Demo oder die Kommunikation im Freundeskreis.

    Meine Vision ist eine bessere Welt mit sauberer Energie ohne Kriege um Öl oder andere endliche Ressourcen. Das sollte bis 2050 realisiert sein!

    Verständnis für Nachhaltigkeit aller Wirtschaftssubjekte

    2050 wird eine nachhaltige Denkweise und das damit verbundene Handeln aller Wirtschaftssubjekte fest in deren Denkmuster veran- kert sein. Dies ist das Ergebnis einer klaren und kontinuierlichen Vermittlung und Integration des Themengebietes der Nachhaltig- keit in den Bildungssystemen, denn die Kinder sind die Entschei- der von Morgen. Deshalb müssen sie in ihrer Lern- und Prägungs- phase mit dem Nachhaltigkeitsgedanken vertraut gemacht werden. Es muss also das langfristige Denken bzw. eine Weitsicht und die damit verbundene Erkenntnis, dass zur Sicherung der eigenen Le- benssubstanz die Beziehung zur Umwelt kontinuierlich geprüft und hinterfragt werden muss, gefördert werden.

    Wobei Themen der Nachhaltigkeit nicht nur Umweltbelange einschließen, sondern auch soziale und ökonomische Gesichts- punkte aufgreifen und diese gleichbedeutend und nicht-substitu- ierbar nebeneinander stellen sollten.

    Im ökonomischen Bereich werden Unternehmen Strategien entwickeln, die auf der Erkenntnis und dem Bewusstsein beru- hen, dass neben der Zweckverfolgung auch der Erhalt der über-

    betrieblichen Ressourcensubstanz und damit die langfristige Be- standssicherung des Unternehmens von entscheidender Rolle ist. Zielsetzungen der Unternehmen werden sowohl den effizienten Ressourcenverbrauch, als auch den Einsatz für den Ressourcen- nachschub umfassen. Hierzu wurden Themen wie Recycling, Stoffwirtschaft, umweltfreundliche Produkte und erneuerbare En- ergien weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang wird 2050 der Großteil von Unternehmen in sogenannten Eco-Industrial Parks (ökologische Gewerbegebiete) angesiedelt sein. In solchen ökolo- gischen Gewerbegebieten kooperieren die dort angesiedelten Un- ternehmen eng zusammen. Sie erhalten ihre benötigten Energien aus gemeinschaftlichen, aus erneuerbaren Energien bestehenden, Energiezentren. Zudem haben die Unternehmen ein gemeinsames Abfallmanagement. Der Abfall eines Unternehmens ist der Input eines anderen Unternehmens, sodass ein Stoffkreislauf entsteht.

    Die Erkenntnisse und das Know-How der Industriestaaten auf diesen Gebieten wurden an die Entwicklungsländer weitergeben, sodass diese Länder in ihrer Entwicklung und ihrem Wachstum Prinzipien der Nachhaltigkeit verfolgen.

    2050 wird nachhaltiges Handeln nicht mehr nur Nebenpro- dukt und Alibimaßnahme sein, sondern gleichberechtigt neben anderen Rationalitäten von Unternehmen und anderen Wirt- schaftssubjekten stehen.

    Nachhaltigkeit als Lebenseinstellung

    Ausgangspunkt für meine Vision ist das Umdenken der Gesell- schaft: Nachhaltiges Handeln als Lebenseinstellung aller Men- schen. Das ist meines Erachtens der zentrale Faktor auf dem Weg in eine nachhaltige Welt.

    Denn erst wenn sich jeder Einzelne für seine Mitmenschen und das Zerstören unserer Welt verantwortlich fühlt und sich unmit- telbar bewusst ist, wie sein/ihr Verhalten die Umwelt positiv oder negativ beeinflusst und sein/ihr Verhalten danach ausrichtet, kann sich wirklich etwas ausschlaggebend ändern. Von klein auf müssen wir mit dieser Wahrheit konfrontiert werden. Sie darf nicht mehr Nebensache sein, die uns selbst nichts angeht. Nachhaltig darf aber

    58 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 59

    KATHARINA GOETZELER

    Schülerin

    60 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 61

    nicht bedeuten, die Lebensqualität der Menschen deutlich einzu- schränken.

    Wichtig ist auch, dass die sozialen Unterschiede in der Welt berücksichtigt werden. Das heißt, entwickelte Länder müssen in ihrer eigenen Verantwortung mehr Beitrag zur Nachhaltigkeit leis- ten und Schwellen- und Entwicklungsländer sollten sich mit Un- terstützung der anderen von Anfang an nachhaltig entwickeln.

    In meiner Vision für 2050 sehe ich eine Welt, in der Nachhaltig- keit neben Deutsch und Mathematik ein wichtiges übergreifendes Schulfach ist. Schon früh wird Kindern die Wichtigkeit des Um- weltschutzes und der friedlichen und interkulturellen Zusammen- arbeit nahegelegt. Jedem Kind wird die Möglichkeit gegeben, seine Stärken zu entdecken und diese werden während seiner Schullauf- bahn aktiv gefördert und unterstützt. Dadurch kann jeder in seiner späteren Aufgabe optimal zu einer nachhaltigen Welt beitragen. Durch größtenteils selbständiges Lernen statt Frontalunterricht wird den Schülern viel Verantwortung übertragen. Die hauptsäch- lich individuelle Gestaltung des eigenen Stundenplans nach seinen eigenen Interessen führt zu hoher Leistungsmotivation.

    Nachhaltigkeit ist in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Jeder Einzelne hat Verantwortung für sein Handeln übernommen. Niemand schiebt sie mehr von sich mit den Worten: „Was kann ich allein schon erreichen?“. Das Erhalten unserer Erde ist das zentrale Bestreben der gesamten Menschheit geworden.

    Das führte zu einem höheren Bewusstsein im Konsum von Gütern sowie Nahrungsmitteln. Da jedes Produkt zum Beispiel verpflichtend auf seiner Verpackung die Größe seines CO2-Fuß- abdruckes angibt, konnten Verbraucher sich bewusst gegen nicht nachhaltige Produkte entscheiden und machten diese so unrenta- bel.

    Außerdem hat das neue Verantwortungsbewusstsein der Bevöl- kerung zur Folge, dass man bei Fahrten in der Umgebung das Elektroauto benutzt oder für Kurzstrecken grundsätzlich auf das Fahrrad steigt, sich zu Fahrgemeinschaften zusammenschließt und ansonsten größtenteils den ÖPNV nützt. Das Smart Grid opti- miert den privaten Energieverbrauch u.a. für Haushaltsgeräte, oder Elektroautos.

    Soziales Engagement hat einen viel höheren Stellenwert in der deutschen Gesellschaft als noch im 20. Jahrhundert. Es wurde in

    der Schule, Universität sowie in der Arbeitswelt Raum für soziales Engagement geschaffen. Jeder will sich in die Gesellschaft einbrin- gen und sie durch Eigeninitiative unmittelbar verbessern. Um dies zu erreichen ist jeder informiert und politisch aktiv, um so an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuwirken.

    Sternzeit 205003241530

    Berlin, Sternzeit 205003241530, Potsdamer Platz. Die Sonne scheint auf mein Gesicht. Gerne blicke ich zurück in das Jahr 2011, als ich noch mit einem visionären Blick in die Zukunft geschaut habe. Nicht, dass ich das jetzt nicht auch noch tun würde, doch so manch eine Vorstellung von Technologien etc. bleibt einem in meinem Alter verwehrt. Sogleich ist eine der wichtigsten Diszipli- nen, die ich gelernt habe, dass man sich nicht um alles kümmern kann. Eine Vision von allem, ein europäisches oder gar Weltmo- dell der Zukunft … wer hätte das nicht gerne. Übrig bleibt eine Entwicklung, bei der man sich nur allzu gerne vorstellen würde, dass allein unsere Visionen damals dafür ausschlaggebend gewesen wären. Doch so funktioniert das System nicht. Der Druck muss von der Gesellschaft kommen, hieß es damals so schön, wer hätte geahnt wie recht wir mit dieser Aussage hatten. Allein dass äußere Umstände die Menschen erst bewegen diesen Druck auszuüben, schmälert die Tatsache, dass sich wirklich was verändert hat. Inte- grationsproblematik haben wir das damals genannt, was heute ohne Probleme funktioniert. Im Berufs- sowie im Alltagsleben befinden wir uns heute in einem vielfältigen Mischmasch aus Kulturen. Die drei chinesischen Wörter, die ich mir damals über einen Sprachkurs mühsam eingeprägt habe, sind mittlerweile Bestandteil jedes Kin- dergartenbuchs. Was nicht zuletzt daran liegen mag, dass China oder vielmehr der ganze asiatische Raum viel mehr an Bedeutung für die heutige Welt gewonnen hat. Nicht, dass das früher nicht so gewesen wäre, an jedem technischen Gerät stand „Made in China“ oder „Made in Taiwan“, aber die Machtkonstellationen haben sich dennoch deutlich verschoben. Nicht zuletzt aufgrund der Weltkli- makonferenz, in der beschlossen wurde, allen Staaten das gleiche Stimmrecht zu geben und sich die Inselstaaten eine Strategie ha-

    SARAH GÖTTLICHER

    Trainee im Klimaschutz- programm eines Logistik- konzerns

    62 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 63

    ben einfallen lassen, die selbst die damals mächtigsten Wirtschafts- mächte zu einer einheitlichen CO2-Steuer, sowie der Errichtung eines Klimafonds bewegt haben. Mit diesem Fond versucht die europäische Regierung momentan die Wasserproblematik in den Griff zu bekommen. Nachdem in den drei „burning years“ nach 2020 die Süßwasserreserven auf der Welt deutlich zurückgegangen sind, bezahlen wir einen so hohen Preis für Wasser, dass es schon fast als Luxusgut gesehen wird, sich im Haus eine Badewanne ein- bauen zu lassen. Immerhin wird die Umsetzung der so genann- ten „Smart Houses“ mittlerweile staatlich begünstigt. Mit meinen privatinvestorischen Anteilen an den Technologieherstellern sowie den Einbauern freut mich das natürlich besonders.

    Heimat. Sternzeit 205003251120, Wohnzimmer. Ein Blick aus meinem Fenster sagt mir, dass ich das Wasser nachfüllen muss. Es ist fast wie damals bei meinen Großeltern zu Hause. Wir fan- gen Regenwasser auf, um es anschließend durch die hauseigene Reinigungsanlage von allen möglichen Keimen und Bakterien zu befreien. Wenn nicht ständig ein wenig Wasser in den Wassertanks vorhanden ist, kann es mitunter passieren, dass man über einen längeren Zeitraum kein eigenes Trinkwasser mehr produzieren kann, was zu erheblichen Kosten führt. Doch genug davon. Ich will lieber noch ein wenig von meiner Vision erzählen. Ich denke, dass wir viele der damaligen Probleme heute durch Kommunikati- on gelöst haben. Natürlich haben wir auch heute noch Probleme, sind zum Teil nicht mit den Entscheidungen unserer Regierungen einverstanden, usw. Dennoch hat es zu einem großen Verständnis beigetragen, in der Politik wie in der Wirtschaft eine Quote in den Aufsichtsgremien einzuführen. Eine Quote die besagt, dass aus al- len Bevölkerungsschichten und Altersklassen jeweils Vertreter ein- gebunden werden müssen, um die Stimme des Volkes einzufangen. Das, was wir damals in Berlin vorgelebt haben, würde ich heute fast schon als Referenzmodell bezeichnen. Die Öffnung der Wirtschaft sowie der Politik der Gesellschaft gegenüber, hat viele Einsichten verbessert. Homo oeconomicus steht heute in Geschichtsbüchern. Nicht dass die Wirtschaft nicht nach Gewinn streben würde, denn wenn sie das nicht tun würde, wo sollte sie dann hinwachsen, allein dass dieser Gewinn heutzutage anders definiert wird, das macht den Unterschied. Schade allerdings, dass die Menschheit erst durch ver- schiedene Naturkatastrophen wieder auf ihre ursprünglichen Sinne des Mit- und Füreinander aufmerksam gemacht werden musste. Hoffentlich werden wir in der Zukunft das niemals vergessen!

    40 Jahre Zeit für eine bessere Welt!

    Meine Vision für das Jahr 2050 muss etwas Realistisches haben, aber auch etwas nicht so Realistisches, gar etwas Utopisches. Denn nur große, fast schon übermütig wirkende Visionen haben das Zeug dazu, real zu werden. Nur wer anders denkt als andere, höher und weiter, der wird es schaffen.

    Denn in Zeiten von Atomkraftwerken, Naturkatastrophen und Hungersnöten muss auch uns klar sein, dass wir keine Zeit mehr haben, tief zu stapeln. Wir müssen anfangen einzusehen, dass nicht wir die Welt regieren, sondern die Welt bzw. Natur uns. Es ist die Zeit etwas Größeres zu wollen, etwas Besseres für die nach- folgenden Generationen unserer Erde. Deswegen setze ich mich besonders ein für:

    (1.) Nachhaltige Politik – Nachhaltige Politik muss sich vor allem gegen Ungleichheiten von Arm und Reich, extreme Armut, Chan- cenlosigkeit, Chancenungleichheit, mangelndes Bildungsangebot, Ungerechtigkeiten jeglicher Art, Rechtsextremismus auflehnen und nicht die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer werden las- sen. Denn diese Probleme unserer Gesellschaft führen zu Resigna- tion und Frustration, zu Wut und Hass und somit zu einer Gefahr für die Demokratie.

    (2.) Nachhaltige Studienbedingungen – Nachhaltige Studienbedin- gungen sollten in Zukunft Mindeststandards in der Arbeitsgesetz- gebung und geänderte Arbeitszeitgesetze leisten können. Eine op- timale Förderung der Studenten muss gewährleistet werden, denn diese jungen Menschen sind unsere Zukunft.

    (3.) Nachhaltige Energien – Wir sollten, um uns und unsere Erde zu schützen, endlich beginnen, all unsere Überzeugungen in re- generative Energien zu setzen, wie Solarenergieerzeugung, Wind- energieerzeugung und Wasserenergieerzeugung. Was Atomkraft- werke mit unserer Erde und uns Menschen anrichten kann, muss ich wahrscheinlich in Anbetracht des schrecklichen Ereignisses in Japan nicht mehr erklären. Ein Restrisiko ist nun mal auch ein Risi- ko, was uns alle vernichten kann. Also gilt für meine Vision: Atom- kraftwerke abschalten und Konzentration der Atomforschung auf eine sichere Verwahrung des vorhandenen Atommülls.

    MAREIKE GRAF

    Studentin Anglistik und Politikwissenschaften auf Lehramt

    (4.) Weltfrieden – Weltfrieden muss unser aller Ziel sein. Wir müs- sen für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung sorgen, Völkerrechte durchsetzen, bessere und friedliche Diplomatie betreiben und die Bundeswehr nicht für Kriegseinsätze stellen. Wir müssen es schaf- fen, den Frieden herzustellen, zu bewahren und zu sichern. Ein erster Schritt, wie ich finde, war, dass Deutschland sich aus den Kriegsgeschehnissen in Libyen raushielt, aber ein umso ungeheuer- licherer Schritt war es, dass die Alliierten sich für einen Kriegsein- satz ausgesprochen haben.

    Als angehende Lehrerin liegt mir natürlich die Bildung unserer Kin- der besonders am Herzen. Wir müssen es schaffen, soziale Gleich- heit aufzubauen und Ungerechtigkeiten zu minimieren. Das Ziel – auch für meine berufliche Karriere – ist, Chancengleichheit zu schaffen. Nur wenn wir bei unseren Kindern anfangen, können wir die Schere zwischen der Ober- und Unterschicht schließen und so vielleicht irgendwann in Einklang mit unseren Mitmenschen und der Natur leben.

    Vision_2050_Nachhaltigkeit als Selbstverständlichkeit

    Das Jahr 2050 ist zum heutigen Zeitpunkt noch eher diffus und weit in der Ferne liegend. Natürlich würde ich mir für 2050 eine gerechtere und umsichtigere Welt wünschen. Parallel dazu sollte unserer Gesellschaft bewusst sein, dass aktuelle Entscheidungen und die Umsetzung dieser sowohl lokal als auch global Auswirkun- gen auf die Zukunft nachfolgender Generationen haben.

    Was bedeutet es eigentlich eine Vision zu haben? Ist eine Vision per se etwas Gutes, Positives und Optimistisches oder finden sich darin nicht ebenso negative, pessimistische Perspektiven wieder?

    Denn würde ich den heutigen Ist-Zustand weiter schreiben, dann „visioniere“ ich nichts Gutes: Der demographische Wandel hat 2050 seine Spuren in der Gesellschaft merklich hinterlassen. Ländliche Regionen sind verwaist, Häuser verfallen, Straßen leer – Städte dagegen überbevölkert. Alte Menschen sind sich vielfach selbst überlassen oder müssen in überfüllten, anonymen Pflegeein- richtungen ihre letzte Lebenszeit verbringen. Viele sind verarmt und finden sich am Rande der Gesellschaft wieder.

    Durch die wahnsinnige Ressourcenausbeutung nehmen Kli- maerwärmung und Klimakatastrophen zu, sodass ganze Landstri- che verwüstet und nicht mehr bewohnbar sind.

    Die (Welt-)Gesellschaft hat sich zu einer Zwei-Klassen-Gesell- schaft entwickelt. Soziale Ungleichheit zeigt sich in vielen Berei- chen des Lebens. Wer über finanzielle Möglichkeiten verfügt, kann sich Bildung, Kultur und eine gesicherte Existenz (u.a. Sozialversi- cherung) leisten. Viele andere hingegen leben weltweit sozial ver- armt am Existenzminimum und haben aufgrund ihrer Herkunft kaum Chancen und Möglichkeiten einen Weg daraus zu finden. Diskriminierung und Marginalisierung prägen das gesellschaftliche Miteinander – Vorurteile, Terrorismus, Angst und Abschottung sind gegenwärtig. Diese Vision ließe sich auf diese Weise wohl noch weiter denken.

    Doch da ich die Hoffnung habe, dass Menschen selbstbestimmt handeln und sich wandeln können, hoffe bzw. erwarte ich Verän- derung; denn aus dem gegenwärtigen Zeitpunkt betrachtet, muss ein Wandel erfolgen.

    THERESA GRAPENTIN

    Studentin Erziehungswis- senschaften

    64 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 65

    66 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 67

    So setze ich Erwartungen an mich, an unsere Gesellschaft, an die Politik und insbesondere auch an die Wirtschaft.

    Folglich schließt das Wort Vision für mich etwas Traumhaftes, Phantastisches, aber auch ein wenig Ängstlichkeit bzw. Unsicher- heit ein – etwas, was zum momentanen Zeitpunkt noch nicht greif- bar erscheint und dennoch eine schöne, optimistische Wunschvor- stellung in sich birgt.

    Es ist der Weg, der Prozess, der diese Vision umsetzbar bzw. gestaltbar macht. Wie das Leben, so wird sich auch die Vision wan- deln und andere Schwerpunkte entwickeln. Und dennoch ist es wichtig in kleinen Schritten gemeinsam zu beginnen.

    Nun befinden wir uns im Jahr 2050 und werfen einen Blick auf die vergangenen Jahre. Die kleinen Schritte wurden zu großen und so hat sich vieles verändert.

    Nachhaltigkeit spielte bei der Umsetzung dieser Vision eine tra- gende Rolle. Um Kinder für das Thema und den Gedanken der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, wurde Bildung für nachhaltige Entwicklugn (BNE, sozial, ökonomisch und ökologisch) in der Erzieher- und Lehrerausbildung, aber auch im Wirtschaftsbereich, inhaltlich involviert. Transparenz und eine einheitlichere (weltwei- te) Definition wurden damit notwendig. Es ging dabei um die Be- wusstmachung, was der Mensch im Alltag für sich und seine Um- welt im weitesten Sinne tun kann.

    Der Idealfall ist eingetreten: Der Gedanke der Nachhaltigkeit hat sich im Jahr 2050 selber abgeschafft, da er zum Selbstverständnis, zur Realität geworden ist. Die Grundforderungen des Prinzips der Nachhaltigkeit sind nicht mehr primäres Thema, sondern ein Grundsatz, nach dem die Menschen weltweit handeln.

    Im Jahr 2050 gibt es ein lebenslanges staatlich-finanziertes Bil- dungskonto, welches Kindern von Beginn an Bildungs- und Chan- cengleichheit garantiert. Dieses Konto wird dann u.a. auch durch die Benutzer selbst refinanziert.

    Die deutsche Politik investierte verstärkt in Bildung und ist nun nicht mehr nur „Wirtschaftsriese“, sondern auch „Bildungsriese“. Demnach wurde erkannt, dass Bildung Wissen, Partizipation und Innovation schafft. Dies führte auch zu einer Wiederbelebung der demokratischen Strukturen mit einer stärkeren Bürgerbeteiligung.

    Gleichzeitig wurde so sozialer Ungleichheit entgegengewirkt. Dabei wurde aber im Blick behalten, dass nicht schon im Kindesal- ter „Höchstleistungsmaschinen“ herangezogen werden.

    Menschen leben in Mehrgenerationenhäusern und den unter- schiedlichsten Familienformen zusammen – die Jungen lernen von den Alten und umgekehrt. Sie werden in ihrer kulturellen und ethnischen Vielfalt anerkannt und akzeptiert. Der „Andere“ macht keine Angst, sondern wird als Teil des Eigenen bzw. als Chance begriffen. Von Integration spricht heute niemand mehr.

    Zudem gibt es ein Grundeinkommen, welches den in Deutsch- land lebenden Menschen ein würdiges Leben ermöglicht. Da- mit ging ein Paradigmenwechsel einher: Eine Identifikation bzw. Selbstverwirklichung über die Erwerbsarbeit entfiel zunehmend. Ehrenamtliche Arbeit, bürgerschaftliches Engagement und gesell- schaftliche Verantwortung spielen nun die Hauptrolle und erfahren größere Anerkennung (z.B. bei der Pflege und Erziehung).

    In den Regionen, die stark vom demographischen Wandel betrof- fen sind, wurden die existierenden Ressourcen erkannt und genutzt, sodass einer Abwanderung entgegengesteuert werden konnte und sich neue bzw. nachfolgende Generationen ansiedelten.

    Hier wurde bspw. ein vermehrter regionaler Austausch unter- einander geschaffen: Betriebe, Schulen und Dienstleister vernetzten sich, um voneinander zu „profitieren“ und miteinander zu lernen. Interkulturalität und Internetkommunikation stellten dabei wich- tige Impulse dar.

    2050 leben wir von erneuerbaren Energien – der Atomausstieg ist geschafft, die CO2-Emissionen reduziert. Regionale Produkte fin- den sich in den Supermärkten und werden von uns selber wieder vermehrt angebaut. In den Städten gibt es zunehmend – wie sie im Jahr 2011 schon beispielhaft in China existierten – Dachgärten, die zur Luftverbesserung beitragen und landwirtschaftlich genutzt werden. Wir bewegen uns mit Fahrzeugen, die wenig Energie benö- tigen (Beschleunigung durch Magnetkraft) und sind wieder mehr auf das Fahrrad umgestiegen. Der öffentliche Nahverkehr ist um- weltverträglich ausgebaut und ländliche Regionen besser erschlos- sen.

    Der Mensch hat gelernt, sich nicht mehr über die Natur zu er- heben. So hörte beispielsweise schon vor 25 Jahren die Abholzung des Regenwaldes auf.

    68 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 69

    Die Finanzmärkte richten sich heute nach einer realen Wirtschaft- sentwicklung und nicht mehr nach den Spekulationen weniger einflussreicher Finanzanalysten. Nachhaltiger Konsum hat eine vordergründige Bedeutung: Produkte werden in einem natürlichen Kreislauf hergestellt und wiederverwertet. „Abfälle“ gibt es nicht mehr, da sie wieder aufgearbeitet und in den Konsumkreislauf zurückgeführt werden.

    Demnach konsumieren die Verbraucher bewusster, da sie die „Geschichte“ der Produkte kennen. Weltweit geltende Arbeitsbe- stimmungen haben dazu geführt, dass die Ausbeutung von Men- schen unter unwürdigen Arbeitsbedingungen aufhörte.

    Zu guter Letzt bin ich froh, dass nicht Avatare o.ä. unser mensch- liches und persönliches Miteinander ersetzten oder beeinflussten; technische Fortschritte bzw. Möglichkeiten sowohl in der Informa- tionstechnik als auch der künstlichen Intelligenzforschung ließen den Gedanken 2011 jedoch leider nicht abwegig erscheinen.

    Internet bzw. Cyberspace hat heute zwar eine zunehmende Bedeutung im menschlichen Miteinander und der Kommunika- tion. Dennoch ist uns die direkte soziale Kommunikation gewahr geblieben; denn nur diese zeigt, damals wie heute, wahrhaftige interpersonelle Reaktionen und Emotionen im weltgesellschaft- lichen Miteinander.

    Gerechtigkeit — ein Thema für Generationen

    In meiner Vision gehen Menschen rücksichtsvoller und respektvol- ler mit ihren Mitmenschen und der Erde um. Ihr Handeln ist von der Überzeugung bestimmt, dass heute, aber auch junge, künftige und in weiter Zukunft lebende Menschen Rechte haben – Rechte, deren Reichweite zeitlich neutral ist.

    Doch was brauchen unsere Nachfahren? Wie müssen die schon jetzt wirkenden Rechte zukünftiger Generationen aussehen?

    Mindeststandards elementarer Rechte, die eine Versorgung mit Luft, Trinkwasser und Nahrung gewährleisten, bieten Orien- tierung und stellen Fragen nach der Verteilung von Ressourcen, der Lebensqualität und den Lebenschancen in den Vordergrund. Das Schaffen und Erhalten möglichst guter Lebensbedingungen wird zu einer Pflicht, wenn das Recht auf genau diese Bedingungen nicht mehr auf heute Lebende beschränkt ist, sondern auch für künftige Generationen gilt.

    Die jetzt lebenden Menschen müssen sich Gedanken machen, wie sie heute handeln, damit zukünftige Generationen eine lebens- werte und intakte Welt vorfinden. Das Potenzial und die Konflik- te zwischen Jung und Alt, zwischen Heute und Morgen müssen deswegen stärker thematisiert werden. Demographischer Wandel, finanzielle Probleme, ökologische Herausforderungen – kämpferi- sches Gegeneinander oder Solidarität, Koexistenz oder Dialog?

    Um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen, ist es notwendig, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. Der teilweise zwischen den Generationen empfundene Kampf muss sich in eine solidarische Gemeinschaft wandeln, die über Generationen und Kulturen hin- weg in einen Dialog tritt.

    Gegenseitige Unterstützung, gemeinsames Wohnen mit Jung und Alt, sowie die Chance vom Anderen zu lernen und von seinem Wissen zu profitieren sind erste Schritte in diese Richtung. Gene- rationennetzwerke, Großelterndienste, Zeitzeugenarbeit, bürger- schaftliches Engagement – Handlungsmöglichkeiten gibt es viele.

    Diese Möglichkeiten müssen zu einem festen Bestandteil des alltäglichen Handelns werden, denn unterschiedliche Potenziale und Erfahrungen, Stärken und Schwächen können zusammen von großem Nutzen sein.

    NELE GROHER

    Studentin Politische Theorie

    LENA MARA GROSS

    Referentin Strategischer Einkauf Non Food

    Nur gemeinsam sind wir stark und können für uns und unsere Nachfahren eine lebenswerte Welt gestalten. Das Recht eines jeden in einer derartigen Welt zu leben, muss nicht nur das Handeln der Menschen bestimmen, sondern es bedarf darüber hinaus der For- mulierung einklagbarer Rechte:

    Nachhaltigkeit als ein Menschenrecht!

    2050 – Bis dahin werden wir die Gesellschaft von Nachhaltigkeit begeistert haben.

    Meine Vision ist es, dass wir bis zum Jahr 2050 unsere Gesellschaft an das Thema Nachhaltigkeit herangeführt und begeistert haben, ihr einen persönlichen Bezug zu diesem Thema ermöglicht und somit den nachhaltigen Grundstein bei jedem gesetzt haben.

    Ein Informationskonzept, mit dem man die Menschen einfach er- reichen kann, ist als wichtiger Grundstein zu sehen.

    Dieses Konzept muss in den Kindertagen jedes einzelnen ge- legt werden und uns das ganze Leben begleiten.

    Diese Information sollte nicht nur seitens der Politik in die Gesellschaft gestreut werden, sondern auch von Unternehmen, NGOs und jedem einzelnen kommen.

    Die Informationen sollten objektiv und transparent verfasst sein und nicht auf eine bestimmte Gruppe hin zielen.

    Einfach von komplizierten Ausarbeitungen hin zu klaren und verständlichen Aussagen.

    Die Art der Informationen soll einfach jeder – vom 9-jährigen Kind bis hin zur 78 Jahre alten Großmutter – verstehen.

    Wichtig ist, dass wir mit unserem Informationskonzept den Informationswillen jedes Einzelnen aktiviert haben.

    Wenn jeder nun diese wichtigen Informationen kennt, fängt er an sich Gedanken zu diesem Thema zu machen und auf sich selber diese Themen zu reflektieren.

    Diese Reflektion wird dazu führen, dass man merkt, dass Nachhaltigkeit jeden etwas angeht und man auch mit kleinen Din- gen etwas bewirken kann.

    Es wird sich daraus eine Begeisterung für viele verschiedene The- men bei jedem Einzelnen entwickeln.

    Mit dieser Begeisterung können dann die großen Themen ge- meinsam angegangen werden und man schafft es leichter, dass ge- gebenenfalls jeder Einzelne bewusst auf etwas verzichtet.

    Dann ist Nachhaltigkeit in der breiten Gesellschaft angekommen und jeder kann sich damit identifizieren und gemeinsam mit ande- ren viel bewegen.

    Die Macht des Wirtschaftskonzeptes

    Zu Beginn der 20er Jahre wurde in Deutschland eine wundervolle Zukunftsvision entwickelt, auf die man sich verständigte gemein- sam hinzuarbeiten. Es wurde versucht den repräsentativen Mei- nungsdurchschnitt zu verwenden. In dieser Zukunft sollte kein Mensch mehr durch soziale und wirtschaftliche Raster fallen, Bil- dung sollte frei und für alle zugänglich sein. Hierdurch, sollte eine starke, mündige Gesellschaft heranwachsen, die umsichtig Politik betreibt und sich ein technisch und wirtschaftlich hoch entwickel- tes Lebensumfeld erschafft. Energieeffizientes und ökologisches Handeln sollte die priorisierte Maßgabe sein. Diese Gesellschaft sollte ein weltweites Mustervorbild darstellen und ihr Know-How in andere Gesellschaften tragen.

    Heute, 2050, erzähle ich etwas über die Entwicklung der Wirt- schaft.

    Anfang der 20er Jahre wurden die großen Finanzhaie geschockt: Es war einem mittelständigen Öko-Fashionlabel gelungen sich erfolg- reich gegen einen heimlichen Verkauf zu wehren. Eine anfangs klei- ne Gruppe an Widerständlern gründete eine Genossenschaft und scharte nach und nach genug Anhänger um sich, um alle anderen Bieter zu übertrumpfen und das Unternehmen zu retten. In diesem Zusammenhang staunte die Finanzwelt nicht schlecht, welchen Einfluss eine winzige Personengruppe durch die neuen Medien ge- nerieren konnte.

    MIRIAM GÜCKEL

    Ausbildung zur Kauffrau

    für Marketingkommunikation

    70 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 71

    (Ich erinnere mich noch, dass die genauen Einzelheiten des Modells in 2012 bekannt wurden.)

    „Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden, als über die große Dunkelheit zu kla- gen.“ (Laotse / Mt22,37ff).

    72 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 73

    Das durch die Genossenschaft neu strukturierte Firmenmodell gilt heute 2050 noch als vorbildlich: Das Unternehmen ist hauptsäch- lich darauf ausgelegt, seinen Mitarbeitern den Lebensunterhalt zu sichern und darüber hinaus einen Mehrwert in die Gesellschaft zu tragen, die Welt zum Positiven hin zu entwickeln.

    Noch immer ist es ein Ziel Gewinne zu erwirtschaften, jedoch werden Ökologie, Innovationen, Arbeitsbedingungen, gerechte Entlohnung und Wertigkeit im gesamten Prozess, intern wie ex- tern, immer berücksichtigt und mit priorisiert. Das Unternehmen ist so transparent, dass interne Strukturen öffentlich einsehbar und so über das Unternehmen hinaus nutzbar sind.

    Einige andere Firmen haben diesem Beispiel nachgeeifert und die riesigen Finanzkonzerne damit ein Stück weit an Macht einbüßen lassen. 2018 kam es zu einer erneuten Wirtschaftskrise: In vielen Ländern, auch in Deutschland, wurde daraufhin so starker Druck auf die Regierung ausgeübt, dass erste einschränkende Gesetze über weltweite Finanzspekulationen erlassen wurden.

    Seitdem sind Banken und Private Equity Konzerne in ihrer Vorgehensweise stark eingeschränkt. Um den Wert eines Unterneh- mens zu berechnen, werden die realen wirtschaftlichen Leistungen herangezogen. Träumerische Zinsversprechungen werden seit dem letzten Zusammenbruch kritisch bewertet.

    Ein Umdenken fand damals statt: Strategisch-wirtschaftliche Pla- nungen unter 20 Jahren wurden als spekulativ angesehen. Mehr und mehr Firmen entschlossen sich, ihre Produktionsketten genau- er zu durchdenken. Der größte Anteil an verwendeten Rohstoffen stammt heute aus recycelten Materialien. Es wird darauf geachtet, die Umwelt zu nutzen und gleichzeitig zu erneuern. Das Energie- problem, das zu Beginn des Jahrhunderts noch herrschte, ist fast vollkommen gelöst worden.

    Es werden schon seit längerer Zeit energieneutrale Gebäude gebaut, zudem alte nachgerüstet. Darüber hinaus gibt es Technik, die es erlaubt, den aus umweltfreundlichen Mitteln gewonnenen Strom langfristig zu speichern und über weite Strecken hinweg zu nutzen.

    BIOLANDWIRTSCHAFT

    Biolandwirtschaft – eine reale Vision

    In meiner Vision (betreffend auch mein Leben) für das Jahr 2050 gibt es in Deutschland (Europa, in der ganzen Welt) nur noch bio- logisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe. Selbstverständlich verzichten diese auf jede Art der Gentechnik und besinnen sich auf die alten Gedanken des biologischen Landbaus (Müller, Rusch) zu- rück. Hierbei sollte die regionale und saisonale Vermarktung durch den Endverbraucher wieder mehr unterstützt werden. Durch op- timale Fruchtfolgen und den Erhalt/ Steigerung der Bodenfrucht- barkeit können die Erträge in Größenordnungen kommen, welche das Ernährungsproblem auf der Welt beseitigen. Nicht nur die Stei- gerung der Erträge helfen das Ernährungsproblem zu lösen, son- dern die Menschheit muss ihre Ernährungsweise umstellen (von Fleisch hin zu Getreide, Obst, Gemüse und Fisch aus Aquakul- turen). Durch sein optimales Futter-Zuwachsverhältnis bietet sich Fisch als Eiweißträger der Zukunft an. Die weiteren Tierrassen, wie z.B. Rinder, Schweine und Schafe werden in extensiven Systemen gehalten (z.B. Mutterkuhherden, extensive Milchviehhaltung mit Weidegang). Auch die nachwachsenden Rohstoffe (für z.B. E10, Biogasanlagen und Kurzumtriebsplantagen zur Hackschnitzelge- winnung) können sinnvoll in die Fruchtfolge eingebunden werden und somit geht kein Boden für die Nahrungsmittelproduktion ver- loren und es stehen genug Flächen zur Verfügung, um auch das Erdölproblem zum Teil zu kompensieren. Weiterhin sollen auf nicht landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, welche weit entfernt von Siedlungen sind, Energieparks jeglicher Art entstehen. Für die Mobilität der landwirtschaftlichen Maschinen bietet der Elektro- antrieb sicherlich die beste Lösung. Auch die Forstwirtschaft sollte nachhaltiger betrieben werden. Dies bedeutet die Umstellung aller Wälder auf Mischwälder mit Arten, welche mit den neuen Klima- bedingungen zurechtkommen.

    Die Subventionen, wie wir sie heute kennen, gibt es nicht mehr. Die Lebensmittel kosten was sie wert sind! Agrarsubventio- nen werden nur noch für die Förderung alter Rassen, Naturschutz, Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeitserhalt und Biodiversitätsprojekte ausbezahlt. Auch sollten sich die Landwirte wieder mehr trauen mit den Naturschutzorganisationen zusammenzuarbeiten. Land-

    ARMIN GÜNTER

    Biolandwirt

    CHRISTINA HAEGER

    Schülerin

    wirte, als größte Landbesitzer, sind in der Zukunft die perfekten Umwelt- und Naturschützer und Landschaftspfleger. Sie sollten auf ihren Flächen möglichst viele Umweltschutzmaßnahmen (z.B. Benjeshecken, Blühstreifen, Wildschutzhecken, Baumreihen und Agroforstwirtschaft) realisieren und somit dem Artenverlust in der Natur entgegenwirken.

    Um eine perfekte und nachhaltige Produktion von Lebensmittel zu gewährleisten, muss natürlich auch die weiterverarbeitende Indus- trie nachhaltig produzieren. Dies bedeutet, dass eine CO2-Bilanz oder ein Biodiversitätsfaktor auf jedem Endprodukt aufgedruckt ist.

    Meine Vision 2050

    Gestern Schule, heute Spaß

    Heute haben wir den 24.3.2050: Dies nenne ich an dieser Stelle so deutlich, denn schließlich saß ich genau vor 39 Jahren in Ber- lin und machte mir mit anderen „Visionären“, wie wir uns damals nannten, Gedanken über den damaligen Zustand unserer Erde, aber vor allem auch darüber, wie es in 39 Jahren aussehen würde. Welche Entwicklungen würden die Welt revolutionieren? Welche Innovationen könnten sich als effektiv und zukunftsorientiert he- rausstellen?

    Jetzt nach 39 Jahren, kenne ich die Antworten auf unsere damali- gen Fragen. Es ist viel passiert.

    Es hat sich viel entwickelt und verändert. Die für mich wich- tigsten Veränderungen, da ich mich nun selbst Mutter nennen darf und für meine Kinder, meine zukünftigen Enkel und Urenkel nur das Beste möchte, betreffen die Rubrik „Bildung“.

    Ich weiß es noch ganz genau, so als wäre es erst gestern gewesen. Die Erinnerungen an meine furchtbar schlechte Laune und an mei- ne Wut mit der ich die Haustür zuschlug als ich von der Schule kam, sind immer noch hautnah zu spüren. Jeden Tag musste ich

    in dieser mit einem ständigen Konkurrenzkampf und dem stetig steigenden Leistungsdruck umgehen, der mir jeglichen Spaß an der Schule zu rauben schien.

    Der Unterricht war meiner Meinung nach völlig überholt, denn es wurde nicht auf aktuelle Ereignisse oder Interessen der Schüler ein- gegangen. Dem bedingungslosen Lehrplan wurde allerdings ohne wenn und aber nachgeeifert. Ich kannte also als damalige Schülerin die Schwächen des Bildungssystems. Heute nach 39 Jahren bin ich froh, dass sich meine Kinder nun mit anderen Problemen ausein- andersetzen können.

    Die Veränderungen also kamen und waren gravierend. So beschloss die Bundesregierung im Jahre 2015 die Auflösung des dreiglied- rigen Schulsystems. Alle Bildungszweige wurden in einem multi- funktionalen zusammengeschlossen, wodurch man sich eine höhe- re Chancengleichheit, ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl und ein generell erhöhtes Bildungsniveau versprach. Aufgrund des demo- graphischen Wandels konnte der Unterricht in kleineren Klassen durchgeführt werden. Dies hat nicht nur zum Vorteil, dass die Lehrkräfte erheblich entlastet werden, sondern trägt ebenfalls dazu bei, dass die Schüler individueller, gezielter und effektiver betreut und gefördert werden können. Nach dem Prinzip „Einer für Alle und Alle für Einen“ helfen sich die Schüler untereinander. Soziale Kompetenzen können an dieser Stelle mit Leichtigkeit erworben werden.

    Das Einführen diese Systems wurde den Verantwortlichen an- fangs nicht leicht gemacht, denn Gegner sprachen laut von Förde- rungseinbußen, Motivationsverlust für Leistungsstärkere und von einer drohenden Überfüllung der Schulen. Der Staat jedoch ver- mied die Entstehung dieser Kritikpunkte, indem er fortan 6% des BIPs in die Bildung investierte. Diese Investitionen erlaubten allen Schulen eine hochtechnologisierte Grundausstattung, die Lernen attraktiver machte, den Schülern den Umgang mit der Technik und dem Internet näher brachte, und den Schülern vor allem das Gefühl gab, dass auf ihre Bedürfnisse geachtet wird. Des Weiteren werden stetig Lehrerfortbildungen bezahlt, die einen „Entwicklungsstan- dard“ gewährleisten sollen.

    Der Lehrerberuf hat sogar mittlerweile den Beamtenstatus verloren, da hierdurch vermieden werden kann, dass sich diese „zurücklehnen“ und ihre Aufgabe als lehrendes Vorbild vernachläs-

    74 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 75

    SABRINA HAVLITSCHEK

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin Landtagsabge- ordnete

    sigen. Neue Fächer wie, „Nachhaltige Lebensformen“, „Partizipati- onsmöglichkeiten im gesellschaftlichen Leben“ und „Vermittlung von Diskussionsmethoden“ sind heutzutage ebenfalls elementare Grundbausteine des täglichen Schulalltags. Diese Fächer stellen somit seither für die Schüler eine Möglichkeit der Bewusstseinsbil- dung dar, wodurch sie ihre Lebensentscheidungen begründen und ihr Konsumverhalten rechtfertigen können. Die „Schülermeinung“ hat im heutigen Schulalltag eine höhere Stellung, denn die Schüler können hier über einen Rat demokratisch an Schulentscheidungen aktiv teilnehmen.

    Die Entscheidung über Bewertungssysteme und die allgemei- nen Lehrpläne liegt also auch in ihren Händen. Hierdurch soll die Motivation der Schüler und die Attraktivität der Schule gesteigert werden.

    Schließlich ist man auch dazu übergegangen Ganztagsschulen mit anschließendem Nachmittagssport einzuführen, denn hierdurch wird nicht nur das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, sondern eben- falls die Gesundheit gefördert. Jugendliche geraten so weniger in kriminelle Kreise.

    Diese Veränderungen haben also zusammenfassend meiner Meinung nach zu einer überaus positiven Identifikation mit der Schule, zu hoher Motivation und somit zu guten Lernerfolgen ge- führt.

    Heute nach 39 Jahren bin ich sehr glücklich darüber, dass meine Kinder nicht die Haustüre zuschlagen, sondern mit Begeisterung sagen: „Mama, die Schule hat heute wirklich Spaß gemacht!“

    Selbstbestimmte Lebensgestaltung

    Im Jahr 2050 leben wir in einer Gesellschaft, die individuelle Le- bensentwürfe deutlich besser ermöglicht, als dies vor vierzig Jahren der Fall war, und diese schätzt.

    Die Menschen in Deutschland sind frei von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwängen, die ihrer Selbstverwirklichung im Wege stehen. Erreicht wurde das durch folgende „Bausteine“:

    (1) Die Abschaffung des Bildungsföderalismus und die kostenfreie Bildung von der Kinderkrippe bis zur beruflichen Weiterbildung vermittelt den Menschen heute das Rüstzeug für ein selbständiges Leben. Schon seit Jahren tendiert die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss gegen Null.

    (2) Umfassende Reformen des Wirtschaftssystems führten dazu, dass Gewinnstreben nicht mehr oberste Maxime ist. Arbeitnehmer heute haben deutlich mehr Einkommen und haben dennoch eine deutlich geringere Wochenarbeitszeit als 2011, was ihnen Engage- ment in anderen Bereichen ermöglicht.

    (3) Diese Umwälzungen in der Arbeitswelt führten dazu, dass die Vielfalt der Interessen und Fähigkeiten der Menschen höher ge- schätzt und auch unterstützt wird. Zeiten für die Pflege kleiner Kinder oder Angehöriger sind kein Karrierehindernis mehr. Ehren- amt neben dem Beruf ist keine Überforderung mehr, Burn-Outs und andere psychische Erkrankungen des Arbeitslebens sind sig- nifikant zurückgegangen, da Arbeit und Freizeit individuell so in Einklang gebracht werden können, dass auf unterschiedliche Be- lastungsniveaus (die u.a. auch vom Alter abhängen) eingegangen werden kann.

    (4) Der Sozialstaat wurde nicht nur verteidigt, sondern fortentwi- ckelt. Es gab einen breiten gesellschaftlichen Konsens, dass Risiken des Lebens solidarisch, paritätisch und öffentlich abgesichert blei- ben müssen.

    Um unsere Sozialsysteme langfristig finanzierbar zu halten, wurde das Steuersystem dahingehend reformiert, dass die Einnah- mebasis verbreitert wurde.

    Alle Einkommensarten wurden einbezogen und der Spitzen- steuersatz erhöht. Privatisierung (wie z.B. in der Krankenversiche- rung) wurde abgeschafft, so dass alle in einen Topf einzahlen. Auch wer seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann, führt ein menschenwürdiges Leben. „Kinderarmut“ gilt als ausgestorbener Begriff.

    (5) Hetero, homo, bi, traditionelle Ehe, wilde Ehe, offene Bezie- hung – die Art, wie Menschen lieben veranlasst niemanden mehr dazu, sich auf der Straße empört umzudrehen. Das liegt auch dar- an, dass die Vielfalt der privaten Lebensentwürfe bewusst ins Licht

    76 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 77

    LARS HEINEN

    Innovationsingenieur im Bereich Forschung und Entwicklung bei einem Unternehmen der Heiz-, Klima- und Lüftungstechnik

    der Öffentlichkeit gerückt wurde. Vorbei sind die Zeiten, in denen Werbung nur mit jungen, schönen, gesunden, weißen, heterosexu- ellen Menschen gemacht wurde und alles andere als „unnormal“ oder wenigstens „untypisch“ vernachlässigt und diskriminiert wur- de. Auch dass Frauen in Vorstandsetagen sitzen, ist nichts Unge- wöhnliches mehr und keiner bezeichnet diese Frauen als Raben- mütter oder unweiblich.

    Die Anfang der 2010er Jahre eingeführte Frauenquote in Vorstän- den und Aufsichtsräten konnte bereits Ende der 20er Jahre wieder abgeschafft werden. Eine umfassende Sensibilisierung in Gender- fragen führte auch dazu, dass Sexismus passé ist.

    Vision 2050

    Aus meiner beruflichen und persönlichen Sicht denke ich in meiner Vision zunächst an die zünftige Energieerzeugung und den Ener- giebedarf. Ich bin überzeugt, dass im Jahr 2050 die fossilen Brenn- stoffe als Energiequelle für Wärme bzw. Strom und Antrieb nicht mehr in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Abgesehen von der Verknappung wird die notwendige CO2-Ausstoßminimierung zur Treibhauseffekt-Reduzierung, die wesentliche Ursache für ein Umdenken gewesen sein.

    Aus diesem Grund wird es Entwicklungen geben, die in der Lage sind, nahezu 100% der Energie aus den restlichen fossilen Brenn- stoffen umzusetzen (Wirkungsgrade ca. 100%). Zum anderen wird die regenerative Energieernte optimiert sein. Sowohl Solarthermi- sche-, als auch Wind- und Erdwärmeenergien werden nahezu 90- 100% der benötigten Energie bereitstellen.

    Auf der anderen Seite werden benötigte Energien, der Bedarf für Industrieprozesse, den Automobilverkehr und die Haushalte, auf ein Minimum reduziert sein. Prozesse werden dabei derart ge- führt, dass eine Vernetzung zwischen den Verbrauchern und Erzeu- gern zu einer optimalen Bedarfs- zu Verbrauchsdeckung gelangt. Die notwendige Energie z.B. zur Gebäudeheizung wird durch Dämm- und Wärmerückgewinnungsmaßnahmen minimiert.

    Im Automobilbereich wird Forttriebstechnologie derart ausgereift sein, dass der regenerative Anteil nahezu bei 100% liegt (Elektro- und/oder Brennstoffzellenautos).

    Die notwendige Entwicklung von Speichertechnologien für elektrische und thermische Speicherungen, zur Harmonisierung der erzeugenden, nicht stetig vorhandenen, regenerativen Quellen (Sonne, Außenluft, Wind), werden entwickelt sein.

    Energieeinsparung und Bedarfssenkung sind nur zwei der Punkte, die in dem gesamtheitlichen Ansatz des Nachhaltigkeits- gedankens enthalten sind. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Kommunikation. Hier wird 2050 eine Kommunikationsebene ge- funden sein, die es ermöglicht, jeden nachhaltig zu erreichen, die Eigenverantwortlichkeit gegenüber Umwelt und Gesellschaft klar zu machen und zum Handeln zu bewegen. Das Bewusstsein zum nachhaltigen Denken, im ökonomischen, ökologischen und sozia- len Sinne in der gesamten Bevölkerung und durchweg durch alle sozialen Schichten, wird dadurch derart verinnerlicht sein, dass es möglich geworden ist, die unterschiedlichsten, nachhaltigen Ansät- ze aus allen Bereichen zu platzieren und entsprechend erfolgreich umzusetzen.

    In meiner Vision ist es gelungen, so rechtzeitig der demogra- phischen Entwicklung, der Alterung der Gesellschaft, entgegenzu- wirken, indem Anreize gesetzt wurden, dass geburtenstarke Jahr- gänge diese bereits kompensieren. Vorrausschauende Strategien, wie tolerante und bewusst „kinderfreundliche“ Arbeitgeber, Kin- derbetreuung etc. sind etabliert.

    Akteur ist und wird die Politik sein, welche durch die entspre- chenden Fachgremien (Experten aus Wissenschaft, Industrie) bera- ten, die Spielregeln im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich festlegen wird.

    Durch diese Fachgremien wird die Politik im Idealfall in der Lage sein, möglichst objektiv die unterschiedlichen Fragestellungen ein- zuschätzen, ohne dass die latente Gefahr besteht, Blickrichtungen durch vorgeprägte inhaltliche und interessengesteuerte Meinungen und Interessen zu übersehen.

    Die Politik ist dadurch in der Lage die Ziele zu formulieren und entsprechende Strategien auf den Weg zu bringen, gesetzlich vorzuschreiben und zu verankern und diese auch durchzusetzen. Als legislative, judikative und exekutive Gewalt konnte die Politik einen gewissen Druck aufbauen, der in allen Bereichen nachhalti- ges Handeln zur Pflicht machte.

    78 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 79

    GABRIEL HEISSENBERG

    Zentrale Personalbetreuung bei einem Hausgerätehersteller

    Nur durch diese Verpflichtung, einhergehend mit der breiten Kommunikation, konnte der nachhaltige Ansatz platziert und aufgebaut werden. Dadurch konnten z.B. die trägen markwirt- schaftlichen Anpassungsgeschwindigkeiten beschleunigt werden. Die Mechanismen zur nachhaltigen Entwicklung z.B. diese über die der ökonomische Entwicklung zu stellen (CO2-Handel), haben sich durchgesetzt und zum Umdenken geführt und sind aus öko- nomischer Sicht kein Wettbewerbsnachteil mehr, da alle an dieser Entwicklung teilgenommen haben.

    In 2050 wird gelungen sein, nachhaltiges Handeln nicht nur kos- tengünstig , sondern auch attraktiv und für jeden umgänglich und verständlich zu gestalten.

    Der Weg ist das Ziel

    40 Jahre Zukunft in 40 Zeilen widerzuspiegeln – eine fast schon unmöglich anmutende Aufgabenstellung. Wie soll ein so komple- xer Zustand in irgendeiner Form auf so begrenzte Weise auch nur hinreichend beschrieben werden? Und lassen unsere Denkschemata eigentlich zu, etwas dessen Vergleichbarkeit mit dem Heute völlig ins Leere läuft überhaupt in Worte zu fassen?

    Eine konkrete Darstellung der Zukunft macht in meinen Augen wenig Sinn. Ob point-predictions am Ende eintreffen oder nicht – das ist mehr Sache des Zufalls als weiser Voraussagung. Und ähn- lich der Überzeugung der Europäer bis ins 17. Jahrhundert, dass alle Schwäne weiß sind, wie lassen sich heute Faktoren in Prog- nosen mit einbeziehen, die man überhaupt noch nicht kennt? Oft schon hat die Geschichte bewiesen, dass mit dem Eintreten des als unmöglich Erachteten stets gerechnet werden muss (Mauerfall, 11. September 2001).

    Für mich liegt der Schlüssel nicht in der möglichst genauen Vorhersage eines Endzustandes X, sondern im Prozess selber, dem Visionieren. Das stetige Reflektieren aktueller Veränderungen, sei- en sie politischer oder sozialer Natur, halte ich für wesentlich wich- tiger als das sture Hinarbeiten auf ein irgendwann (zwangsweise?)

    überholtes Ziel. Konkrete Maßnahmen oder Strategien auf globa- ler oder lokaler Ebene ergeben sich so automatisch. Und auch hier halte ich das Verfolgen von kleinen Schritten jedes Einzelnen für essentiell. Nur ein Ziel, das auf Basis einer breiten Masse an Visio- nären gründet, hat in meinen Augen Bestand (auch über kurzfris- tige Strukturen in Politik (Wahlkampf) und Industrie (Bilanzen) hinweg).

    Oft höre ich als Grundvoraussetzung für Visionen den Ruf nach ei- nem dringend nötigen „Wertewandel“ – beispielsweise in der Wirt- schaft durch Aufgeben des Gewinnstrebens. Das sehe ich anders: Sicherlich verhindert der nachhaltige Umgang mit Ressourcen den einen oder anderen Rekordumsatz – aber mit hochenergieeffizien- ten Geräten lässt sich (heute schon!) gutes Geld verdienen. Außer- dem müssen Unternehmen mehr und mehr dem hohen Anspruch diverser Stakeholder-Gruppen gerecht werden. Und dies schließt rücksichtsloses Wirtschaften einfach aus.

    So mag die Kapitulation vor der großen Aufgabe, 40 Jahre in die Zukunft zu blicken sehr verlockend sein. Aber ich bin froh, der Versuchung nicht nachgegeben zu haben und freue mich in den nächsten Jahren mit kleinen und großen Schritten an der Gestal- tung einer erstrebenswerten Zukunft teilzuhaben.

    Vision 2050

    Am ersten Januar 2050 wache ich ein wenig matt in einem Ho- tel in Rom auf. Von meinem Bett aus sieht der Strand des Mit- telmeers im morgendlichen Sonnenschein herrlich einladend aus. Leichte Kopfschmerzen erinnern mich an den wunderbaren Barolo aus Südschweden, den ich am Vorabend genossen habe. Auf dem Weg zum Bad tauchen die Bilder eines unglaublich bildhaften, ein- drücklichen Traumes in mir auf.

    Es sind die dramatischen Szenen einer vollständigen Evakuierung von Paris. Der Meeresspiegel war über vierzig Jahre um etwa sech- zig Meter gestiegen und Paris somit Küstenstadt geworden. Nun

    80 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 81

    DAVID HISS

    Student International Affairs

    bedrohte eine Sturmflut unbekannten Ausmaßes die Stadt. Nach einer zwölfstündigen Krisensitzung beschloss die Regierung der Europäischen Union, dass auch Paris zu dem zehn Kilometer brei- ten Streifen gehöre, der innerhalb von drei Tagen geräumt werden müsse.

    Mir war klar, dass der Traum dieser Nacht grausame Wirklich- keit wäre, wenn nicht vor vierzig Jahren, aus dem Kraftakt einiger großer Visionäre, eine globale Aufklärungswelle ausgegangen wäre. Auf dem Hintergrund eindeutiger Prognosen, etwa der Explosion und des folgenden Einbruchs der Weltbevölkerung, ähnlich des Industrieoutputs und der Nahrungsmittelproduktion, beeindruckt durch die Finanzkrise ab 2007 und erste Unregelmäßigkeiten des Klimas, entstand ein neues, globales Verantwortungsbewusstsein. In diesen gesellschaftlichen Spielraum konnten Menschen stoßen, die seit vielen Jahren die notwendigen Konzepte entwickelt hatten und lange an der kollektiven Angst vor Veränderungen und festen Meinungsfronten gescheitert waren. So konnten ab 2010 in der Landwirtschaft, in der Industrie, im weltweiten Handel und vielen weiteren Bereichen entscheidende Veränderungen auf den Weg ge- bracht werden.

    Die Bilder für den Traum von heute Nacht brauchte ich mir nicht auszudenken. Seit etwa fünfzehn Jahren werden rund um den Glo- bus täglich kleinere und größere Gemeinden in Küstennähe eva- kuiert, viele endgültig, einige liegen schon unter Wasser. Dank der beschriebenen Veränderungen im globalen Bewusstsein ist dies bis jetzt allerdings in einem Ausmaß geblieben, mit dem die Weltge- meinschaft umgehen kann.

    Deshalb müssen wir dieses Jahr wahrscheinlich Rom evakuieren, nicht aber Paris.

    AUTO_MOBILITÄT, eine bewegte Diskussion…

    Mobilität war bereits vor Jahrhunderten ein heiß diskutiertes The- ma und es wurden unterschiedlichste Modelle und Visionen ent- wickelt, wie wir uns in Zukunft fortbewegen könnten. Gezeigt hat

    sich, dass ausgesprochen wenige Menschen in der Lage waren Visi- onen zu präsentieren, die der heutigen Realität entsprechen.

    Jetzt stellt sich natürlich die Frage wie man das ändern kann? Viel- leicht durch das Zusammenspiel aller unserer für das Jahr 2050 verfassten Visionen? Im Folgenden stelle ich meine persönlichen Gedanken und Ideen zum Thema Mobilität der Zukunft für das Jahr 2050 dar.

    Eine flexible, geistige sowie auch physische Mobilität sehe ich als Voraussetzung und Medium für ein qualitativ hochwertiges Leben an.

    Fortschreitende gesellschaftliche Entwicklungen stellen die Auto- mobilität regelmäßig in Frage und es ist meiner Meinung nach un- bedingt notwendig, mögliche Alternativen zu diskutieren. Räum- liche Automobilität hat vor allem die Aufgabe aktives Bindeglied zwischen dem Privat- und Berufsleben zu sein, um unser Leben ein wenig komfortabler und auch selbstbestimmter zu gestalten. Zerlegt man das Wort Automobilität in seine ursprünglichen Be- standteile (griech. autos~selbst, lat. mobilis~beweglich), bedeutet das soviel wie selbstbestimmte Fortbewegung, ein Sinnbild für Un- abhängigkeit, Lebensqualität, und auch Komfort.

    Für das Jahr 2050 wünsche ich mir flexible Möglichkeiten, jeder- zeit entscheiden zu können, wann und wo ich welches Medium der Mobilität nutzen möchte.

    MENSCH. MOBILITÄT. MÖGLICHKEITEN.

    „Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.“ (Leonardo da Vinci, 1452-1519)

    ANJA CAROLIN HOFMANN Doktorandin im Forschungsbereich eines europäischen Automobilunternehmens

    82 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 83

    Zur wöchentlichen Yogastunde nutze ich den öffentlichen Perso- nennahverkehr oder auch mein Fahrrad. Auf Automobilität kann ich vor allem dann nicht verzichten, wenn ich Einkäufe nach Hause transportiere, ein Geschäftstermin ansteht oder eine größere Reise geplant ist. Das Ziel ist, zeit- bzw. wetterunabhängig mobil zu sein und Zugang zu einem einsatzbereiten und gereinigten Auto zu ha- ben. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob ich alleiniger Besitzer eines Automobils bin oder eine Clubmitgliedschaft mit Mobilitäts- option besitze. Schlichte Praktikabilität und Benutzerfreundlich- keit übertrumpfen das Statusempfinden in der Alltagsmobilität.

    Es gibt eine Reihe von Faktoren, die meine persönliche Le- bensqualität mit 66 Jahren ganz entscheidend beeinflussen, dazu gehören z.B. geistige und körperliche Gesundheit. Ich stelle mir die Frage, ob ich im Jahr 2050 noch immer mit den nötigen mo- torischen Fähigkeiten ausgestattet bin, um mich selbstbestimmt fortzubewegen? Es stellt sich auch die Frage, wo und wie ich im Alter wohne? Im städtischen Umfeld z.B. kann ich viel leichter am kulturellen und sozialen Leben meiner Umgebung teilhaben und den Alltag aktiv und erfüllt gestalten. Unabhängig davon, möchte ich mir aber sicher sein, den Großteil meiner Freunde und Familie jederzeit erreichen zu können.

    In meinem Stadtteil wohnen Menschen verschiedenster Generati- onen und Kulturen. Das gegenseitige Helfen bei Alltagsproblemen ist selbstverständlich. Ich übernehme regelmäßig Botengänge für meinen Nachbarn, während mich dieser abends in einer Fremd- sprache unterrichtet oder auch kocht.

    Unter der Voraussetzung, weitgehend finanziell abgesichert zu sein, habe ich richtig viel Spaß daran, mit einer Gruppe von Gleich- gesinnten eine soziale Geschäftsidee zu entwickeln. Das Konzept regt den Austausch von häuslichen Leistungen und Reparaturen im lokalen Umfeld an, aber auch eine generationsübergreifende Kin- derbetreuung. Von dieser Arbeit verspreche ich mir, physisch und geistig mobil zu bleiben und eine erfüllende Aufgabe in der Gesell- schaft zu besetzen.

    Fragmente einer Zukunft. Meine Vision.

    Wenn ich auf die vergangenen 40 Jahre zurückschaue, dann bin ich auf den erlebten Bewusstseinswandel besonders stolz. Wir haben ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit als gesellschaftliche Werte verinnerlicht. Ich bin heute Teil einer Ge- sellschaft, die vorausschauend handelt und zukunftsfähige Ent- scheidungen trifft.

    Wir haben gelernt, dass der Sinn der Wirtschaft nicht die Vermeh- rung von Kapital, sondern die Befriedigung menschlicher Bedürf- nisse ist. Die Aufgabe des Handels ist nicht länger die Anhäufung von Vermögen, sondern nunmehr Ausgleich zwischen einem Über- schuss auf der einen Seite und einem Bedarf auf der anderen Sei- te zu schaffen. Heute erhalten alle Menschen ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Dieses Grundeinkommen sichert nicht nur die Existenz auf einem lebenswerten Niveau, sondern hat auch große Auswirkungen auf gesellschaftliche Denkstrukturen. Arbeit wird durch die Trennung von Einkommen zu einer sinnstiftenden Le- bensaufgabe. Wenn wir heute in einem Arbeitsverhältnis stehen, dann tun wir das aus dem Wunsch, dort tätig zu sein. Das zusätzlich erwirtschaftete Einkommen ist nicht lebensnotwendig, sondern frei verfügbares Vermögen. Jeder Mensch hat die Freiheit zu tun, was er

    LARISSA LETIZIA HOLZKI

    Freie Journalistin

    84 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 85

    86 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 87

    für richtig erachtet. Ganz gleich welcher Arbeit wir nachgehen: wir investieren dafür unsere unwiederbringliche Lebenszeit. Diese Ein- sicht hat zu einer neuen Wertschätzung von Fähigkeiten geführt, die wir in die Gesellschaft einbringen. Die Arbeitsbedingungen sind durch diese Veränderung im Bewusstsein der Menschen deut- lich besser geworden.

    Durch die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkom- mens ergibt sich auch ein neues Verständnis der Bildung. Als ich damals zur Schule ging, besuchten die meisten Jugendlichen Bil- dungseinrichtungen nicht um zu lernen, sondern um im Leben eine Chance auf Wohlstand zu haben. Um die Zugangsberechtigung zu weiterführenden Schulen und Universitäten, genannt Zentralabi- tur, zu erlangen, praktizierten viele Mitschüler das „Bulimie-Ler- nen“: Friss es in dich rein und spuck es wieder aus. Abgesehen von guten Bewertungen hatte dieses Prinzip keine langfristig positiven Auswirkungen. Wer mit den gängigen Methoden nicht zurechtkam, der wurde Schritt für Schritt auf das gesellschaftliche Abstellgleis gestellt. Ein dreigliedriges Schulsystem der Selektion teilte Kinder in Kategorien ein. Dieses System ist heute dunkle Vergangenheit. Die nun üblichen Gemeinschaftsschulen bieten Kindern aus je- dem Elternhaus individuelle Förderung ihrer Fähigkeiten. Schulen sind demokratische Einrichtungen, die von Schülern, Lehrern und Eltern gemeinsam gestaltet werden. In den Stundenplänen ist die musikalische, kulturelle, künstlerische und handwerkliche Bildung ebenso wichtig wie Naturwissenschaften und Sprachunterricht. Das selbstbestimmte Lernen wird durch vielseitigen Projektunterricht ermöglicht, in denen die Kinder ihre Handlungsfähigkeit erpro- ben können. Insbesondere in der Oberstufe partizipieren die He- ranwachsenden bei der Konzeptgestaltung der Schule. Es ist nicht unüblich, dass begabte Jugendliche ihre Mitschüler gelegentlich unterrichten – wir haben schließlich keine Ellenbogengesellschaft mehr, in der es töricht war sein Wissen mit anderen zu teilen. Von- einander und miteinander lernen, um gemeinsam und für alle zu handeln ist selbstverständlich geworden. Ein guter Oberstufenleh- rer muss nicht fachlich kompetenter sein als seine besten Schüler, sondern versteht es den gemeinschaftlichen Lernprozesses zu leiten. Er bewertet nicht die Leistung seiner Schüler, sondern schätzt ihre Fähigkeiten wert!

    Das Ziel des Schulbesuches ist nicht mehr eine kleine schwarze Nummer auf einem weißen Blatt Papier. Unsere Kinder lernen aus Begeisterung an der eigenen Entwicklung. Was sie dafür brauchen,

    wissen sie am besten selbst. Ihre intuitive Motivation wird durch das Bildungssystem nicht gebremst, sondern gefördert. Schulen sind Orte lebendiger Entwicklung geworden.

    Trotz des hervorragenden Bildungssystems haben wir eingese- hen, dass auf die Erziehung, die Entwicklung und das Leben in den eigenen Familien nicht verzichtet werden kann. Ganztagsbetreuung wird nicht mehr als Möglichkeit zur Vereinbarung von Familie und Karriere verkauft, wie es noch vor 40 Jahren der Fall war. Heute müssen sich nicht die Familien den Arbeitsbedingungen der Eltern anpassen, sondern die Arbeitsbedingungen sind so geschaffen, dass ein Familienleben möglich ist.

    Dadurch sind die Menschen viel ausgeglichener geworden, der Stressfaktor ist gesunken und die Zahl der am Burnout-Syn- drom leidenden Menschen ist verschwindend gering. Um Karriere zu machen, muss man heute nicht mehr 24 Stunden für den Job opfern, wenn man eine Familie hat. Die Aufgaben von Menschen in Führungspositionen können auf mehrere Schultern verteilt wer- den. Frauen können Kinder bekommen und arbeiten – diese Un- gerechtigkeit bleibt leider bestehen, liebe Männer!

    Es war einmal, da war die Ausländerfeindlichkeit hier zu Lande noch weit verbreitet. Damals dachte man, dass junge Türken, Polen und Russen deutschen Jugendlichen ihre Arbeits- bzw. Einkom- mensplätze wegnehmen würden. Irgendwann in den vergangenen 40 Jahren sind wir aufgewacht und haben unsere Lehren aus dem demografischen Wandel gezogen. Die Menschen, die aufgrund des Klimawandels ihre Heimat verlassen mussten, haben wir mit offe- nen Armen empfangen (wobei wir uns nicht als gütige Retter in der Not empfunden haben, sondern uns unserer Schuld an den klimatischen Veränderungen durchaus bewusst waren). Die Globa- lisierung hat die Welt zu einem globalen Dorf werden lassen und uns vor Augen geführt, dass keine Hälfte der Welt ohne die andere Hälfte der Welt überleben kann.

    Heute spricht niemand mehr von einer ersten, zweiten und dritten Welt, es gibt keine pauschale Einteilung in entwickelte und unterentwickelte Länder mehr. Partnerschaftliche Zusammenarbeit unterschiedlicher Kulturen ist die Basis für eine neue Weltgemein- schaft, auf die sich die veränderte Werteorientierung in Deutsch- land allmählich ausbreitet.

    Das kulturelle Miteinander bereichert das Leben aller Weltbür- ger und erweitert den Horizont für andere Religionen, Sitten und

    „Letzten Endes werden alle gesellschaftlichen Verände- rungen, zumindest die, die mit der großen Gesellschaft zu tun haben, am Anfang als Utopie angesehen.“ Götz W. Werner, Die Herausforderun- gen der Globalisierung

    88 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 89

    Bräuche. Das wechselseitige Kennenlernen der Menschen unter- schiedlicher Herkunft bildet die Basis für ein gegenseitiges Verant- wortungsempfinden.

    Dass die Natur nicht unerschöpflich ist, das weiß heute jedes Kind. Umweltbewusst füllen wir unseren Einkaufswagen mit bi- ologischen Produkten aus regionalem Anbau. Waren aus Übersee sind selbstverständlich mit Gütesiegeln versehen, die den fairen Handel dokumentieren. Ob in Deutschland, in Südamerika oder in Asien: die von uns gekauften Güter werden umweltschonend und ressourcensparend angebaut und produziert. Menschen und Natur werden nicht länger ausgebeutet.

    Angesichts der vielen verbliebenen Atomendmülllager können wir nur hoffen, dass die vorangetriebene Forschung irgendwann einen Weg finden wird, die radioaktiven Stoffe abzubauen. Die aktuelle Energieversorgung basiert vollständig auf regenerativen Quellen.

    Der gesellschaftliche Wandel spiegelt sich natürlich auch in der Politik wider. Das Hauen und Stechen und die Kultur des kon- tinuierlichen Gegeneinanders hat in den letzten Jahren ein Ende gefunden. Politiker sind nunmehr zuerst ihrem Gewissen und nicht länger ihrer Partei gegenüber am stärksten verpflichtet. Die zwi- schenparteiliche Zusammenarbeit einzelner Politiker an gemein- samen Schwerpunktthemen ist keine Seltenheit mehr und bringt große Erfolge ein.

    Die zunehmende Zahl an parteilosen Politikern auf kommu- naler Ebene regt zum Nachdenken über die Abschaffung des her- kömmlichen Parteiensystems an.

    Auch im Jahr 2050 bleiben noch viele Aufgaben auf dem Weg zu einer Weltbevölkerung, die mit Rücksicht auf zukünftige Ge- nerationen friedlich und im Einklang mit der Natur lebt, zu be- wältigen. Aber ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel legt die Grundlage, um bestehende und kommende Herausforderungen zu bewältigen.

    Wenn sich meine Vision 2050 erfüllt, werde ich glücklich und stolz auf meine vergangenen 60 Lebensjahre zurückblicken und hoff- nungsfroh meiner zweiten Lebenshälfte entgegensehen.

    Hat sich diese Vision nicht erfüllt, dann werde ich froh sein, dass der medizinische Fortschritt mir noch viele weitere Lebens- jahre beschert, die ich zu größtmöglichem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung nutzen kann.

    2050 – Vision, Utopie, Fantasie

    Im Jahr 2050 werde ich gekämpft haben. Meine jetzige Wut an- gesichts des Zustands der Welt werde ich umgesetzt haben in Handlungen zur Verbesserung dieses Zustands. Enttäuschung und Hoffnung paarten sich zu einem hartnäckigen Antrieb gegen die Verlockungen der Bequemlichkeit unserer Gattung.

    In diesen vierzig Jahren war die größte Herausforderung, mei- nen Kampf für eine gesündere, friedlichere und glücklichere Welt mit meinen musischen und lebenssichernden Bedürfnissen in Ein- klang zu bringen, was mir glücklicherweise unverhofft oft gelungen ist. Wenn ich die Welt betrachte, wie sie sich in diesen vierzig Jah- ren entwickelt hat, so stelle ich Fortschritte auf dem Weg zu meiner Vision unserer Gesellschaft fest.

    In meiner Heimat Deutschland ist es alltäglich geworden, Men- schen auf der Straße zu sehen, die heute noch stigmatisiert sind. Meine Nachbarin wird auf ihrer Arbeit als Sekretärin geschätzt, dass sie das Down-Syndrom hat, ist kein Hinderungsgrund für ihre Arbeit, sondern wird als Teil ihrer Persönlichkeit angenommen. Dass ich mir weiblich markierte Kleidung anziehe, die für andere nicht zu meinem männlich eingeschätzten Körper passt, regt nur noch selten Menschen auf, denn die Normen haben sich verscho- ben. Mein Geschlecht ist nicht in meinen Papieren festgehalten, auch ohne Festschreibung bin ich rechtsfähig. Mein Joggingpartner ist Tunesier, er leitet ein mittelständisches Unternehmen. Seit sei- ner Ankunft mit seiner Familie vor fünfunddreißig Jahren hat es eine starke Einwanderungsbewegung aus Afrika gegeben, was die deutsche Gesellschaft dankbar aufgenommen hat. Im Gospelchor singe ich mit Kamerunern, Kongolesen und Ghanaern mit Euro- papass, die ihr Liedgut und ihren Performancestil gerne mit mir teilen. Deutschland und Europa haben ihre Grenzen geöffnet, die europäische Staatsbürgerschaft eingeführt und sich verjüngt.

    Jeder junge Mensch lebt ein Jahr in einem anderen Land unserer Welt und knüpft dort jenes dichte Netzwerk aus freundschaftli- chen Banden, das über Jahre bestehen bleibt und zur Verständigung unserer Völker so sehr beiträgt. Die Bundeswehr ist abgeschafft, es gibt nur noch nicht-militärische staatliche Organisationen zur technischen und kulturellen Zusammenarbeit. Die Wissenschaft hat einen starken Anteil an diesem interkulturellen Austausch,

    RENÉ HORNSTEIN

    Student Psychologie

    90 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 91

    denn seit die Zugangsbeschränkungen an den Universitäten gefal- len sind, sind die Hälfte aller deutschen Europabürger mit einer Bildungseinrichtung ihrer Umgebung verbunden, über die sie alle paar Jahre an Bildungs- und Forschungsaufenthalten und kulturel- len Kooperationen in anderen Ländern teilnehmen oder Menschen von anderswo bei sich aufnehmen.

    Unsere Gesellschaft hat verstanden, dass die Künste und Wis- senschaften zu ihrem Frieden und Glück notwendige Voraussetzung sind, daher ist das Bildungssystem gebührenfrei, regional ausgebaut und jedem Interessierten offen. Ein Beispiel für diese Umwälzung ist die Musikalisierungsrate der Gesellschaft: Wie früher viele Ta- gebuch führten, heimlich Gedichte oder Geschichten schrieben, sowie eigene Blogeinträge und E-Mails, so komponieren heute vie- le Menschen Musik für sich selbst und andere, zu Geburtstagen, Hochzeiten und Beerdigungen und führen diese in ihren Familien- verbänden sogar meist selbst auf.

    Die verschiedenen Bildungseinrichtungen sind eng miteinan- der vernetzt und unterstützen die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Bildungswilligen, indem sie sie weitersenden, wenn ihre Bedürfnisse nach neuen Ufern und Herausforderungen verlangen. Das Gesicht dieser Bildungseinrichtungen ist nicht zentralistisch, bürokratisch und managerial-autoritär zerfurcht. Stattdessen sind sie von unten organisiert, auf Bekanntschaft und Beziehungen hin strukturiert, ohne an Transparenz zu mangeln.

    Die Menschen organisieren sich in regionalen Versammlungen, auf denen sie ihre politischen Belange diskutieren und selbst entschei- den. Es gibt noch von diesen Versammlungen beschäftigte Büro- kraten und Politiker, denn wer sich dem öffentlichen Leben mit Heißblut verschreibt, wird wertgeschätzt. Doch die Distanz zwi- schen professionellen und nichtprofessionellen politisch Aktiven ist geschrumpft, der Wechsel zwischen beiden Bereichen häufig.

    Ähnlich ihrem politischen Regionalbezug leben die Menschen auch in überschaubaren Stadtvierteln und Dorfgemeinschaften. Auch wenn die Einwohnerdichte und die Größe der Städte zuge- nommen hat, sind die Lebensräume anders organisiert, die Men- schen leben und arbeiten in Gruppen, die sich kennen, und einsa- me, isolierte Wohnformen sind selten geworden.

    Es gibt überregionale Organisationen und mit politischer Legi- timität ausgestattete Organe für die internationale Repräsentation in diesem Deutschland, doch ihre Anbindung an die regionalen

    Einheiten ist enger, die Bürger entscheiden direkter mit, die Macht dieser Organe, ins Innere des Landes hinein zu entscheiden, ist ge- ringer als früher.

    Ähnlich ist die Wirtschaft von Bürgern und Gesetz so sehr einge- hegt und eingebunden, dass Skandale der Entfremdung und Ab- gehobenheit, wie man sie noch um die Jahrtausendwende kannte, seltener geworden sind. Weitreichende Entscheidungen von größe- ren Wirtschaftsunternehmen, ebenso wie Entscheidungen überre- gionaler Staatsorgane werden von den Beteiligten gemäß den strikt überprüften Gesetzesvorgaben auf ihre Verträglichkeit mit den Be- dürfnissen der Natur und jetziger wie zukünftiger Generationen abgestimmt.

    Design, Architektur und Städteplanung orientieren sich an Prinzipien, die Umweltverträglichkeit, Energieeffizienz und Ver- meidung unnötigen Energieverbrauches garantieren und gleichzei- tig den Menschen als soziales und kommunikatives, nach Auto- nomie und Verbundenheit strebendes Wesen berücksichtigen. Die Menge erworbener Gegenstände pro Person ist gesunken, Gegen- stände sind langlebiger entworfen, werden eher repariert als ersetzt. Produkte, die lange Transportwege mit sich bringen, werden durch regionale Pendants ersetzt oder weniger nachgefragt, denn die Men- schen entscheiden bewusster, was sie einkaufen.

    Die Mobilität der Menschen wird unterstützt von umwelt- freundlichen, weit ausgebauten und finanzierbaren öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie die Bildung jedes Menschen kostenfrei und von der Gemeinschaft gefördert wird, so auch seine Mobilität. Nur noch wenige Menschen besitzen eigene motorisierte Bewegungs- mittel, die weiterhin genutzten sind meist in der Gemeinschaft ge- teilt.

    Der Energiebedarf der heutigen Gesellschaft ist gegenüber der Jahrtausendwende stark geschrumpft. Gleichzeitig wird die Ener- gie regional in kleinen Einheiten produziert und über intelligente Stromtransportsysteme dort verbraucht, wo sie benötigt wird. Die Energieproduktion verzichtet auf Großkraftwerke, die endliche Ressourcen verwenden, also Atom-, Öl-, Gas- und Kohlekraftwer- ke. Die einzigen Großproduzenten, die es noch gibt, sind Wind- und Solarparks. Die Häuser produzieren die geringe Wärme und Kühlung, die sie trotz der optimierten Bauweise noch benötigen, oft selbst. Der Häuserbau ist staatlich so massiv reguliert worden,

    KERSTIN HÖTTE

    Studentin Internationale Volkswirtschaftslehre

    dass es bis auf manch denkmalgeschütztes Bauwerk, keine Häuser mehr gibt, die Energie verschleudern.

    Die Ernährung der Menschen ist fleischärmer geworden, Fisch und Fleisch werden als seltene Genüsse geschätzt. Eine große Min- derheit der Menschen lebt jedoch, ohne Fisch und Fleisch zu essen oder Milchprodukte zu verzehren. Dementsprechend hat sich die Lebensmittelindustrie in ihrem Speisenangebot gewandelt. Gleich- zeitig hält sie viel öfter jüdische und islamische Speisegebote ein, weil staatlicherseits eine Schulung der entsprechend beteiligten Be- rufsgruppen in diesen Geboten Pflichtbestandteil der Ausbildungen ist. Die bei uns lebenden religiösen Gruppen fühlen sich dadurch noch wohler und weniger in ihrer Religionsausübung behindert als noch vor Jahrzehnten.

    Unsere Zeit ist gekennzeichnet durch Achtung der Würde und des Willens jeden einzelnen Menschens. Zwangsbehandlungen in Krankenhäusern und Psychiatrien sind durch eine starke Patien- tenvertretung in diesen Einrichtungen sehr zurückgegangen. Viele vormals stationär behandelte Fälle sind tagesklinisch oder ambu- lant in Betreuung und leben sonst in ihren Heimatwohnorten und Wohngemeinschaften weiter. Es gibt noch stationär behandelnde Einrichtungen, aber sie sind weniger geworden und nur den be- sonders notwendigen Fällen vorbehalten. Die Ächtung von sozialer Ausgrenzung und die Anerkennung des menschlichen Bedürfnis- ses, in Gruppen verbunden zu sein, und zu leben hat unsere Ge- sellschaft auf ein Fundament gestellt, dass Glück und Frieden zu alltäglichen Erfahrungen in der ganzen Welt werden konnten.

    Small is smart

    Meine Vision 2050? Ich sehe eine Welt, in der wir uns endlich der Grenzen unseres eigenen Wissens und Könnens gewahr geworden sind und unsere Brötchen kleiner backen: Im Regionalen und Klei- nen wirken wir global. Und alle sind hieran beteiligt!

    Wir haben uns verabschiedet von Technologien, deren Wir- kung wir nicht auf Dauer beherrschen: Atomkraft und systemati- sche Überwachung sind tabu!

    Über den Einsatz intelligenter Software (Liquid Feedback) können alle, die interessiert und engagiert sind, ihr Wissen einbringen und effektiv an politischen Entscheidungen mitwirken bzw. es denen überlassen, auf deren Entscheidungskompetenz sie hinsichtlich ei- nes Themas vertrauen. Weil ein ausreichendes Grundeinkommen für alle gesichert ist, das durch Arbeit individuell aufgestockt wer- den kann, geht jeder der Tätigkeit nach, die er für sinnvoll und richtig erachtet: sei es die Pflege der kranken Mutter, sei es die Er- ziehung der Kinder, seien es Musik oder Kunst, sei es durch einen Beitrag zu einer Wissenschaft, die sich nicht durch monetäre Ver- wertbarkeit definiert, sondern das beinhaltet, was den Menschen wirklich bewegt.

    Güter, wie Wissen und Musik, stehen jedem zu den realen Kos- ten ihrer Vervielfältigung zur Verfügung: nämlich umsonst. Open Source ist das Schlagwort!

    Wir haben es geschafft, die Gewinne aus den Potenzialen gestei- gerter Effizienz endlich dahin zu lenken, wo sie hingehören: in das Wohlbefinden aller!

    Weil wir Autos gemeinsam bzw. eigentlich sowieso fast nur noch Massenverkehrsmittel nutzen, macht es richtig Spaß, auf leeren Straßen an sauberer Luft Fahrrad zu fahren. Wir haben es geschafft, die Ressourcen unseres eigenen Landes so auszuschöpfen, dass wir gar nicht gierig auf Afrika blicken brauchten. Weil wir fast alles selbst herstellen können und sehr viel recyceln, konnten wir uns von globalem Wettbewerbsdruck befreien. Natürlich haben wir auch erkannt, dass wir nicht viel mehr zum Leben brauchen als etwas zu essen und eine kleine Wohnung mit schönem Balkon, die aufgrund der guten Isolierung kaum beheizt werden muss (manch- mal reicht auch der dickere Pulli).

    Wir haben erkannt, dass Zeit und eine intakte Umwelt viel höhe- ren Wert besitzen als ein neues Handy, riesige Fernseher und dicke Autos!

    Außerdem wünsche ich mir: Eine Schule für alle (Keine Trennung nach der 4. oder 6. Klasse, sondern gemeinsa- mes Lernen in der Schulzeit); Endgültiger Ausstieg aus Atomenergie!! (nicht nur auf Deutschland begrenzt, vor allem jetzt nach Fukushima); Mehr Investitionen in die Bil- dung (von KiTa bis zur Hoch- schule, die Bildung ist unsere Zukunft);

    Soziale Gerechtigkeit.

    92 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 93

    ERKAN INAK

    Meine Vision für 2050

    Meine Vision für 2050. Es sind noch 39 Jahre hin. Doch auch wenn es so lange aussieht, vergeht die Zeit dann doch schneller als man denkt. Ich bin der Auffassung, dass wir bis dahin sehr viel schaffen können!

    Wir leben heute im Jahre 2011, dieses Jahr ist besonders, denn es ist das Jubiläum der Einwanderung: 50 Jahre Einwanderung in Deutschland.

    Doch reden wir leider weiterhin über Integration.

    Ich wünsche mir, dass dieser ganze „Integrationsprozess“ bis 2050 endlich abgeschlossen ist. Dass es kein „wir“ und „ihr“ gibt, son- dern dass wir alle in Deutschland ständig lebenden Menschen zu einem gemeinsamen „wir“ schmelzen. Denn wir brauchen gar kei- ne Brücken, wir leben schon so lange zusammen, wir müssen nur über unsere Schatten springen.

    Die politische Partizipation ist sehr wichtig, daher wünsche ich mir bis 2050, dass nicht nur EU-Bürger und Deutsche aktiv und passiv an der Politik teilnehmen dürfen, sondern alle in Deutsch- land ständig lebenden Menschen, die sich für diese Gesellschaft einsetzen. Es ist traurig, wenn ich Menschen sehe, die seit 40 Jahren hier leben, immer arbeiten, ihre Steuern gezahlt haben, letztendlich dann aber aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit gar nicht politisch mitwirken dürfen.

    Vielleicht hat unser Bundeskanzler oder unsere Bundeskanzlerin in 2050 einen Migrationshintergrund.

    Keine Frage, dass es auch viele aktive Jugendliche gibt, die auch schon das Recht haben, aktiv oder passiv mitwirken zu dürfen. Wenn ich auf die Teilnehmerliste unserer Konferenz schaue, sehe ich nur sehr wenige Namen mit Migrationshintergrund. Für mich spiegelt das nicht unsere Gesellschaft wider, deswegen wünsche ich mir, dass bei der nächsten Konferenz mehr Jugendliche mit Migra- tionshintergrund nominiert werden, damit auch deren Ansichten vertreten werden können und die Gesellschaft widergespiegelt wer- den kann.

    Skizzen einer Welt von morgen – Vision 2050

    Heute im Jahre 2050 leben wir in einer pluralistischen Gesellschaft, in der trotz unterschiedlichster Lebensentwürfe ein gesamtgesell- schaftlicher Konsens darüber herrscht, die Grundsätze der Nachhal- tigkeit im eigenen Leben zu verwirklichen. Eine Ethik der Nachhal- tigkeit findet allgemein Ankerkennung und dient uns als normative Grundlage gesellschaftlicher Werteorientierung. Eines der zentra- len Gebote lautet Genügsamkeit. Eine wichtige Frage, die sich ein jeder von uns in diesem Zusammenhang zu stellen hat, lautet: Was brauche ich wirklich um ein sinnerfülltes und glückliches Leben zu führen? Viele Menschen haben sich in den vergangenen Jahren dar- auf besonnen, ihr eigenes Wohlergehen in Einklang mit dem ihrer Mitmenschen und der Natur zu bringen. Wohlsein im Augenblick des gelebten Lebens ist für viele von uns wichtiger geworden als die Mehrung materiellen Wohlstands. Außerdem sichert ein Bedin- gungsloses Grundeinkommen die Existenz eines jeden Bürgers auf einem lebenswerten Niveau. (Jedes zusätzlich erwirtschaftete beruf- liche Einkommen ist frei verfügbares Vermögen.) Arbeit hat damit ihre primäre existenzsichernde Funktion verloren und ist zu einer sinnstiftenden Lebensaufgabe geworden – ein jeder hat die Freiheit, das zu tun, was er selbst für nötig und für richtig hält. Viele Men- schen nehmen diese Chance zur Selbstentfaltung wahr, besinnen sich auf ihre Talente und Potenziale und verbinden ihr Tätigsein mit der Frage, wie sie sich mit ihrem Wissen und Können in ein gelingendes wirtschaftliches und gesellschaftliches Zusammenleben einbringen können. Insbesondere die gesellschaftliche Mitgestal- tung ist für uns Bürger längst zu Selbstverständlichkeit geworden, ein jeder von uns trägt mit seinem persönlichen Engagement zu einem starken Gemeinwesen bei. Wir leben in einer bürgernahen Demokratie, in der die Teilhabe eines jeden Bürgers an politischen Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen durch eine Vielzahl von Beteiligungsverfahren gefördert und gesichert wird. Vor allem auf lokaler Ebene beteiligen sich viele Bürger aktiv an der Gestal- tung politischer Prozesse.

    Unsere gelebte Kultur der Inklusion garantiert, dass jeder Mensch in seiner Individualität und Ethnizität von der Gesellschaft akzep- tiert wird und im vollen Umfang an ihr teilhaben kann. Menschen, denen dahingehend Unrecht widerfährt, können auf schnelle und

    LUKAS JAEGER

    Student Management Sozialer Innovationen

    94 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 95

    unbürokratische rechtliche Hilfe vertrauen. Kulturelle Vielfalt prägt das gesellschaftliche Zusammenleben, allerorts laden multikulturel- le Begegnungsstätten und Bürgerhäuser zum aktiven interkulturel- len Austausch und zu gesellschaftlichem Miteinander ein. Unser offenes und kostenloses Bildungssystem garantiert zudem chan- cengleiche Bildungszugänge für jeden. Wir haben längst begriffen, dem Menschen ist das Lernen eigen, man braucht es ihm nicht durch Leistung aufzwingen. Das Resultat dieser Erkenntnis lässt sich wunderbar in unseren generationsübergreifenden Bildungs- zentren beobachten. Kitas und Gesamtschulen sind heute Orte des selbstbestimmten und lebendigen Lernens. Bildungsinhalte und Lernziel werden gemeinsam mit den Heranwachsenden erarbeitet. Ein jeder hat das Recht auf individuelle Lernwege, die dem eigenen Entwicklungstempo entsprechen. Eine gelebte Alltagsdemokratie ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von Beteili- gungschancen, somit werden gesellschaftliche Teilhabe und soziale Verantwortung schon früh erlernt.

    Dem Wachstumsparadigma der vergangenen Jahrzehnte, das immerwährenden technischen Fortschritt und ökonomisches Wachstum propagierte, um Wohlstand zu mehren, steht heute eine nachhaltige Wirtschaftsweise gegenüber, die neben Effizienz- ebenso Suffizienzziele verfolgt. Über den Verkauf von Emissions- und Naturverbrauchsrechten wurden in den vergangen Jahrzehn- ten die notwendigen markwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Anreizsysteme für ein nachhaltiges Wirtschaften geschaffen. Seither sind Unternehmen stark darum bemüht emissionsneutral und ressourcenschonend zu produzieren.

    Unsere Ökonomie des späten 21. Jahrhunderts ist eingebun- den in ein Referenzsystem, das die marktwirtschaftliche Logik der reinen Nutzen- und Gewinnmaximierung durchbricht und neben dem Finanzgewinn, als Kriterium für unternehmerischen Erfolg, ökologische und soziale Wertschöpfung als Ziel unternehmerischen Handelns implementiert. Seit einigen Jahren wird jedes Unterneh- men im Sinne einer Gemeinwohlbilanz auf seine ökologische Ver- träglichkeit, seine sozialen Standards und sein gesellschaftliches En- gagement hin überprüft. Kapitalanleger und Investoren legen heute großen Wert auf einen möglichst hohen ökologischen und sozialen Marktwert eines Unternehmens, insbesondere börsennotierte Un- ternehmen bemühen sich daher um eine hohe Gemeinwohlbilan- zierung. Seit der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkom- mens wurden unzählige Social Businesses gegründet, mit dem Ziel

    soziale/ gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu lö- sen. Statt Gewinnmaximierung streben sie einen möglichst hohen Social Value an. Mögliche Gewinne werden daher in den Grün- dungszweck des Social Business reinvestiert. Finanzierungsquelle sind in der Regel Investoren, die mit ihrem Kapital eine soziale Rendite erzielen wollen, sie erhalten nämlich keinerlei Dividende für ihre Einlagen.

    Aufgrund der immer knapper gewordenen natürlichen Res- sourcen haben wir begonnen diverse Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens als Gemeingüter miteinander zu teilen. Außer- dem kaufen wir als kritische und bewusste Konsumenten weitest- gehend ökologische und fair-gehandelte Produkte. Die meisten von uns legen sehr viel Wert auf langlebige und qualitativ hochwertige Produkte. Regionalität und Saisonalität stehen hoch im Kurs – wir haben erkannt, wie wichtig die Stärkung regionaler Wirtschafts- kreisläufe ist, um eine nachhaltige Wirtschaftsweise voranzutreiben. Unsere Lebensmittel kommen daher meist aus der umliegenden Region, sind zu 100% biologisch und werden absolut ressourcen- und umweltschonend produziert. Ein weiteres Beispiel wäre unsere Energieversorgung, die ausschließlich auf regenerativen Energie- quellen basiert und in weiten Teilen unseres Landes regional und dezentral organisiert wird. Nachhaltige Mobilitätskonzepte setzen auf öffentliche Verkehrsmittel und ein gut ausgebautes Schienen- netz. Das Reisen mit der Bahn ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden, ebenso wie das Fahrrad, mit dem wir uns vor allem in Städten fortbewegen. Es ist in den vergangen Jahren zum Symbol eines nachhaltigen urbanen Lifestyles geworden. Das Auto hinge- gen ist in den Städten praktisch von der Bildfläche verschwunden und mit ihm die unzähligen Parkplätze – an ihrer Stelle befinden sich nun urbane Gemeinschaftsgärten und Grünanlagen. Wer dann doch einmal ein Auto benötigt, geht zur nächsten E-Carsharing- Station und leiht sich dort eins aus.

    96 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 97

    MELANIE JURTHE

    Meine Welt

    Was ist eine Vision? – Ein Wunschgedanke? Eine Unwirklichkeit? Ein Zukunftsszenario? Eine Halluzination? Eine Idee? Eine Vorstel- lung? Eine spirituelle Erscheinung? Eine Utopie? Eine Phantasie? Ein Wunschbild? Eine Illusion? Eine Erfindung? Eine Anschauung? Ein Schein? Ein Irrlicht? Eine Seifenblase? Eine Konstruktion? Eine Fiktion? Eine Ansicht? Ein Bild? Ein Einblick? Ein Geist? Eine Schöpfung? Eine Kreation? Eine Welt?

    In 40 Jahren bin ich 65. Eine 65 Jahre ALTE Frau. Nur lang- sam kann ich mich mit diesem Gedanken anfreunden. Ich werde noch für Lohn arbeiten. Rente? Abgeschafft. Wir arbeiten bis wir umfallen. Für jede Krankheit gibt es die „richtige“ Pille, die die Symptome unterdrückt. Ich wohne auf 20qm und zahle kalt 900 €. Von meinem vierten Mann habe ich mich gerade scheiden lassen – das macht man halt so. Wir sind die Kinder der Postmoderne – flexibel, wendig und schnelllebig. Wir glauben, dass nichts ewig hält.

    In 40 Jahren bin ich 65. Eine 65 Jahre alte Frau. Ich bin ehren- amtlich aktiv, da ich mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen sehr gut leben kann. Ich kann mir meine Zeit und Energie nach meinem Empfinden einteilen. So bin ich viel belastbarer und ge- sünder. Das Gesundheitssystem befürwortet alternative Heilmetho- den und Präventionsmaßnahmen. Die Pharmaindustrie hat keinen Einfluss mehr auf die Gesellschaft. Die Menschen sind aufgewacht und wir sind in einer klima- und umweltfreundlichen Zukunft. Wir verbrauchen nicht mehr massenhaft Ressourcen und belasten unsere Welt nicht mit Unmengen an Abfall. Langsam erholt sich der Planet von unserer Beanspruchung. In der Politik können wir echt partizipieren. Die Wirtschaft strebt nicht mehr nur nach dem Kapital und beeinflusst die Politik nicht.

    Durch ein liebevolles Miteinander sind die Menschen weltweit dabei immer mehr in Frieden und Harmonie zu leben. Wir akzep- tieren und schätzen die Pluralität auf unserem Planeten – in allen Bereichen. Wir haben entschleunigt und leben ruhiger und gelasse- ner.

    Das ist meine Vision. Ein Wunschgedanke. Eine Unwirk- lichkeit. Ein Zukunftsszenario. Eine Halluzination. Eine Idee. Eine Vorstellung. Eine spirituelle Erscheinung. Eine Utopie. Eine Phantasie. Ein Wunschbild. Eine Illusion. Eine Erfindung. Eine

    Anschauung. Ein Schein. Ein Irrlicht. Eine Seifenblase. Eine Kon- struktion. Eine Fiktion. Eine Ansicht. Ein Bild. Ein Einblick. Ein Geist. Eine Schöpfung. Eine Kreation. Eine Welt.

    Die Zukunft im Jetzt

    Menschen, Bilder, Emotionen, im Geist, im Raum, der Zeit, der Zukunft. In meiner Zukunftsvision sind Menschen in ihrem Han- deln so bewusst, dass es ausreicht, wenn eine Art vernichtet wurde, dass es Proteste gibt gegen die menschlichen Instrumente mit der sich die Menschheit selbst vernichtet!

    Energie. Die Nachhaltige Gesellschaft – die ökologische und ener- giepolitische Erneuerung: Gestützt auf eine weitgehend dezentrale Energiegewinnung, unterstützt durch größere transnationale Pro- jekte der Energieversorgung mit einer nahezu vollständig vollzo- genen Umstellung auf erneuerbare Energien (vor allem Wasser-, Wind- und Sonnenenergie). Es gibt eine Koexistenz von Desertec und Elep, der Europäischen Lokalen Energieplattform.

    Mensch und Gesellschaft. Menschen abholen, wo sie gerade sind, das können wir, indem wir einen kranken Nachbarn besuchen, ei- ner älteren Dame aus unserem Umfeld beim Einkauf helfen, einem Trauernden, den wir kennen, Hilfe anbieten. Kleine Gefälligkeiten können wir als Einzelne zumindest meistens schaffen. Doch was machen wir mit der Masse von Menschen? Wir dürfen unsere Au- gen offen halten, wir dürfen kreativ sein. Es gibt viel zu tun. Packen wir es an und gehen wir auf die Menschen zu. Warum? Wir werden immer mehr und wenn wir nicht aufeinander zugehen, dann wer- den wir an dieser Vision vorbeigehen

    Umwelt, Naturschutz und Umweltbildung. Der Natur- und Umweltschutz wie auch die Umweltbildung sind voll in staatlicher Hand und werden somit gleichgestellt mit den wirtschaftlichen Interessen. Die NGOs haben nur noch eine überwachende Funktion und somit die Möglichkeiten mehr Spektren zu über- wachen und auszugleichen.

    Halt! Das ist nicht meine Visi- on. Das ist die Vision der Pes- simistin in mir.

    98 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 99

    PATRICK KENTENICH

    Unternehmensgründer

    Hier ist die Vision:

    Weiterdenken ab 2050 Weil wir im Jahr 2050 verstanden haben werden, dass wir unseren Kindern ins eigene Fleisch schneiden, wenn wir immer nur in Legislaturperioden, Amtszeiten oder auf eine Generation beschränkt denken, werden wir unseren Planungs- horizont erweitert haben. Eine langfristige Aussicht mit konkreten Angaben, wie künftige Generationen vor Belastungen aus der heu- tigen Zeit geschützt werden, wird Bestandteil jeder Regierungser- klärung, jedes Business-Plans und jeder Unternehmensvision sein. Auch in den Köpfen der einzelnen Menschen wird sich die Erkennt- nis niedergeschlagen haben, dass eine kurzfristige Betrachtungswei- se jeglicher intergenerationeller Gerechtigkeit entgegensteht: 2050 wird langfristiges Denken zu einer Normalität geworden sein!

    Natürlich Leben!

    „Sozial-Ökologische Marktwirtschaft“

    Wenn ich die Natur und den Kosmos mit ihren Gesetzmäßigkeiten anschaue, so begegnet mir ein in sich geschlossener Organismus, der mir wunderschön und perfekt erscheint. Der Mensch hat sich über die Zeit zu einem Verursacher von Unregelmäßigkeiten entwickelt, die wiederum zu Unfrieden führen. Auch wenn mir Menschen begegnen, die diesen Unfrieden nur wenig in sich tragen. Es scheint, als ob der ausgeglichene Mensch, der, mit dem was er tut, konsumiert und wie er sich gibt, in Frieden lebt, keinen Unfrieden bewirkt und ausstrahlt. Also nehme ich an, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, Teil einer friedlichen Welt zu sein, vorausgesetzt er folgt seinem natürlichen In- stinkt, seiner Selbsterfüllung, losgelöst von Altlasten und Ängsten.

    Der Staat gibt die Sicherheit (Maslowsche Bedürfnispyramide). Beispiel: Ansätze des bedingungslosen Grundeineinkommens. Es bedarf einer langsamen Einführung.

    Die Bildung geht auf die individuellen Stärken der Schüler ein und fördert die Selbsterfüllung (Ansätze der Labor Schule Bielefeld, Hartmut von Hentig), Politik trennt sich von der Wirtschaft und steht für die Bedürfnisse des Menschen und seines Lebensraumes. Sie kontrolliert nach den international festgelegten Öko-Sozialsteu- ersätzen sämtlichen Ressourcenverbrauch und Prozesse der Wirt-

    schaft, um diese zu erheben, um somit Produkte, die dem Allge- meinwohl schaden, zu bremsen und gute zu fördern.

    Die Wirtschaft kalkuliert nach der Kosteninternalisierung und bezahlt auf alles die Öko-Sozialsteuer, welche für die Forschung und die Förderung von regenerativen Energien, zukunftsfähige Mobilität und Landwirtschaft genutzt wird.

    Landwirtschaftliche Erzeugnisse werden nach dem Perma- kultur-Prinzip angebaut und durch den Ansatz von Biodirekt ver- marktet, transparent, direkt, regional, wie global, biologisch und fair. Optimale Ausnutzung der Agrarflächen unter anderem durch „Urban Farming“.

    Alt und Jung helfen einander, dies wird z.B. durch Wahlver- wandtschaften und alternative Wohnprojekten gefördert.

    Männer und Frauen leben ihre Stärken und akzeptieren sie anein- ander. Sie sind gleichstarke Geschlechter, die sich brauchen. (Chris- ta Wolf, Kassandra)

    Eine natürliche und friedvolle Welt, in der Freiheit, das Be- wusstsein und die Liebe großgeschrieben werden.

    Dies bis 2050 zu erreichen, hängt von jedem Einzelnen und einem großen Bewusstseinsschub ab.

    Meine Vision bis 2050

    2050 – die erste Hälfte des 21. Jahrhunderts liegt hinter uns. Was hat sich alles verändert seit unserer Konferenz, die wir 2011 im März hatten. Wie lange ist das her. Wie alt war ich damals … 17? Was hatte ich mir alles vorgestellt. Ein Leben in einer demokrati- sierten Welt, die in Eintracht und Frieden miteinander lebt. Ein Europa, eine Welt. Und jetzt? Was ist aus meiner Zukunftsvision geworden?

    Den Schritt zu einer europäischen Einheit haben wir beina- he geschafft. Wir verstehen uns jetzt schon fast als Europäer, nur noch in manchen Köpfen ist das Wort Deutscher, Engländer oder Franzose verankert. Die Kinder unserer Nationen lernen nur noch, dass sie in einem Staat von Europa leben, welcher Staat das ist, ist irrelevant geworden. Sie lernen auch nicht mehr so wie wir früher. Meine älteste Tochter, geht nicht mehr zur Universität, sie kann

    TOBIAS KEYE

    Geschäftsführer Biohandel

    Hierfür bedarf es an mehr unabhängiger Bildung im Bereich Nachhaltigkeit und z.B. einer bundesweiten Aus- schreibung, bei der jeder Bür- ger seine Vision einbringen darf. Social Media macht es möglich!

    LISA KÖNIG

    Schülerin

    100 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 101

    102 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 103

    ihre Professoren im Internet abrufen, ihre Vorlesungen anhören und das Ganze von unserem Balkon aus. Ob ich darüber glücklich bin, na ja…

    Es hat sich sowieso sehr viel verändert in der Bildung. Die Grundschule dauert bis zur sechsten Klasse und manche Universi- täten haben die Studiengebühren abgeschafft und werden jetzt von Spenden finanziert. Die Visualität hat stark zugenommen, doch die Motivation der Schüler ist nicht so hoch wie wir sie uns er- träumt hatten. Es gibt, genauso wie zu meiner Schulzeit, in den nun kleineren Klassen knapp zwei Drittel, die einfach keine Lust haben etwas zu lernen. Auch existiert noch keine Chancengleich- heit in Sachen Bildung, es kommt immer noch darauf an, aus was für einem Elternhaus man kommt. Die Studenten, deren Eltern die Universitäten mehr unterstützen sind bei den Professoren sehr beliebt, und die Schwächeren bleiben teilweise immer noch auf der Strecke.

    Doch die politische Partizipation ist besser geworden. Die Politiker haben es geschafft die Sprache der Menschen zu treffen, haben ihnen gezeigt, wie wunderbar und schön die eigene Betei- ligung sein kann. Sie waren endlich offen, haben mit den Men- schen gesprochen und nicht über sie. Das war der entscheidende Punkt, der das Blatt zum Kippen gebracht hat. Die Pionierrolle hatte dabei tatsächlich Deutschland und löste damit eine Welle der politischen Mitarbeit aus, die dem Tsunami in Japan von 2011 sehr nahe kommt. Die Menschen fühlten sich wirklich einbezogen und nicht übergangen in den politischen Entscheidungen, das brachte sie dazu wirklich aktiv zu werden. Doch nicht nur Gutes ist in un- serer Welt geschehen.

    Der Terrorismus hat nicht abgenommen. Die Probleme sind anders geworden, haben sich verändert, doch die Gewalt ist diesel- be. Die Menschen streiten sich zwar nicht mehr über ihre Religion, über ihre Herkunft oder über Diktatoren, die es Gott sei Dank nicht mehr gibt. Doch nun kämpfen sie um Land, das in einer im- mer größer werdenden Welt immer knapper wird. Der Kampf um Ressourcen hat begonnen, Wasser steht dabei an der obersten Stelle der Begehrtenliste. Die neue Dimension des Terrorismus liegt in dem damaligen Segen, dem Internet. Immer unsicherer werden die Netzwerke, weil Hacker von verschiedensten Gruppen es immer wieder schaffen, in die Internetseiten einzudringen und wertvolle und manchmal auch vertrauliche Informationen zu stehlen, auch in Dokumenten von Regierungen.

    Erneuerbare Energien sind weiter auf dem Vormarsch, die Atom- kraft wurde nach einer weiteren Atomkatastrophe in L.A abge- schafft. Sobald es die Amerikaner betraf, wurde sehr schnell gehan- delt. Man hat eingesehen, dass Menschen Dinge, die zu groß sind, um sie voll und ganz zu verstehen, niemals unter eine vermeintliche Kontrolle bringen können und das ist gut so.

    Im Großen und Ganzen kann man sagen, die Welt ist noch keine Einheit, doch manche Dinge haben sie zusammengeschweißt und auf einen Weg gebracht, der sicherlich in den nächsten Jahren zu einer Einheit führen wird. Da kann ich sicher sein und aus meinem Fenster schauen, ohne mich für das schämen zu müssen, was ich vor 39 Jahren erträumte…

    Leben ohne Öl

    Ein großes und immer wichtigeres Thema für unsere Zukunft ist „Wie gehen wir mit der Endlichkeit des Öls um?“

    Das Erste was mir bei dieser Frage durch den Kopf geht ist: Wie de- cken wir unseren Energiebedarf ab? Welche Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung?

    Das Jahr 2050. Ich blicke aus meiner Wohnung und sehe ringsum eine wunderschöne intakte Natur. Die Häuser in der Umgebung sind gepflegt. Der Baustil verdeutlicht die gelungene Kombination von modernem Design, Nachhaltigkeit und innova- tiver Technik. Große Glasfassaden bringen tagsüber viel Licht und Wärme in die Wohnung, auf den Dächern thronen moderne Solar- und Photovoltaikanlagen. Und das Besondere, keine Schornstei- ne weit und breit. Beim Nachbarn sehe ich, wie sich dieser gerade Erdsonden für seine neue Wärmepumpe bohren lässt. In weiter Entfernung, die Biogasanlage eines Bauern. Noch dahinter lässt sich die Silhouette von mehreren Windkraftanlagen erkennen. Ein Faszinosum stellt die Effizienz dar. Nahezu jedes Haus deckt seinen Energie- und Wärmebedarf vollständig selbst ab. Die Biogas- und Windkraftanlagen liefern die fehlende Energie für die umliegenden Dörfer hinzu.

    BENNY KONTOROWITZ

    Ingenieur in der Forschungs- und Entwick- lungsabteilung eines Heiztechnik- Systemherstellers

    Ein weiterer Aspekt: Wie se- hen die Produkte der Zukunft aus, so ganz ohne Öl und Kunststoffe?

    Es ist ein tolles Gefühl: Die Energie- und Wärmeversorgung wird vollständig mit regenerativen Energiequellen gedeckt!

    In meinem Wohnzimmer stehen ein Fernseher, ein Laptop, sowie weitere technische Produkte. Allesamt sind sie mit Kunststoffteilen verkleidet. Aber wie das? Ich dachte, das Öl sei seit einiger Zeit für immer versiegt. Im Internet wird mir dies auch auf mehreren renommierten Seiten bestätigt. Nach einer längeren Recherche ist mir klar: Es sind Kunststoffe! Entweder recycelter Kunststoff oder aber auch sogenannter Bio-Kunststoff. Hergestellt aus Stärke von beispielsweise Mais oder Kartoffeln. Selbstverständlich nur aus den Abfällen der Lebensmittelindustrie. Meine Gedanken schweifen weiter. Was ist mit Lacken, Klebern, Schläuchen …? Auch hier eine positive Nachricht. Allesamt werden aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt.

    Unsere Welt hat riesige Fortschritte gemacht. Hoch effizient und alles basierend auf regenerativen Energiequellen und erneuerbaren Rohstoffen.

    2050 einig, gleich, gerecht

    Wir leben in Deutschland, einem Land, das sich auf technische Fortschritte, globale Entwicklungen, sowie Bedürfnisse seiner Be- wohner und den daraus folgenden Konsequenzen für deren Ar- beitsleben, dem Miteinander und den sich ändernden Lebenswirk- lichkeiten angepasst und eingestellt hat.

    Ein Land, in dem Menschen arbeiten, da ihre Arbeit einen Beitrag zur Gesellschaft und deren Gelingen leistet! Ein Land, in dem es genug Arbeit für die Bevölkerung gibt, trotz technischer Neuerungen und geringerer zeitlicher Anforderungen.

    Ein Land, in dem Bildungsgerechtigkeit nicht nur eine Vision ist, sondern gelebte Praxis. Ein Land, in dem jedem Kind jeder Weg für ein gelingendes Leben offen steht. Ein Land, in dem Leistung und Erfolg nicht an erster Stelle stehen, sondern gutes Miteinander und gute Lebensqualität für alle von der ganzen Gesellschaft ange- strebt und ermöglicht werden.

    BJÖRN KRAUSE

    Student Geologie, Mineralogie, Geophysik

    104 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 105

    Ein Land, das sich auf Änderungen in seiner Umwelt eingestellt hat und Rücksicht auf diese nimmt. Ein Land, das baut, wo natür- liche Gefahrenpotenziale gering sind und ein Zusammenspiel von Mensch und Natur möglich und gewollt ist. Ein Land, das Energie aus regenerativen Quellen bezieht, deren Konsequenzen möglichst gering für ihre Umwelt sind.

    Ein Land, dessen Bürger politisch interessiert sind und die am politischen Geschehen mitwirken. Ein Land, das auch weiterhin durch demokratisch gewählte Vertreter regiert wird.

    Ein Land, das seinen Bürgern viel bieten kann, aber nur durch deren Mitgestaltung und Tun lebt! Ein Land, in dem es sich lohnt zu leben, ein Land das vom Wandel getragen wird, ein Land das nicht zum Stillstand kommen will, da Weiterentwicklung und In- novation Motor der Gesellschaft sowie jedes Einzelnen sind.

    MELANIE KUBSCH

    Studentin Kulturwissenschaften

    Zwischenmenschliche Kommunikation/ Toleranz / Akzeptanz

    Zur nachhaltigen Entwicklung innerhalb der nächsten 40 Jahre zählen für mich verschiedene Aspekte. Neben einem bedachtsame- ren Umgang mit der Natur und der Nutzung ihrer Ressourcen, sehe ich einen Schwerpunkt in der zwischenmenschlichen Kom- munikation. Dabei sind nationale wie internationale Beziehungen von Bedeutung.

    Ein jeder Mensch sollte lernen, anderen ein gewisses Maß an Toleranz und Akzeptanz entgegenzubringen. Ein Umdenken inner- halb der Gesellschaft ist die Basis dafür.

    Dieses kann mithilfe verschiedener Maßnahmen gefördert werden. Vorurteile können durch Dialog abgebaut werden.

    Bildung:

    • neben nationalen, internationale Themen einbeziehen (z.B. Geschichte der angrenzenden Länder)

    • verstärkt in Diskussionsgruppen über aktuelle Ereignisse weltweit reden

    Kultur:

    • Austausch der verschiedenen Kulturen, ohne die eigene Identität zu verlieren

    • mithilfe der Kenntnis der kulturellen Wurzeln versuchen, das Leben(sbild) des Anderen zu verstehen

    • Dialog und verstärkte Ökumene der Religionen; alle mit einbeziehen, Gläubige wie Atheisten, aus allen gesellschaft- lichen Schichten

    Soziales:

    • Workshops mit Teilnehmern verschiedenen Alters gestalten

    • Austausch verschiedener Gruppen & Schichten weltweit

    fördern, internationale Partnerschaften ausbauen

    • verstärkte Miteinbeziehung verschiedener Bereiche, beispiels- weise des Tourismus und der Bildungseinrichtungen, um die

    internationalen Zusammentreffen zu gewährleisten

    Technik:

    • Weiterentwicklung von technischen Kommunikationsmitteln,

    • einfach zu handhabende Videotelefonie/-chat, der auch für die

    ältesten und jüngsten Generationen leicht zu handhaben ist

    • handschriftliche Texte elektronisch verschicken

    Meilensteine zu einer nachhaltigen Zukunft 2050

    Die Betrachtung der aktuellen globalen geopolitischen Situation verdeutlicht sehr gut, vor welchen zukunftsweisenden Herausforde- rungen die Menschheit steht. Diese gilt es zukunftsorientiert und nachhaltig zu lösen, um auch ein Leben der nachfolgenden Genera- tionen im Jahr 2050 und darüber hinaus zu gewährleisten.

    Zu nennen sind insbesondere die Staatsverschuldungsproble- matik vieler Industriestaaten, die aus dem Ruder zu laufen schei- nen (v.a. Japan, USA und Peripherieeuropa), oder die Umwelt- katastrophen, die sicherlich auch durch anthropogenen Einfluss (Umweltverschmutzung wie CO2- und Treibhausgasausstoß) tan- giert worden sein dürften. Darüber hinaus zeigen z.B. die Kon- flikte im Nahen Osten oder Nordafrika, welches Konfliktpotenzial Unterdrückung und Armut bergen. Diese haben enormen Einfluss auf die gesamte Weltwirtschaft (Börsenturbulenzen, Öl- und Nah- rungsmittelpreisexplosion etc.).

    Die Herausforderungen scheinen auf den ersten Blick schier unend- lich und überfordernd. Allerdings ist keine Zeit daran zu verzwei- feln. Noch ist genug Handlungs- und Entscheidungsspielraum für eine tolle nachhaltige Zukunft über das Jahr 2050 hinaus. Jedoch gilt es globale Lösungen zu finden, die es gemeinsam umzusetzen gilt. Nachhaltigkeit ist für mich der Einklang aus Ökonomie, Öko- logie und Sozialem. Und basierend auf dem Brundtland-Bericht sind die Entscheidungen so zu treffen, dass sie ein Leben zukünf- tiger Generationen nicht gefährden und diese ihre Bedürfnisse de- cken können.

    Ein wesentlicher Punkt ist das Eindämmen der Neuverschul- dung und darüber hinaus der Abbau der Staatsverschuldung. Denn

    Wie kann dieses Ziel erreicht werden?

    Ich wünsche mir für 2050, dass die klaren Grenzen und Linien, die sich durch die Ge- sellschaft weltweit ziehen, verschwimmen. Es ist egal, welchen Alters, welchen Ge- schlechts, welcher Ethnie jemand angehört, welchen Bildungsstandard und welche Position er inne hat. Die Men- schen gehen aufeinander zu. Sie diskutieren miteinander, ohne dabei ihre eigene Iden- tität oder Kultur zu verlieren. Und sie helfen einander.

    106 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 107

    PATRICK KÜMMEL

    Investment Consulting bei einer Bank

    108 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 109

    nur ein gesunder Staatshaushalt bietet den nötigen Handlungsspiel- raum für zukunftsgerichtete Entscheidungen und Investitionen. Es kann und darf nicht sein, dass ein Großteil des Staatshaushalts (speziell in Industriestaaten) zur Finanzierung der Schuldenlast ver- geudet wird. Wie in jedem Unternehmen gilt es auch im Staatsap- parat die Effizienz zu steigern und Sparmaßnahmen einzuleiten, um Investitionsspielraum für zukünftige und zukunftsgerichtete Investitionen zu schaffen. Hier gilt es auch die Bürger über die Notwendigkeit zu unterrichten und nicht ständig Wahlgeschenke zu verteilen oder aus Angst vor Wählerverlust nötige Entscheidun- gen zu verzögern. Hier ist ein gemeinsames Handeln aller Parteien essentiell. Auch darf es nicht sein, dass die Politik zukünftig auf die „alte“ Generation ausgerichtet wird, um Wählerstimmen zu sichern. So kann und darf es nicht sein, dass der Ausbau von Pflegeheimen zu Lasten des Ausbaus von Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Bildungseinrichtungen geht. Hier wäre z.B. an eine Wahlstimme je Kind für einen der Erziehungsberechtigten zu denken.

    Einen weiteren Konfliktpunkt sehe ich in der weltweiten Armut und Ungleichbehandlung, die ich insbesondere bei meiner Weltrei- se 2009 durch diverse Entwicklungsländer erfahren durfte. Zum ei- nen gilt es demokratische Systeme zu etablieren, die es ermöglichen, jedem Menschen Gehör zu verschaffen und die der Unterdrückung durch diktatorische Regime entgegenwirken (z.B. aktuelle Situati- on in Nordafrika). Zum anderen sehe ich Bildung als entscheiden- des Mittel, um der weltweiten Armut und Bevölkerungsproblema- tik entgegenzutreten. Bereits heute ist es fast unmöglich 6 Mrd. Menschen ein passables und lebenswertes Leben zu ermöglichen, welches frei von Armut und Hunger ist. Wie über das Jahr 2050 mit dann viel höheren Konsumbedürfnissen voraussichtlich 9 Mrd. Menschen auf dieser einen, unseren Erde friedlich leben können, ist mir unter den derzeitigen Bedingungen schier unvorstellbar. Bildung und Toleranz ist hier unabdingbar. Bildung und die Schaf- fung von sozial- und umweltgerechten Arbeitsbedingungen führen zu Wohlstand. Dieser resultiert letztlich darin, dass der Bevölke- rungsdynamik, die insbesondere durch niedrige Bildungsschichten und durch die arme Bevölkerung getrieben wird, Einhalt gewährt werden kann. Denn dadurch sind arme Familien nicht mehr auf sieben und mehr Kinder angewiesen, die wiederum dem gleichen Problem bzw. Schicksal unterworfen sind und wodurch es teufels- kreisartig zu einer exponentiellen Bevölkerungsexplosion kommt

    (bereits heute gut ersichtlich), um die Familie zu ernähren und den Lebensalltag der Eltern zu sichern. Hier gilt es eine Umverteilung von Wohlstand zu gewährleisten und die Menschen am Ende der Wertschöpfungskette gerecht für ihre Leistung zu entlohnen. Dies ist derzeit leider meist nicht der Fall. Vielmehr leiden diese und werden sogar allzu oft geschädigt. Zu nennen sind Arbeitsunfälle, die nicht selten zu Verstümmelungen oder sogar zum Tod führen, nur weil die Profitgier größer und scheinbar mehr wert ist als ein Menschenleben, aber auf jeden Fall für diese Menschen ein Leben in absoluter Armut bedeuten (oft Tageslöhne von unter einem USD). Es kann nicht sein, dass der Wohlstand der Industrienati- onen (sicher gibt es auch dort Armut und Ungleichbehandlungen) auf Kosten der Gesundheit und der Umwelt bzw. (Rohstoff-)Aus- beutung der armen Länder und Menschen basiert. Hier ist eine Umverteilung von Wohlstand zu gewährleisten und die Menschen innerhalb der ganzen Wertschöpfungskette (insbesondere die am Ende) gerecht für ihre Leistungen zu entlohnen und zu verhindern, dass die bereits im Überfluss lebenden Menschen (speziell in den Industrienationen) sich den Hauptteil der Wertschöpfung einver- leiben. So können sich auch zukünftig die Menschen der unteren Bildungsschichten und in den Entwicklungsländer ihr Essen leisten und es würde allen ein Leben mit steigendem Wohlstand gewähr- leisten. Dies würde auch für den weltweiten Frieden und Wohlstand von Vorteil sein, da etliche Konfliktpotenziale, die aktuell zu einer Erschütterung der Weltwirtschaft zu führen scheinen (z.B. Libyen, Bahrain oder Indien), obsolet und allen zum Vorteil gereichen.

    Herausfordernd ist auch der global stetig steigende Energiebedarf. Einerseits tangiert durch die Bevölkerungsdynamik speziell in den Entwicklungsländern, aber andererseits auch durch den auf Grund des steigenden Wohlstands ansteigenden pro Kopf Verbrauch so- wohl in Entwicklungs- als auch Industrieländern. Zu dessen Lö- sung ist nicht nur der Ausbau von erneuerbaren Energien (Sonne, Wasser, Wind, Geothermie etc.) essentiell. Die Vorfälle in Japan halten uns derzeit alle in Atem und das Ende scheint ein Ende im Grauen zu sein. Man stellt sich die Frage, warum immer erst et- was Schreckliches passieren muss, damit es zu einem Umdenken kommt!? Zumal da es nicht die erste Atomkatastrophe ist. Aller- dings könnte es nun, so hoffe ich, nicht nur in Deutschland son- dern auch in anderen Staaten (selbst Entwicklungsländern wie Chi- na oder Indien) zu einem Umdenken kommen, da nun die Gefahr

    110 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 111

    einer Zerstörung der drittgrößten Volkswirtschaft besteht. Es ist den Japanern nicht zu wünschen, aber es ist mit dem Schlimms- ten zu rechnen und es könnte zu einer globalen Kehrtwende in der Energiepolitik kommen. Neben dem in aller Munde befindli- chen Ausbau der erneuerbaren Energien gibt es allerdings viel ent- scheidendere Stellschrauben, die jeden Einzelnen direkt betreffen. Denn es gilt das eigene Energienutzungsverhalten zu hinterfragen und das Stromsparpotenzial zu nutzen. Muss z.B. eine Gefriertruhe oder ein Wäschetrockner genutzt werden? Oder was ist der Nut- zen der alltäglichen Dinge unseres Lebens, wie Beleuchtungen, wo auch immer das Auge blickt. Ebenso ist der Verbrauch von fossilen Energieträgern zu hinterfragen. Ist ein Auto und vor allem dessen Nutzung für jeden einzelnen Menschen wirklich nötig? Rohöl ist endlich. Hier gibt es einige Energieeinsparpotenziale, die auch ein lebenswertes Leben über das Jahr 2050 hinaus ermöglichen. Zu nennen sind bspw. die Förderung von Energiesparmaßnahmen im Gebäudebau (z.B. Dämmung) oder die Förderung von umwelt- freundlichen Verkehrsmitteln oder auch Car-Sharing.

    Dies würde auch den Ausstoß von Treibhausgasen und damit der globalen Erderwärmung entgegen wirken. Deren Folgen wer- den mehr und mehr ersichtlich und führen zu weiteren zukünf- tigen Konfliktpotenzialen wie Umweltkatastrophen, Dürren mit Ernteausfällen, …

    Auch der Ausbau bzw. die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser ist ein wichtiges Zukunftsthema. Mehr und mehr Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dies führt zu Krankhei- ten, Hungersnöten etc. Und letztlich gibt es sogar Horrorszenarien, dass zukünftige Kriege nicht mehr um Öl, sondern vielmehr we- gen fehlendem Zugang zu sauberem Trinkwasser geführt werden könnten. Auch hier gilt es einen ressourcenschonenden Umgang zu etablieren und nötige Investitionen zu tätigen (z.B. Meerwasserent- salzungsanlagen).

    Im Rahmen dessen gilt es mit (Rohstoff)Ressourcen allgemein viel bewusster umzugehen und die Umwelt zu schützen. Und kei- nesfalls darf es dazu führen, dass wir Gelder verschwenden, um letztlich zu gewährleisten, dass wir auf einen anderen Planeten ent- fliehen können, sobald wir irgendwann unsere Erde herunterge- wirtschaftet haben.

    Kurz erwähnt sei auch die Notwendigkeit von Toleranz. Hier gilt es unsere Kinder bereits damit zu konfrontieren, dass es keine

    Rolle spielt, ob ich eine weiße, schwarze, gelbe, … Haut besitze oder an Gott, Buddha, Allah, … glaube. Menschen sind alle gleich und jeder Mensch hat das gleiche Recht auf Leben. Hier ist auch ein Austausch zwischen und innerhalb der Kulturen entscheidend. Dies ist neben dem Extremfall einer Weltreise auch mit geringen finanziellen Mitteln möglich. Hier sind in einer multikulturellen Gesellschaft wie bspw. in Deutschland bereits im Kindergarten Kulturevents möglich, bei denen schon im jungen Alter Vorurteile abgebaut werden können.

    Abschließend möchte ich auf einen weiteren sehr entscheidenden Einflussfaktor einer zukünftigen lebenswerten Welt, neben einem frei entscheidenden Bürger, dem Gehör und Freiheit gegeben wird (Demokratie), eingehen. Auch ein zukunftsorientierter und nach- haltig agierender Finanzmarkt ist unumgänglich, dessen Akteure von der kurzfristigen, allzu oft nur quartalsorientierten reinen Ge- winnorientierung, auf ein langfristiges und nachhaltiges Denken und vor allem auch Handeln übergehen. Denn der Investor kann und muss sich bewusst werden, dass er nicht nur für das, was er tut, sondern auch für das, was er nicht tut verantwortlich ist. Sowohl der Kreditgeber als auch der Unternehmenseigentümer (Aktionär) haben ein soziales und ökologisches Unternehmertum zu fördern und zu fordern und Ungleichbehandlungen im Unternehmen oder in der gesamten Wertschöpfungskette zu verhindern. Auch den Umweltschutz kann er auf der obersten Unternehmensebene ma- nifestieren. So hat er eine entscheidende Rolle für eine lebenswerte Welt über das Jahr 2050 hinaus, dessen sich leider noch zu wenige Investoren und Unternehmenseigentümer bewusst sind. Zu nen- nen sind nur beispielsweise die Reduzierung von Ungleichbehand- lungen im Unternehmen oder in der Wertschöpfungskette, oder der Schutz der Umwelt durch eine ressourcenschonende Produkti- on. Eine Möglichkeit wäre z.B. die Etablierung eines international anerkannten Nachhaltigkeitskodex in der Finanzwelt und die Ori- entierung am Leitspruch „Gewinn mit Sinn!“.

    Die Welt ist voller Herausforderungen, die es bis ins Jahr 2050 und vor allem darüber hinaus zu lösen gilt. Jedoch dürfen wir davor nicht kapitulieren. Durch ein weltweites gemeinsames Handeln ist eine Zukunft über das Jahr 2050 hinaus durchaus möglich, wozu die oben genannten Punkte einen Anstoß bieten sollen und keines- falls abschließend zu betrachten sind. Der Weg zu den Meilenstei-

    ANDREA LANG

    Kundenberaterin Bank

    nen ist fortlaufend zu überprüfen und der Prozess einer nachhalti- gen Zukunft stets dynamisch zu betrachten.

    Also packen wir es zum Nutzen aller an! Wir bzw. jeder Einzelne hat es in der Hand! Es ist noch lange nicht zu spät! Es gibt jede Menge Gestaltungsspielraum und die Zukunft ist spannend!

    Soziale Anlagemöglichkeiten

    Es ist ein wunderschöner Märztag im Jahr 2050. Die Sonne scheint, und ich weiß, dass ihre Energie effektiv genutzt wird.

    Noch immer, wie schon im Jahr 2011 arbeite ich für die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Noch immer bin ich in der Beratung tä- tig. Doch es hat sich einiges geändert in den letzten 39 Jahren.

    Die vermögenden Kunden, die ihr Geld anlegen möchten, fragen nicht mehr nach Rendite in % sondern nach Rendite in „sinnvoller Verwendung ihres Geldes“.

    Das bedeutet, Vermögen wird nicht mehr in Sparbriefe, Zerti- fikate, Fonds, Aktien… angelegt wie im Jahr 2011, sondern in so- ziale bzw. solidarische Projekte. Es gibt Projekte, die speziell gegen die Hungersnot in Afrika investieren, es gibt Anlagemöglichkeiten, die jedem Kind in Deutschland ein warmes Mittagessen gewähren. Es gibt auch Fonds für einen Schulbau in Bolivien. So vielfältig wie die Anlagemöglichkeiten im Jahr 2011 waren, so vielfältig sind sie heute, im Jahr 2050 auch. Aber sie sind nicht auf das eigene Wohl bestimmt, sondern für eine effektive Armutsbekämpfung auf der ganzen Welt.

    Die Rendite besteht aus Glück und Freude! Einmal pro Quartal bekommt der Anleger/Investor einen „Kontoauszug“ per Email, in dem der Fortschritt seiner Anlage beschrieben wird.

    Mein Job ist es, den Kunden genau zu erklären, was mit ihrer Investition passiert; was mit dem entsprechenden Betrag und der Anlagedauer am sinnvollsten ist. Aber auch wie hoch das Risiko ist. Also ähnlich, wie schon vor 39 Jahren.

    Selbstverständlich gibt es weiterhin das gewöhnliche Sparbuch,

    auf das die Menschen, vor allem Menschen die nicht so wohlhabend sind, Rücklagen „parken“ können. Die Zinsen hierfür entsprechen der Inflation, und werden wiederum aus einem Anlageprojekt fi- nanziert, in das sehr vermögende Kunden einzahlen.

    Ähnlich ist es im Kreditgeschäft. Die Kunden fragen mich nicht mehr wie im Jahr 2011, ob wir ihren neuen Sportwagen finanzie- ren. Sie fragen ob wir ihr neues solar-betriebenes Auto finanzieren. Es werden noch immer viele Kredite für Solar- und Photovoltaik- anlagen vergeben, ähnlich gestaltet es sich mit Windkraftwerken und Wasserkraftwerken. Letztgenanntes sind meistens gewerbliche Finanzierungen. Oder auch der Ausbau eines Bio-Bauernhofs wird unterstützt.

    Die Einstellung der Bevölkerung hat sich geändert in den letzten 39 Jahren. Die Menschen sind solidarischer, sozialer und haben be- griffen, dass Geld alleine nicht glücklich macht. „Das wahre Glück besteht nicht in dem, was man bekommt, sondern in dem was man gibt“. Dies ist der Leitsatz der Sparkasse und auch vieler Menschen in der Bevölkerung.

    Selbstverständlich stehen wir weiterhin in Konkurrenz zu vielen anderen Banken. Denn es gibt Institute, die noch immer so inves- tieren wie 2011. Aber es werden immer weniger, denn noch immer steuern Angebot und Nachfrage die Märkte.

    Doch die Nachfrage an soziale Anlagen steigt und steigt. Und die Armut wird geringer und geringer. Die Menschen sind glück- licher als noch vor 39 Jahren. Ich denke, dass auch diese Banken, die handeln wie vor 39 Jahren, sich dem Wandel bald unterziehen müssen, oder sie werden nicht „überleben“, denn der Staat rettet keine Banken mehr, die nicht nach dem Nachhaltigkeitsprinzip ar- beiten.

    Nicht nur die Bankenwelt hat sich verändert, auch andere Bran- chen arbeiten nachhaltiger, solidarischer, weniger gewinnorientiert und mehr „glückorientiert“.

    112 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 113

    Auch ich freue mich jeden Tag, dass ich aktiv mithelfen kann, Armut auf der ganzen Welt zu bekämpfen. Fast täglich kommt ein Kunde, zeigt mir seinen Kontoauszug und freut sich, dass er vielen Menschen aus ihrer Not geholfen hat. Ich freue mich mit ihnen und be- daure es sehr, dass ich schon bald in Rente gehen werde.

    TOBIAS LANGE

    Student Geschichte, Journalistik, Germanistik

    Offene Gesellschaft in Europa

    Am 24. März 2050 werde ich gerade meinen 65. Geburtstag gefei- ert haben und dennoch zur Arbeit gehen, denn die Lebensarbeits- zeit wird sich verlängert haben. Nach Feierabend werde ich mich in meinen Garten setzen und beim Sonnenuntergang zurückdenken, an das Jahr 2011. Was haben wir in dieser Zeit alles erreicht und wie hat sich die Welt/ Europa/ Deutschland (mit, oder ohne unser Zutun) verändert?

    Wir werden uns in erster Linie als Europäer verstehen, da wir es nach mühevoller Kleinarbeit und dem Abbau nationaler Eitel- keiten geschafft haben werden, eine funktionierende und demo- kratisch legitimierte Regierung für Europa einzurichten. Die Men- schen fühlen sich gegenüber dieser Regierung nicht machtlos, da sie durch diverse Mittel Einfluss nehmen können und durch Trans- parenzregeln jederzeit Zugang zu allen Informationen bekommen können. Daten, die geheim bleiben soll(t)en, werden nur als ge- heim eingestuft, nachdem ein demokratisch legitimierter Fachkreis darüber abgestimmt hat. Alle anderen Informationen sind frei. Die Bürger von 2050 können mit diesen Informationen umgehen und sie einordnen, da das reformierte Bildungssystem sie zu selbst- ständigen und zur Reflexion fähigen Menschen erzogen hat. „Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht!“ wurde sozusagen zum Grundsatz der Bildungspolitik. Das Wichtigste ist das Einordnen der Informationen. Damit einhergehend hat sich auch das Selbstbild der Journalisten verändert: Sie sind dafür zu- ständig größere Zusammenhänge zu erklären, aufzubereiten und sie neutral zu vermitteln. Durch vielfältige Formen können Medi- ennutzer Einfluss auf die Medien nehmen und in einen Dialog mit ihnen treten.

    Im Laufe der Zeit hatte die Menschheit erkannt, dass nicht jede Technologie, die ihr zur Verfügung steht, auch genutzt werden sollte, besonders, wenn sie nicht wirklich beherrschbar ist. Auch die letzten Skeptiker erkannten, dass so ebenfalls (technologischer) Fortschritt zu erreichen ist. Also lag der Fokus auf der Entwicklung umwelt- und menschenfreundlicher Technologien, mit denen die vielfältigen Probleme unserer Zeit lösbar waren. Dennoch reichte die Zeit nicht aus, um eine „perfekte“ Welt zu erschaffen. Hunger und Zugang zu Trinkwasser sind zum Beispiel immer noch große

    Probleme, da die Weltbevölkerung weiter angestiegen ist, aber wir sind auf einem guten Weg. Das liegt auch daran, dass autokratische Regime immer weiter zurückgedrängt wurden. Auslöser dafür wa- ren die Revolutionen in den arabischen Ländern und das Auftreten großer Demokratien als „Global Player“, wie zum Beispiel Indien (als bevölkerungsreichstes Land der Welt) und Brasilien.

    Die Sonne ist untergegangen, langsam wird es frisch. Es gäbe noch viel, woran man denken könnte, doch wenn ich damit fer- tig wäre, würde wahrscheinlich schon der Morgen grauen und ich hätte eine Erkältung. Doch ich kann beruhigt schlafen gehen. Wir haben viel geschafft und insgesamt ist die Welt auf einem guten Weg. Nun ist es an meinen Kindern und Enkeln, die Welt weiter voranzubringen.

    2050: Viele Herausforderungen und gute Lösungen

    Bis 2050 müssen sich einige entscheidende Aspekte unserer Ge- samtgesellschaft verändert haben. Es geht darum, entscheidende Impulse zu geben, um auch zukünftigen Generationen ein ange- nehmes Leben zu ermöglichen.

    Wir brauchen eine nachhaltige Wirtschaft. Die ökologisch- ökonomische Doppelkrise bedeutet für mich eine Weiterentwick- lung der Wirtschaft zu einem nachhaltigen und demokratischen Denken. Derzeit ist die Marktwirtschaft nicht in der Lage, über das tägliche Profitdenken hinaus zu denken. Um aber Wohlstand und eine intakte Umwelt zu ermöglichen, muss sich diese ändern. Wir brauchen eine gerechte Teilhabe an materiellen und ideellen Werten für alle Menschen. Das bedeutet für mich Zugang zu einer guten Gesundheitsvorsorge, Schutz vor Armut und eine umfassen- de Bildung.

    Wir brauchen eine nachhaltige und lebenswerte Umwelt. Der Klimawandel verlangt von uns eine umfassende Änderung unseres Verständnisses des Zusammenlebens mit der Natur. Ein komplettes Umsteigen auf regenerative Energie ist genauso notwendig, wie ein Schutz bedrohter Biotope.

    Wir brauchen eine starke und demokratische Europäische Uni- on. Die Union ist ein historisch einzigartiges und wichtiges Projekt.

    114 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 115

    PHILIP LE BUTT

    Student Jura

    FEDERICA MAIER

    Studentin Kunstgeschichte und Jura

    Es sichert den Frieden und das Zusammenwachsen in Europa. Wir müssen aber die Europäische Union demokratisieren, indem wir das Parlament stärken.

    Wir brauchen eine friedliche und gerechte Weltordnung. Die Ent- wicklung in den Schwellen- und Entwicklungsländern erfordert Beziehungen auf Augenhöhe.

    Fortschritt und Entschleunigung

    Ein Sprung ins Jahr 2050…

    …eine Vision, wenigstens für ein paar Minuten.

    Ich sitze zu Hause und denke über die letzten 39 Jahre nach.

    Was ist passiert?

    Was hat sich, seit ich jung war, verändert?

    Wie habe ich diese Veränderungen wahr genommen?

    Ich habe eigentlich 39 positive Jahre hinter mir, muss ich geste- hen.

    Aufgrund des medizinischen Fortschritts geht es mir und meiner Familie unglaublich gut. Selbst meine Eltern, die auf die 90 zuge- hen sind noch sehr fit, geistig wie körperlich. Es ist schon erstaun- lich, 2011 dachten wir noch, diese Menschen sind unglaublich alt, 90 wurde ja auch fast keiner. Heute haben diese Menschen noch gut 20 Jahre vor sich. Auch vor Krankheiten fürchten wir uns heute kaum noch. Es gibt für alles medizinische Lösungen, wir können gesund sein, wenn wir uns ein wenig anstrengen und es stirbt fast keiner mehr an Krankheiten. Was hörte man noch vor 39 Jahren ständig von Krebsrisiken oder auch von HIV, besonders in Afrika. Es ist schon unglaublich, wie groß die Fortschritte auf diesem Ge- biet sind.

    Am Wochenende war mein Sohn mit Mann und Kindern zu Besuch. Die beiden Kleinen, drei und fünf Jahre alt, sprechen je- der schon zwei Sprachen, im Moment lernen sie im Kindergarten, welchen sie ganztägig besuchen, die dritte Fremdsprache. Es war

    schon noch schön, vor noch 20 Jahren, als man seine Kinder mit- tags auch mal zu Hause hatte und auch Freizeitaktivitäten möglich waren. Doch heute ist Bildung ebenso schnell und fortgeschritten, dass dafür leider nur noch wenig Zeit bleibt. Natürlich ist es durch- aus positiv, dass Kinder heute schon sehr früh sehr viel lernen und schneller fertig sind mit ihrer Berufsausbildung. Dennoch wünsche ich mir in dieser Hinsicht manchmal schon, dass meine Enkel auch die Möglichkeit hätten, so wie wir damals draußen zu spielen, ein Instrument zu lernen oder mittags zum Fußball zu gehen.

    Gut ist es aber schon auch, dass heutzutage einfach jeder einen Zugang zu Bildung hat und es keine ungebildeten Menschen mehr gibt. Dort ist viel passiert und ich sehe es ja an meinen Enkeln, dass das Wissen des Einzelnen viel größer und umfangreicher ist, als noch vor 40 Jahren.

    Unser Leben ist insgesamt sehr viel schneller und fortschrittli- cher geworden. Das hat auf vielen Gebieten durchaus seine Vortei- le, dennoch wünsche ich mir manchmal, dass wir uns wieder mehr Zeit für Dinge nehmen, die uns wirklich wichtig sind. Wir haben uns so rasant entwickelt und vergessen oft die wirklichen Werte, die wir noch vor 40 Jahren so hochgehalten haben. Manchmal wäre mir eben eine Rückbesinnung auf einen etwas traditionellen Lebensstil lieber, aber vielleicht bin ich auch schon etwas zu alt, um das zu beurteilen.

    Ich hatte gute 39 Jahre, ich bin glücklich, habe noch 5 Jahre zu ar- beiten und es geht mir außerordentlich gut. Was will man mehr?!? All das ist nur eine Vision, manche Dinge in dieser Vision gefallen mir, manche nicht. Wir werden sehen, was passiert.

    Meine Vision, heute Realität

    Meine Vision für 2050 könnte bereits heute Realität sein. Ich stel- le mir eine Welt vor, die sich ohne fossile und atomare Energie- träger zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen kann. Dezentral, ohne radioaktiven Müll, ohne CO2-Emissionen, ohne Verteilungskriege. Gerecht über den Globus verteilt – für alle. Die Technologien und das Kow-How sind da. Unabhängige Studien

    116 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 117

    IRJA MARTENS

    Producerin und Autorin bei einer Dokumentarfilm- Produktionsfirma

    PATRICK NÜSS

    Student

    118 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 119

    überall auf der Welt beweisen, dass es machbar ist. Ich glaube an unser großes, kreatives und intelligentes Potenzial, aber wie kann es uns gelingen, dieses in die richtige Richtung zu lenken? Die letz- ten 50 Jahre haben wir unsere natürlichen Ressourcen zu größten Teilen „verheizt“ – für immer. Wir haben unsere EINE Welt mit Müll verdreckt und verstrahlt, in Reich und Arm gespalten, und einem Drittel der Weltbevölkerung das Recht auf Energie verwehrt. Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts liegt darin, für all unser wirtschaftliches, politisches und soziales Handeln eine neue Prä- misse zu formulieren und bestehende Prozesse zu hinterfragen. Sich ein Beispiel an der Natur zu nehmen, die Jahrtausende vor uns ei- nen hochkomplexen, in sich schlüssigen Kreislauf geschaffen hat, der keine Abfälle zurücklässt. Könnte uns das auch möglich sein – eine Welt ohne Abfälle? Die Natur bietet uns Lösungen an und schenkt uns jeden Tag Energie, die wir zum größten Teil nicht nut- zen. Ich bin überzeugt, dass es für alle Probleme eine Lösung gibt, wenn man nur die richtigen Fragen stellt. Meine Vision könnte heute Realität sein, wenn jeder bei sich anfängt. Mit kleinen Schrit- ten: Woher beziehe ich meine Energie? Wie viel Energie verbrauche ich? Welche Produkte kaufe ich ein? Wie kann ich mich in meinem ganz persönlichen Umfeld engagieren? In meinem Beruf? Wer kann meine Überzeugungen auf politscher Ebene vertreten? Wenn ich heute in die Zukunft sehe und die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen konsequent weiterdenke, fällt es mir schwer, meine Vision nicht aus den Augen zu verlieren. Da stellt sich mir vor allem eine Frage: Wie kann ich in 40 Jahren meinen Enkelkindern erklären, wie es so weit kommen konnte, wenn die Lösungen doch da waren?

    Nachhaltige Industriepolitik

    In meiner Vision ist jedem Menschen klar geworden, dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, sondern dass dieser auch produziert werden muss. Wir beziehen unseren Strom aus erneu- erbarer Energie und vernichten dabei keine Nahrungsmittel. Allen Menschen ist klar geworden, dass wir Strom nicht nur in unse- ren Haushalten verwenden, sondern dass dieser für die industrielle

    Produktion von Nöten ist. Diese enorme Grundlast decken wir ohne Probleme mit erneuerbarer Energie, da wir viel Geld in die Forschung und Entwicklung neuer großer Batterien gesteckt haben und zudem Stauseen nutzen. Deutschland weist durch staatliche Investitionen ein sicheres, breit aufgestelltes Netz für den Transport und die Lagerung der Energie auf, und es gab bei der Entstehung dieser Netze keine Proteste, da sie Grundvoraussetzung für die erneuerbare Energie sind. Zudem wurde die Bevölkerung bereits im Vorfeld umfassend informiert und sie besaß die Möglichkeit, an der Entstehung der Netze und ihres Verlaufs mitzuwirken.

    Zudem haben wir alle den Wert gut ausgebildeter Fachkräfte erkannt, wodurch wir als Staat die Lücke in den Ausbildungsplät- zen füllen, die sich zwischenzeitlich aufgetan haben.

    Große Ernten — Großer Hunger

    In meiner Vision beschäftige ich mich damit, wie sich die Welt- bevölkerung im Jahr 2050 ernähren wird. Klar ist, dass wir un- seren Lebensstil zurückschrauben müssen. Wir haben schließlich nur diese eine Erde und nicht drei, die notwendig wären, wenn die 9,3 Milliarden Menschen, die 2050 auf diesem Planeten leben und ernährt werden müssen, sich dem Lebensstil der reichen Industrie- länder anpassen würden.

    Das Bizarrste an der ganzen Sache ist natürlich, dass die sog. Entwicklungsländer, dort wo die Menschen hungern, die größten Anbauflächen haben, diese auch nutzen, aber nur für den Welt- markt. Durch die Subventionspolitik der EU muss z.B. Getreide zu Spottpreisen in die Industrieländer verkauft werden, um auf der anderen Seite wieder importiert zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Industriestaaten nicht diktieren, was auf den Äckern der Entwicklungsländer zu wachsen hat.

    Dies ist ein entscheidendes Thema, was ernsthaft bearbeitet werden muss. Sicher ist es nicht besonders hilfreich, wenn Konzerne aus Südkorea oder China gigantische Flächen industriell beackern lassen, um das Getreide auf dem Weltmarkt zu verkaufen oder ins eigene Land zu importieren. Als Folgen fallen Arbeitsplätze weg und die Umwelt leidet. Diese Politik hat in den Entwicklungsländern zu

    OLE PAHL

    Schüler

    ANNA PECCHINENDA

    Ausbildung zur Fachangestellten für Bürokommunikation

    einer extremen Lebensmittelknappheit geführt. Im Jahr 2004 fehlten dort Nahrungsmittel im Wert von 29 Milliarden Dollar.

    Es muss der WTO sowie der Ernährungs- und Landwirt- schaftsorganisation der UNO der Einfluss auf die Landwirtschaft in diesen Ländern entzogen werden und ein Handel innerhalb der südlichen Länder entstehen. Wichtig für diese Vision ist auch eine Einschränkung des Konsums von Fleisch und Milchprodukten. Auch die Produktion von so genannten Biotreibstoffen muss aufge- ben werden, wenn wir nicht verhungern wollen.

    Wundervolle Artenvielfalten im Meer

    Für mich scheint das Jahr 2050 sehr weit weg zu sein. Wenn wir überlegen was wir bis dahin alles erreichen wollen, dann scheint die Zeit doch geradeso zu reichen.

    2050 werde ich 58 Jahre alt sein und vielleicht ja sogar schon eine glückliche Omi :-). Wenn wir unseren Kinder vom ersten Tag an beigebracht haben, den Müll zu trennen und zu entsorgen (was eigentlich heutzutage schon Alltag sein sollte, zumindest in Deutschland), dann werden das meine Enkel schon automatisch und mit Selbstverständlichkeit machen. Sie sind es dann einfach nicht anders von ihren Eltern gewohnt. Mülltrennung ist ein klei- nes, einfaches und trotzdem wichtiges Thema. Sogar wenn wir in den Urlaub an den Strand gehen, sollte uns das Thema beschäfti- gen.

    In meiner Vision wird es 2050 fast keine Strände mehr geben an denen Plastiktüten erlaubt sind (vielleicht gibt es ja sogar bis 2050 einfach gar keine Plastiktüten mehr) und es gibt auch dort strenge Regeln zur Mülltrennung und Müllentsorgung. Zusätzlich gibt es an jedem Strand Personal, das am Ende jedes Sonnentages den Müll, der von den Urlaubern und Touristen übersehen wurde, aufräumt. Also können sich die Meerestiere später nicht mehr im Müll von Urlaubsstränden verheddern und tödlich verletzen. Au- ßerdem liegen auf den Meeresböden keine scharfen Scherben von irgendwelchen Glasflaschen oder sonstige Abfälle herum. Zudem wird es wundervolle Artenvielfalten von Pflanzen und Tieren ge- ben, weil es strenge Angelverbotszonen in vielen Meeresgebieten

    geben wird, dadurch auch weniger Fangflotten. Urlauber dürfen nur noch mit geschulten Lehrern und mit „Sicherheitsabstand“ in Riffen tauchen, damit keine Pflanzen durch Trampelei (um mög- lichst nah ranzukommen und fantastische Bilder zu schießen) zer- trampelt und somit zerstört werden. Auch die Industrien tragen dazu bei, es den Meereslebewesen angenehmer zu machen. Sie ha- ben bis 2050 alle auf erneuerbare Energien umgelenkt, was eine der größten Herausforderungen für die gesamte Umstellung auf erneu- erbare Energie sein wird. Es wird mit Sicherheit seine Zeit dauern bis vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt ist, aber in mei- ner Vorstellung kann man es bis 2050 geschafft haben. Es wird also mehr auf Solar- und Sonnenenergie sowie Wind- und Wasserkraft gesetzt. Für unsere Enkel wird es dann normal sein, dass auf al- len Hausdächern Solaranlagen installiert sind und auf vielen freien Feldern eine Menge Windräder stehen (viel mehr als heute). Bis zur Erreichung des Zieles wird aber der CO2-Verbrauch eindeutig zurückgegangen sein. Wir könnten das in zwei Schritten tun: Zum einen könnten wir die Kraftwerke selbst erst mal effizienter machen (bis wir sie endgültig abstellen), indem wir die gleichen Strommen- gen erzeugen, jedoch weniger aus Kohle und Gas produzieren. Und zum Zweiten könnten wir verhindern, dass die entstehenden Koh- lendioxide überhaupt in die Atmosphäre kommen.

    Wenn meine Vision Wirklichkeit wird und dies alles so klappt, wie ich es mir vorstellen könnte, dann werden unsere Enkel hoffent- lich keine Überschwemmungen und völlige Zusammenbrüche der Meeresströmung durch die Schmelzung der Polarkappen erleben müssen. Und eine wundervolle Artenvielfalt von Pflanzen und Tie- ren genießen können.

    Für unsere Zukunft müssen wir unseren Blick nach Osten richten

    Im Jahr 2050 werden Westeuropa und die USA nicht mehr der Nabel der Welt sein. Kulturelle und politische Impulse gehen von verschiedenen Ländern aus, kommen insbesondere aber aus Süd- und Ostasien. Die großen Kassenschlager im Kino kommen inzwi-

    120 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 121

    NIELS PETERSEN

    Jurist, Wissenschaftlicher Referent am Forschungsinstitut

    122 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 123

    schen aus Bollywood, und Shanghai hat New York mittlerweile als wirtschaftliche und intellektuelle Hauptstadt der Welt abgelöst. In der Schule lernen die Kinder neben Englisch Mandarin, und viele werden später zum Studieren nach Peking, Singapur, Mumbai oder Lahore gehen.

    Trotz dieser Entwicklung ist China keine Demokratie westlicher Prägung. Vielmehr hat sich in dem Land eine besondere Form der wohlwollenden Autokratie ausgeprägt. Es gibt keine freien Wahlen und Politik wird vor allem innerhalb der Partei gemacht. Allerdings sichert das Regime sich seine Macht, indem es geschickt auf die Bedürfnisse der Bevölkerung reagiert und etwa online Stellung- nahmen zu gegenwärtigen Gesetzesvorhaben einholt. Zudem hat sich die chinesische Regierung in Menschenrechtsfragen sehr stark geöffnet und lässt weitestgehend eine freie Presse und Meinungsbil- dung zu. Kritik am Regime ist erlaubt und führt teilweise gar zum Umdenken in der Politik.

    Vor allem hat der Westen inzwischen erkannt, dass er nicht mehr den Schlüssel für die Zukunft unseres Planeten in den Händen hält. In den ersten drei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts hat sich die rasch wachsende, chinesische Mittelschicht vor allem an den USA und an Westeuropa orientiert. Man wollte Wohlstand „made in USA“. Umweltbelange waren dabei zweitrangig, schließlich hat- te man gegenüber dem Westen noch so viel aufzuholen. Auch hatte es dort kein überzeugendes Angebot eines nachhaltigen Lebensstils gegeben, den nachzuahmen es wert gewesen wäre.

    Mittlerweile haben Erderwärmung und Naturkatastrophen aber derart zugenommen, dass sich vor der drohenden Apokalypse die Augen nicht mehr verschließen lassen. Wissenschaftler auf der gan- zen Welt arbeiten daher, unterstützt von enormen Forschungsmit- teln, an einer Lösung des Klimaproblems. So wird etwa zurzeit ein chemischer Stoff entwickelt, der für eine Kühlung der Erdatmos- phäre sorgen könnte. Allerdings ist der Erfolg des Projekts höchst ungewiss. Hoffen wir, dass das Umdenken nicht zu spät kam!!

    2050 — ein Umdenken hat stattgefunden

    Wir haben gemeinsam einen Weg gefunden, um unser Klima und unsere Ressourcen zu schonen, vor allem durch die Förderung der Forschung. Beispielsweise die Gewinnung und Speicherung von Energie sind kein Problem mehr. Wir verbrauchen auch nicht mehr so viel davon. Ebenso wurde die Kooperation über Landesgrenzen hinaus, also in Europa, immer bedeutender, um verbindliche Stan- dards für die Länder zu definieren.

    Außerdem entwickelten Staat und Wirtschaft Hand in Hand ein System, um Produkte langlebiger zu gestalten und am Ende zu 100% zu recyceln und somit im Kreislauf zu behalten. Dieser Fortschritt macht sich aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtun- gen global bemerkbar.

    Auch unser Konsum hat sich gewandelt, denn jeder ist sich seiner Verantwortung bewusst geworden und beeinflusst durch sein Verbraucherverhalten die Märkte und den Handel. So kaufen wir vorzugsweise Produkte aus umweltverträglicher und ethischer Her- stellung und achten auf die Gesunderhaltung unseres Körpers.

    Werte, wie das gemeinsame Miteinander und die gemeinsa- me Gestaltung von Staat und Gesellschaft, sind ein wichtiger Teil des Lebensstils. Statt „Ellenbogen“ dominieren Gemeinschaft und Wertschätzung. Dies spiegelt sich auch in Familie, Unternehmen und im Staat wider. Noch immer wird Leistung belohnt, doch durch unser Verhalten lassen wir andere an unserem Erfolg teilhaben.

    So wird unser Sozialsystem durch die Unterstützung der Mit- glieder der Gesellschaft gestützt. Nicht nur finanzielle Beiträge wer- den erhoben, sondern auch die tatkräftige Unterstützung von allen – egal welchen Alters und welchen Milieus oder welcher Kultur – wird als Beitrag an unserer sozialen Sicherung bemessen, sozusagen wie ein „Bonus“-System. Daraus resultiert auch eine größere Ak- zeptanz des sozialen Engagements, da dieses System einen Anreiz bieten soll, dass jede und jeder an der Gesellschaft teilhaben und dafür auch Anerkennung erfahren kann.

    Auch die Teilhabe am politischen Leben wird als wesentlicher Faktor des Lebens betrachtet. Bürger/innen übernehmen Verant- wortung für ihr Handeln und „mischen sich ein“ aber „mischen auch mit“. Die Übernahme von Ämtern in Politik und Gesellschaft wird gefördert, sodass jeder Erfahrungen am Dienst an der Gesell- schaft erleben kann. Voraussetzung dafür ist die Bildung und die

    ANGELINA PLATZ

    Studentin

    Public Management

    JULIANE PÖSCHKE

    Studentin Regionalent- wicklung und Naturschutz

    Auf dem Land

    STEFANIE RALL

    Studentin Politik und Management

    Wie wirkt sich Lebensqualität in unterschiedlichen Lebens- bereichen aus?

    124 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 125

    Information über Möglichkeiten der Teilhabe und vorzugsweise auch eine Art von Verbindlichkeit, damit jede und jeder die Mög- lichkeit zur Teilhabe bekommt.

    Diese Vision stellt natürlich viele Ansprüche an einen jeden von uns. Doch es sind noch viele Jahre bis 2050 und es kann sich noch vieles ändern in dieser sich konstant wandelnden Welt. Das Internet ist m.E. ein gutes Beispiel, wie sich dadurch unser soziales Leben rasant verändert, welchen Einfluss es bereits heute auf unser Leben hat und welche Potenziale sich dort auch noch verbergen.

    Vision 2050 — Weichenstellung 2011

    Die Wohlfühlstadt. Lebendig, bunt, ruhig, grün, menschenfreund- lich. Wo früher nur Autos fuhren, Lärm und Abgase emittierten und keinen Raum für Kommunikation zuließen, ist heute die Stadt eine Begegnungsstätte, an der sich ihre Bewohner und Besucher wohlfühlen. Autos raus aus der Innenstadt, großflächige Fußgän- gerzonen, Shared Space, Förderung des ÖPNV und vor allem För- derung des Fuß- und Radverkehrs sind die Schlüsselelemente, die dies möglich gemacht haben.

    Diese Entwicklung ist nicht abhängig von den Entscheidun- gen der Bundesregierungen über Zuschlag von Fördermitteln etc. Städtische Eigeninitiativen, unter Mitwirkung aktiver Bürger, trie- ben die Entwicklung voran, weil die Bürger den Nutzen der Wohl- fühlstadt erkannten.

    Gleichwohl bedeutet diese Entwicklung zur Wohlfühlstadt keinen Abbruch der Landflucht. Hier steuert der Staat gegen, in- dem der ÖPNV verstärkt ausgebaut wurde. Doch nicht nur Förde- rung in Infrastruktur, die es den Menschen ermöglicht, das Land (kurzzeitig) „zu verlassen“, ist sinnvoll, auch wurde die soziale In- frastruktur auf dem Land neu überdacht. Die Angebote „fahren selbst“: Ärzte, Lehrer, Einkaufsläden und Bibliotheken sind für die Versorgung der Menschen auf dem Lande zuständig.

    Soziales. Bildung und Gesundheit haben einen neuen Stellen- wert in der Politik, weshalb mehr Geld für die Gewährleistung der Flexibilität dieser Bereiche ausgegeben wird.

    Das Gesundheitssystem und die Versorgung im Alter wurden kom- plett überdacht. Das Solidaritätssystem findet noch mehr Zuspruch als zuvor.

    Alle Schulen besitzen das Konzept der Ganztagsschule. Neben dem Erlernen von Fach-, Sozial- und Personalkompetenz gibt es zahlreiche Freizeitangebote. Um dem Zweiklassensystem vorzubeu- gen, lernen alle Kinder bis zur 6. Klasse zusammen. Private Schulen verschwinden langsam von der Bildfläche. Der Bund ist zuständig für die Bildung. Gleiche Verhältnisse für alle Kinder stehen im Vor- dergrund.

    Höhere Staatsausgaben für: ÖPNV, Bildung, Gesundheit. Wo wird gespart?

    Mehr ÖPNV, mehr Fuß- und Radverkehr: Was passiert mit dem Autoherstellerstandort Deutschland und dessen Arbeitsplät- zen?

    Altersstruktur der Bevölkerung: Politik auf Grundlage der Be- dürfnisse der „Best-Ager“?

    Lösung ÖPNV. In meinen Augen wäre ein Abgabesystem denkbar. Jeder Bürger bezahlt jährlich eine Abgabe/Steuer und kann daraufhin den ÖPNV kostenfrei nutzen. Die Attraktivität die Verkehrsmittel dann auch zu nutzen, steigert sich enorm.

    Meine Vision 2050 — Lebensqualität

    LEBENSQUALITÄT – das zeichnet für mich 2050 aus. Das heu- tige Motto „Höher, schneller, weiter“ hat ausgedient. 2050 geht es um nachhaltiges, bewusstes Handeln. Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen ist keine Floskel mehr sondern ein Wort mit Be- deutung.

    Hier ein kurzer Querschnitt, der nicht vollständig sein kann, aber einen Eindruck verleiht:

    Arbeitswelt: 2050 gibt es flexible Arbeitsverhältnisse. Man kann zu jeder Zeit „zur Arbeit gehen“, und zwar so, wie es den eigenen Bedürfnissen entspricht. In Unternehmen sind heterogene Teams

    What about?

    Soweit meine Vision. Aber bei Visionen pflege ich mich ger- ne an folgendes Zitat zu hal- ten: „„Wer Visionen hat, soll- te zum Arzt gehen.“ (Helmut Schmid) – In diesem Sinne: PACKEN WIR ES AN!

    126 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 127

    Normalität. Männer, Frauen, ältere Menschen und unterschied- liche Nationalitäten arbeiten zusammen. Darüber hinaus ist im Berufsleben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf 2050 völlig selbstverständlich.

    Work-Life-Balance: Work-Life-Balance ist 2050 ein Lebenskon- zept. Jeder ist sich darüber bewusst, dass Arbeit wichtig ist und dass jeder in seinem Bereich das Beste gibt. Aber nicht um jeden Preis. Es geht hauptsächlich darum, bewusst zu leben und zu handeln.

    Absicherung: 2050 gibt es soziale Sicherungssysteme, die wirklich greifen, wenn jemand in eine missliche Lage gerät. Der Staat wird weiterhin für die Menschen da sein und wird hierfür genügend Mittel zur Verfügung haben, auch weil keiner versucht, das System auszunutzen, sondern weil jeder eigenverantwortlich handelt und nur Dinge in Anspruch nimmt, die er wirklich benötigt. Auch wird es ein Gesundheitssystem geben, in dem keine Zweiklassengesell- schaft existiert. Vorsorgeuntersuchungen werden allen in vollem Umfang zur Verfügung gestellt. Es gibt wieder genügend Kran- kenschwestern und Pfleger, weil sie wieder gemäß ihrer Leistung bezahlt werden. Das ist unter anderem auch deshalb möglich, weil die absurde Gehaltsspanne zwischen beispielsweise Managern und Pflegern aufgehoben wurde.

    Jung und alt: Hier steht im Zentrum das MITeinander, anstatt das NEBENeinander. 2050 gibt es unzählige Mehrgenerationenhäuser. In diesen Häusern leben nicht nur jung und alt miteinander, son- dern auch Menschen unterschiedlichster Herkunft.

    Beteiligung: 2050 kann sich jeder ohne Hindernisse direkt an der Gestaltung unserer Gesellschaft beteiligen. Dazu gehören Online- foren, in denen diskutiert werden kann, die nicht nur den Bürger bilden, sondern deren Ergebnisse in den politischen Prozess einflie- ßen. 2050 ist Deutschland ein Land der Teilnahme, Politikverdros- senheit gehört zur Vergangenheit.

    Selbstverständlich gehört zur Lebensqualität auch eine sauber Um- welt. Alternative Energien sind technologisch so ausgereift, dass sie zur Deckung des Bedarfs komplett ausreichen.

    Vision 2050

    Das durch die Erdverschiebung ausgelöste Erdbeben vor der Küste von Japan führte zu einer Katastrophe, die sowohl weit reichende Folgen für die Natur als auch für den Menschen hat. Es gibt nicht nur Auswirkungen in Japan direkt, sondern auch in anderen Län- dern, wie Deutschland, wenn es um die Frage der Politik geht und den Aspekt der Natur. Durch die Katastrophe in Fukushima ist der deutschen Regierung noch stärker klar geworden, dass die Atom- politik nicht so weitergehen kann, wie sie bis jetzt funktionierte. Bereits 2017 könnten alle Atomkraftwerke in Deutschland vom Stromnetz genommen werden.

    Deshalb lässt sich vorweg sagen, dass das Jahr 2050 und das 21. Jahrhundert eine Zeit sein wird, in der die Atomkraft erfolg- reich abgeschafft wurde und man seine Energie aus regenerativen Energien, mit einer endgültigen CO2-Emission von 0 oder gar ei- ner negativen Emission, bezieht. Jedoch ist noch lange nicht alles getan, wenn nur Deutschland ein Treibhausgas neutrales Land ist und sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen umgeht, denn es gibt noch mehr als 200 andere Länder auf dieser Welt. Aus diesem Grund muss sich auf nationaler sowie auf internationaler Ebene einiges verändern. In meiner Vision vom Jahr 2050 lassen sich diese Veränderungen in zwei Bereiche gliedern: Ökonomie und Sozia- les.

    Ökonomie: 2011 soll kein Vergleich mit der Welt in 39 Jahren darstellen, denn wenn man die heutige Lebensweise weiterführen würde, würde es zu weit reichenden Folgen führen, die heute noch gar nicht abzuschätzen sind. Damit die ganze Welt ihre Lebens- weise ändert, muss es jemanden geben, der die Lawine ins Rollen bringt. Da u.a. die Großmacht USA noch stärker auf „ Verbrau- chen“ eingestellt ist, als es Deutschland ist, muss ein anderes stark wirtschaftlich geprägtes Land den Startschuss setzen.

    Ein Land mit starker Wirtschaft, die international vernetzt ist, das gleichzeitig einen großen Schritt voraus gehen möchte, indem es sich hohe Ziele setzt, ist gefragt. Meiner Meinung nach eignet sich Deutschland wunderbar dafür, die „Anfänger“-Rolle zu überneh- men, da es diese Voraussetzungen sehr gut erfüllt.

    HARALD RAUER

    Schüler

    Es gibt auch in Deutschland noch einiges zu tun, damit von einem „Deutschland der Zukunft“ gesprochen werden kann. Um bisher ungenützte Möglichkeiten zu nutzen, muss sich Deutschland mehr für die Förderung von Entwicklungsländern einsetzen, denn diese bieten gute Perspektiven für neuen Lebensraum und Anlagen.

    Länder wie Marokko oder Ägypten sind im Augenblick noch sehr instabil, da sie eine fragile Regierung haben. Sollten sich solche Südländer stabilisieren, wäre es möglich, dass man deren Terrain nutzen kann, um z.B. günstigen Strom aus Solarenergie zu bezie- hen. Dies würde die Wirtschaft deutlich kräftigen und Investoren aus Deutschland könnten damit Gewinne erzielen, da spätestens wenn das Erdöl verbraucht ist, auch die anderen Länder merken, dass eine Wirtschaft nur funktionieren kann, wenn sie auf erneuer- baren Energien basiert.

    Ein weiteres Beispiel für effiziente Terrainnutzung wäre es, wenn Windkraftparks in der Nord- oder Ostsee aufgestellt werden würden. Diese Anlagen liefern Strom wenn Wind vorhanden ist. Sollte dieser Wind jedoch mal nicht da sein, stellt sich die Frage, wie man die Energie von vornherein speichern könnte.

    Ein Beispiel hierfür wäre, wenn man die elektrische Energie dafür nutzt, dass Gas komprimiert und unterirdisch gespeichert wird. Bei einer Windflaute könnte es kontrolliert abgelassen wer- den, damit geeignete Generatoren daraus Strom erzeugen. Eine Schwachstelle dieses Vorgangs ist jedoch die Kompression, denn sie erzeugt viel Abwärme. Diese „verlorene“ Energie könnte jedoch einfach in nutzbare Energie umgewandelt werden, indem man das Warmwasser in Häusern damit erhitzt, damit keine Erdölheizung mehr nötig ist, bzw. nur noch zur Hilfe eingesetzt werden muss. Durch diese Vision kann man von einer Globalisierung und De- zentralisierung der Energiepolitik ausgehen.

    Damit weiter solche Ideen verwirklicht und erforscht werden können, muss die Forschung in Deutschland deutlich stärker geför- dert werden.

    Es gibt jedoch auch die Meinung, dass eine zu progressive Einstellung auch leicht die Bevölkerung verschrecken kann und somit ein negativer Eindruck entsteht. Es ist wichtig, dass Fort- schritt nicht mit Rückschritt verbunden wird, denn wir müssen zwar umweltschonender werden, jedoch sollte das nicht auf Kosten der Technik und der Gesellschaft gehen.

    Umweltschonend lässt sich in meinem Jahr 2050 u.a. durch 100-prozentiges Recycling erreichen, denn wenn kein Müll mehr

    entsteht, muss nicht ein Aufbewahrungsort gesucht werden, der dann für immer mit z.B. Sondermüll „vergiftet“ ist.

    Soziales: In dem Jahr 2050 hat sich für mich einiges verändert, wenn ich gefragt werde, wie es um die Sozialmaßnahmen in Deutschland steht. Diese reichen von Partizipation in der Politik bis zu Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit.

    Es hat sich in meiner Vision einiges getan, denn es ist im Jahr 2050 möglich, dass man seine Meinung viel einfacher und verständlicher kund tun kann, denn aufgrund der Technik ist es möglich geworden, dass man viel globaler miteinander vernetzt ist. Wenn man miteinander in Verbindung steht, ist es viel einfacher Leute zu finden, die die gleiche Meinung haben, wie man selbst. Dadurch kann man besser partizipieren, da eine große Bevölke- rungsmasse nicht einfach übergangen werden kann.

    Informationspolitisch ist auch einiges geschehen, denn die Me- dien wie Zeitung und TV haben sich stärker zum Auftrag gemacht, die Meinung und die Programme von Parteien zu verbreiten, damit das Volk besser Bescheid weiß, was gerade um sie herum geschieht. Wenn so etwas möglich ist, dann würde auch keine Furcht vor Neuem existieren, wie z.B. im Jahr 2011 der E10-Skandal.

    Bildung ist ein weiterer Teil des Großen und Ganzen, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf, denn heutige Gene- rationen werden morgen die Welt regieren. Deshalb muss man be- reits jetzt anfangen, die Bildung besser zugänglich zu machen und diese nicht von Abstammung oder Vermögen abhängig machen. Wenn dieses Ziel erreicht werden kann, dann würde es deutliche Fortschritte in der Technik und dem Lebensstandard im Allgemei- nen geben und Deutschland würde auch in Zukunft eine Spitzen- rolle haben.

    128 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 129

    YANNICK REGH

    Abiturient

    Deutschland 2050

    Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht nur eine ökologische, son- dern auch eine insgesamt gesellschaftliche Nachhaltigkeit, die zwi- schen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in Deutsch- land und Europa unser friedliches und demokratisches System, fern jeder nationalistischer Tendenzen, weiter am Leben erhält und zu mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität führt, damit wir ge- meinsam in diesem Land zufrieden und gut leben können.

    Für mich stellen daher diese Komponenten einen wichtigen Teil eines gesellschaftlichen Gesamtkonzeptes dar:

    Das Bildungssystem muss verbessert werden. Diese Verbes- serung wird durch eine bis 2050 eingeführte, inner differenzierte Gemeinschaftsschule erreicht mit Leistungskursen in der Oberstu- fe, einer Erhöhung der Lehrerzahlen, Verkleinerung der Klassen, Einführung von Ganztagsschulen, Abschaffung der Kita-Gebühren sowie eine mögliche Kita-Pflicht, die Abschaffung der Studienge- bühren und die Einführung eines dualen Studiengangs für Lehrer. Die Integration von allen gesellschaftlichen Minderheiten ist eine zentrale Aufgabe einer pluralistischen Gesellschaft, die rechts-po- pulistischen Kräften für die Zerstörung unserer demokratischen Ordnung nicht Platz bieten wollen.

    Jeder Mensch hat das Recht zu entscheiden, wo er leben will, dies gilt nicht nur für Deutsche. Jedoch wird erwartet, dass diese auch etwas zum gesellschaftlichen Leben beitragen und die Gesetze akzeptieren. Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg, jedoch hat auch jeder das Recht auf seine Muttersprache. Das Thema Gleichstellung von Homosexuellen spielt auch eine Rolle, da das Bundesverfas- sungsgericht die Benachteiligung für verfassungswidrig erklärt hat. Das Gesicht einer Gesellschaft zeigt sich an dem Umgang mit den jeweiligen Minderheiten.

    Sozial ist, was Arbeit schafft von der man leben kann. Unter diesem Motto ist vor allem in Hinblick auf die europäische Freizügigkeit ein flächendeckender Mindestlohn einzuführen, wie er in 21 von 27 EU-Staaten bereits existiert. Die Menschen sollten vor Lohn- dumping geschützt werden, aber es sollte auch dem Arbeitgeber eine gute Perspektive für die Produktion in Deutschland ermög- licht werden. Weiterhin ist nachhaltiges Wirtschaften für mich der

    Bewusstseinswechsel von bedenkenloser Naturzerstörung hin zu einer neuen, ökologisch-sozialen Marktwirtschaft.

    Wichtig für den Bereich ökologische Nachhaltigkeit ist zudem eine weitgehend dezentrale regenerative Energieversorgung. Diese beinhaltet einen Energiemix aus Windkraftanlagen, Solarzellen, Wasserkraft, Photobioreaktoren, eventuell Fusionskraft sowie eine Unterstützung des Projekts DESERTEC. Voraussetzung hierfür ist die Erforschung und Verbesserung von Technologie, die Energie speichert und einen effizienten Ausbau der Stromnetze garantiert und verwirklicht.

    Deutschland 2050:

    bewusst, mehrdimensional, nachhaltig und zukunftsfähig

    Das Wirtschaftsmodell der letzten Jahrzehnte war an seine Grenzen gestoßen. Als Folge der im Wesentlichen an Effizienz orientierten Ökonomie war es zu einer dramatischen Übernutzung der erneuer- baren und nicht erneuerbaren Ressourcen der Erde gekommen.

    Die langfristige Ernährung und Existenz der Menschen auf unserem Planeten verlangte dabei in den 39 Jahren von 2011 bis 2050 nach einer grundsätzlichen Neuorientierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

    An Stelle einer eindimensionalen Effizienzorientierung war eine multidimensionale, alle Lebensbereiche des Handelns tangie- rende Verhaltensweise gefordert.

    Jetzt – im Jahr 2050 – können wir auf ein ganzheitliches und umfassendes Handeln jedes einzelnen Individuums unserer Ge- sellschaft und Welt zurückblicken. Dies bedeutet, dass sich heute jeder Einzelne für eine intakte Natur, eine funktionierende und zu- kunftsfähige Wirtschaft sowie ein friedliches Zusammenleben der Menschen aus eigener Überzeugung einsetzt.

    Die Natur ist es, die der Menschheit sämtliche Ressourcen zur Verfügung stellt, die zum Leben unabdingbar sind. So z.B. Holz für Möbel und Papierprodukte, Energie für Wärme-, Stromerzeugung und Mobilität, Baumwolle für Kleidung sowie Nahrungsmittel und sauberes Wasser für ein gesundes Leben.

    130 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 131

    LUCAS REHN

    Filialleiter eines Drogeriemarktes

    132 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 133

    Bis zum Jahr 2050 konnten wir die zunehmende Übernutzung der Erde stoppen, indem wir einen Weg gefunden haben, die Ressour- cen zu schonen.

    Hier ist es nun z.B. gelungen, durch eine sparsamere Produktion und einen bewussten Konsum der Verbraucher, die Wasserwirt- schaft nachhaltig zu gestalten und damit den immensen Wasserver- brauch zu reduzieren.

    Die langjährigen Energie- und Klimaschutzprobleme haben wir durch neue Wege der Energiegewinnung und -speicherung sowie des sparsameren Einsatzes von nahezu 100 % erneuerbarer Energi- en in den Griff bekommen und haben es somit geschafft, die Erder- wärmung gering zu halten. Ganz entscheidend zu dieser Tatsache hat beigetragen, dass wir sowohl lokal, national als auch internatio- nal neue, nachhaltige Wege der Fortbewegung gefunden haben. So- mit wird die Umwelt kaum noch belastet, ohne dass die Mobilität der Menschen eingeschränkt wird.

    Die Menschen der Gesellschaft arbeiten mittlerweile in ge- meinsamen, wechselseitigen, arbeitsteiligen und sozialen Bezie- hungen nach dem Prinzip des „Miteinander – Füreinander“ zu- sammen. Alle Menschen besitzen vollkommen neue Freiheiten in ihrer Lebensgestaltung. Dies führt dazu, dass sich jeder mit seinen Stärken positiv und intrinsisch motiviert in die Gemeinschaft ein- bringt und Staat, Gesellschaft und Welt sozial sowie auch kulturell mitgestalten möchte.

    Schon von klein auf wird jeder Mensch gleichberechtigt auf seinem persönlichen Lern- und Entwicklungsweg, der selbstbe- stimmt ist, bestmöglich und sehr intensiv mit neuen Lehr- und Lernmethoden unterstützt. Diese Veränderung war rückblickend jedoch nur durch eine große Bildungsreform möglich.

    Im Wirtschaftsleben steht für die Unternehmen nicht nur die Um- satz- und Gewinnmaximierung im Vordergrund, vielmehr geht es auch um eine Sinnbestimmung und Nutzenmaximierung des Wirtschaftlichen. Gewinne sind zwar für weitere Investitionen und soziales Engagement weiterhin notwendig, sie sind allerdings nicht Kern des Handelns.

    Aber nicht nur das – insgesamt sind die Unternehmen gewillt, viel Verantwortung zu übernehmen und für Mensch und Erde Gutes zu tun.

    Von den Unternehmen werden im Jahr 2050 vermehrt nachhaltige, ökologische und faire Güter und Dienstleistungen angeboten und von sehr bewusst einkaufenden Konsumenten (so genannten Pro- sumenten) nachgefragt.

    Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Konsumenten und Partnern wird durch das assoziative Wirtschaften bestimmt. Faire Löhne, gerechte Preise und regionales Wirtschaften (ohne die Globalisierung außer Acht zu lassen) bestimmen die Zeit um das Jahr 2050. Es lässt sich festhalten, dass in den letzten 39 Jahren viel passiert ist, das Wichtigste ist jedoch vor allem, dass sich die indivi- duellen Einstellungen der Menschen unserer Gesellschaft und Welt positiv verändert haben – hier hat ein Bewusstseinswandel stattge- funden.

    Ein Großteil der Menschheit hat die Kernprobleme erkannt und verinnerlicht und jeder Einzelne hat seinen Teil zu einer nachhalti- geren und zukunftsfähigeren Welt beigetragen.

    Meine Vision für 2050: Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig

    1. Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig. Nicht in Form einer leeren Worthülse, sondern gefüllt mit Leben. Bester Beweis hierfür sind unsere Kinder, es geht ihnen gut. Nicht etwa durch materiellen Wohlstand, vielmehr aufgrund einer deutlich sichtbaren Lebens- zufriedenheit. Wie haben wir das geschafft? Blicken wir einmal zu- rück. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends wurde die deut- sche Bevölkerung immer häufiger mit der Frage „Ist ein weiter so noch tragbar?“ konfrontiert. Anlass für diese Frage gab die damalige Anhäufung von sowohl globalen wie auch nationalen Problemen. Auf internationaler Ebene erinnern Schlagworte wie Klimawandel, Endlichkeit der Ressourcen, Raubbau an der Natur, Bodendegra- dation, Terrorismus, Lohndumping, die Schere zwischen Arm und Reich usw. an die damalige Zeit. Auf nationaler Ebene debattierte man u.a. über das defizitäre Bildungssystem und die zukunftsträch- tigste Form der Energiegewinnung. Nicht zuletzt die immer stärker zum Vorschein kommenden Folgekosten eines „Weiter so“ haben

    RICCARDA RETSCH

    Studentin Geographie

    134 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 135

    sowohl in Deutschland, wie auch in vielen anderen Ländern der Welt dazu geführt, dass die Weichen immer mehr in Richtung ei- ner nachhaltigen Entwicklung gestellt wurden. Erster Schritt dieses anfänglich recht mühevollen Prozesses war ein Bewusstseinswan- del.

    Eine Veränderung. Man handelte. Zuerst kommuniziert und gelebt von Pionieren der Nachhaltigkeit. Danach übernommen seitens der Politik. Diese machte es sich zur Aufgabe, mit gutem Beispiel voran zu gehen, Verantwortung zu übernehmen und als Vorbild zu fungieren. In der Praxis zeigt sich das heute z. B. in Form eines transparenten und lückenlos nachhaltigen Beschaf- fungswesens in öffentlichen Einrichtungen.

    In einem zweiten Schritt startete die Politik, auf Drängen vieler Bürger, eine hinsichtlich der Breitenwirksamkeit noch nie dagewesene Aufklärungskampagne, welche drastisch vor Augen führte, wie eng unser alltäglicher Konsum mit globalen Problema- tiken verknüpft ist. Global denken, lokal handeln (abgedroschen, aber wahr). Teil dieser Aufklärungskampagne waren beispielsweise Schautafeln in großen Bekleidungsketten, welche über den „Le- benszyklus“ eines Kleidungsstücks informierten. In einem dritten, entscheidenden Schritt veranlasste die Politik eine Generalüberho- lung des Bildungssystems. Heute sind Themen der nachhaltigen Entwicklung fester Bestandteil aller Lehrpläne. Inhalte der Nach- haltigkeit werden als Querschnittsaufgabe in diversen Fächern be- handelt. Nachhaltige Schülerfirmen sind Standard. An zahlreichen Universitäten gibt es einen Lehrstuhl für Nachhaltige Entwicklung. Für Studenten der Pädagogik sind Module zum Thema Nachhal- tigkeit verpflichtend. In einem vierten Schritt schuf die Politik An- reizsysteme, um nachhaltiges Handeln zu forcieren – sowohl für den Verbraucher, wie auch für die Wirtschaft. Bis heute werden beispielsweise Unternehmen, welche die drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung in ihrem Firmenprofil verankert haben und nachweislich danach handeln, steuerlich bevorteilt. Ebenso Bürger, welche sich entsprechend engagieren, wie z.B. indem sie das eigene Gartengrundstück oder aber städtisches Gartenland nach den Regeln der ökologischen Landwirtschaft bestellen. Die intrinsische Motivation, etwas im positiven Sinne verändern zu wollen, die Hilfestellungen seitens der Politik, sowie das Umden- ken der Wirtschaft, dahingehend, dass die Ökologie die Ökono- mie nicht behindert, sondern vielmehr ein notwendiger Partner ist, haben dazu geführt, dass in Deutschland heute eine Vielzahl an

    selbstbewussten, kritisch hinterfragenden und informierten Men- schen leben, welche trotz Suffizienz oder gerade wegen ihr? eine hohe Lebensqualität besitzen.

    Auf dieser Basis, mit neuem Wissen und vielfältigen Hand- lungsalternativen im Gepäck, ist es gelungen auch über die jewei- ligen Staatsgrenzen hinaus für Veränderungen zu sorgen. Unfaire Produktkreisläufe zu Lasten der Entwicklungsländer sind Vergan- genheit. Ebenso die Attitüde der Industrieländer, Entwicklungs- ländern ihre Konzepte und Ideen aufzuoktroyieren. 2050 steht für kreativen Austausch und gegenseitiges voneinander Lernen.

    Deutschland und die Welt im Jahre 2050. Meine Vision

    Im Jahre 2050 werde ich hoffentlich mit einem Auge auf meine Rente schielen und im Großen und Ganzen zufrieden sein mit mir, der Welt und der Vergangenheit.

    Damit dies aber so eintrifft, ist es sicherlich notwendig, dass ich mir nicht erst im Jahre 2050 den Kopf darüber zerbreche, was ich hätte tun können, damit meine Hoffnung zur Realität wird. Vielmehr muss ich/man mir/sich schon vorher überlegen, wie die Ziele, die gesteckt sind, erreicht werden können.

    Vision 1: Nachhaltiges Denken

    Nachhaltiges Denken und Handeln, d.h., dass all unsere Überle- gungen und Entscheidungen Konsequenzen mit sich ziehen, die sich oftmals nicht auf den ersten Blick zeigen.

    Ein paar Beispiele: Die EU fördert den Energieträger wie Raps- öl (Bio-Diesel). Auf den ersten Blick sicherlich gut, doch später stellen wir fest, dass Landwirte in Afrika nun Rapspflanzen anbau- en und es zu Lebensmittelengpässen kommt bzw. das geschmälerte Lebensmittelaufkommen die Preise in die Höhe treibt und die Be- völkerung darunter leidet.

    Es gibt wohl noch zahlreiche weitere Beispiele diesbezüglich (über Atomkraft lässt sich vermutlich noch viel mehr streiten), aber ich denke, es wird klar was gemeint ist.

    Fangen wir an die Vision zu realisieren und Nachhaltigkeit zu leben! Hier. Heute. Jetzt.

    PHILIPP REUS

    Student Betriebswirtschaftslehre

    136 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 137

    Nachhaltiges Denken und Handeln, vielleicht mit einem Kon- trollsystem, das nicht nur rationale, kühle Entscheidungen treffen kann, vielmehr ein System, das auch auf ethische Grundsätze achtet und diese in eine Zukunftsplanung einbezieht.

    Vision 2: Starke Demokratie

    Meine zweite Vision bezieht sich auf das Thema parlamentarische Demokratie.

    Bundestagswahl, Landtagswahlen und Kommunalwahlen ha- ben alle eins gemeinsam. Die Wahlbeteiligung geht meist zurück! Dies ist meiner Meinung nach längst kein schleichender Prozess mehr, vielmehr wird er langsam aber sicher zu einem Unaufhaltsa- men.

    Warum ist die Politikverdrossenheit, die sich einerseits durch zurückgehendes Engagement bei der ehrenamtlichen politischen Arbeit und andererseits bei dem erschreckenden Rückgang der Wahlbeteiligung zeigt, zu einem solchen „Volkssport“ geworden? Dafür gibt es sicherlich viele Gründe, nur ein paar möchte ich hier nennen: Für die Generationen vor uns, aber vor allem die Gene- ration der Kriegsjahre kommt ein „Nicht-Wählen-Gehen“ sicher nicht in Frage. Denn sie wissen, wie es ist, einerseits nicht wählen gehen zu dürfen, und andererseits wie es ist, wenn extremistische Parteien, bedingt durch geringe Wahlbeteiligungen, an die Macht kommen (Sachsen-Anhalt zeigt diesbezüglich einen positiven As- pekt der Partizipation). Nein sie wissen um ihr Recht, wählen ge- hen zu dürfen.

    Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Problematik in der arabischen Welt, wo wir mit Entsetzen und Hilflosigkeit zusehen müssen, wie Rechte misshandelt werden bzw. gar nicht erst beste- hen, die wir hier als Selbstverständlichkeit ansehen und sie teilweise nicht mehr wahrnehmen, kann man die Problematik erkennen.

    Ein weiterer Punkt, der zur Politikverdrossenheit der Bevölke- rung beiträgt, ist sicherlich das negative Bild der „Politikerklasse“. Herausragende Persönlichkeiten gibt es nicht, unbeliebte Themen prägen die kurz- bis mittelfristige Politik (Haushaltskonsolidierung mit einhergehenden Einschnitten für die breite Masse der Bevöl- kerung) und eine mediale Berichterstattung, die keine Differenzie- rung mehr zwischen einzelnen Politikern (gerne nach dem Motto, „wenn einer Falsches macht, ist es nicht der Einzelne“, vielmehr ist es ein „allgemeines Phänomen der Politiker“) macht.

    Aber welches sind die Folgen wenn es so weitergeht?

    Das ist offensichtlich: Bundesregierungen, Ministerpräsidenten/in- nen und Bürgermeister/innen, die nur noch durch niedergeschrie- bene Paragraphen in den verschiedensten Verfassungen ihr Amt antreten. Denn bei einer beispielhaft prognostizierten Wahlbeteili- gung von 40 % und einem Stimmenanteil für die regierende Partei von eventuell 35 % der abgegebenen Stimmen, so ist das wahre Ergebnis, dass die oder der Regierende mit einem absoluten Stim- menanteil von 14 % der Wahlberechtigten, auch über alle anderen regiert.

    Das ist urdemokratisch und legitim, aber ist es auch richtig? Muss sich nicht jede/r Abgeordnete und Gewählte fragen, ob er/ sie wirklich berechtigt ist, Entscheidungen zu treffen. Meiner Mei- nung nach müsste er/sie das und für mich ist an einem solchen Punkt unsere parlamentarische Demokratie in ihren Grundfesten erschüttert.

    Somit gilt es, dieses Problem abzuwenden, Ideen müssen gefunden werden, damit sich junge Menschen wieder für ihren Staat interes- sieren und sie müssen animiert werden, aktiv ihre Gedanken mit einzubringen. Es wird wohl keine Musterlösung hierfür geben, aber wir sollten darüber reden. Auch hier sollten wir weitere Ideen fin- den, damit die Vision eines funktionierenden Deutschlands auch in 2050 noch besteht.

    Vision 3: Zufriedene Menschen

    Dies ist wohl der philosophischste Punkt, aber vielleicht auch der Spannendste.

    Was würden die Menschen aus dem 16. Jahrhundert zu unse- rer Welt von heute sagen? Wären sie überglücklich, weil sie Elektri- zität hätten oder dass sie im Warmen zur Toilette gehen könnten, womöglich mit beheizter Klobrille? Vielleicht würde sie aber auch denken: „Welch ein Stress, das ganze Lernen und diese Hektik“. Oder aber auch das Problem, dass man eventuell nicht mehr ge- braucht wird in dieser Gesellschaft, da man seine Stärken nicht aus- spielen kann. Die Halbwertzeit von Wissen wird immer kürzer.

    Sicher ist, die Globalisierung und der technische Fortschritt bringen nicht nur Vorteile mit sich, und es liegt an unserer Gene- ration, den richtigen Weg zu gehen. Einen Weg, der vor allem eins schafft: Die Menschen in einem Land müssen glücklich sein. Das

    Ja, vielseitig sind die Proble- me, in denen das besagte Szenario wurzelt.

    BENJAMIN RIETDORF

    Student Publizistik und Kommunikationswissen- schaft

    klingt absurd und banal, aber es ist eine essentielle Frage der Zu- kunft. Umfragen zeigen, dass die Menschen nicht glücklicher sind als vor 40 Jahren. Die Probleme der Geschichte ändern sich, doch machen wir im letzten Jahrhundert und in diesem eins anders: Wir schaffen Probleme, die uns über den Kopf wachsen. Wir schaffen eine Welt, die so hektisch und schnell ist, dass die Individualität, die den Menschen meines Erachtens ausmacht, verloren geht.

    Kita mit Fremdsprache, Grundschule, G8-Abi, Bachelor-, Master, Fortbildungen, Umschulungen …, ist das Leben so wirklich schön und lebenswert??

    Wir sollten darüber diskutieren, wie Menschen glücklich wer- den und wie dies mit unserer heutigen Zeit und ihren Anforderun- gen vereinbar ist.

    Vision 4: Gesunde Welt

    Der Klimawandel ist wohl das Großereignis des 21. Jahrhunderts. Unsere Generation aber vor allem die folgenden werden die Folgen am stärksten spüren. Ich will, dass auch im Sommer 2050 hier in Deutschland noch ein mildes Klima herrscht und wir nicht in ei- ner Wüste unseren Sonnenschirm aufspannen müssen. Dafür muss einiges getan werden und viel Geld muss in die Hand genommen werden.

    Irgendwie fallen mir noch viele Ideen und Sachen ein. Visionen sind das sicherlich nicht wirklich, doch sind es Anregungen und wenn mich jemand fragt, wie ich mir die Zukunft, also meine Visi- on 2050, vorstelle, dann stelle ich mir eine Welt/ ein Deutschland vor, das diese Fragen beantwortet hat. An meiner Vision arbeite ich noch, ein wenig Zeit bleibt ja noch.

    Die Vision leben — mit Blick nach vorne!

    Meine Vision von der Welt im Jahr 2050 beschreibt keine Utopie, die ich versuche zu konstruieren, denn allein der Begriff der „Uto- pie“ unterschätzt die Schritte, die bereits gegangen wurden. Viel- mehr stellt sich meine Vision dar, als Konsequenz verschiedener in- novativer Konzepte der Gegenwart. In dem letzten Jahrzehnt haben

    mich viele innovative Konzepte der Implementierung des Faktors Nachhaltigkeit in wirtschaftliche Produktionsprozesse, ebenso wie das unermüdliche Engagement von NGOs bei der Vermittlung ei- nes verantwortungsbewussteren Umgangs mit „unseren“ Ressour- cen, von einer optimistischen Zukunftsaussicht überzeugt.

    Führte der industrielle/ technologische Wandel im letzten Jahr- hundert noch zu den globalen Problemen, mit denen wir uns heute beschäftigen, sehe ich in diesem Jahrhundert eine große Chance zur Lösung dieser Probleme in der Weiterentwicklung der Technik in allen Bereichen. Stichwort: E-Mobilität, Desertec etc.

    Es ist Auftrag und Pflicht der Weltöffentlichkeit, diesen Pro- zess kritisch zu begleiten und den Diskurs stets offen für innovative Ideen zu halten, denn innovatives Denken war nie wichtiger als heute. Kritisch begleiten bedeutet für mich dabei gleichfalls das ei- gene Handeln, den eigenen Konsum zu hinterfragen.

    Die Welt ist unendlich komplex geworden in der modernen Gesellschaft, doch sind wir schon so weit, den Apfel in unserer Hand (… wenn es denn ein Apfel ist) nur noch als Nährstoffquel- le ohne Ursprung, Geschichte oder verbundener Arbeitskraft der Herstellung zu sehen? Nein, dieses Szenario ist mir zu pessimistisch – obgleich diese Perspektive zweifelsfrei existiert. Suffizienz, also der bewusste Verzicht auf Verschwendung, spielt für mich als Visi- onär eine besondere Rolle, denn ein Wandel, ein gesellschaftlicher Umbruch kann nicht ausschließlich von Institutionen ausgehen. So verbleibt es auch der jetzigen und kommenden Generationen, weit über das Jahr 2050 hinaus, Verantwortung als Selbstverantwortung wahrzunehmen und sich, ob als Wähler, Konsument oder Kritiker, einer aktiven Rolle in der Gesellschaft bewusst zu werden und da- nach zu handeln.

    Das Jahr 2050 verspricht mir ein Leben in einer Gesellschaft, die sich selbst und ihre Mitglieder achtet und sinnvoll mit ihren Res- sourcen umzugehen weiß. Der Faktor Nachhaltigkeit spielt in allen Dimensionen des öffentlichen Lebens eine immanente Rolle.

    Ich brauche nicht von schwebenden Autos träumen und mir utopische Vorstellungen der Zukunft machen, wenn ich bereits heute das Potenzial entdecken kann, die Welt tatsächlich grundle- gend zu ändern. Nennt es zu optimistisch oder zu unkritisch – ich möchte den Lesern meiner Vision nur die Augen dafür öffnen, die Antworten auf die existenziellen Fragen von Morgen, nicht auch nur im Morgen zu suchen!

    138 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 139

    MARLENE RINGEL

    Trainee Corporate PR

    bei einem Sportartikelher- steller

    Wirtschaften für Menschen und Umwelt – nicht andersherum

    Genau heute vor 39 Jahren wurde Dirk Müller von seinem dama- ligen Arbeitgeber entlassen. Hatte er es doch gewagt, Kritik an ei- nem Projekt auszuüben, das dem Unternehmen mehrere Millionen Euro einbringen sollte. Egal, dass dabei einige Hektar Regenwald draufgingen. Egal, dass das Vorhaben zu einem schweren Konflikt beigetragen hatte. Dabei hatte Dirk so hart für die Firma gearbei- tet und sehr zu ihrem Erfolg beigetragen. Jahrelang hatte er fleißig Überstunden gemacht, selbst sein Ehrenamt beim Roten Kreuz und die Zeit für seine Kinder hatte er aufgegeben.

    Profit war eben doch das einzige Ziel; Geld der einzige Wert. Jetzt, in 2050, ist zum Glück so vieles anders! Besonders in der Arbeitswelt. So wie Dirk ging es damals vielen. Und wie er wur- den sie nachdenklich. Fingen an, sich zusammenzuschließen, und sich noch mehr für Nachhaltigkeit und einen wesensgerechteren Lebensstil zu engagieren.

    Auch Politik und Wirtschaft haben endlich die richtigen Wor- te gefunden, über das Thema Nachhaltigkeit zu diskutieren. Ein Paradigmenwechsel hat stattgefunden: Wir haben neue Prioritäten gesetzt. Neue Anreize, Gesetze und Strategien entworfen. Langsam fingen die Dinge an, sich zu wandeln.

    Viele Änderungen kamen freiwillig. Die Manager einiger großen Firmen haben endlich begonnen das umzusetzen, von dem sie schon vor Jahrzehnten gesprochen hatten. Da sie über Grenzen hinweg wirtschaften, hatte das nicht nur in Deutschland Auswirkungen. Zum Beispiel werden die Ökosysteme unserer Erde nicht mehr als „kostenlose“ Ressourcen und Leistungen gesehen und verwendet. Die realen Kosten für ihre Leistungen wurden in die Gewinn- und Verlustrechnungen integriert. Außerdem sind die Zulieferketten viel transparenter geworden. Neue Bürogebäude und Fabriken werden so gebaut, dass sie CO2-neutral sind, alte Gebäude werden saniert.

    Die meisten anderen Unternehmen in Deutschland haben dann natürlich nachgezogen. Hatten sie doch gesehen, wie gut das nicht nur ihrem Gewissen, sondern auch den Umsätzen tun würde. Mit dem alten „Greenwashing“ hat das nichts mehr zu tun.

    Dirk Müller hatte vor 39 Jahren schnell eine neue Stelle gefunden,

    obwohl es damals das neue Stellenzuordnungssystem noch nicht gab. Heute kann man sich in diese zentrale Datenbank eintragen lassen, und so schnell zu einem neuen Job oder Praktikum gelan- gen. Statt nur nach Qualifikationen wird man hier eher je nach Interessen und Jobwünschen zugeordnet. Falls noch eine Quali- fikation für die gewünschte Stelle fehlt, bekommt man eben die richtige Weiterbildung.

    Dirk hatte damals das Glück zu einer Firma zu kommen, die schon 2011 neue Wege gegangen ist. Heute ist das die Norm. Die meisten Firmen erlauben viel Flexibilität und Selbstbestimmung in der Ge- staltung des Arbeitstages. Eine gewisse Entschleunigung hat statt- gefunden. Fehler und Wunschvorstellungen sind erlaubt. Schließ- lich kann man nur so lernen.

    Die meisten Menschen arbeiten nur noch um die vier Tage in der Woche – und schaffen trotzdem genauso viel! Das hat es auch ein- facher gemacht, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Oder sich auch mal ehrenamtlich zu engagieren. Es gibt auch mehr Frauen (um die 50 %) auf allen Etagen, und für Männer ist es völlig in Ordnung geworden, früher sogenannte „Frauenjobs“ zu erlernen oder sich um die Kinder zu kümmern.

    Wie war das alles eigentlich möglich? Vielleicht, weil nicht nur ein paar Politiker und die einigen großen Manager das Sagen hatten. In Deutschland, und später auch in anderen Teilen der Welt, hat sich ein Dialog über Nachhaltigkeit entwickelt. In den ersten Tagen wurden von Landkreisen und Kommunen viele Diskussionsgrup- pen mit Leuten mit den unterschiedlichsten Hintergründen veran- staltet, um eine gemeinsame Vision zu finden. Auch jetzt werden noch Bürger durch eine Plattform zu solchen Arbeitskreisen ein- geladen. Die Auswahl hierzu funktioniert ähnlich wie beim engli- schen „jury service“.

    Auch die Medien werden aktiv genutzt, die Leute zu informie- ren, sie zu ermächtigen und den Dialog über eine nachhaltigere Lebensweise aufrecht zu erhalten. Verantwortlicher Journalismus und transparente und zugängliche Informationsquellen vom Staat haben vieles bewegt. Pressefreiheit existiert immer noch. Aber wir haben zusammen gelernt, wie man mit der Macht umgeht, die die- se Kommunikationsform mit sich bringt. Und neue Technologien, wie zum Beispiel der kabellose Strom oder der 2013 herausgegebe-

    –Aus Worten werden Taten: Wirtschaften mit Sinn–

    140 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 141

    –Nie wieder Burn-out!—

    –Zusammenarbeit durch Em- powerment–

    142 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 143

    ne „Lightchip 3G“ haben es ermöglicht, dass ein jeder aktiv mitre- den kann.

    Deutschland ist langsam aber stetig zu einem Vorbild für Euro- pa und den Rest der Welt geworden. Jetzt arbeitet Deutschland mit Ländern in der ganzen Welt zusammen, unsere Erde für künftige Generationen zu erhalten und neu zu gestalten. Und es ist kein Problem, dass wir noch immer unterwegs sind. Die Zeiten ändern sich, aber verbessern kann man immer etwas.

    Globale Utopie

    Der Begriff „Vision“ ist ein Problem. Darunter kann man sehr verschiedene Dinge verbergen: Ein Zukunftsbild, wie man glaubt, dass die Welt sein wird? Oder eher ein Bild, wie man möchte, dass sie sein wird? Utopisch oder realistisch? Oder vielleicht ein konkre- ter „Verlaufsplan“, welche Änderungen man wann wie vornehmen muss?

    Bei mir unterscheiden sich diese „Visionen“ sehr. Meine Er- wartung? Optimistisch bin ich überhaupt nicht. Ich GLAUBE nicht daran, dass wir noch in einer funktionierenden Welt leben werden. Wenn ich einfach nur „von außen gesehen“ aktuelle Trends weiterdenke, befinden wir uns 2050 in einem apokalyptischen Endzeitszenario.

    Doch das heißt nicht, dass ich die „Hoffnung“ aufgegeben habe. Ich möchte mich so gut und viel wie irgendwie möglich – oder am besten sogar mehr als möglich – dafür einsetzen, dass das nicht passiert. Eine konkrete Vision, einen Einsatzplan oder ein besonderes „Fachgebiet“ habe ich dabei nicht. Ich richte also meine Handlungen nach dem Gegensatz zwischen den beiden Extremen: Meiner Apokalypsevision und meiner unerreichbaren Utopie. Die „Wahrheit“ und der Weg, wahrscheinlich auch das „Ziel“, liegen – natürlich und wie immer – irgendwo dazwischen.

    Für mich sollte 2050 ein Schritt sein auf unserem Weg zu einer friedlichen, geeinten Welt und zu einem vollkommen „nachhalti- gen“ Lebensstil, der im Einklang mit allen Mitlebewesen und unse- rem Planeten stehen muss. Dies ist ein Ziel, das wahrscheinlich nie- mals erreicht werden kann, immer aber angestrebt werden sollte.

    Für mich lässt sich diese utopische Welt grob durch 5 „Ideale“ beschreiben, die jeder immer im Blick haben sollte:

    Frieden, als Gewaltlosigkeit zwischen Lebewesen und als Recht auf Leben, ist das höchste Ziel für Nachhaltigkeit und der wichtigs- te Grundsatz für Veränderungen.

    Gerechtigkeit, als politische, wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung aller Menschen, beinhaltet eine Art von Demokratie und die gleichmäßige Verteilung von Ressourcen.

    Freiheit, als Respektierung der Individualität, beinhaltet de- mokratisch-freiheitliche Sprech- und Denk-Rechte (auch Presse-, Kunstfreiheit etc.), aber auch die Befreiung unseres Denkens von

    PAUL RITTEL

    Student Musik

    Die Utopie kann sich nicht allein auf Deutschland bezie- hen, da der Kern der Vision ist, dass die ganze Welt ge- meinsam Veränderungen an- strebt.

    144 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 145

    Klischees und festen Mustern zugunsten von Reflexion unseres Handelns und eigener Meinungsbildung.

    Natur steht für die Wiederherstellung unseres Bezugs zu unse- rem Planeten und damit für einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Umwelt und ein ebenbürtigeres Ver- hältnis zu allen anderen Lebewesen.

    Kultur steht für globale Verständigung und regionale Identi- tät, für die Überwindung inner- und interkultureller Barrieren, für Kommunikation, für (lebenslange) Bildungs-Kultur und für „Zivi- lisation“ als bewusstes und denkendes Miteinanderleben.

    Die Apokalypsevision braucht man nicht groß zu beschreiben. Sie vereint ziemlich genau die Gegenteile aller dieser Dinge und führt – in welcher Weise auch immer – zur Zerstörung der Mensch- heit und/oder dem Planeten. Sie ist das, was mir „realistischer“ vorkommt, wovon ich zunächst ausgehe. Ich mache mich auf das Schlimmste gefasst, dann kann es nur noch besser werden.

    Wenn es nun doch über Umsetzung dieser Utopie, also Ab- wendung der für mich „realistischeren“ Distopie, und meine eigene Rolle dabei gehen muss, ist für mich ein oder vielleicht „der“ zen- trale Punkt der Schritt „davor“. Dieser Utopie kann man überhaupt nur näher kommen, wenn alle daran mitwirken. Wir alle, jeder ein- zelne Staat, jede Gruppierung und jeder einzelne Mensch muss das Prinzip der Nachhaltigkeit verinnerlichen und in jedem Bereich des Lebens ständig anwenden. Jeder muss sich mit seinen indivi- duellen Fähigkeiten und Kenntnissen immer für diese tiefgreifende Umstrukturierung einsetzen. Jedoch nur eine Veränderung, die aus eigener Überzeugung geschieht, kann wirklich nachhaltig sein.

    Daher gilt es für die Politik, (Schul- und Aus-)Bildung, Me- dien, Kunst, NGOs sowie für jeden Einzelnen von uns, dieses Be- wusstsein zu fördern: Durch Information, Kommunikation und Diskussion. Aber auch Provokation kann das Denken, Hinterfra- gen, Diskutieren anregen und lehren. Wir müssen die Kommu- nikation revolutionieren, nicht nur auf technischer, sondern auf inhaltlicher Ebene: Nicht sensibler sein in der Aussage, sondern emotional unempfindlicher, aber auch kritischer in der Aufnahme. Wir müssen einen schichten-, generationen- und kulturenübergrei- fenden, dauernden Dialog schaffen. Wir müssen das Thema überall auf die Tagesordnung und in alle Grundsatzerklärungen bringen. Wir müssen von der Idee abrücken, dass Staaten oder Organisati- onen die Welt verändern, sondern wir, weil wir diese Staaten und Organisationen sind. Wir müssen abrücken von allen Klischees,

    Voreingenommenheiten und festen Meinungen, die uns vom Den- ken und Kommunizieren abhalten.

    Das ist vielleicht die Tätigkeit, in der ich meine eigene Rolle am stärksten sehe. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich nun die Umwelt, die Gesellschaft oder den Weltfrieden zuerst oder am meisten retten möchte, und ich habe auch für keine dieser Punk- te besonders herausragende Fähigkeiten. Aber ich kann die Leute, die es können, suchen, finden und dazu bringen, aktiv zu werden und ihre Möglichkeiten für den gemeinsamen Weg zu einer bes- seren Welt zu nutzen. Das ist meine Aufgabe als Künstler und als Mensch.

    24.3.2050

    Energie: Die Energiegewinnung basiert zu 100 % auf regenerati- ven Energien. Jeder beteiligt sich an der Energiegewinnung durch Kollektoren und Gemeinden haben ihr Kapital in Windkraftan- lagen investiert. So sind kleine Einheiten wie Gemeinden oder Stadtteile weitestgehend unabhängig von großen Konzernen und teuren Importen. Diese Neuerung ermöglicht auch in ehemaligen Entwicklungs- und Schwellenländern das Nutzen von neuen Me- dien und diese führten in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Demokratisierungsprozess in der ganzen Welt.

    Die Umstellung auf regenerative Energien wurde möglich ge- macht durch zwei wesentliche Veränderungen seit 2011. Einerseits sind viele Geräte sparsamer im Verbrauch geworden (kein Standby, kein Heizen mehr mit Strom etc.) und andererseits ist die Effizienz von Solaranlagen erheblich gesteigert worden. Die Wärmeversor- gung wurde darüber hinaus fast unnötig, da alte Häuser auf den neusten Stand der Wärmedämmung gebracht wurden und Neu- bauten grundsätzlich „Plusenergiehäuser“ sind.

    Gesellschaft: Die Menschen sind zu Weltbürgern zusammenge- wachsen und Religionen teilen nicht mehr, sondern ergänzen die Kultur in den verschiedenen Teilen der Welt. Grundsätzlich haben sich alle Staaten auf „Gebote der Menschlichkeit“ geeinigt, ähnlich dem Grundgesetzt 2011 in Deutschland. Jeder hat durch das Inter-

    JULIANE ROHRBACHER

    Studentin Geographie und Chemie

    ANNA SCHMID

    Studentin Mathematik, Physik und Englisch auf Lehramt

    net und die neuen Möglichkeiten der Kommunikation die Chance, lokal wie auch global zu partizipieren. Der Bildungsstand ist so hoch wie nie in der Geschichte, da das Bildungssystem individuelle Fähigkeiten weiter in den Fokus gerückt hat.

    Wirtschaft: Die Maxime der Wirtschaft ist es die realen Bedürf- nisse der Menschheit zu befriedigen, dabei wird Maß mit den natürlichen Ressourcen gehalten und der Raubbau an der Natur gehört der Vergangenheit an. Der Wohlstand wird nicht mehr im BIP gemessen, sondern andere Werte wie Bildung, Gesundheit und Zufriedenheit sind die neuen Statussymbole der Gesellschaft.

    Meine Vision 2050

    Im Jahr 2050 ist es selbstverständlich, dass jedes Kind individuell gefördert wird, dass es lernt innovative und kreative Ideen und Lö- sungen zu entwickeln und am Lernen Spaß hat. Denn dies ist der wichtigste Schlüssel zu einer Gesellschaft, die sich stetig fortbildet und neue Ideen und Lösungsansätzen entwickelt, die in einer sich immer schneller verändernden Welt unabdinglich sind. Eine sol- che Ausbildung der Jugendlichen ist wichtig, da es in einer solchen Welt auf jede/n Einzelne/n ankommt und jede/r wichtig ist.

    Dank einem generellen Verständnis für die Wichtigkeit des Klimaschutzes und den neu entwickelten Möglichkeiten der En- ergiegewinnung, -speicherung und des Energieaustausches, die von klugen Köpfen auf Grund des neuen Bildungsverständnisses erfun- den wurden, konnte die Erderwärmung gering gehalten werden. Eine Veränderung des Weltklimas konnte allerdings nicht verhin- dert werden, was die Anpassungsfähigkeit und den Ideenreichtum der Gesellschaft nötig macht.

    In 2050 ist allen Bürgern klar, dass die Investitionen in Bildung und Klimaschutz wichtig und richtig sind und dass dieses Geld nachhaltig angelegt ist. Es ist selbstverständlich, dass Deutschland durch Einwanderung profitiert und so neue kluge Köpfe ins Land kommen und neue Lösungsansätze und andere Perspektiven mit- bringen, die beim Lösen der Probleme immer wichtiger werden. Der Kampf gegen den Klimawandel und die Lebensgrundlage für

    die eigenen Kinder zu erhalten, hat jeden mit einbezogen und die Gesellschaft so zusammengeschweißt. Durch das neue Bildungsver- ständnis und ein neues Schulsystem sind die sozialen Unterschiede geringer geworden und haben zu einer gerechteren und zufriede- neren Gesellschaft geführt. Das individuelle und selbstständige Lernen ermöglicht den gemeinsamen Unterricht aller Kinder und so können die Kinder von klein auf lernen, dass jeder Mensch ver- schieden ist und es unterschiedliche Stärken und Schwächen gibt. Das selbstständige Lernen hat sich als motivierend und verantwor- tungsfördernd für die Schüler/innen herausgestellt, da jede/R seine eigenen Methoden, Wege und die eigene Zeit bestimmt. Gleich- zeitig ist die Vergleichbarkeit durch nationale Bildungsziele und Kompetenzraster gewährleistet.

    Meine Vision

    Wie wir 2050 leben werden ist eine sehr schwere und sehr viel- schichtige Frage. Meine Vision gliedert sich deswegen in zwei Be- reiche: Im ersten Bereich will ich meine Idee über technische Ver- änderungen vorstellen und im zweiten Bereich Veränderungen in der Gesellschaft.

    In meinen Augen war eines der wichtigsten technischen Probleme der letzten Jahrzehnte, das einer nachhaltigen Energieversorgung. Jetzt im Jahr 2050 haben wir es geschafft, die regenerativen En- ergien in ihrer Vielfalt sinnvoll zu einem Netz zu verbinden, um sowohl Spitzen- als auch Grundlast abzudecken. Um dieses Ziel zu erreichen, war eine EU-weite Zusammenarbeit nötig, mit der es geschafft wurde, ein EU-weites Energienetz zu schaffen, um so regionale Schwankungen der Wind- und Sonnenenergieleistung zu kompensieren. Zur Absicherung der Grundlast war es nötig, neue Speichertechnologien zu entwickeln und auch die bestehende Technik der Pumpspeicherwerke in größerem Umfang zu nutzen. Auch dafür hat sich die EU-weite Zusammenarbeit gelohnt, denn die größten Anlagen dafür wurden in Norwegen errichtet.

    Auch die Produktion von energetisch und synthetisch nutzba- ren Gasen (Synthesegas, z.B. durch partielle Oxidation) ist in den

    ROBIN SCHMIDT

    Chemiker, Wissenschaftlicher Mitar- beiter an einer Hochschule

    146 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 147

    OLIVER SCHMOLINSKI

    Student Wirtschaft und Politik auf Lehramt

    NICOLAS SCHWENDEMANN PR-Berater

    148 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 149

    letzten Jahrzehnten sehr wichtig geworden. Insbesondere die Aufar- beitung von Restbiomassen zu Synthesegas war der entscheidende Schritt, um Grundchemikalien unabhängig vom Erdöl produzieren zu können. Auch hat sich das Recyclingsystem deutlich verbessert. Durch den konsequenten Einsatz von effektiven Trennsystemen ist eine 99,9-prozentige Rückgewinnung von Metallen aus Altgeräten usw. möglich. Kunststoffreste werden vollständig wiederverwertet, oder wenn es keine weitere Verwendung mehr gibt, zu Synthesegas konvertiert, so dass ein neues Produkt entstehen kann.

    Wir haben in den letzten Jahrzehnten aber auch strukturelle Veränderungen erlebt. So bewirkten zum Beispiel die ab 2015 stark steigenden Transportkosten, dass die Wirtschaft wieder ein Stück regionaler wurde und es sich nicht mehr lohnte „Billigwaren“ in China zu produzieren und einmal quer über den Globus zu trans- portieren.

    Neben den Veränderungen im technischen Bereich veränderte sich auch unsere Gesellschaft. Jetzt, 2050, haben wir eine intensive Zu- sammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und dem Volk, wobei alle Seiten ehrlich miteinander umgehen. Und so können wir nur noch darüber lächeln, wie wir uns damals, um das Jahr 2011 he- rum, bei Themen wie der EEG-Umlage oder der Einführung von E10 gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zugeschoben haben.

    Bildung und Wissenschaft — DIE Aufstiegschance!

    Visionen sind laut Wikipedia Befürchtungen und Erwartungen an die Zukunft. Es gibt vielfältige Erwartungen an unsere Zukunft. Meine Vision betrifft vor allem Bildung, Kultur und Wissenschaft. Bildung wird immer wieder als Motor für sozialen Aufstieg ge- nannt. 2050 ist dies tatsächlich der Fall. Kinder müssen ab spä- testens dem dritten Lebensjahr den Kindergarten besuchen. Hier lernen sie sich in größeren Gruppen zurechtzufinden. Mit 7 Jahren erfolgt der Wechsel auf die Schule. Die Schule ist ganztägig. Dabei erhalten die Schüler/innen eine gezielte Förderung und Unterstüt- zung. Alle Schüler/innen besuchen bis zur 10. Klasse gemeinsam eine Schule, es wird keine Abschiebeschulen mehr geben. Das sorgt

    für eine höhere Motivation. Es wird wesentlich offenere pädago- gische Modelle geben, um auf die Schüler/innen und ihre Talente besser einzugehen.

    Das gesamte Schulsystem wird für die Schüler/innen kostenfrei sein, wie auch das Hochschulsystem. Die Hochschulen werden keine Zugangsbeschränkungen mehr kennen, sondern jedem der studieren möchte auch die Möglichkeit geben. Dabei wird der Ver- anstaltungsplan wieder freier strukturierbar und interessengeleitet.

    Die Aufnahme des Studiums wird auch für Personen, die schon länger im Berufsleben sind und sich weiter- oder neu bilden wollen, selbstverständlich sein.

    Die Hochschulen werden auch der Ort der Wissenschaft sein. Die Professoren, ihre Mitarbeiter und die Studierenden werden nicht mehr unter Drittmitteldruck, sondern im Interesse der Ge- sellschaft forschen und die Erkenntnisse allen zur Verfügung stel- len.

    Das Bildungs- und Wissenschaftsmodell 2050 wird ein gerech- tes und soziales System sein. Dabei soll das System nicht nur in Deutschland etabliert werden, Bildung soll international zum Auf- stiegsmotor werden.

    2050 wird es hoffentlich auch kein Militär mehr geben. Ist dies doch noch der Fall, wird es keinen Einfluss auf Bildung und Wis- senschaft haben. Das Militär wird keinen Einfluss auf Bildungsein- richtungen (vor allem keine Rekrutierung) nehmen dürfen.

    Vision 2050

    Beeindruckend war in den letzten Jahren vor allem eines: Die meis- ten Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit konnten angegangen werden, weil eine echte Beteiligung vieler Menschen möglich gemacht wurde. Viele Verantwortliche hatten sich nicht getraut mehr Beteiligung zu wagen, weil sie den Menschen keine Verantwortung zutrauten. Erst durch das Vertrauen in die Verant- wortung des Einzelnen und durch die weitergehende Bildungsex- pansion in den letzten Jahren konnte es gelingen, ein Gemeinwesen aufzubauen, in dem die Verantwortung gegenüber anderen und der

    Ausbildungsplätze wird es durch eine Ausbildungsumla- ge genügend geben.

    150 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 151

    Umwelt zur Maxime wurde. „Demokratie und Gesellschaft“ wurde zum Pflichtfach ab dem ersten Schuljahr. Denn endlich hatte man begriffen, dass man die eigene Form des Zusammenlebens immer wieder neu begründen und verteidigen muss.

    Die Einführung des europäischen Feiertages zur Partizipation war ein Meilenstein in der Entwicklung der Demokratiegeschichte. An diesem Tag treffen sich bis heute jedes Jahr Millionen Europäer in kleinen oder auch größeren Gruppen und diskutieren aktuelle po- litische Probleme und Herausforderungen. Mit der Zeit entstanden so auch länderübergreifende Foren des Austauschs. Diese Gruppen sind entscheidungsbefugt. Heute haben die Ergebnisse Gewicht, das in die politischen Entscheidungen einfließt. Erstaunliches konnte beobachtet werden: War man zunächst davon ausgegan- gen, dass die meisten nur ihre individuellen Interessen verfolgen würden, stellte sich bald heraus, dass das Gegenteil der Fall war. Entscheidungen werden zum Wohl aller getroffen; Minderheiten gleichzeitig geschützt. Eine Dynamik der Beteiligung griff bald auf alle wichtigen Politikbereiche über.

    Die sogenannte zweite Bildungsexpansion führte zu einer größeren Chancengleichheit. Kinderbetreuungsplätze sind seit einigen Jah- ren kostenlos. Kombiniert mit der Einführung der Kindergarten- pflicht trug dies entscheidend dazu bei, die soziale Durchlässigkeit im Bildungssystem zu erhöhen. Seitdem auch unter 18-Jährige das Wahlrecht erhalten haben und Kinder maßgebliche Stützen der po- litischen Beteiligung geworden sind, scheint es heute unmöglich Kindergarten, Schul- oder Studiengebühren zu erheben.

    Dem ging ein Stimmungswandel voraus: Kinder werden als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt. Der Begriff Kinderfreundlichkeit scheint obsolet geworden zu sein. Als Folge liegt die Geburtenrate mittlerweile über dem europäischen Durch- schnitt.

    Die Wirtschaftsreformen, die gemeinsam verabschiedet wurden, stellten den Zweck des Wirtschaftens wieder in den Vordergrund. Der Finanzmarkt wurde reguliert: Die Einnahmen aus der interna- tionalen Finanzmarktentschleunigungssteuer kommen dem Bud- get der Vereinten Nationen zugute und werden zu einem maßgebli- chen Anteil in Projekten angelegt, deren Wirkung erst in 30 Jahren spürbar sein wird. Ein Teil des Eigentums und Vermögens wurde

    vergemeinschaftet. Ein Grundsatz lautet heute: Einkommen aus Vermögen ist höher besteuert als Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Wer heute vererbt, vererbt immer auch an den Gemeinschaftsfonds, dessen Mittel allen Kindern der Gesellschaft zugutekommen.

    In der Wirtschaft vollzog sich ein Wandel, der es möglich machte, dass Teile der Arbeitswelt aus der klassischen Wertschöpfung aus- gegliedert wurden. Wer heute an etwas arbeitet, das einen gesell- schaftlichen Wert bietet, kann, wenn er oder sie eine bestimmte Zahl an Unterstützern gefunden hat, die an diesen Nutzen glauben, eine gemeinschaftliche Finanzierung erhalten. Diese Form der Ge- meinschaftswirtschaft trägt sich selbst.

    Sollte ein Projekt auch finanziell gewinnbringend sein, wird das Erwirtschaftete für neue Projekte genutzt. Auch hier kommt der neuen Beteiligungsdemokratie eine entscheidende Rolle zu. Denn die Projekte stoßen immer wieder Diskussionen über deren gesell- schaftlichen Wert an. So entstand ein kontinuierlicher Dialog über die Grundlage des Zusammenlebens, der wiederum belebend für alle Beteiligungsforen ist.

    Unternehmen, die die begrenzten Ressourcen der Welt nicht scho- nen, sind heute nicht mehr wirtschaftlich und deswegen nahezu vom klar regulierten Markt verschwunden. Nachdem Umwelt- kosten nicht mehr externalisiert werden können, sind die Preise für viele Produkte so stark gestiegen, dass sie schnell vom Markt verschwanden. Die meisten Unternehmen entwickelten sich weiter und stellten ihr Geschäftsmodell um. Alles andere wäre marktwirt- schaftlich nicht mehr sinnvoll gewesen. Zu groß wären die Kosten gewesen. Eine klare internationale Umweltgesetzgebung, die auch durchgesetzt wird, trägt entscheidend dazu bei. Ein erster Erfolg: Die Biodiversität scheint sich zu stabilisieren, die Geschwindigkeit mit der sich die Erde erwärmt, verlangsamt sich.

    Die erste Branche, die diesen radikalen Wandel vollzogen hat- te, war die Energiewirtschaft. Heute erzeugt Europa regenerative Energie – der Ausstieg aus der Atomenergie besitzt Verfassungs- rang. Bald folgte die Logistik und Verkehrsbranche, die trotz der fortschreitenden Globalisierung Alternativen zur Bewältigung des steigenden Verkehrs entwickelt hatte. Der Individualverkehr hat sich in den letzten Jahren aufgrund des hervorragenden und kos- tengünstigen Angebots des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs

    JOHANNES SMETTAN

    152 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 153

    stark zurückentwickelt. PKWs sind aus dem Stadtbild nahezu ver- schwunden. So entstanden Chancen für die Weiterentwicklung der Städte, da viele Flächen, die als Straßen und Parkplätze genutzt wurden, umfunktioniert werden konnten. Dort finden sich heute in vielen Städten großzügige Parks. Das hat übrigens die Produkti- vität maßgeblich gesteigert. Und ist vor allem sehr schön.

    Ohne Schranken und Grenzen

    Eine Welt, ohne Schranken und Grenzen. Kurz und knapp. Das ist meine Vision 2050 – oder sollte ich doch besser sagen Utopie? Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der es nicht mehr nötig ist Gesetze und Regeln zu erlassen um bspw. die Umwelt zu schützen, Rassismus zu bekämpfen oder auch nur den Straßenverkehr zu ord- nen. Eine Welt deren gesellschaftliche Systeme nicht durch Markt, Geld und Arbeit zusammengehalten werden. Ein Leben ohne Hie- rarchien.

    Natürlich ist der Weg weit. Natürlich wirkt er utopisch und nicht realisierbar. Vor allem nicht bis 2050. Doch der erste Schritt muss getan werden. Und dieser Schritt ist für mich das kritische Hinterfragen. Ich möchte fragen, ob auch in Zukunft die Spielre- geln der westlichen Aufklärung einfach in andere Länder und Kul- turen getragen werden sollten. Ich will wissen, ob ein Antispeziesis- mus die Lösung der Ernährungsproblematik sein kann. Ich möchte wissen, ob nachhaltige „grüne“ Energie die Versorgungsproblema- tik lösen kann. Ich möchte wissen, ob wir nach wie vor noch in die Schulen müssen oder ob es nicht vielleicht Bildung „on demand“ gibt. Jederzeit und für alle frei verfügbar durch das Internet. Wird es notwendig sein nach wie vor in der Welt herumzureisen: Sei es zu Konferenzen oder in den Urlaub? Ist die digitale Gesellschaft dann in der Lage ein Leben ohne Grenzen zu ermöglichen? Sind 2050 Begriffe wie Fremdenhass, Leitkultur, Nationen, Atomkraft etc. nur noch Anachronismen einer vergangenen Epoche oder haben sie sich verstärkt und sind zu Triebfedern der Entwicklung geworden? Kann eine globale Weltgemeinschaft gemeinsam auftreten, um die Geißel der Menschheit des begonnenen 21. Jahrhunderts zu ver- treiben? Wird Profitstreben nach wie vor eine große Rolle spielen?

    Ich lebe in einem Weltsystem, welches Tiere, Pflanzen, Umwelt und den Menschen gleichwertig achtet. Ein System, welches keine Un- terschiede kennt und jeden Menschen in seiner eigenen Individu- alität schätzt. Das Wirtschaftssystem mit seinen Fetischen „Geld“ und „Arbeit“ ist überwunden. Ein prosperierendes neues System, basierend auf noch zu diskutierenden Werten, hat es ersetzt. Es gibt keine politische Vertretung mehr. Stattdessen geben Expert/innen- kommissionen Empfehlungen. Dann wird mit Hilfe schneller ba- sisdemokratischer Prozesse eine Entscheidung auf der ganzen Welt getroffen. Diese Entscheidungen sind diskutierbar. Auf regionaler/ lokaler Ebene gruppieren sich die Menschen in Kommunen, die nicht durch Stammbaum entstehen, sondern nach Interessen ausge- richtet sind. Diese sind durchlässig und werden immer wieder neu zusammengesetzt. Die elektrische Energie für dieses Zusammenle- ben wird autark hergestellt: Windkraft, Solarpanels und Erdwärme. Gleichzeitig ist der Energiehunger jedoch stark gesunken, der Peak Oil hat die Gesellschaft auf der Konsumebene Jahre zurückgewor- fen, doch das ist für die Menschen kein größeres Problem. Denn das neue Wertesystem hat auch das Konsumstreben ersetzt.

    „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“

    (Albert Einstein)

    Die Zukunft ist ein Phänomen. Wir können sie nicht fassen und trotzdem holt sie uns immer wieder ein. Wir können sie uns vor- stellen, doch meistens trifft diese Vorstellung kaum zu. Wir können die Zukunft auch nicht nach unseren Wünschen bauen, da sie von zu vielen Faktoren abhängt, um sie alle zu kontrollieren.

    Doch nur weil wir die Zukunft nicht kontrollieren können, heißt das nicht, dass wir das Geschehen der Dinge nicht nach un- seren Vorstellungen beeinflussen können. Doch die Zahl der Fak- toren, die die Zukunft bestimmen ist riesig, und die Probleme, die sie hervorbringen, auch. Deswegen müssen wir als Bürger dieser Erde, wegen der uns dadurch aufgegebenen Verantwortung, jetzt anfangen zu steuern, denn es gibt viele Brände, die es zu löschen gilt.

    Neben diesen Fragen zeich- ne ich jedoch gerne auch ein Bild, wie ich mir das Leben 2050 erhoffe.

    PAUL STAIGER

    Schüler

    154 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 155

    Zum einen ist da die Energiepolitik. Auch wenn einige das immer noch glauben, Atomkraft ist nicht sicher und deswegen ein En- ergiegewinnungsmittel, von dem wir uns lösen müssen. Doch die Abschaffung von atomarer Energie geht nicht von heute auf mor- gen, da sie immerhin 12 % des Energiehaushaltes abdeckt. Dazu sollen ja auch noch alle Kraftwerke, die sich fossiler Brennstoffe bedienen, geschlossen werden, welche 37 % abdecken. Schaltet man diese also von heute auf morgen ab, haben wir ein Energie- defizit von 49 %. Es ist nicht möglich, dieses Defizit nach dem heutigen Stand der Technik mit erneuerbaren Energien zu ersetzen. Wir müssen also auf der einen Seite das Übel in Kauf nehmen und die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängern, das aber an die For- derung koppeln, die Sicherheit weiter zu verbessern und massiv in die Forschung und in die Unterstützung von alternativen Energien zu investieren.

    Auch in der Wirtschaft müssen wir uns neue Ziele setzen. Das Stre- ben nach dem ewigen Wachstum, von dem man sich Wohlstand für alle versprach, entpuppte sich nicht für alle vorteilhaft. Wir müssen also neben Zielen wie Wachstum, Preisstabilität, außen- wirtschaftliches Gleichgewicht und einer hohen Beschäftigungsrate auch Ziele wie den Schutz der Umwelt oder die Vermeidung von Rationalisierungsverlierern aufgreifen und im Wachstums- und Stabilitätsgesetz festhalten.

    Auch in der Innenpolitik muss man auf viele neu auftretende Probleme reagieren: Integration von Menschen mit Migrationshin- tergrund, die demographische Entwicklung und das dadurch re- sultierende Problem der Finanzierung der Renten, Einbindung der Frauen in das Berufsleben und vieles andere.

    Doch bei dem Versuch nachhaltig zu handeln dürfen wir nicht vom Boden der Tatsachen abheben. Manche Ziele sind, so toll sie auch klingen mögen, nicht realisierbar. Wir haben in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt eine Staatsverschuldung von ca. 1.901.666.949.174 €. Wäre es nachhaltig und verantwortbar gegenüber folgenden Generationen diese Summe zu vergrößern? Nein. Deswegen brauchen wir für eine gesunde nachhaltige Politik keine Neuverschuldung, sondern eine Umorientierung der Priori- täten und eine sich dadurch ergebene Umschichtung der Gelder.

    Für mich ist die Zukunft mit der Erziehung eines Kindes vergleich- bar. Es reift nie so, wie man sich es als Elternteil idealerweise vor-

    stellt, man kann es auch nicht dazu zwingen. Aber man kann die Entwicklung durch fortlaufendes Intervenieren beeinflussen. Und am Ende kommt man ja meistens doch zu einem ganz passablen Ergebnis.

    2050

    Die Energieversorgung spielt 2050 eine große Rolle. Da sich das Risiko und die Gefahr von Atomkraftwerken durch „Zwischenfäl- le“ wie 2011 in Japan als untragbar erwiesen haben, werden die anderen Wege zur Energiegewinnung jetzt stark ausgebaut. Man setzt vor allem auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft etc. Auf Grund verheerender Naturkatastrophen hat sich das Ge- wissen und damit der Alltag der Menschen stark am Umweltschutz orientiert, die Menschen spüren die Folgen des Klimawandels. Der ehemalige Mallorcaurlauber fährt im Sommer bei jetzt bereits 35 Grad an die Nordsee. Es hat in den vergangenen Jahrzehnten jede Menge Fluten, Stürme, Erdbeben und ähnliches gegeben, auch Eu- ropa bleibt nicht verschont.

    Den Spagat zwischen ökonomisch und ökologisch haben mittler- weile sogar die asiatischen Industrien geschafft. Die Menschen legen überall auf der Welt, vor allem in den Wohlstandsstaaten großen Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Dies hat zur Folge, dass die gesamte Wirtschaft und das Konsumentenverhalten sich nach dem Umweltschutz richten, und Produkte neben Preis und Qualität auch nach ihrer Umweltschonung und Produktion bewertet werden.

    Trotz allem haben die Automobilkonzerne es noch nicht zu einer endgültigen, „perfekten“ Lösung gebracht, es wird noch viel mit Elektrobetrieb und Kraftstoffen wie E10 versucht. Im urbanen Verkehr bewegen sich die Menschen jetzt weniger individuell und mehr mit Hilfe von öffentlichen Verkehrsmitteln, welche komplett elektrisch betrieben werden. Langstrecken innerhalb Deutschlands und Europas sind durch ein internationales Transrapidnetz leichter und schneller als je zuvor. Flüge, allerdings jetzt nur noch zwischen

    MORITZ STEINBRECHER Schüler

    MAIKE STENGER

    Schülerin

    Kontinenten, sind für den Normalverbraucher unbezahlbar gewor- den. Dies bremst die Globalisierung enorm aus.

    Zudem drängt sich die Frage des Rentensystems in Deutschland auf. Der Steuerzahler trägt mit heutzutage unvorstellbaren So- zialabgaben die Kosten der Rentner und jetzt fast 10 Millionen Arbeitslosen, die eine der im Laufe der Jahrzehnte immer wieder geschehenden Weltwirtschaftskrisen verursacht hat. Zusätzlich ar- beitet er jetzt bis zum Durchschnittsalter von 75 Jahren, da die durchschnittliche Lebenserwartung ebenso gestiegen ist, auf ca. 95 Jahre.

    Kleine Schritte führen zu großen Veränderungen

    2050 – was wir rückblickend erreicht haben. Es haben sich in den letzten 40 Jahren viele Veränderungen aufgezeigt, die sich beson- ders in der Energieversorgung widerspiegeln. Es gibt keine Atom- kraftwerke, die noch am Netz sind, und auch Kohlekraftwerke spie- len keine Rolle mehr in Energiebereitstellung. Doch wie haben wir dieses Ziel unter vielen anderen erreicht?

    Es waren engagierte Menschen, die den Begriff Generationen- gerechtigkeit ernst genommen haben und aktiv geworden sind. Es wurden neue Formen der Partizipation gefunden, die vor allem aus der Informationstransparenz resultierten. Jeder Bürger hatte und hat die Möglichkeit, in politische Prozesse Einblick zu nehmen und sich auch aktiv daran zu beteiligen, dank der Plattformen, die ei- nen optimalen Informationsfluss gewährleisten. Ein Handlungsbe- darf wurde deutlich, der letztendlich Massen bewegt hat, schon im Kleinen anzufangen und somit Politik, Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft zu beeinflussen. Doch ein weiterer Punkt, der sich be- währt hat und uns zu dieser Entwicklung geführt hat, ist die hohe Bereitschaft in den letzten Jahren gewesen, in Bildung zu investie- ren. Mittlerweile macht der Anteil der Ausgaben für Bildung 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Somit konnten wir einen größeren Teil der Gesellschaft mit einbeziehen und am politischen Prozess beteiligen. Und das ist es, was unser Land heute ausmacht. Menschen, die mitdenken und auch kleine Entscheidungen hin-

    terfragen. Es wird nicht mehr einfach Strom konsumiert, wo nie- mand weiß, wie es mit der Entsorgung des Mülls weitergehen soll. Man kauft keine gentechnisch veränderten Produkte mehr. Doch beschreibe ich unsere Gesellschaft gerade in einer utopischen Wei- se? Vielleicht, doch wenn wir diesen Weg auch in den folgenden Jahren weiterverfolgen und weiter auf Bildung, Selbstbestimmung und Chancengleichheit setzen, wird sich unser Land in positivem Ausmaß weiter entwickeln.

    Auch auf europäischer Ebene konnten wir Einfluss nehmen, doch auch hier bin ich der Meinung, dass weiter visioniert werden muss, weiter gedacht werden muss, um nachhaltig zu agieren. Im- mer wieder spielt in meiner Argumentation die Tatsache, dass wir selbst die Nachfrage und somit die Wirtschaft steuern, eine große Rolle. Doch um optimistisch zu bleiben, hier noch ein positives Beispiel, was wir in den letzten vierzig Jahren geschafft haben. Das Ausmaß des CO2-Ausstoßes beispielsweise wurde nicht akzeptiert und somit wurden Lösungen gefunden, die uns auf neue Wege brachten. Dabei spielt unsere heutige Form der Mobilität eine gro- ße Rolle. Es ist kaum vorstellbar für uns heute, dass damals fast jeder einen eigenen Personenkraftwagen besaß. Diese Form der Fortbewegung ist nicht vertretbar und glücklicherweise haben wir es geschafft, die Bedeutung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahr- gemeinschaften, Fahrrädern und Elektroautos zu erhöhen. Doch wie haben wir das geschafft? Mit Akteuren, die sich für uns ein- gesetzt haben, mit neuen Technologien, die uns die neuen Wege ermöglichten und schlicht mit unserem kritischen Hinterfragen, das nicht alles zugelassen hat, was uns damals aufgetischt wurde.

    ZUSAMMEN 2050

    Wir schreiben das Jahr 2050: 55 Jahre bin ich nun alt; Beruf und Familie prägen meinen Alltag, aber nicht nur ich habe mich verän- dert: Deutschland und die ganze Welt haben es getan!

    Menschen leben gemeinsam, denn Begegnungsstätten und Mehrgener(n)ationenhäuser sind erfolgreich und erforderlich. Nicht nur Menschen verschiedener Generationen können so von- einander lernen, sondern auch die unterschiedlichsten Kulturkrei-

    156 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 157

    LAURA VOLLMER

    Schülerin

    Der Mensch musste lernen sich und seine Bedürfnisse zurückzustellen (suffizient werden), um einer gesicher- ten und positiven Zukunft entgegenblicken zu können. Das hat er aber akzeptiert, denn „die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der menschlichen Visionen“ (Hans Kasper).

    158 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 159

    se, Nationen und Religionen. Integrationsprogramme sind Vergan- genheit, denn die Integration wird gelebt.

    Auch bei der älteren Generation hat sich ein neuer Trend durchge- setzt: die Alters-WG. Wir leben nun in einer Gesellschaft, die mit- einander lebt, füreinander da ist und sich umeinander kümmert.

    Der Einfluss der Medien wurde genutzt: Das Bild der typisch deutschen, glücklichen Familie (à la Knorr-Werbung) wurde aus den Köpfen der Nutzer gelöscht. Patchworkfamilien, Multikulti- Familien, Behinderte, Homosexuelle usw. sind nichts Außerge- wöhnliches mehr in Werbung, Film und Fernsehen. Vorurteile und Intoleranz sind verblasst. Jeder weiß: Menschen unterscheiden sich, aber sind dennoch alle gleich.

    Auch im Bereich der Energie sind die Fortschritte, die sich früher als geplant entwickelt haben, deutlich zu erkennen. Atomkraft ist und bleibt Vergangenheit! Die Menschen haben aus der Natur- katastrophe in Japan und den daraus entstandenen Folgen (insb. Fukushima) gelernt, denn die Nutzung von erneuerbarer Energie ist Standard geworden und zudem der größte Stromproduzent.

    Von A nach B kommt man mit Elektroautos, dem Fahrrad, oder wie die meisten Menschen: mit dem Zug/dem Bus. Es wur- de mehr Geld in Verbesserungen des ÖPNV investiert, und auch durch Vergünstigungen wird diese umweltfreundliche und schnelle Transportmethode stärker und gerne genutzt.

    Bildung ist mittlerweile nicht mehr Ländersache: Es existiert ein bundesweit einheitliches Schulsystem, bei dem die Schüler ihren Schulalltag frei mit gestalten können! Das Reformenchaos wurde endlich gestoppt. Die Grundschule wurde von vier auf sechs Jahre erweitert. Auf individuelle Schwachpunkte wird eingegangen, Stär- ken werden gefördert.

    Durch die „Börse der gesellschaftlichen Partizipation“ wurde ein neues Informationssystem entwickelt. Man kommt nun leicht an Informationen, kann aber auch frei Informationen zur Verfügung stellen (Bottom Up, Top Down – Prinzip). Egal welches Alter man hat, partizipieren und sich engagieren ist einfacher und gefragter denn je. Bürger beteiligen sich gerne und aktiv an der Demokratie, da viele gemerkt haben, dass es sehr wohl möglich ist etwas zu be- wegen und man dabei auch ernst genommen wird.

    Bildung als Grundlage für ein stabiles Deutschland

    Es ist der 24. März 2050. Zwar bin ich mit 58 Jahren keine Schü- lerin mehr, trotzdem ist mir die Bildung noch eine Herzensange- legenheit. Und damit bin ich heute nicht mehr in der Minderheit. In den letzten 39 Jahren hat sich etwas im Denken der Menschen geändert. Da Deutschland keine Bodenschätze besitzt, ist den meisten nun klar geworden, dass Bildung das höchste Gut der Ge- sellschaft ist und Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg und den Wohlstand unseres Landes. In der Politik steht Bildung nun an erster Stelle und wird finanziell sehr viel mehr gefördert, als zu dem Zeitpunkt, als ich noch Schülerin war. Auch hat sich das deutsche Schulsystem geändert. Ja, ich spreche vom deutschen Schulsystem, nicht mehr vom bayerischen, sächsischen oder hessischen Schulsys- tem. Nachdem im Jahre 2019 nun in allen Bundesländern das G8 erfolgreich eingeführt wurde, gibt es seit dem Jahre 2021 nun ein bundesweites Schulsystem.

    Meine Kinder haben nun die Chance, sechs Jahre in die Grund- schule zu gehen und mit Kindern aus allen sozialen Schichten und mit den verschiedensten kulturellen und religiösen Hintergründen zu lernen.

    Stichwort: Chancengleichheit. Wir alle wissen, dass Chancen- gleichheit ein nahezu utopischer Begriff ist, der schwer umzusetzen ist. Im internationalen Vergleich kamen wir 2011 diesem Begriff schon recht nahe: Bildung kostete nichts und war theoretisch je- dem zugänglich. Die Theorie umzusetzen, war damals noch schwe- rer. Kinder, die von ihrer Familie nicht explizit gefördert wurden, hatten schlechtere Chancen, eine gute Ausbildung zu bekommen. Auch Kinder aus Migrantenfamilien taten sich schwerer, sich in das deutsche Bildungssystem einzugliedern.

    Heute sind wir der Chancengleichheit noch einen Schritt näher ge- kommen. Kinder werden vom Kindergarten an bestmöglich geför- dert. Kinder mit Migrationshintergrund werden in der deutschen Sprache und der deutschen Kultur von Anfang an geschult.

    Das Berufsbild der Kindergärtner und Kindergärtnerinnen hat sich geändert: Sie werden sehr gut bezahlt und sind gesellschaftlich hoch angesehen. Denn die Arbeit, die diese Menschen verrichten, beeinflusst das zukünftige Deutschland.

    SOPHIE VON LOEBEN

    Abiturientin

    Natürlich ist das alles nur eine Vision, aber ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Bil- dung in 2050 in etwa so aus- sehen wird. Meiner Meinung nach ist das der Grundstein für eine nachhaltige deutsche Gesellschaft.

    160 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 161

    Auch die Lehrersituation hat sich verbessert, da Lehrer seit 2026 keine Beamte mehr sind, sondern Angestellte der jeweiligen Schu- len und ihre Qualitäten als Lehrkraft jedes Jahr aufs Neue bewei- sen müssen. Dadurch hat sich das Bild des frontal unterrichtenden Lehrers zu einem Bild des engagierten, integrierenden und an den Schülern interessierten Menschen gewandelt, der seine Aufgabe nicht nur darin sieht, dem Nachwuchs Deutschlands eine große Allgemeinbildung mit auf den Weg zu geben, sondern ihn auch bestmöglich in seinen Fähigkeiten zu stärken und seine Charakter- bildung zu fördern.

    Der Beruf des Lehrers ist heutzutage einer der anerkanntes- ten Berufe in unsere Gesellschaft, da nun endlich allen klar gewor- den ist, dass Lehrer einen der größten Einflüsse auf das zukünftige Deutschland hat.

    Der Aufbau unseres staatlichen Systems und unseres Grundgeset- zes sind nun Teil jedes Lehrplans geworden. Natürlich kann man niemanden zu einem Interesse für Politik zwingen, jedoch sind sich Jugendliche heute schon über ihre Rechte und Pflichten in unserer Gesellschaft bewusst.

    Insgesamt blicke ich auf ereignisreiche 39 Jahre zurück und freue mich über die großartige Entwicklung der Einstellungen der Deut- schen zum Thema Bildung. Allen ist nun bewusst, wie wichtig Bil- dung ist, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Denn nur ein gebildetes Deutschland wird in der Zukunft Chancen, haben sich internatio- nal weiterhin durchsetzen zu können.

    Wir haben es geschafft, aus unserem Nachwuchs so viel wie möglich herauszuholen und ihm die bestmögliche Bildung zu gewährleisten. Migranten werden nicht mehr als Last angesehen, sondern als Chance. Durch die bessere Förderung der zugewan- derten Kinder studiert nun ein hoher Prozentsatz dieser und wird dem Staat später durch Steuerzahlungen nutzen. Auch ist es uns gelungen, die in Deutschland Ausgebildeten nicht mehr an ande- re Länder zu verlieren. Ich kann mich noch genau erinnern, als 2011 viele Menschen nach ihrer Ausbildung auf Grund besserer Jobbedingungen ins Ausland gegangen sind. Heutzutage hat sich auch hier die Jobsituation verbessert und die meisten bleiben hier in Deutschland.

    Zweitausendfünfzig

    2050 – Eine Jahreszahl, die jetzt, 2011, noch ziemlich weit weg erscheint und uns gefühlt wahrscheinlich in einem höheren Tempo näher rückt, als uns lieb ist.

    Zeit, sich zu fragen, wie das Jahr wohl aussehen könnte und wie wir mit unserem heutigen Handeln zu einem möglichst positi- ven Bild beitragen können.

    Beim ersten Brainstorming dachte auch ich sofort an die üblichen Verdächtigen:

    • die Fragen nach Atomkraft (eindeutig zu beantworten),

    • Bildung (eindeutig: eine Verbesserung muss sein; nicht ganz so

    eindeutig: wie),

    • nachhaltigem Wirtschaften (auch dazu fällt mir keine einfache

    Antwort ein…),

    • dem demografischen Wandel,

    • Gleichberechtigung,

    • Integration,

    • Armut und Reichtum,

    • und so weiter und so fort.

    Die Liste der Probleme ist lang. Beim Visionieren während mor- gendlicher Zugfahrten und gemütlicher Abenden schwankte ich stetig zwischen zwei Polen – zwischen Optimismus und Pessimis- mus, zwischen Utopie und Dystopie. Und dazwischen unendlich viele Möglichkeiten.

    Wir als Menschheit haben endlich gelernt. Eine „Ethik des Ge- nug“ [nach Margot Käßmann], ein Maß-Halten in unserem Kon- sumverhalten – es ist endlich Normalität geworden. Nicht einfach, nicht ohne Anstrengung, doch verbreitet – wie um 2010 der Trend, „bio“ und „fair gehandelten Kaffee“ zu kaufen.

    Im Angesicht von Atomkatastrophen und Flüchtlingsströmen, Überflutungen und Verwüstungen und einem wachsenden sozialen Ungleichgewicht kam 2025 endlich die Wende – eine Diskussi- on um Grundwerte entbrannte und bezog alle gesellschaftlichen Schichten mit ein. Und zeigte Konsequenzen.

    PAULINE VOSS

    Studentin Medizin

    Meine Vision? Meine Hoffnung.

    Woran diese Diskussion ge- nau entbrannte? Ich weiß es nicht mehr.

    Es ging um Menschenrechte. Um die Würde des Einzelnen, um die Einzigartigkeit, aber auch um den gleichen Wert jedes einzelnen, ob CEO im Silicon Valley oder Straßenfeger in Sao Paolo.

    Es ging um gerechtes und nachhaltiges Wirtschaften, beson- ders in Bezug auf eine stetig wachsende Schere zwischen Arm und Reich, Ausbeutung und um die begrenzten Ressourcen, die uns auf der Erde zur Verfügung stehen.

    Mich beschäftigten besonders Fragen der Medizinethik. Die Prä- implantationsdiagnostik, kurz PID, war 2011 für Ausnahmefälle zugelassen – 2020 gehörte sie bereits zum Standard jeder In-vitro- Fertilisation. Das führte nicht nur bei mir, sondern bei vielen dazu, Grundsatzfragen zu stellen.

    Welchen Wert messen wir einem Menschenleben bei? Erachten wir sowohl das Leben eines hochbegabten Eigenbrötlers als auch das eines Menschen mit Trisomie 21 als lebenswert? Verhalten wir uns entsprechend unserer Antwort auf diese Fragen, oder bleiben es meist schöne Worte?

    Ein anderes Themenfeld betraf ein nachhaltiges und gerechtes Wirtschaften. Wo liegt die Grenze unserer Gier? Wo und wie weit müssen wir uns einschränken, um gerechte Produktionsbedingun- gen zu schaffen?

    Zur Bildung kamen diese Fragen auf: Wo liegt die Grenze zwischen Chancengleichheit und Gleichmacherei? Wie schaffen wir es, die Bildungssysteme durchlässig zu halten und gleichzeitig alle mög- lichst individuell zu fördern?

    Ähnliche Fragen tauchten zu allen erdenklichen Problemkomple- xen auf.

    Die Lösung lag und liegt auch jetzt, 2050 noch, in grundsätz- lichen Antworten. Erkennen wir die Menschenrechte wirklich und konsequent an, dann sind viele Praktiken, die 2011 noch gang und gäbe waren obsolet.

    2030 geschah dann etwas, was ich 2011 nur noch schwer für mög- lich gehalten hätte: die Politik dachte über Wahlperioden hinaus. Es wurden endlich Rahmenbedingungen für ein – weltweit – faires und nachhaltiges Handeln geschaffen. Grundlage dafür war die Er-

    klärung der Menschenrechte und die Ableitung der Konsequenzen daraus. Natürlich gefiel das vielen nicht.

    Mit fairen Arbeitsbedingungen lässt sich nun einmal nicht mehr so billig produzieren wie 2011. Doch endlich wurden in der weltweiten Politik Entscheidungen unabhängig von Lobbyisten gefällt, die oft nicht kurzfristig, aber langfristig von Vorteil waren – nachhaltig also.

    Über einen Grundsatz waren sich die Menschen in den Führungs- positionen einig: Jeder Mensch besitzt den gleichen Wert, unab- hängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Bildungsgrad, Herkunft… – doch sind wir Menschen nicht alle gleich.

    Daraufhin folgten einige Veränderungen (nur ein paar Beispie- le hier): Mindestlöhne wurden nicht nur für einzelne Branchen, sondern generell und weltweit eingeführt. Außerdem wurden der Anreiz und der Druck auf Unternehmen erhöht, wirklich nach- haltig zu wirtschaften – das betrifft Energiefragen, Arbeitnehmer- freundlichkeit, ….

    Bildung wurde jedem zugängig gemacht und wer ein „Spätzünder“ ist, hat auch später die Chance, ein höheres Bildungsniveau zu er- reichen.

    In anderen Bereichen sind wir noch auf dem Weg. Zwar wird in Deutschland mittlerweile der Strom komplett aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen, doch gibt es weltweit immer noch zu viele Atomkraftwerke.

    Auch ist die Schere zwischen Arm und Reich noch weit geöff- net, doch es gibt Verbesserungen. Die Entwicklungshilfe setzt mit- tlerweile nicht mehr auf „Patenschaften“, wie noch vor 40 Jahren, sondern begibt sich in Partnerschaften mit Hilfsbedürftigen.

    Wir sind 2050 noch lange nicht am Ziel – einer Welt, wie ich sie mir 2011 gewünscht habe. Aber wir sind auf einem guten Weg und in einem ständigen Diskurs über die Gründe unserer Entschei- dungen, im privaten Bereich wie auch auf der großen politischen Bühne.

    Ob wir jemals ankommen? Das liegt an jedem Einzelnen. Das liegt daran, ob wir die Rahmenbedingungen der Politik nutzen und die „Ethik des Genug“ in unserem Leben umsetzen – nicht in gro- ßen Worten, sondern ganz konkret.

    162 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 163

    MARLENA WACHE

    Arbeitet bei einem Biolebens- mittelhersteller

    Bewusstseinswandel für eine sinnvolle Gestaltung der Welt

    Schon merkwürdig, sich vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in Japan Gedanken über die nächsten 40 Jahre zu ma- chen. In meiner Vision gibt es im Jahr 2050 keine Atomkraftwerke mehr. Wir haben im März 2011 endlich begriffen, dass wir einen Holzweg schon viel zu weit gegangen sind. Unseren Energiebedarf decken wir, nun im Jahr 2050, aus regenerativen Energiequellen. Wir haben auch gelernt, sparsamer zu sein und auch mal Verzicht zu üben.

    Dieser Bewusstseinswandel und das entsprechende Handeln haben nicht nur die Energiewende gebracht. Wir sind insgesamt aufmerk- samer geworden. Wir fragen wieder, wo die Produkte, die wir kau- fen, herkommen. Mit dieser Einstellung haben wir den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft geschafft. Von einer Wirtschaft, die nur die Gewinnmaximierung kennt, haben wir uns verabschie- det. Wir haben endlich begriffen, dass das Streben nach einem ma- teriellen „Mehr“ uns nicht glücklich macht und die Wirtschaft eine Sinnbestimmung braucht. Wir Menschen haben es mit unserer Nachfrage geschafft, den Markt zu verändern. Es gibt viele kleine, innovative Unternehmen, der Markt ist dezentraler und fairer ge- worden. Es gibt viel mehr Bio-Produkte. Unternehmen, die noch immer auf Kosten Dritter oder der Natur produzieren, müssen den Schaden, den sie anrichten bezahlen. Schon bald sind diese Pro- dukte so teuer, dass sie niemand mehr haben möchte.

    2050 gibt ein neues, flexibleres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist selbstverständlich. Vielleicht gibt es sogar ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wir legen wieder mehr Wert auf die ganzheitliche Entwicklung junger Menschen, statt sie zu Gliedern unserer Wirtschaft auszubil- den. Auch das Verständnis von Wirtschaft, wie es zum Beispiel im BWL-Studium vermittelt wird, hat sich verändert. Wirtschaft be- deutet Gestaltung und Verantwortung und nicht eindimensionale, rationale, egoistische Nutzenmaximierung.

    In den vergangenen Jahren haben wird das Thema und den Begriff der „Nachhaltigkeit“ ausgiebig diskutiert. So haben wir es geschafft,

    uns als Gesellschaft einen gemeinsamen Begriff zu bilden und die Nachhaltigkeit vor Greenwashing und Vereinfachung zu retten. In vielen Fällen ist es uns gelungen, nicht vorschnell zu urteilen, was scheinbar nachhaltig ist, sondern alle Dimensionen der Nachhal- tigkeit einzubeziehen.

    Wir haben gelernt, dass die Minimierung verschiedener Zielgrößen (z.B. CO2) nicht alles sein kann. Im Jahr 2050 ist das nachhaltig, was die Welt sinnvoll und ganzheitlich gestaltet.

    Vision 2050

    Im Jahr 2050 sind der Bevölkerung die sozialen, ökologischen und ökonomischen Probleme bewusst geworden.

    Die meisten handeln nach bestem Wissen und Gewissen, um die immensen Schwierigkeiten, vor denen die Weltbevölkerung noch immer steht, zu bewältigen.

    Große Infrastruktur- und Forschungsprojekte, welche „nachfrage- induziert“ von Politik und Wirtschaft durchgeführt wurden, haben große Auswirkungen auf das tägliche Leben jedes Einzelnen. Der ÖPNV ersetzt die individuelle Mobilität dank Carsharing und der Förderung von Fahrrädern. Der Bau von Nicht-Passivhäusern gilt längst als unwirtschaftlich, und die Produktion von Kunststoffen aus Öl gilt nicht mehr als alternativlos.

    Das Schienennetz ist inzwischen so gut ausgebaut und gewartet, dass es kaum noch zu Verspätungen kommt. Durch konsequen- ten Ausbau ersetzen Hochgeschwindigkeitstrassen den nationalen Flugverkehr fast völlig. Der internationale Flugverkehr ist durch realistische Besteuerung erheblich effizienter geworden, stellt aber immer noch ein großes ökologisches Problem dar.

    Strom wird fast ausschließlich regenerativ gewonnen: Insbesondere internationale Kooperationen und intelligente Stromnetze haben diesen Fortschritt möglich gemacht.

    164 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 165

    JONAS WALDMANN

    Zivildienstleistender bei einer Schutzstation

    KIM MARLA WENDORF

    Schülerin

    Der Umweltschutz hat im Jahr 2050 einen höheren Stellenwert als 40 Jahre zuvor. Ein effektiver Schutz der Regenwälder, der Meere, der arktischen Regionen und anderer sensibler Ökosysteme wird großgeschrieben. Dies wird durch den sinkenden Rohstoffbedarf, welcher durch die steigende Weltbevölkerung zunächst drastisch anstieg und mittelfristig stagnierte, begünstigt.

    Durch weitläufige Fangverbotszonen für die industrielle Fi- scherei konnte der Ertrag langfristig gesteigert werden, wodurch Fisch als Grundnahrungsmittel weiter zur Verfügung steht. Der Fleischkonsum ist durch die wachsende Bevölkerung und die Flä- chenproblematik von selbst zurückgegangen. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung ernährt sich ohnehin längst vegetarisch.

    Alles in allem ist das Leben im Jahr 2050 nicht weniger lebenswert als 40 Jahre zuvor. Zwar musste jeder Einzelne Einschränkungen über sich ergehen lassen, um einen Kollaps in naher Zukunft zu verhindern, aber durch intelligente Konzepte konnte der Komfort- verlust weitestgehend minimiert werden.

    Der wahre Luxus!

    Nachdem durch Insektizide, Pestizide, Weichmachern in Kunststof- fen Paare immer häufiger keine Kinder mehr bekommen konnten, sah sich die Regierung gezwungen, Reformen einzuleiten. Wenn ich heute in den Supermarkt gehe, gibt es praktisch nur noch Bio- Produkte. Die Ernährung ist sehr stark regional und saisonal ausge- richtet. Für Produkte mit hoher CO2-Bilanz zahlt man nun deut- lich mehr, somit werden die bis dahin noch umweltunbewussten Leute gezwungen, ökologischer einzukaufen. Des Weiteren sind die Arbeitsbedingungen in den Schwellenländern fair, sonst hätten wir die massenhaften Wanderungsströme nach Europa auch nicht verhindern können. Die globale Zusammenarbeit beruht nun auf gegenseitiger Hilfe und nicht auf egoistischem Streben.

    Ich muss mir nicht mehr Gedanken machen, dass meine Kinder/ Enkelkinder zu viel Zeit im Internet verbringen, da die Menschheit erkannt hat, dass man viel glücklicher ist, wenn man gemeinsam einen Kuchen backt, als nur zu posten: „Schaut euch

    meinen leckeren Kuchen an“. Gemeinsamkeit und die Freude an der Natur haben wieder einen höheren Stellenwert. Auch die Ruhe – dadurch, dass man nicht immer online abrufbar ist – wird end- lich wertgeschätzt.

    Was für ein Irrglaube das war, dass technischer Fortschritt, wie z. B. die Autotür, die sich automatisch öffnet und schließt, Luxus sei. Wir mussten lernen, dass die wenige Bewegung und Nutzung unserer Muskeln uns so erheblich geschadet hat, dass die Gesund- heitsausgaben ins Unendliche gestiegen sind. Nicht nur, weil wir immer weniger körperlich ausgelastet waren, sondern auch, weil es uns unglücklich gemacht hat, immer weniger zu tun. Kaum zu glauben, dass vor 40 Jahren fast alle von Fast-Food und Fertigge- richten gelebt haben und sich kaum einer Gedanken darüber ge- macht hat, was die ganzen Zusatzstoffe für uns für Folgen haben. Es gab tatsächlich Süßstoffe und Nanoteilchen in Lebensmitteln! Wenn ich das heute meinen Kindern erzähle, denken die, ich hätte in einer rückständigen Diktatur gelebt, in der es keine Information und keine Wahl gegeben hätte.

    Ach ja, eins macht die jüngere Generation heute besonders wütend: Dass es bis 2020 gedauert hat, bis alle politischen Ent- scheidungen den 100 Jahre Zukunfts-Check machen mussten. Auch heute, 30 Jahre danach, leiden wir unter der Kurzfristigkeit damaliger politischer Entscheidungen. Aber wir müssen nach vorne schauen, und immerhin leben die meisten Menschen heute glück- licher als vor ein paar Jahrzehnten – in dem Bewusstsein, dass man auf manchen angeblichen Luxus verzichten kann und soziales Mit- einander und gesunde Lebensmittel der wahre Luxus sind.

    Eine soziale, demokratische, ökologische, friedliche Welt

    SOZIAL – Kein Mensch verhungert, alle haben gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Der weltweite Wohlstand ist nicht in den Händen weniger Superreicher konzentriert, sondern alle Men- schen auf der ganzen Welt profitieren davon. Es gibt ein sehr hohes bedingungsloses Grundeinkommen für alle, der Kapitalismus wird durch einen freiheitlichen, demokratischen Sozialismus ersetzt.

    166 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 167

    FELIX WERDERMANN

    Freier Journalist

    168 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 169

    Wachstums- und Arbeitszwang weichen einem angenehmen Leben mit viel Freizeit.

    DEMOKRATISCH – In der Weltrepublik dürfen alle Menschen gleichermaßen mitentscheiden, alle dürfen sich frei bewegen, niemand wird diskriminiert. Die Menschenrechte gelten überall. Weltpolitik wird nicht nur von den Regierungen gemacht, sondern auch von einem Weltparlament, den Parteien, der Zivilgesellschaft und vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern in jedem Alter. Direkte Demokratie ist auf allen Ebenen etabliert und wird häufig angewandt. Betriebe, Schulen, Universitäten, staatliche Behörden werden demokratisiert, Hierarchien weitestgehend abgeschafft. Kirche und Staat sind vollständig getrennt.

    ÖKOLOGISCH – Der Treibhausgasausstoß wird auf ein Minimum zurückgefahren, Kohle- und Atomkraftwerke sind stillgelegt. Die Produktion weiteren hochradioaktiven Atommülls ist gestoppt. Die Stromerzeugung ist zu 100 Prozent erneuerbar, der Strommix orien- tiert sich an den Vor- und Nachteilen der einzelnen Energieträger.

    Der Flugverkehr ist wenigen Ausnahmesituationen vorbehal- ten, Mobilität wird in erster Linie durch einen kostenlosen ÖPNV gewährleistet. Die letzten Urwälder werden effektiv geschützt, der Schwund der Artenvielfalt wird gestoppt. Tiere werden als leidens- fähige Lebewesen anerkannt und nicht weiter gequält.

    FRIEDLICH – Es gibt weder Kriege noch Soldaten oder Armeen. Die Wehrpflicht ist ein Relikt der Vergangenheit. Sämtliche Atom- waffen sind ebenfalls abgeschafft. Konflikte werden friedlich gelöst, Gefängnisstrafen sind äußerst selten, für Resozialisierung und prä- ventive Maßnahmen wird deutlich mehr Geld ausgegeben.

    2050

    1.1.2050 – 0:01 Uhr.

    Die Sektkorken fliegen durch die Luft. Wir sammeln den Korken wieder ein und entsorgen ihn vorschriftsmäßig. Das Recycling hat die Welt erobert und ist eine der Grundlagen unserer heutigen Rohstoffgewinnung. Aber alles läuft etwas ruhiger ab als noch vor 40 Jahren.

    Damals, mit 27 Jahren haben wir es noch richtig krachen lassen. Uns gegenseitig mit Sekt übergossen und feucht-fröhlich das neue Jahr begossen. Recycling? Na ja, hat man halt so nebenbei mitge- macht damals. In der Hoffnung, dass am Ende da noch einmal jemand drüber schaut.

    Mit 67 geht jetzt alles ruhiger und gelassener von sich. Der demografische Wandel hat Deutschland jetzt endgültig in seinem Griff. Aber wir haben Mitte der 2020er-Jahre den Wandel geschafft. In jeder Stadt mit mehr als 500 Einwohnern gibt es seitdem ein Mehrgenerationenhaus, in dem sich jung und alt gegenseitig helfen und unterstützen. Der Arzt ist immer auch dort anzutreffen oder schaltet sich per Mausklick zu. Heute alles kein Problem mehr. Der ländliche Raum, einst das Sorgenkind der Pessimisten in Politik und Wirtschaft, lebt neben den großen Ballungszentren, den Me- galopolen, weiter. Die sozialen Sicherungssysteme unserer weltweit kopierten sozialen Marktwirtschaft haben den Stürmen der Neo- liberalisten standgehalten. Die Rente ist zwar weniger geworden. Gut. Aber wir konnten unseren Wohlstand halten und ihn gerech- ter verteilen.

    Opfer gab es bis heute allerdings auch zu beklagen. Die Erderwär- mung ließ sich nicht ganz aufhalten, aber dank einer grünen Welt- wirtschaft konnten wir vieles zum Positiven gestalten. Deutschland ist heute die Lokomotive dieser grünen Weltwirtschaft. Visionär war – und dies muss erwähnt werden – die vollständige Abrüstung bzw. Verschrottung sämtlicher Nuklearwaffen und das Ende des Atomzeitalters im Jahre 2037. Ein Endlager suchen wir allerdings noch.

    Dass China mittlerweile demokratisch ist, und der Weltsicherheits- rat eine echte Weltregierung, war damals unvorstellbar. Wir haben

    DIRK WIESE

    Volljurist,

    Büroleiter eines Bundestags- abgeordneten

    ANDREA WITTEK

    Absolventin Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

    schon eine Menge erreicht. Die Siege bei den Weltmeisterschaften 2014, 2018 und 2022 unter Jogi Löw waren auch sportlich eine tolle Zeit. Na ja, wir waren aber auch Idealisten damals beim Zu- kunftsdialog. Freue mich schon auf unser 40-jähriges Jubiläums- treffen. Ganz besonders freue ich mich auf die Jubiläumsrede durch den Bundesminister für Nachhaltigkeit und Demografie.

    24.03.2050

    Ich bin 63 Jahre alt. Wie mein Leben heute, im Jahr 2050, aussieht? Vormittags habe ich, wie meistens, von Zuhause aus gearbeitet und mich virtuell in die Firma eingeklinkt. Ich bin wirklich froh, dass es mittlerweile normal ist, im Homeoffice zu arbeiten. Wenn ich da an das tägliche Pendeln zur Arbeit vor 40 Jahren denke, ist das wirklich ein riesiger Fortschritt. Die virtuelle Konferenz mit mei- nem internationalen Team lief auch ganz gut, und endlich konnte ich meine neue Kollegin aus Indien mal „live“ sehen. Die interna- tionale Zusammenarbeit auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen hat sich in den letzten 40 Jahren nochmals inten- siviert. Heute wissen wir, dass die internationale Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg ist. Wir haben viel voneinander gelernt und lernen jeden Tag noch mehr voneinander!

    Und ich bin wirklich froh, dass ich auch in meinem Alter noch arbeiten kann und darf… Ich weiß gar nicht, was die Menschen in meinem Alter vor 40 Jahren gemacht haben… Rente??? Oh je, das kann ich mir gar nicht vorstellen! Ich fühle mich noch unglaublich fit und möchte noch viel von meinem angesammelten Wissen in das Unternehmen einbringen. Und dank diesen neuen Arbeitsmo- dellen mit Homeoffice und Jobsharing, ist das auch ganz leicht. Ich kann gerade den jüngeren Berufseinsteigern noch viel beibringen, immerhin habe ich im Laufe meines Berufslebens viele kritische Situationen erlebt, und diese Erfahrungen sollen nicht verloren ge- hen. Das haben auch die meisten Arbeitgeber mittlerweile verstan- den, und es ist nichts Außergewöhnliches mehr, wenn auch ältere Menschen noch beratend im Unternehmen tätig sind.

    Mittags habe ich dann alle relevanten Ereignisse des Tages auf meinem mobilen Endgerät verfolgt. Seit die klassische Papierzei-

    tung vor 20 Jahren auf Grund von Umweltbedenken abgeschafft wurde, kann ich zwar morgens nicht mehr gemütlich mit einem Kaffee die „normale“ Zeitung lesen, dafür bekomme ich alle rele- vanten Informationen digital übermittelt. So bin ich immer über alle relevanten Entwicklungen und Ereignisse informiert und muss nicht mehr (so wie früher) jedes Wochenende mein Altpapier ent- sorgen. Heute habe ich auch einen interessanten Artikel gelesen: Heute wurde ein neues Museum in meiner Stadt eröffnet, in dem die Autos aus der Zeit vor 40 Jahren gezeigt werden. Ich kenne die alten Dinger ja noch, aber für die Kinder von heute ist das schon interessant: Benzinautos gibt es ja gar nicht mehr, und auch so gro- ße Fahrzeuge, die wir noch als „Limousinen“ gekannt haben, gehö- ren schon längst der Vergangenheit an. Wenn ich aus dem Fenster sehe, sehe ich nur noch kleine Autos mit zwei Sitzen, die lautlos mit einem Elektromotor durch die Stadt fahren. Vielleicht kann man in dem Museum so ein Auto auch mal starten, damit die Kinder merken, wie sehr es früher aufgrund der Abgase in den Städten gestunken hat!

    Na ja, ich habe ja sowieso kein eigenes Auto mehr, sondern benutze nur das Elektroauto meiner Hausgemeinschaft. Carsharing ist ja mittlerweile was ganz Normales…

    Wenn ich über die letzten 40 Jahre nachdenke, dann fallen mir auch einige wichtige Meilensteine ein, dank derer sich die Welt, in der wir heute leben, um ein Vielfaches verbessert hat:

    • das Abschalten der Atomkraftwerke erst in Deutschland und später auch in ganz Europa;

    • die Einführung einer europäischen Staatsbürgerschaft;

    • medizinische Fortschritte: Heilung der Immunschwäche- krankheit HIV, höhere Heilungschancen bei Tumoren, Herz-

    infarkten und Schlaganfällen; • Abschaffung der Todesstrafe.

    Das Jahr 2050 …

    Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich sehr froh, dass wir in den letzten 40 Jahren die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Die Entscheidung jedes Einzelnen war und ist immer noch wichtig. Wir haben gelernt, dass man für seine Überzeugung gerade stehen muss und dass man manchmal auf Annehmlichkeiten verzichten muss – FÜR unsere Zukunft, FÜR unsere Kinder und FÜR unsere Welt. Es war nicht immer einfach. Aber es hat sich gelohnt.

    170 | KOMPENDIUM

    KOMPENDIUM | 171

    03

    172 | VERBARIUM VERBARIUM | 173

    AIDS

    ALTERNATIVLOS

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2035

    frühere Bedeutung

    Begründung für eine Politik ohne ausreichende Begründung.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    Oktober 2013

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Erkenntnis, dass Politik immer gut begründet sein muss.

    174 | VERBARIUM

    VERBARIUM | 175

    WÖRTERBUCH DER IM JAHR 2050 AUSGESTORBENEN BEGRIFFE

    VERBARIUM

    Im Bericht „Visionieren. Visionen 2050. Dialoge Zukunft ́Made in Germany ́“ schlägt Philipp Albers, Geschäftsführer der Zentra- len Intelligenz Agentur, vor, ein Verbarium zu erstellen.

    Darunter versteht er ein Wörterbuch für Begriffe, die im Jahr 2050 ausgestorben sein werden.

    Im Rahmen der Stakeholderkonferenz „Dialoge_Zukunft_Vi- sion2050“ vom 23. bis 25. März 2011 schlugen die Teilnehmenden nachfolgende Begriffe vor.

    frühere Bedeutung

    Leute/Personen, die aus einem anderen „Land“, einer anderen Region kommen.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2038

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Gründung des „Europäischen Staates“. Es spielt keine Rolle mehr, wo jemand herkommt.

    frühere Bedeutung

    Vorherrschendes Zahlungsmittel im alltäglichen Gebrauch (mate- rieller Art).

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2040

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Die zentrale Speicherung von Informationen (Konten, Identität, Ge- sundheit, Versicherungsinformationen auf dem Personalausweis) und die Vernetzung aller Lebensbereiche machten Barzahlungen überflüssig.

    frühere Bedeutung

    Ein handgeschriebenes Schriftstück, dass via Boten versandt werden konnte.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Ständige Erreichbarkeit durch digitale Medien.

    frühere Bedeutung

    Einsatz einer überholten/riskanten Technologie auf dem Weg zu neuerer.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2012

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Menschen sind ambitionierter, visionärer und setzen sofort auf bes- sere Technologien. Verantwortlicher Umgang mit neuen und alten Technologien.

    AUSLÄNDER

    BARGELD

    BRIEF

    BRÜCKENTECHNOLOGIE

    CD

    CSR

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    frühere Bedeutung

    Corporate social responsibility als Marketinginitiative.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2025

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Firmen beteiligen sich automatisch an Verbesserung der Umwelt / dem Sozialen; muss nicht extra hervorgehoben werden – müssen dies auch nicht tun, um wettbewerbsfähig zu sein.

    frühere Bedeutung

    Unterentwickeltes Land, das noch nicht „industrialisiert“ ist.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2075 – 2100

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Entwicklungsländer haben zu Industrienationen aufgeschlossen.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2045

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Medizin hat Lösungen gefunden.

    frühere Bedeutung

    Fußballverein.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2028

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Insolvenz.

    frühere Bedeutung

    Kleinstpartikel in der Luft, verursacht durch Autoverkehr.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2030

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Es gibt keine Autos mit Feinstaubemissionen mehr.

    frühere Bedeutung

    Eine Unterrichtsform, in der die Lehrer/innen für Wissensvermitt- lung allein verantwortlich sind und dieses als Fakten vermitteln. nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2035

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Hat sich als nicht nützlich herausgestellt. Die Schüler/innen kön- nen nicht problemlösend denken und innovative Dinge finden.

    frühere Bedeutung

    Scheinbar unabdingbares und dominierendes Ziel eines Unterneh- mens.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2040

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Ersetzt durch Sinnmaximierung.

    frühere Bedeutung

    Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in verschiedenen Bereichen (z.B. schlechtere Bezahlung von Frauen oder Benachtei- ligung von Jungen in der Grundschule).

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2030

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Gleichstellung ist erreicht.

    frühere Bedeutung

    Scheinheilig so tun, als ob das Unternehmen das tut, von was es spricht.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Auf Worte folgen Taten.

    FRONTALUNTERRICHT

    ENTWICKLUNGSLAND

    ERBKRANKHEIT

    FC BAYERN MÜNCHEN

    FEINSTAUB

    GEWINNMAXIMIERUNG

    176 | VERBARIUM

    VERBARIUM | 177

    GLEICHBERECHTIGUNG

    GREENWASHING

    INTEGRATION

    INTOLERANZ

    frühere Bedeutung

    Einbindung / Einbeziehung zugereister sozialer Gruppen.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2035

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Ersetzt durch Partizipation.

    frühere Bedeutung

    Wort für Nichtachtung anderer Ansichten.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Leben miteinander global umgesetzt. Jeder lernt von Jedem. Welt- weite Akzeptanz und freie Meinung.

    frühere Bedeutung

    Energie-Lieferant.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Strom bekommen wir über regenerative Quellen.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2030/2035

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Phänomen nicht bekannt.

    Zum Glück gibt es diesen Zustand nicht mehr.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2040

    Keine Angaben

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2030

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2040

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Nicht mehr benötigt, da Menschen so „gemischt“ sind, dass jeder einen Migrationshintergrund hat.

    frühere Bedeutung

    Ressourcen und Materialien die zu Abfall und Störgut wurden. Dinge für die keine weitere Verwendung gefunden wurde und die als nutzlose Substanz z.B. Raum und Energie verbrauchen und zum Teil schädliche Wirkungen auf den Lebensraum hatten.

    Einzige Ausnahme: Nuklear Müll. Den gibt es immer noch.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2039 wurde der Begriff zum letzten Mal öffentlich in seiner alten Bedeutung verwendet.

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Das Wort Material oder auch Ressource hat sich durchgesetzt. Din- ge, die früher als Müll galten, werden umgenutzt, wiederverwertet oder in ihren natürlichen Zustand zurückgeführt. Die alte Bedeu- tung ist damit obsolet.

    frühere Bedeutung

    Verbrennung von Abfällen mit CO2-Ausstoß und anderen Emis- sionen.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Ressourcen werden recycelt und nicht mehr vernichtet (cradle to cradle).

    frühere Bedeutung

    „Unbewusstes“ und nicht sehr authentisches Denken und Handeln bezüglich des Nachhaltigkeitsbegriffes.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr 01.01.2045

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Nachhaltigkeit ist kein Marketinginstrument mehr, sondern wurde von Menschen/Gesellschaft, Politik und Welt verinnerlicht und verstanden.

    MIGRATIONS- HINTERGRUND

    MÜLL

    KERNKRAFTWERK UND KOHLEKRAFTWERK

    KINDERARMUT

    KLIENTELPOLITIK

    KREBS LAUFWERK

    MÜLLVERBRENNUNG

    178 | VERBARIUM

    VERBARIUM | 179

    NACHHALTIGKEIT

    NORMALBÜRGER

    PATHOLOGISCH POLARISIEREND QUOTENFRAU

    frühere Bedeutung

    Wort, das Politiker benutzen.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2013

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Unklarheiten darüber, was normal/unnormal ist/war/sein wird. Abgeschafft!

    Keine Angaben

    Keine Angaben

    frühere Bedeutung

    Frau in (ehem.) männerdominierten Gremium, die über eine Quo- tenregelung zur Herstellung von Gleichstellung an ihr Amt/ihren Job gekommen ist.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2035

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Aufgrund der Quote wurde es im Laufe der 10er/20er Jahre des 21. Jahrhunderts „normal“, dass auch Frauen in große Führungsverant- wortung kommen. Die 2013 eingeführte Quote in Aufsichtsräten und Vorständen konnte 2025 bereits wieder abgeschafft werden.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2040

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2011

    frühere Bedeutung

    Förmliche Anrede.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2030

    frühere Bedeutung

    Mit einem Auto (Verbrennungsmotor) an einen Ort fahren, um Benzin zu tanken.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2030

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Nach Peak Oil und Revolution in Saudi-Arabien.

    frühere Bedeutung

    Symbol für Artenvielfalt; Tier.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Aussterben (vieler Arten).

    frühere Bedeutung

    Zerstörte bzw. beschädigte Lebensumgebung.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2049

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Wurde obsolet. Keine Existenz mehr.

    frühere Bedeutung

    Oftmals diskriminierend für wirtschaftlich, kulturell und sozial ab- gehängte Bevölkerungsteile.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2040

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Umfassende Reform des Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialsys- tems, die zu mehr Verteilungsgerechtigkeit führte und Armut in Deutschland faktisch beseitigte.

    frühere Bedeutung

    Mit Benzin getriebener Kolbenmotor in einem Fahrzeug etc.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2049

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    In Vergessenheit geraten.

    TANKEN/TANKSTELLE

    RELIGIONSKRIEG

    RESTRISIKO

    SIE

    VERBRENNUNGSMOTOR

    180 | VERBARIUM

    VERBARIUM | 181

    TIGER

    UMWELT- VERSCHMUTZUNG

    UNTERSCHICHT

    WORKING POOR

    frühere Bedeutung

    Personen, die trotz Arbeit aufstockende Hilfen zum Erreichen des Existenzminimums brauchen.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2020

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung

    Bedingungsloses Grundeinkommen und Aufwertung unentgeltli- cher Arbeit.

    frühere Bedeutung

    Nikotinhaltiger, giftiger Brennstängel, der zur Suchtbefriedigung angesteckt und geraucht wurde. Oft auf Festen und in Gesell- schaft.

    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr

    2030 wurde das Rauchen in Deutschland komplett verboten. 2035 hatte die Zigarettenindustrie keine Chance mehr. Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung Komplettes Rauchverbot.

    ZIGARETTE

    182 | VERBARIUM

    VERBARIUM | 183

    04

    184 | EMPFEHLUNG EMPFEHLUNG | 185

    Wenn du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern leh- re sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. (Antoine de Saint-Exupéry)

    Der Weg ist das Ziel

    186 | EMPFEHLUNG

    EMPFEHLUNG | 187

    AUF DEM WEG ZU EINER GESAMTGESELLSCHAFTLICHEN VISION2050

    EMPFEHLUNG AN DIE POLITIK

    Unsere Einladung: Gemeinsam Sehnsüchte schaffen

    von Irja Martens, Marlene Ringel, Yannick Regh, Philipp Reus

    Wir brauchen gemeinsame Visionen, die jedem in seiner indivi- duellen Lebens- und Arbeitssituation immer wieder die Chance bieten, innezuhalten und Antworten auf das manchmal quälende „Warum?“ zu finden. Im Rahmen der Stakeholderkonferenz „Dia- loge Zukunft – Vision 2050“ haben 80 junge, engagierte Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren zwei Tage lang intensiv nach Ant- worten für die nächsten 40 Jahre gesucht. Vor dem Hintergrund sich zuspitzender Weltkrisen, wie der Klimaproblematik, der expo- nentiell wachsenden Weltbevölkerung und dem steigenden Hunger nach Energie, Wasser und Nahrung, sowie dem Wissen um ato- mare Unfallgefahren wäre es ein Leichtes in Lethargie und Hoff- nungslosigkeit zu verfallen – genau das Gegenteil war aber unter den anwesenden jungen Menschen zu spüren.

    Wir sind alle fest davon überzeugt, dass eine lebenswerte Zu- kunft in den nächsten 40 Jahren und darüber hinaus möglich ist, jedoch nur unter der Prämisse eines vollständigen Paradigmenwech- sels. Ökologische und soziale Prinzipien, sowie der Umstieg unserer

    Energieversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien müssen oberster Richtwert für unser politisches und wirtschaftliches Stre- ben werden. Eine weitere Vision, die uns alle eint, ist die Hoffnung, dass Politiker anfangen, in ihrem Handeln über die gegenwärtige Legislaturperiode hinaus zu denken und ihren Blick mindestens bis ins Jahr 2050 zu richten. Unsere Arbeit ist ein Angebot, sie dabei zu unterstützen und sich von unseren Visionen inspirieren zu lassen.

    Die Entwicklung einer Vision für das Jahr 2050 birgt die Gefahr, dass Probleme, die heute zu lösen sind, in die Zukunft verschoben werden – zu Lasten nachkommender Generationen. Unsere Vision 2050 soll jedoch die Entscheidungen von heute beeinflussen, damit ein lebenswertes Morgen und Übermorgen möglich wird. Immer wieder setzen sich Politik und Wirtschaft Ziele für die Zukunft, für 2012, 2015, 2020, oft mit kurzfristigen Erfolgen, aber langfristi- gen Schäden. Noch fehlt uns eine langfristige, gesellschaftlich weit- gehend integrierte, gemeinsame Vision. Aktiv setzten wir uns mit der Zukunft in den nächsten 40 Jahren viel zu wenig auseinander. Jedoch haben unsere wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entscheidungen „heute“ Folgen für diese Zeit und darüber hinaus. Mit der Entscheidung Atomkraft zu fördern, haben wir ein Atom- müll-Problem für die nächsten eine Millionen Jahre geschaffen. Dagegen scheint ein Zeitraum von 40 Jahren überschaubar.

    Die Findung einer gemeinsamen Vision ist als ein fortlaufender, immerwährender Prozess oder stetiger Dialog zu sehen. Vor dem Hintergrund wechselnder politischer Rahmenbedingungen müssen wir Raum dafür schaffen, ohne Restriktionen kreativ in die Zu- kunft zu sehen und sie zu gestalten. Können wir es schaffen, diesen Planeten besser zu verlassen, als wir ihn vorgefunden haben? Bereits der Prozess der Erarbeitung einer Vision 2050 ist „realitätsgenerie- rend“ – eine Bestandsaufnahme unserer heutigen Bedürfnisse und ein Merkzettel auf dem Weg zu deren Erfüllung. Mit einer starken Vision können wir Mut machen, Identität stiften und gemeinsam stolz sein auf eine potentielle Vorreiterrolle im Kampf um die größ- ten Probleme des 21. Jahrhunderts.

    Erst im zweiten Schritt folgen Handlungsempfehlungen. Da- bei ist es wichtig, Zwischenziele zu definieren, Verantwortungen festzulegen, Ergebnisse zu evaluieren, Etappensiege zu verzeichnen und vor allem sich Fehler einzugestehen, um eventuell die Rich- tung zu ändern.

    Heute für Übermorgen entscheiden

    Die Vision als eine Summe aller Teile

    Die Handlungsempfehlungen, die aus einer Vision entstehen, betreffen alle Menschen in unserer Gesellschaft. Deswegen ist es unabdingbar, so viele Menschen wie möglich am Prozess der Vi- sionsfindung teilhaben und ihre Vorstellungen einbringen zu las- sen – unabhängig von Alter, Herkunft und sozialem Hintergrund. Diese Beteiligungsmöglichkeiten müssen von der Politik geschaffen werden.

    Warum ist das Durchschnittsalter der Ethikkommission 2011 unter der Führung von Prof. Dr. Klaus Töpfer 61,5 Jahre? Wo kön- nen sich junge Menschen beteiligen, wo werden sie gehört? Wir fordern ein Recht für junge Menschen mitzuentscheiden. 2050 sind die meisten der heutigen Entscheidungsträger nicht mehr da, um die Konsequenzen zu tragen. Im Gegenzug versprechen wir, dass wir uns in die Verantwortung nehmen lassen, um den Raum für Visionen aktiv zu füllen.

    Damit der Prozess in der Gesellschaft verankert wird, sollte er „von unten“ stattfinden z.B. in Form von transparenten Dialogen, auf Kommunal- und Länderebene. Um einen strukturierten Dialog si- cherzustellen, ist ein Leitfaden „von oben“ durch ein Lenkungsgre- mium, wie z.B. dem Nachhaltigkeitsrat, vorzugeben. Partizipations- möglichkeiten für engagierte Bürger könnte ein solches Gremium z.B. in Form von Stakeholderkonferenzen ermöglichen, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse mit gesammelten Erfahrungen aus dem Alltag zusammenwirken. Die demokratische Legitimation der auf diesem Wege gefassten Entscheidungen sollte durch Volksab- stimmungen mit Quorum gewährleistet werden. Darüber hinaus kann eine zentrale Stelle geschaffen werden, die Anregungen von Bürgern aufnimmt und an die Gremien weiterleitet. Für eine er- folgreiche Visionsentwicklung sind transparente und handhabbare Informationen, sowie einfach zugängliche Plattformen der Medien und im Internet eine entscheidende Voraussetzung. Medien tragen an dieser Stelle eine hohe Verantwortung als unverzichtbare Un- terstützung der Stakeholder. Eine Aufklärung über Partizipations- möglichkeiten sollte idealerweise sehr früh in unserer Gesellschaft ansetzen und in Schulen, sowie Hochschulen Einzug halten.

    Im Folgenden möchten wir stichpunktartig Anregungen geben, wie konkrete Schritte und Handlungsempfehlungen im Bereich Bildung, Gesellschaft, Wirtschaft, Energie und Recht aussehen könnten.

    GESELLSCHAFT: Generationenquote bei Entscheidungsgremi- en/ U-30 Beteiligung/ bundesweite Medienkampagnen wie z.B. „Du bist die Zukunft. Trage bei zur Vision 2050“/ Gewinnung von bekannten Persönlichkeiten und Medien als Promoter und Multiplikatoren für einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs/ Bun- desweite Ideenbörse für individuelle Visionen/ „Bedingungsloses Grundeinkommen“/ Bundesweiter Volksentscheid mit Quorum/ Bürgerhaushalt mit vom Bürger bestimmbaren Budgets/ grenzü- berschreitender Austausch und Mobilitätsmöglichkeiten

    BILDUNG: Aufklärung über strategisches Konsumverhalten und Produkt-Lebenszyklen an Schulen, sowie stärkere Förderung von Individualität, Interdisziplinarität und Denken in komplexen Sys- temen/ Inklusion (Menschen mit Behinderung, Migrationshinter- grund)

    WIRTSCHAFT: Kosteninternalisierung und eine daraus folgende Besteuerung von Produkten und Dienstleistungen, die der Allge- meinheit schaden (wie z.B. Atomstrom-Kosten für Versicherung atomarer Unfälle, Transport, Endlagerung, reale Kosten für indus- trielle Agrarwirtschaft etc.)

    RECHT: Internationaler „Umweltgerichtshof“/ Internationale Verfassung mit Grundrechten (z.B. Recht auf Energie, Nahrung, Bildung für alle)

    ENERGIE: Ausstieg Atomenergie/ 100 Prozent Erneuerbare Ener- gien/ Elektromobilität/ „Jedes Haus ein Kraftwerk“/ Energetische Sanierung/ Energie und Ressourceneffizienz /Zero-Emission-Kreis- läufe

    Über Rückfragen zu Ausführungen unserer Ideen stehen die Auto- ren dieser Unterlage als Vertreter eines Kreises junger Visionäre, die in dieser Art erstmalig in Deutschland zusammengekommen sind, gerne zur Verfügung.

    Unsere Ideenbörse

    „Der beste Weg, die Zu- kunft vorherzusagen, ist, sie zu erfinden.“ Alan Kay, US-Computerwissenschaftler

    Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft vorhersagen!

    188 | EMPFEHLUNG

    EMPFEHLUNG | 189

    05

    190 | KURZFILM KURZFILM | 191

    192 | KURZFILM

    KURZFILM | 193

    DER KURZFILM „VISIONEN 2050“

    EIN FENSTER ÖFFNET SICH

    Man könnte kritisieren, dass unsere Generation nicht verrückt ge- nug sei, um in gänzlich anderen Kategorien und Lösungswegen zu denken. Wir glauben jedoch, dass viele gute Lösungen bereits entwickelt wurden und unsere Generation nur verrückt genug sein muss, um sie auch wirklich umzusetzen und in der Breite der Gesellschaft zu verankern.

    Wir sind fest davon überzeugt, dass der Zeitraum, in dem schwer- wiegende Fehler der Vergangenheit noch zu korrigieren sind, zu- sehend kleiner wird. Doch gerade jetzt, nach dem Eindruck der realen Risikogefahren der Atomkraft, öffnet sich ein Fenster großer Möglichkeiten. Bevor unsere Generation in die Lage versetzt sein wird, dieses Fenster zu nutzen, könnte es jedoch schon wieder ge- schlossen sein.

    Wir appellieren an die Entscheidungsträger von heute, jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen und dadurch das Fenster für uns geöffnet zu halten. In dem Film weichen in diesem Sinne ei- nem Intro, welches die Welt nach 40 Jahren als Ort der Zerstörung beschreibt, positive Bilder von Visionen der jungen Stakeholder. Das Szenario soll unsere konkreten Vorschläge und Anregungen visualisieren und ihre Umsetzung dadurch greifbar machen. Wir wollen auffordern und Mut machen.

    Die zu Grunde liegende Botschaft ist: Unser Land hat die Wirt- schaftskraft, das Know-How und die Technik; lasst die große Vision einer lebenswerte Zukunft Handlungsgrundlage für unsere Entscheidungen von „heute“ sein.

    von Irja Martens

    Während der Stakeholderkonferenz „Visionen 2050“ entstand die Idee einen kurzen Film über die von den jungen Teilnehmern entwickelten Visionen zu drehen. Welche Botschaft könnte dieser Kurzfilm vermitteln? Welche Eindrücke sind aus dem Austausch mit den Vertretern der Politik und anderen jungen Visionären ge- blieben?

    Wir alle hoffen auf eine bessere Zukunft; eine Zukunft, in der nicht eine Katastrophenmeldung die andere jagt, eine Zukunft in der das Wort „Nachhaltigkeit“ aus dem Alltagsjargon verschwunden ist, da eine solche Lebensweise zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

    Unsere Visionen orientieren sich an den Problemen von „Heute“ und sind dadurch vielleicht überraschend konkret. 100 Prozent Erneuerbare Energien, jedes Haus ein Kraftwerk, Aufklärung über strategisches Konsumverhalten und Produkt-Lebenszyklen an Schulen, Kosteninternalisierung, Elektromobilität, Generationen- quote bei Entscheidungsgremien – alles bekannte Ansätze.

    DANKSAGUNG

    Unser ganz herzlicher Dank geht an den Rat für Nachhaltige Entwicklung für die intensive Zusammenarbeit und den Mut zum Experiment.

    Unser Dank gilt außerdem den Visionären und Experten, die der Einladung zum Visionieren gefolgt sind.

    “Three Little Maids” From “Brainwashing-School” … Are We! +++MUST READ !+++

    This article is a backup from:

    Original article

    Backup 2

    by Patrick OCarroll

    November 16, 2018 06:07 EDT

    Angela Merkel, Theresa May, and Dalia Grybauskaitė - Then & Now
     
     
    Angela Merkel, Theresa May, and Dalia Grybauskaitė – Then & Now
     
     
    “Three Little Maids”
    From “Brainwashing-School” … Are We!
     
    Patrick Ocarroll
    The reason the truth sounds strange is because the licensed monopoly-media no longer carry the truth, thus vastly increasing its scarcity value. The licensed monopoly-media have become self-parodying and self-ridiculing outlets, at least when you consider the likes of Faux News, CIA Network News (CNN) or the Beast’s Brainwashing Corporation (BBC). Their motto remains “Last Week’s News Tomorrow”, and we have evidence galore of their one key maxim;
    “If It Were True, Then Why On Earth Would We Need To Keep Repeating It?”.
     
    Naïve people who still believe in Santa Claus may well tell you that “democracy” exists and that each electorate gets to “elect” its future “leader”.
     
    But here is the strange truth.
     
    By pure “coincidence”, the following photograph was taken at the Tavistock Institute around 1970 and shows the following trio in their teens as fellow members of the very same class in brainwashing-school for the London-NY-Axis (the English monarchy, the City of London, Wall Street and the House of Rothschild):
     
     
    Angela Merkel (now Chancellor of Germany),
    Theresa May (now Prime Minister of Britain), and
    Dalia Grybauskaite (now president of Lithuania
     
    Related Links:
     
     
    See also:
     
    This latter photograph gives us yet more confirmation that, already around 1970, all the following things were widely known in top circles across the world, because they had already been decided by the London-NY-Axis (the English monarchy, the City of London, Wall Street and the House of Rothschild):
     
    1. The staged “cold war” was run centrally from London and, all along, both so-called “superpowers” were under the thumb of the London-NY-Axis (the primary control mechanism of course being world Freemasonry; see also Roland Perry’s 1994 book “The Fifth Man” which exposed Victor Rothschild as the fifth member of the notorious Cambridge “spy”-ring and showed clearly how, all along, the Rothschilds were running both sides of the staged “cold war”, a “war” staged purely for big profit and brainwashing by means of the oldest trick in the book, the Hegelian Dialectic, and a “war” that made them a huge fortune; see also Father Malachi Martin’s final fact-based novel “Windswept House” depicting Freemasonry and the Church’s enemies ultimately having to please a mysterious, shadowy figure known only as “Capstone”);
    2. The London-NY-Axis had already decided the break-up of the “soviet” “union” and, along with it, the reestablishment of the three Baltic states Lithuania, Latvia and Estonia which had previously been “soviet” “republics” run from Moscow;
    3. The staged “cold war” was to be brought to a close with the reunification of Germany whose future “leader” was to be Helmut Kohl’s East-German protégé within the CDU called Angela Merkel, who had also worked in East Germany for the London-NY-Axis agency called the Stasi (“StaatsSicherheit”), itself based on and very similar in nature to the Tavistock Institute, a brainwashing and torture camp. By pure “coincidence”, when Putin was in Germany, he was Merkel’s KGB officer in Operation Luch (also called Operation Beam, Gruppe Strahl, Gruppe Lutsch). Both Kohl and Merkel were awarded the Kalergi Prize in gratitude for their contributions toward genociding the White-European-Christian population. So far, the Kalergi Prize has been awarded to the following recipients for the same effort: Raymond Barre (FR, 1978), Konstantinos Tsatsos (GR, 1980), Rudolf Kirchschläger (AT, 1982), Sandro Pertini (IT, 1984), King Juan Carlos (ES, 1986), Franz-Josef Strauss (DE, 1988), Helmut Kohl (DE, 1990), Ronald Reagan (US, 1992), Otto von Habsburg (AT, 1994), Alois Mock (AT, 1994), Lennart Meri (EE, 1996), Emil Constantinescu (RO, 1998), Yehudi Menuhin (GB/US, 2000, posthumously), Franjo Komarica (BA, 2002), Ibrahim Rugova (AL, 2004), Vaira Vike-Freiberga (LV, 2006), Wladyslaw Bartoszewski (PL, 2008), Angela Merkel (DE, 2010), Herman van Rompuy (BE, 2012), Jean-Claude Juncker (LU, 2014) and Kenneth Clarke (GB, 2016);
    4. The “soviet” “union” and East Germany were vassal states of the London-NY-Axis and in particular of the House of Rothschild, so in the late-1960s it was simple for the Rothschilds to command East German Angela Merkel and Lithuanian Dalia Grybauskaite over to Britain for their brainwashing at Tavistock (which is today centered at the University of Sussex in Brighton on the south coast of England). Anyone who believed in “defection” by “dissidents” was in fact believing in fairy-stories, possibly written by the likes of MI6-agents John Le Carré or Ian Fleming who were both Freemasons. London’s Fabian Society had a permanent desk in the Kremlin to provide financing and “advice” to communist Russia throughout its world-altering career. Chatham House (RIIA) still owns and controls the real government of Russia, the Moscow State Institute of International Relations (MGIMO); it founded it on 14 Oct 1944 as its Russian affiliate. The MGIMO is the Russian equivalent of the CFR in Harold Pratt House, NYC, and these are the agencies through which the London-NY-Axis controls Russia and the US respectively by wholly bypassing the showbiz puppeticians. In late 1991, the UN assumed communist Russia’s former role in spreading soviet-totalitarianism to all countries in the world for the UN’s owners (of course the London-NY-Axis);
    5. New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”) would become stronger and would even get to absorb former “soviet” republics, such as in this case Lithuania. Today, New Soviet Europe generates over 100 million euros per day in salaries and expenses for its carnival of powerless puppeticians while it serves as the template for the totalitarian “new world order” under the London-NY-Axis. A puppetician is about as relevant to the direction of his country as a logo is to the direction of a car (a “Stern” for a Mercedes, a “Stuttgarter Rössle” for a Porsche, and “Vier Ringe” for an Audi etc.; nice figureheads, but no relevance whatsoever to direction). Puppeticians are interchangeable dummies, who read dummy-boards, and only pretend to represent the public, the only tie between the two being the fact that the public are unfairly compelled to finance every puppetician’s ride on the gravy train;
    6. Women were to play an increasingly important role in future politics and in the future workplace, with the vast majority of women “leaders” born after 1950, as in these three cases, and with these three women “leaders” later installed by the London-NY-Axis into top roles of world politics. All three of these “leaders” later took major replacement-migration steps to create the single race of “Egyptoids” explicitly demanded by the Kalergi Plan, which was secretly adopted in the 1950s by Western regions especially New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”) and North America. The Kalergi Plan is the London-NY-Axis plan to destroy forever the White-European-Christian population, which it perceived as the biggest obstacle to its totalitarian “new world order”, in the interests of leaving only an Ashkenazi power-elite (by pure “coincidence”, the English monarchy is, by now, most likely over 95 percent Ashkenazi);
    7. Tavistock-brainwashed “leaders” will always get the top jobs, especially those “leaders” brainwashed by Tavistock from a very young age (as in these three cases). Today, Angela Merkel is nicknamed “Merkel-Ferkel” for her porcine features, Theresa May is nicknamed “the fish-eyed zombie-corpse” while Dalia Grybauskaite is nicknamed “the ironing lady of the Baltic”. So, at some stage, voters always grow very weary of their Tavistock-brainwashed or Rothschild-installed “leaders” who, by pure “coincidence”, only ever seem to “say the right thing” before they get “elected” (in reality of course preselected by the London-NY-Axis, then to follow London-NY-Axis orders forever more thereafter). The victims of these three women “leaders” will generally invert the soviet-sloganeering rallying-cry prescribed by Tavistock with the following contradiction: it is now finally time for women to GIVE BACK their power;
    8. MI5-insider Greg Hallett is most likely bang-on correct in his MI5 research and revelations that London-NY-Axis Agent Adolf Hitler (a rabid Zionist) was brainwashed by Tavistock-predecessor Wellington House in 1912-13, as Adolf’s sister-in-law Bridget Dowling also confirmed in her autobiography (she married Adolf’s older half-brother Alois when he was a kitchen-porter at Dublin’s ritzy Shelbourne Hotel). From within London’s Luciferian-Freemasonic lodge QUATUOR CORONATI (“Crowned Quartet”), the London-NY-Axis created the NSDAP as its very own controlled-opposition agency. Keeping it simple, Wellington House most likely said: “Call them something like ‘the Nasties’ and give them feces-colored uniforms!”. Monarch Edward VII, the House of Rothschild and the top-brass of British politics at the time all belonged to the QUATUOR CORONATI lodge. The NSDAP was never required to sign the deed of surrender ending WW2 because it was on the winning side. The onerous task of surrendering was left to the three arms of the German military (none had NSDAP members); the Deutsche WehrMacht, the Deutsche KriegsMarine and the Deutsche LuftWaffe. It is very likely that Edward VII (which started planning WW1 and WW2 around 1870, as shown masterfully by Webster Tarpley) knew Adolf personally or at least knew of him, especially given the evidence that Zionist Adolf was himself a Rothschild, with Zionist Edward VII very likely a Rothschild too, on top of all that. Around 1970, Zionist Adolf had only recently croaked in his late 70s in San Carlos de Bariloche Argentina where he lived out the freedom granted him in gratitude for having smashed Germany on behalf of the London-NY-Axis, by making hundreds of deliberate military blunders. Note too: WW1 and WW2 were fought not for “freedom” or “democracy” but to establish the totalitarian “new world order” under the London-NY-Axis (the English monarchy, the City of London, Wall Street and the House of Rothschild). All that hot air about “freedom” or “democracy” was merely, as usual, deception to get men to give their lives willingly and to commit genocide (for instance as members of the Brutish Air Force) for a cause completely different from the one for which they were told they were fighting;
    9. The BrExodus-Theater may well have been planned in advance for the following three purposes:
     
    1. To oust David Cameron (himself a “bâtard” (blood-relative of the English monarch) whose recent ancestors controlled HSBC and laundered all monies from the genocidal opium-trade for the English monarchy, just as HSBC continues to do to this day for the same English monarchy and from the very same genocidal opium-trade, with the true purpose of the Afghan War primarily to wrest control over Afghanistan’s opium crop from the Taliban (a name that in Pashto simply means “students”, because the Taliban were students passionate about wiping out corruption in their country and about reducing that poppy crop);
    2. To install Tavistock-brainwashed Theresa May whose task it was to prevent BrExodus from happening properly, or else to force an “à-la-carte BrExodus” in accordance with the precise wishes of the London-NY-Axis (which is the real owner and controller of both Britain and the EU), meaning in particular that the sovereign tax-free offshore entity called the City of London must remain in place;
    3. To ensure that the City of London would remain a sovereign tax-free offshore entity untouched by Brussels regulators and that Britain would keep financing the EU, which all along was a project launched by the London-NY-Axis (the original founders of the EU having all been financed or bribed directly by the House of Rothschild which always wanted, and still wants, the EU to serve as an embryo for the soviet-totalitarian “new world order” still today being constructed by the London-NY-Axis as its most favored mode of socialism to control for it all the world’s human livestock (peasants, serfs and plebeians).
    4. It must be borne in mind that, in the twentieth century, international-socialism (communism), national-socialism and welfare-socialism were all launched by the London-NY-Axis as experimental forms of socialism, and that it studied their progress and results and then cherry-picked the best parts from each to construct its “now-finalized” system). From its experiments in communist Russia, the main thing the London-NY-Axis learned was that any multilingual or multicultural super-state, such as the future political bloc it was planning for Western Europe, would have to be constructed as a centralist tyranny run by a centralist bureaucracy.
    5. And that is precisely why Brussels in 2018 is much more a replica of Moscow in 1958 than anyone would care to admit. Also, by pure “coincidence”, the sovereign tax-free offshore status of the City of London is never even mentioned by the West’s Rothschild-controlled licensed monopoly-media nor even mentioned, let alone complained about, by any other EU member-states because it is totally anathema, or one of the top taboo-topics in the world, and because all major world “leaders” are in fact puppeticians owned and controlled by the London-NY-Axis. If the City of London were counted in Britain’s GDP, Britain would be unmasked as a much larger and more powerful economy, which is also why the pound currency GBP was never really in danger. But the London-NY-Axis does not want City-of-London profits being shared out among Britain’s human livestock, so Britain’s real and massive GDP remains one of its best-kept secrets. On the other hand, the London-NY-Axis does want Britain’s human livestock to continue paying lavishly into the financial black-hole that is New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”).
     
    The British “conservative” and “labor” “parties” are wholly owned and controlled by the House of Rothschild and their “leaders” have always been chosen directly by the House of Rothschild. Since the 1960s, the “leader” of the British “conservative” “party” has always been chosen personally by Serena Dunn Rothschild, who is the owner and chief financier of the British “conservative” “party” and the wife of Jacob Rothschild. Jacob Rothschild is the de-facto owner and controller of New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”) and, when he finally kicks the bucket, he is set to be succeeded in his role as Supreme-Fearless-Leader of New Soviet Europe by his imbecilic son Nathaniel Rothschild, who currently lives in Klosters-Switzerland. The only puppeticians of New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”) who have any decision-making power whatsoever are the commissars of “the Eurovision Politburo” who get appointed and commanded directly by Jacob Rothschild. The politburo bears the title of “the Eurovision Commission” to accentuate its flavor as a supreme-soviet. The job of the totally powerless “Eurovision Parliament” is to just robo-sign any laws handed down to it by Jacob Rothschild and to then draw its enormous expenses and throw wild “parties”. Even a different “leader” of the British “conservative” “party”, such as controlled-opposition clown Boris Johnson (yet another member of the notorious Bullingdon Club), would again have to be chosen personally by Serena Dunn Rothschild, who would then simply demand that the new “leader” just continue following Rothschild orders. To spell this out for the hard of understanding: Meet The New Boss, Same As The Old Boss; And Meet The New World Order, Same As The Old World Order …
     
    By pure “coincidence”, none of the West’s Rothschild-controlled licensed monopoly-media (including the wholly Rothschild-owned center-“right” Telegraph of London and the wholly Rothschild-owned center-“left” Economist of London) ever even mention the fact that the House of Rothschild is the owner of both the British “conservative” “party” and of the EU, or the fact that, from the very start, the whole BrExodus-Theater could only ever have been a Punch & Judy Show in which both sides were always controlled directly by the House of Rothschild.
     
    It is likely that the House of Rothschild launched the BrExodus-Theater partly as a business venture in which it could make a mint off financial markets, e.g. through currency futures. The BrExodus-Theater is most likely being set up to deliberately fail so that each and every member-state (soviet republic really) of the EU gets a live-real-time demonstration that even “The Most Reluctant European In History” (Britain) cannot properly leave the EU; so therefore Portugal, Italy, Greece or Spain, and anyone else who may have such “pretensions”, will IMMEDIATELY have to FORGET FOR EVER any ideas they may have had about leaving New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”). The very best policy may well have been never to join in the first place, as Switzerland chose (or was allowed, or designed, by the Rothschilds to choose) and as Serbia now looks like choosing.
     
    If the BrExodus-Theater comes to a crashing halt, then New Soviet Europe will effectively thenceforth have a check-out policy akin to that of Hotel California (which is spelled out as You Can Check Out Any Time You Like, But You Can Never Leave, followed by demonic guitar-solos by Joe Walsh and Don Felder). And this Hotel California Check-Out Policy will also apply forever to any members of the other London-NY-Axis “trading” blocs (political blocs really) being constructed today in accordance with the plans made as early as the 1850s by London-NY-Axis agent Karl Marx, who worked in London-England directly for the House of Rothschild; Marx having planned the three major blocs Europe (now the EU), North America (now NAFTA) and Asia-Pacific (now PARTA) for the Rothschilds that got adopted in the 1850s as London-NY-Axis policy for its soviet-totalitarian “new world order” because the London-NY-Axis viewed soviet-totalitarianism as being the very best way to control the human livestock by what has been labeled “a more scientific form of slavery” in countless hundreds of books over the decades by dozens of the authors themselves of the London-NY-Axis Agenda.

     

     
    THE LONDON-NY-AXIS AGENDA

     

    Socialism always meant the scientific control of the body-social by experts for the power-elite-owners of the “human herd”; no more, no less. That is what socialism always meant and that is what socialism will always mean. Socialism never had anything to do with “helping” the poor, just as it never did yet “help” them. In fact, socialism, eugenics and human-farming are all the very same thing, or else branches of the same thing. Humanism is hardly better, with many “humanists” counted among the biggest genociders.
     
    The authors of the London-NY-Axis Agenda include, among others, Luciferian eugenicists HG Wells, Bertrand Russell, Aldous Huxley, Julian Huxley, Thomas Henry Huxley, Cecil Rhodes, Lionel Curtis, Zbigniew Brzezinski, Heinz-Alfred Kissinger, David Rockefeller, Maurice Strong, Charles Darwin, Francis Galton, Charles Galton-Darwin, John-Stuart Mill, Kurt Lewin, Winston Churchill, Mikhail Gorbachev, John Holdren, Rudyard Kipling, Arthur C Clarke, George-Bernard Shaw, Edward Bernays, Walter Lippmann, Jacques Attali, Arnold-Joseph Toynbee, José-Manuel Durão-Barroso, Arthur Koestler, Aleister Crowley, Alfred Pike, Helena Petrovna Blavatsky, Eric Pianka, Jonas Salk, José Delgado, Richard von Coudenhove-Kalergi, Alan Guttmacher, David Suzuki, Jacques Cousteau, Ray Kurzweil, Alice Bailey, Peter Singer, Alan Gregg, and Robert Mueller.
     
    Even more notorious and historic members were Ioseb Dzhugashvili (nickname “Stalin”), Vladimir Ulyanov (nickname “Lenin”), Lev Bronstein (nickname “Trotsky”), Mao Zedong (financed into power by the London-NY-Axis and installed by the Freemasonic lodge Skull & Bones via its subgroup Yale In China, to which Mao Zedong belonged before he went on to genocide 100 million Chinese (some say 200 million) for the London-NY-Axis), and of course vaccine-genocider Bill Gates. The entire London-NY-Axis Agenda can be found in black and white in their documents and books, and it is amplified all over the web.
     
    George Orwell was a top-MI5-insider who knew the soviet or international-socialist agenda of the London-NY-Axis and tried to warn his readers about it in his great masterpiece 1984, probably the single greatest political (not really literature) novel of the twentieth century. Orwell’s “Outer Party” is today the combo of London’s Chatham House (RIIA) and New York’s CFR; his “Inner Party” nowadays comprises several secretive, often unnamed, groupings centered on the dark-occult All Souls College Oxford and the murky depths of Freemasonry.
     
    In his poorly-written 1966 classic Tragedy And Hope, the official historian to New York’s CFR, Professor Carroll Quigley, confirmed that, since around 1890, no major “leaders” in the world were ever permitted to become “leaders” unless they were first approved for the London-NY-Axis by the combo of London’s Chatham House (RIIA) and New York’s CFR (or predecessor clubs bearing names like the Milner Group). Hence, the above photograph, from around 1970, of three future “leaders” in world politics comes as absolutely no surprise to anyone who simply invested some time in reading the London-NY-Axis Agenda by the aforementioned authors, an agenda which remains very much “hidden in plain sight”, meaning it is still very widely available for full perusal across the internet and in most libraries.
     
    Luciferians must ALWAYS, ALWAYS, ALWAYS adhere to the legalism whereby they must leave the truth in plain sight so as to give fair notice to the souls their “prince” intends to reap.
     
    Otherwise their “prince” Lucifer would have very little legal basis on which to claim those souls when the time finally arrived.
     
    Old arguments include “I Did Not Know” orI Was Only Doing My Job”, but Lucifer knows these well and is a very skillful, slick and urbane DA who is highly proficient, deft and astute at arguing his case in Court, a case he is very-well-versed in preparing and advancing.
    And although Jesus says He does not condemn, He also makes clear that the Law does condemn.
     
    How do we know for sure that Freemasonry is Luciferian?
     
    Because the writings of the all-time, top-three “officially-approved” writers on Freemasonry (Albert Pike, Manly-Palmer Hall, Albert Mackey) all made this admission and expounded in detail on how the Freemasonic godhead is in fact Lucifer.
     
    And to make matters even worse, this is further aggravated by the fact that the English monarch is the worldwide patron of Freemasonry. Since 1517, between 470 and 620 million human beings and counting have been genocided in the name of the English monarch.
     
    The London-NY-Axis may well be something akin to a Babylonian Death Cult that has been ruling the world for at least 200 years, maybe even longer.
    *******
     
    So now we know or now we have yet more proof of all this, the last few slow-coaches in the audience (the slowest 10 percent perhaps), who still believed that “democracy” was something real, will be obliged to revise opinions and defect to reality. “Voting” and “democracy” only ever constituted a Freemasonic ruse for providing the illusion of “choice” or “debate” while the same old London-NY-Axis agenda was being implemented anyway. “Voting” and “democracy” also constitute a Freemasonic legalism whereby a voter is deemed to give his legal consent to the evil the Freemasonic puppetician requesting that authority intends to do in his name or in the name of his country. That is also why, during its staged “cold war”, the London-NY-Axis required that “voting” and “democracy” be taken just as seriously in its vassal states to the “east” as they were to be taken in its vassal states to the “west”. It even decreed that several vassal states in the “east”, such as East Germany or Vietnam, must explicitly bear the word “democratic” in their titles. So too, for example, Freemasons consider a vote for a Freemason as implicit legal consent to the evil that Freemason intends to commit in the voter’s name (and that is exactly the legal reason why Freemasons always praise “voting” and “democracy” as if it were the bee’s knees, the fox’s socks and the cat’s pajamas all rolled into one; because they think that, in this way, they can take more souls with them when they go down, or at least that is the reasoning or “warped logic” they are applying for their “prince” Lucifer in this context).
     
    Despite now knowing that their “leaders” are in fact appointed, some exceedingly slow people will nonetheless choose to continue believing that “democracy” and Santa Claus are both just as fine as they are genuine.
    Recently, Maggie Rose McGrath interviewed Vinny Eastwood of Auckland-NZ and asked him the inept or perhaps quite silly question “Is New Zealand controlled by the English monarch?” to which Vinny’s quick, accurate and apt reply was “Well, we all are, Love!”; truth in simplicity. Vinny calls his show “The Lighter Side of Genocide”.
     
    And today, the next generation of world-soviet puppeticians is being brainwashed by the London-NY-Axis at its brainwashing and torture camp Tavistock. And it is this next generation of puppeticians that will probably oversee the final completion of the totalitarian “new world order” under the London-NY-Axis (unless the people of the world finally wake up, despite the odds of that happening currently remaining frighteningly low, probably less than 5 percent; as they just slumber on, munch on, amble on …).
     
     
    HATHOR PENTALPHA
     
    Of course, wise people realized decades or centuries ago that all future “leaders” in the world are preselected by the London-NY-Axis (the English monarchy, the City of London, Wall Street and the House of Rothschild) and that “democracy” was only ever a Freemasonic ruse whereby the blame gets shared with the populace for the evil that Freemasons intended to do in the name of that populace.
     
    A prime example of this blame-sharing ruse was the Second Gulf War, which the London-NY-Axis launched in March 2003 and in which the responsibility for the genocide got shared down to the populaces that voted into power (and paid taxes without protest to) those Freemasons who had planned it. Planning in earnest for the second gulf war began in 1996 from within the Freemasonic super-lodge HATHOR PENTALPHA.
     
    Luciferian Tony Blair, of the Freemasonic super-lodge HATHOR PENTALPHA, is often regarded as a one-man-band-act who dragged Britain into Gulf War 2003. But nothing could be further from the truth. Behind the scenes, the Freemasonic super-lodge HATHOR PENTALPHA was calling all the shots and Blair was only acting out his part [source: “Massoni; The Discovery of the Ur-Lodges” (2014), by Gioele Magaldi, grandmaster of the Freemasonic lodge Grand Orient of Italy].
     
    Notable members of the Freemasonic super-lodge HATHOR PENTALPHA include:
     
    1. Akbar Hashemi Rafsanjani (IR), president;
    2. Ariel Sharon (IL), military general, prime-minister;
    3. Bill Bennett (CA), provincial puppetician, insider-trader;
    4. Condoleezza Rice (US), national security advisor;
    5. David Klein (IL), central-bankster;
    6. Donald Kagan (US), neoconservative, historian at Yale University (nicknamed Skull & Bones University);
    7. Douglas Feith (IL), neoconservative defense advisor, senior fellow at the Hudson Institute;
    8. Gholam-Hossein Mohseni-Eje’i (IR), cabinet-minister, chief justice;
    9. GW Bush (US), president, member of Skull & Bones, genocider, Freemasonic dark-occult byname or cryptonym Temporary, alleged grandson of Aleister Crowley (the dark-occult byname of Crowley’s alleged daughter Barbara Bush was Enforcer);
    10. Heydar Moslehi (IR), cleric, cabinet-minister;
    11. Jan Peter Balkenende (NL), prime-minister;
    12. Joe Käser (DE), CEO of Siemens AG (the vehicle used to bribe German foreign-minister Joschka Fischer into two foreign wars by offering him 200 million euros in “consultancy” fees despite the fact that Fischer, who left school around 16, had no skills as a “consultant” besides deceit, choosing statesmanlike suits or tying his own shoelaces; today, Fischer has a net-worth of around 150 million euros for the genocide);
    13. Karl Rove (US), neoconservative, senior advisor, deputy chief of staff in the GW Bush regime;
    14. Klaus Kleinfeld (DE), CEO of Alcoa, former CEO of Siemens AG (vehicle used to bribe German foreign-minister Joschka Fischer into two foreign wars, hundreds of millions of euros for Joschka’s genociding);
    15. Mahmoud Alavi (IR), cleric, cabinet-minister;
    16. Michael Ledeen (US), neoconservative foreign-policy “analyst”;
    17. Moshe Ya’alon (IL), defense-minister, chief of general staff of Israel Defense Forces;
    18. Nicolas Sarkozy (FR), president, genocider;
    19. Osama bin-Laden (SA), “leader” of the terror organization Al-Qaeda which was launched and sponsored directly by the London-NY-Axis and by the wholly-Rothschild-owned vassal state of Israel;
    20. Peter Mandelson (GB), cabinet-minister, “trade” commissar for New Soviet Europe;
    21. Qaboos bin-Saïd (OM), sultan;
    22. Richard Perle (IL), neoconservative political “advisor”, member of PNAC, genocider, member of WINEP, member of CSP, member of the American Enterprise Institute for Public Policy Research;
    23. Robert Zoellick (IL), MD of Goldman Sachs, president of the World Bank;
    24. Samuel Phillips Huntington (US), political scientist, senior member of the Trilateral Commission, author of the notorious doctrine “The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order” as the ideological manifesto for Freemasonry in the twenty-first century;
    25. Tamim bin-Hamad al-Thani (QA), emir;
    26. Tony Blair (GB), prime-minister, genocider;
    27. Valiollah Seif (IR), central-bankster;
    28. William Kristol (US), neoconservative political analyst and co-founder of PNAC, genocider.
     
    Perhaps some might assume that the presence of five Iranians on the list was the real reason why the London-NY-Axis never attacked Iran … yet.
     
    In September 2000, PNAC called for a “New Pearl Harbor Event” to shock the USA into multiple Middle-East wars which Freemasonic super-lodge HATHOR PENTALPHA was at the very same time planning in detail. Richard Perle and William Kristol acted as liaisons between PNAC and HATHOR PENTALPHA. By pure “coincidence”, PNAC had its wish granted by the “bad fairy” when the London-NY-Axis launched its 11 Sep 2001 attacks and its war of terror (WW3 really) on the very first day of 6001 Anno Lucis by the Sirius-based Freemasonic calendar (in honor of the Freemasonic “New Seventh Millennium”). Anno Lucis means the year of Freemasonic “prince” Lucifer. In London, HATHOR PENTALPHA trained so-called transition-teams for each target-country on the PNAC list of seven countries (Iraq, Syria, Lebanon, Libya, Somalia, Sudan and Iran) which the London-NY-Axis wanted to “liberate” by genociding civilians. Each transition-team would speak the language of the target-country and would be installed into power when the carnage and destruction were drawing to a close. Several Freemasons have gone on record to say that this war of terror must last “as long as it takes” (at least until 2100), meaning that it is a war on all of humanity until it finally submits unconditionally and absolutely to the totalitarian “new world order” under the London-NY-Axis. And that can only mean that, on 11 Sep 2001, the London-NY-Axis actually launched the third of its three world wars which it had originally designed in the nineteenth century and described in Albert Pike’s letter to Giuseppe Mazzini dated 15 Aug 1871. For this reason, we must assume that the London-NY-Axis actually launched WW3 on 11 Sep 2001 and that it is intended to be a war-of-attrition lasting perhaps a century until humanity finally submits absolutely. Note: Albert Pike, Giuseppe Mazzini and Vladimir Ulyanov (nickname “Lenin”) were stellar Freemasons generally regarded and recorded as the first three ringleaders of Freemasonry’s world “revolutionary” movement.
     
    Nowadays, there is very little the London-NY-Axis will ever leave to “coincidence” anymore. It takes very seriously what it views as its “need” to control all important major events, while leaving minor events to “coincidence”. Its documents call for nothing short of worldwide “full-spectrum dominance”. If it does not achieve “full-spectrum dominance”, it feels that genociding humanity might be a bit more difficult and might take quite a bit longer. Power simply does NOT allow what you might think of as “democracy” to run rampant and go its own strange way. The first duty of power is to perpetuate itself by never losing power. Power always tries its very best to never, ever allow chance to take over. At the very top, power is like a military strategy that plans for every eventuality that could possibly take place, even events having tiny or remote possibilities. The whole purpose of power is to bar “coincidence” as best it can so as to thus avert the accompanying slings and arrows of outrageous “coincidence”.
     
    NEXT STEPS IN THE LONDON-NY-AXIS AGENDA
     
    It is currently foreseen that the following general items get implemented by 2100 in the scope of the Agenda of the London-NY-Axis (the English monarchy, the City of London, Wall Street and the House of Rothschild). Of course, no one knows to what extent the London-NY-Axis will succeed since our system is, at least in theory, supposed to supply pushback as this agenda continues to be unmasked increasingly despite all the efforts of the centrally controlled licensed monopoly-media (all mainstream fake-news outlets controlled by the London-NY-Axis) to get the victims and the targets to go back to sleep:
     
    1. Final destruction of the world’s White-European-Christian population by 2050 as per the Kalergi Plan, the London-NY-Axis policy that was secretly adopted by Europe and North America in the 1950s. Because of inbreeding with the House of Rothschild, the English monarchy is now likely over 95 percent Ashkenazi. MI5-insider Greg Hallett stated that the House of Rothschild actually purchased the breeding rights to the English monarchy in 1818. We have no DNA to prove the allegations that William V’s grandfather (or Lady Diana’s father) was James Goldsmith-Rothschild, or that William V’s father was Guy de Rothschild, or that most of William V’s other ancestors were Rothschilds too. The eradication of the world’s White-European-Christian population may be intended in order to leave an Ashkenazi power-elite in charge of a mixed-race Proletariat having a newly invented world-irreligion known as Gaya Worship which is being pushed by London-NY-Axis agent Mikhail Gorbachev, by the UN and others. None of this sounds strange if you know what the London-NY-Axis has been up to for the past 70 years, or for the past 300 years for that matter;
    2. Deliberate asset-stripping of all middle-classes to leave two economic classes of people only. Excuses deployed by the London-NY-Axis to include “austerity” (poverty enforced, if need be, by martial-law), climate “change” (a filthy lie) and interest payable on the “national debt”, despite the latter being a wholly fictional device invented by the House of Rothschild for its own personal enrichment;
    3. Just as it planned for communist Russia, the London-NY-Axis plans that citizens of its the totalitarian “new world order” will be only either Nomenklatura or Proletariat, nothing in between, with the Nomenklatura naturally to include puppeticians, CEOs, actors, stars of Freemasonic “pop”, stars of Freemasonic “sport”, stars of Freemasonic “science” (in fact fake-science by the Chatham-House-controlled “royal” “society” of “science” which acts as the central-soviet “keeper of official-scientific-truth” for the entire world). Primarily, the Proletariat will be forced down to third-world status while the Nomenklatura will simply grow richer;
    4. Only two classes of company (either a mammoth world corporation with its very own retail trade, or else a microenterprise like “Joe the Plumber Inc”, nothing in between);
    5. Mass infertility (5G, Wi-Gig, “smart”-meters, “smart”-phones and Wi-Fi in schools, already causing most women to be sterilized by 2040, the MO being the destruction of the smooth endoplasmic reticulum of the human ovum, and with BPA or artificial estrogen in plastic bottles and can-linings deployed from the 1960s on to collapse by design the male human sperm-count, and that is already confirmed to have succeeded);
    6. Mass die-off of 90 percent of the human population (as decreed by documents on UN websites today and cited explicitly and implicitly in UN papers like Agenda 21, Agenda 2030, Codex Alimentarius etc.);
    7. Further reduction in atmospheric CO² so as to deplete O² from the Earth’s air and water, and thus impair all life on Earth but in particular to enhance genocide. In one of Mother Nature’s most spectacular touches of environmental magic, plants thrive on CO², converting CO² and sunlight to O². That means that the amount of oxygen (O²) is directly dependent on the amount of carbon-dioxide (CO²). The London-NY-Axis is demonizing CO² so it can deplete oxygen by stealth, since it would lose “credibility” (assuming it had any in the first place) if it were to target O² directly. The whole “Reduce CO²” scam is just another method by which the London-NY-Axis can kill more people, in this case effectively by suffocating them;
    8. More electronic genocide operations like the one the London-NY-Axis launched as Operation Crimson Mist in Rwanda in the four months from Apr-Jul 1994 (with similar “applications” in Gulf War 2003). The Central Lack-Of-Intelligence Agency (CIA) deployed microwaves very many times over those four months of 1994 from the same Lockheed C-130 Hercules plane above crowds of Hutus to induce them to suddenly go berserk and slaughter Tutsis. In the late 1950s, scientists had discovered that there is a precise frequency to “control” brainwaves for many things we do and feel (like rage, fear, panic, lethargy, vomiting etc.) assuming they get transmitted with an accuracy of three decimal places. The CIA agents and security-“service” people first had to point the Hutu tribesmen in the direction of the Tutsi; then induce reasonable anger on the ground by inciting them to kill, and of course ensure they were appropriately armed with machetes. Only then could the C-130 go to work with transmitting the precise “control-brainwaves of rage”, thus augmenting the behavior of each Hutu participant from “mere angry demonstrator” to “uncontrollable genocidal maniac“. An expert in this field, Dr Elizabeth Rauscher-Bise, demonstrated the effects many times in quasi-public forums and claimed to experiment only on “fully-informed people”. The London-NY-Axis only stopped the Rwandan genocide after it had achieved a death-toll of about 1 million, but this “test” showed that it can easily induce uncontrollable genocidal attacks wherever it wants in the world. It could set two sides against each other, get them rioting and then microwave them from a Lockheed C-130 Hercules to induce uncontrollable genocide anywhere; from the north of Ireland, to Los Ángeles CA, to Detroit MI. By pure “coincidence”, most shares in the genocidal corporation Lockheed Martin are owned by the English monarchy and the House of Rothschild. To reduce the world’s population, the London-NY-Axis is currently crying out for much higher murder-rates everywhere; evil but logical. Some were perplexed by the fact that “crimson mist” may be related to “purple rain”; maybe the CIA genociders on the ground or some higher-ups in the London-NY-Axis were fans of Prince. The “test” also helped the London-NY-Axis decide which weapons-frequencies it wanted to deploy for more effective genocide via mobile-phones and the TETRA system (a microwave system for the emergency services in major population centers);
    9. Increased deployment of vaccines, which in his TED talk of Feb 2010 Bill Gates admitted were for genocide. Gates presented his notorious pseudoscientific formula CO² = P * S * E * C, saying that it meant (total CO²) = (number of people) * (services per person) * (energy per service) * (CO² per unit of energy), no doubt pulled out of his nose, and then stated: “Now, if we do a really great job on new vaccines … we could lower P by perhaps 10 or 15 percent”. Thus, Gates explicitly advocated using vaccines to lower the Earth’s population by about a billion, also explicitly admitting vaccines were in fact for genocide. Boy, when things slip out … In the West, you are less likely to get tetanus from a rusty nail than you are to be hit by a flying bus. The tetanus vaccine is totally surplus to requirements given that the only people who die from tetanus are the ones who get vaccinated to “prevent” it. Proper scientists know that the tetanus vaccine gets trapped in the left lobe of the thyroid; thus, you literally “need” a tetanus vaccine like you “need” a goiter. By giving its victim the very disease it claims to “protect” him against, a vaccine is designed not to “prevent” but to spread that disease. That is why, around the end of WW1, it was completely logical that the “Spanish” Influenza got spread by the very vaccine that had been designed to “prevent” it. Proper scientists also know that no vaccine has ever been proven to be safe or effective. By injecting ineffective vaccines into its “herd of livestock”, the London-NY-Axis has managed to get mercury, formaldehyde, aluminum, aspartame, glutamate, cancer viruses, squalene and nagalese into the human body for more effective genocide. Nagalese is particularly noxious given that it destroys the human body’s own GcMAF so as to kill more victims and increase the profits of the cancer-business. GcMAF (or Gc protein-derived Macrophage Activating Factor) is a protein produced by modification of Vitamin-D-binding protein and was discovered in 1990 as the most effective approach or cure for cancer and as being even more effective at preventing cancer and many other illnesses. Naturally, GcMAF clinics, e.g. those of Dr David Noakes, were shuttered by Big Pharma so as to protect their chemo-“therapy” profits which amount to a stunning 400,000 USD per patient for mere mustard gas;
    10. Increased deployment of designer viruses (nicknamed “Kissinger Viruses” after the chief crown-agent of the London-NY-Axis in North America) to genocide humanity, either by the virus itself or by the vaccine the London-NY-Axis gets to deploy as the “solution”. The London-NY-Axis developed and controls the Zika virus (ATCC® VR-84™) for which the Rockefellers deposited the patent. The London-NY-Axis also developed and controls the Ebola virus; the patent “EboBun” (CA2741523A1) is owned by the US CDC (centers for disease “control” whose function is in fact disease circulation). The London-NY-Axis develops most of its genocidal viruses in laboratories and even openly patents many of them. These included AIDS, whose true story was researched and told by Harvard’s Len Horowitz. British mil-intel developed the West Nile Virus in a lab in West Nile Province Uganda. These viruses and many others are intended for deployment against humanity in the coming decades. They have also been the subject of several movies that engage in predictive programming to prepare their viewers for this predesigned or intended future;
    11. Proliferation of artificial-scarcity-lies to dupe the human population into believing that oil, water, wood, gas etc. are “finite resources”, which of course on this Earth of excess overabundance for every human being, they definitely are NOT. This is yet more London-NY-Axis nonsense about “sustainability” which is not only a total lie, it is moreover so laughable that it is not even funny;
    12. Increased “induced suicide” due to frequencies from “smart”-meters, and mortality caused by “extreme or prolonged heat events” induced by the London-NY-Axis. But these events will not register by thermometer because the London-NY-Axis achieves them using microwaves, so the heat is only FELT by the victims;
    13. Proliferation of regime-cannabis in keeping with Huxley’s Soma, drugging of schoolchildren, pushing even more escapism to counter the pain and adverse effects of microwaving and of pharmaceuticals;
    14. More-widespread killing by euthanasia, “post-natal abortion”, assisted suicide and by the deathcare business (orwellized to “healthcare”) which is set to push the Suicide Pill for more and more tiny ailments it encounters, with the bonus system for white-coated witchdoctors and pill-pushers also upgraded in the interests of massively elevating their kill-counts (“Are you feeling depressed? Why not take this Suicide Pill?”). In future, the white-coat with the highest kill-count will “earn” the biggest bonus because, if there is nothing else it knows how to do, the London-NY-Axis certainly knows how to incentivize);
    15. Increase in directed-energy weapons, pulsed electromagnetic plasma rifles, machine-gunning with pulsed energy projectiles, psychotronic weapons, all for more enhanced genocide by the London-NY-Axis;
    16. Destruction of industry by the London-NY-Axis via UN campaign “Diesel-Free by ’33” to destroy medium-sized industry in particular; so as to then leave only the two abovementioned classes of company standing;
    17. Urbanization of all Proletariat populations, and hence a Proletariat rural population of zero, by 2050-70. UN “Wildlands Maps” show “human habitat areas” and the locations of the mega-cities to which humans are to be confined. Birth rates always plummet for humans held in captivity, as in the case of city-dwellers. The rural Proletariat will be “encouraged” to relocate to “smart” cities by means of “events” like forest fires (many induced by the London-NY-Axis using weapons of weather-warfare) and by the known-in-advance effects of fracking (planned by the London-NY-Axis specifically to destroy the water-table in rural areas);
    18. Rewilding of all rural areas (no agriculture, no access granted to the Proletariat, but hunting grounds and other access still granted to the Nomenklatura, plus today’s “nature parks” to become the central hubs from which ever-increasing rewilding zones will fan out and encompass more and more land each year as the London-NY-Axis-dubbed “century of change” progresses);
    19. Urban farming and vertical gardening in cities (e.g. aquaponics currently being tested in the more soviet-leaning cities such as Berlin-Germany, Vienna-Austria, London-England, NYC-USA etc.);
    20. Destruction of food supply, food shortages, forced austerity (enforced poverty), rioting, microwaving of protesters using ADS by soviet storm troopers, robo-cops and police in ski-masks dressed as Darth Vader. In the 1950s, the London-NY-Axis decided to revoke all civil liberties from “democracies” (orwellized to “spreading freedom by strip-searches”) using the ploy of terrorism, and that is why it launched its “war of terror” in order to by pure “coincidence” obtain the very pretext for revoking civil liberties. The London-NY-Axis designed the “troubles” in the north of Ireland from 1968-98 to serve as the test-bed for planning its worldwide “war of terror”. By pure “coincidence”, the “troubles” in the north of Ireland ended roughly three years (roughly 1300 days) before the London-NY-Axis launched its attacks on NYC on 11 Sep 2001 to inaugurate that “war of terror”. Those “troubles” were easy to bring to an end because both sides were led by Freemasons appointed by the very same MI5 (and MI6) agents, who were controlling both sides from London all along. If the green side had ever been “republican”, it might have opposed the English monarch, but it never did, proving it was a tool of Freemasonry and of MI5 possibly from 1968 on (but certainly from Dec 1969 on, when MI5 launched the Provos and the non-terrorist Official IRA split away);
    21. Increase in the intentional poisoning of the human food, air and water supplies by the London-NY-Axis (as described in its “Report from Iron Mountain”), e.g. by means of geo-engineering chemtrails (US patent 5,003,186 owned by the London-NY-Axis) which spread noxious nano-particles and chemicals into the human air and water supplies containing 10-micron-size particles of aluminum-oxide and nano-particles of barium, strontium and aluminum so as to get these into the human bloodstream and past the blood-brain-barrier for more effective genocide. The US regime officially admitted geo-engineering chemtrails in its document titled “Tropospheric Aerosol Program, Program Plan”, dated 1 Mar 2001 by SE Schwartz and P Lunn of the US department of energy, office of science, office of biological and environmental research, environmental sciences division; http://www.chemtrailplanet.com/PDF/TroposphericAerosolProgram.pdf;
    22. Yet more open Luciferianism (already seen in Olympics ceremonies or at halftime in “sports” events) pushed by the London-NY-Axis and its private corporation called the UN (DUNS® number 824777304));
    23. More open Luciferianism in the classroom (despite macroevolution theory having long been disproven and despite all the known problems with scientism, which assumes science is the controlling reality about life, when in fact scientism is merely pseudoscience or pseudoscientific language and a very dangerous worldview. And although science cannot measure love, beauty, good, evil, conscience, ethics, sin etc., scientism concludes these are all “subjective fantasy”);
    24. Increased fluoridation of municipal water supplies (fluoridation being the exact same as rat-poison) plus an increase in newer, even more lethal, poisons being introduced into municipal water supplies;
    25. Increased genocide by GMOs; in the Americas totally ubiquitous, in Europe currently in most livestock-feedstuffs, and in Africa disguised as “aid” (being pushed with the help of London-NY-Axis agent Bono). Glyphosate is specifically designed to attack the human intestines where 70-80 percent of the immune system resides. GMO foods or feedstuffs (for meats you eat) are bathed in lethal glyphosate. Glyphosate is called “herbicide”, but it should be called genocide because glyphosate is designed to kill all its eaters;
    26. Continued suppression of known natural cures for heart-disease, cancer, diabetes etc. so as to achieve quicker genocide and to make more profit, either as plain profit or to reinvest in yet more genocide;
    27. Continued suppression of biodegradable plastics so that the London-NY-Axis can continue to blame humanity for the mess in accordance with the old Club of Rome formula “Man, then, is the Enemy”;
    28. Increased deployment of depleted uranium in all empire-building wars launched by the Zionist London-NY-Axis for establishing Greater Israel, which is planned to span from the Nile to the Euphrates (as signified by the two blue stripes in the flag of Rothschild-vassal-state Israel, which is also the Mid-East’s largest and most dangerous nuclear power), with DU getting carried on the jet-stream to all four corners of the Earth;
    29. Continued suppression of cheap-energy so as to increase air-pollution even more and to deplete yet more oxygen from the air;
    30. Increased infanticide (euphemized to “abortion”) as a child-sacrifice to Baal, the London-NY-Axis god of child-sacrifice and as a method of population-control;
    31. Increased deployment of “smart”-technology (Orwellism for dumb-technology). As director of the Central Lack-Of-Intelligence Agency (CIA), David Petraeus bragged that the CIA was already spying on everyone through their dishwashers and “smart” devices (Orwellism for dumb devices). Cyber-expert John McAfee already verified that the US regime can spy on everyone through the E911 chip in every “smart”-phone by gaining full access to microphone, camera, location and every function of the phone. Whistleblower Mark Klein already exposed NSA spy-room 641A at the AT&T building in FEMA-infested San Francisco CA, via which the NSA vacuums up all US phone-calls. The Orwellism “public-private partnership” is used when S&P War-Economy corporations give the regime backdoor-access to literally everything, and the regime sells the data on to other members of the Big “Public-Private” Club whenever it can make a buck off of it. A great example of a “public-private partnership” is the Mafia and shown in the first two “Godfather” movies;
    32. Increase in genetically-modified mosquitos and other insects or pests, to kill more humans;
    33. Proliferation of yet more NGOs sponsored by the tax-exempt London-NY-Axis foundations to dupe humanity into believing false doctrines (such as the CO² lie which is in fact designed to deplete oxygen from all air and water) and to “help” humanity make bad choices based on false pretenses or sheer lack of information. At least 99 percent of the NGOs in the world today are the equivalent of soviets in communist Russia, mostly acting as controlled-opposition for the London-NY-Axis which always makes sure that its human livestock pays for its own genocide and that it can even turn a profit from the genocide by asset-stripping the victims and by applying the deathcare system’s timeworn maxim whereby a patient cured is a customer lost (i.e. treat illness for longer and for more profit, instead of curing it quickly for less profit);
    34. Genocide Watch is an NGO sponsored by tax-exempt London-NY-Axis foundations to focus on all genocide except the greatest genocide, namely that being committed by the London-NY-Axis (the English monarchy, the City of London, Wall Street and the House of Rothschild). The job of Genocide Watch is thus to call the kettle black and, by deception and deceit, to aid the very cause of genociding humanity. NGOs paid to lie for the London-NY-Axis are very much a tradition and, unfortunately, have today become par for the course. But genocide does not stop when the UN (a private corporation owned by the London-NY-Axis, DUNS® number 824777304) PRETENDS to deal with it; it can only be stopped if the London-NY-Axis finally gets compelled to stop genociding. Any donation to Genocide Watch is money that will go towards helping the London-NY-Axis to genocide more people more quickly;
    35. Transparency International is an NGO sponsored by tax-exempt London-NY-Axis foundations to focus on all corruption in the world except the greatest corruption, namely that practiced in the world’s most corrupt country, Britain, where three sovereign organized-crime-entities control the purely-for-showbiz parliament of powerless puppeticians, with the country utterly rotten from top to bottom with Freemasonry. Transparency International is paid a lot of money to give “a clean bill of health” to Britain for its “total lack of corruption”. A donation to Transparency International is money that will go towards helping the London-NY-Axis to genocide more people more quickly;
    36. Greenpeace is an NGO sponsored by tax-exempt London-NY-Axis foundations to focus on reducing resources and CO², so as to reduce the human oxygen supply. Greenpeace is paid a lot of money never to mention the ecological damage to the environment being done deliberately by the London-NY-Axis (such as its suppression of cheap-energy like the hydrogen motor, or its suppression of biodegradable plastics so that it can continue to blame humanity for the mess, the Club of Rome doctrine always having been “Man, then, is the Enemy”. A donation to Greenpeace is money that will go towards helping the London-NY-Axis to genocide more people more quickly, and towards destroying the Earth’s environment all the more quickly in the process;
    37. You get the picture. A similar story applies for every single NGO sponsored by tax-exempt London-NY-Axis foundations, meaning most NGOs in the world are working to genocide more people more quickly;
    38. More secret testing of new methods of genocide such as vaccines, spraying, slow-poisons, quick-poisons, microwaving etc. on human guinea-pigs of “low social value” (value calculated by Freemasonic irreligion called Social-Darwinism) such as the long-term unemployed, prisoners, other inmates, soldiers, police, addicts, long-term patients of the deathcare system (orwellized to “healthcare”), victims in general;
    39. Increased blindness, inner swelling and body heat due to microwaving and 5G (the cooking of humanity);
    40. Increased destruction of any major corporations who refuse to partake in the genocide by subjecting them to industrial espionage by London-NY-Axis mil-intel agencies (MI5, MI6, Mossad, CIA, NSA, BND etc.) and then “fining them out of existence” with the same red-tape and regulations as have already been deployed to kill off all mid-sized companies (so as to leave the aforementioned two classes only);
    41. Possible Cobalt-60 attacks by the London-NY-Axis, which can send one of its ISIS or Al-Qaeda agents to explode a dirty bomb in a Tesla factory and transform the 5 kg Cobalt-59 in the batteries of each car to radioactive Cobalt-60. According to weapons expert Tim Rifat, there are 15 kilograms of Cobalt-59 in the batteries of each Tesla car (but also in the batteries of cellphones, laptops, tablets, electric trucks and the electric cars of other makers). If one Tesla car got nuked, the amount of resulting radioactive Cobalt-60 would be sufficient to kill 15 million people. Rifat says a thousandth of a gram of radioactive Cobalt-60 will kill a human being in three minutes by literally cooking him alive with seared flesh peeling off his bones. “50 tons of Cobalt-60 will wipe out the Northern Hemisphere and 100 tons of radioactive Cobalt-60 will wipe out the whole world”, says Rifat. If the London-NY-Axis chose to deploy this method of genocide, it could wipe out whole countries and regions overnight, and blame it on an invented Bond-Novel-Villain like Osama bin-Laden of the Freemasonic super-lodge HATHOR PENTALPHA;
    42. Possible increase in the recurrence of nuclear “accidents on purpose” launched by the London-NY-Axis. Many researchers have stated the plausible case that both nuclear “accidents” Chernobyl and Fukushima were in fact launched by agents of the London-NY-Axis. CIA-insider John Lear provided evidence that Mossad launched Fukushima on 11 Mar 2011 and pointed out that the “tsunami” did not make sense since it never reached US coasts having been “apparently unidirectional”, he said;
    43. With increased urbanization, the London-NY-Axis wishes to rapidly change the world map of “smart mega-cities” (“smart” being an Orwellism for dumb). The London-NY-Axis needs more people urbanized because once people are in the cities, they are much easier to genocide by microwaving them to death using “smart” appliances or “smart” street-signs, by water fluoridation, by passing them through “care”-pathways in the deathcare system (orwellized to “healthcare”, they are called “care”-pathways because the London-NY-Axis really CARES, you see, it really CARES about its human livestock, or even by Cobalt-60 attacks;
    44. More deliberate “dumbing-down” and forced vaccination of schoolchildren to increase autism so as to thus create Huxley’s caste of Deltas (his Epsilon caste already exists as robots). Reagan and Gorbachev merged the US and Russian “education” systems in the mid-1980s because the London-NY-Axis deemed this necessary to prepare the USA for its soviet future;
    45. Increase in covert electronic harassment of Targeted Individuals by the London-NY-Axis;
    46. Possible trashing of the US economy by the House of Rothschild and the City of London if the USA fails to more speedily adopt the soviet system which the combo of London’s Chatham House (RIIA) and New York’s CFR is still trying to force through, irrespective of opposition. If the London-NY-Axis drops the USA, then China and New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”) will assume greater roles;
    47. Possible forced-transfer of 1000 US-military bases in the world to UN control as the World Army for the World Regime, by order of the House of Rothschild and the City of London, to act as military enforcers of London-NY-Axis policy with the help of drones, robotic soldiers and some conventional forces (orwellized of course to “peacekeepers”, naturally);
    48. Greater role for China (currently the UN’s model state for all soviet republics in the world, being designed as the template for all others to follow. The London-NY-Axis is now rolling out, worldwide, China’s recently launched “Social Credit Score” which ostracizes anyone who does not continually praise Big Brother, the soviet state and the London-NY-Axis in his mails, antisocial media and other electronic dispatches);
    49. Greater role for New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”);
    50. Emergence of New Soviet America (North and South, misleadingly titled the American “Union”);
    51. Emergence of New Soviet Asia-Pacific (misleadingly titled the Asia-Pacific “Union”);
    52. Emergence of New Soviet Eurasia (misleadingly titled the Eurasian “Union”);
    53. Enormous genocide in Sub-Saharan Africa (with the help of microwaves such as in the Rwandan genocide of 1994 by the London-NY-Axis (Operation Crimson Mist) and with help from vaccine-genocider Bill Gates, plus help too from celebrities-of-ill-repute such as London-NY-Axis agents like Bono or Bob Geldof, who are both probable Freemasons of the OTO and Golden Dawn lodges);
    54. Emergence of New Soviet Africa (misleadingly titled the African “Union”);
    55. Possible physical destruction of Japan (as openly threatened more than once by the London-NY-Axis);
    56. Because the British people have always in fact been the living dead, it is very unlikely that they will ever to be alerted to the reality that they are living in the longest Monty Python Sketch in history, in which the parliament of powerless puppeticians pretends to be the real government and the people pretend to believe that. This is set to continue for several centuries longer as the British get zombified even more thanks to microwaving. Meanwhile, the English monarchy, the City of London and the House of Rothschild dictate all policy (from within their microwave-proof alcazars, drinking filtered water, breathing filtered air and shielded from all the toxic radiation they release), as they call all the shots, using the powerless puppeticians as a shield to weather any adverse impacts of their decisions (no problem, they can just sacrifice and replace each pawn as the need arises);
    57. DEAGEL.COM is a military-equipment guide run by the London-NY-Axis which cites as its sources the US Department of Defense, the US Department of State, the Central Lack-Of-Intelligence Agency (CIA), the World Bank and New Soviet Europe (misleadingly titled the European “Union”). In its population forecasts, DEAGEL.COM “predicts” by 2025 a 77 percent drop in Britain’s population from 66 million to 15 million; a 69.4 percent drop in the USA’s population from 327 million to 100 million; a 65 percent drop in Germany’s population from 81 million to 28 million; a 42 percent drop in France’s population from 67 million to 39 million; a 35 percent drop in Switzerland’s population from 8.2 million to 5.3 million; a 35 percent drop in Australia’s population from 23 million to 15 million; a 29 percent drop in Italy’s population from 62 million to 44 million; all by 2025. The UN (owned by the London-NY-Axis) cites similar trends but none of these agencies ever states explicitly how their owner, the London-NY-Axis, intends to achieve such colossal genocide. If these figures are correct, the London-NY-Axis and its private agency the UN would appear to really mean business with their “century of change”. The word “change” may be a code-word for genocide given how often it was used by US puppetician-in-chief O’Bomber, who went on to genocide a lot of victims for the London-NY-Axis; http://www.deagel.com/country/United-States-of-America_c0001.aspx;
    58. Enhanced, widespread, induced skepticism about whether genocide is even taking place (when all the while it IS). Of course, the London-NY-Axis wishes to enhance this skepticism via the licensed monopoly-media, who will encourage people to go back to sleep so that the London-NY-Axis can get on with the serious business of killing them. If an outlet does not toe the line, the London-NY-Axis simply revokes its license, easy. Indeed, it was for a very good reason that George Orwell gave the nickname “Big Brother Corporation” to his employer, that “fake-news beauty” known as the BBC. The fake-news MO is that the eyes can only see very little when the mind gets blinkered or even blinded;
    59. Because it wants to cull the population, in all its agenda documents, the London-NY-Axis euphemizes the twenty-first century as the “century of change”. If there is one statistic that will go down in history as the most striking actuarial correlation of the twenty-first century, it will be this: Being skeptical on whether the London-NY-Axis was actually even genociding people vastly increased your chances of getting genocided in the first place. Only those who took the matter seriously stood any chance of saving themselves. Because, just as Mohammed Ali once said to George Foreman “this is THE WRONG PLACE to get tired“, this twenty-first century is THE WRONG TIME to get skeptical;
    60. The London-NY-Axis even has the means, motive and opportunity to commit genocide by “natural” or “apparently natural” means but it always prefers its favorite cover, Plausible Deniability. Cumbre Vieja is a potential bull’s-eye on La Palma, Canary Islands. The London-NY-Axis (or an agent like Goldfinger) can topple it with one missile from a submarine, which would induce a mega-tsunami that would smash the coastlines of North America and Western Europe and wipe out hundreds of millions of “soiling humans” overnight. Apart from the aging populations of those cities, the London-NY-Axis wants all cities to be replete with spying technology and not just cameras on every street-corner. Hence, it has nothing against completely rebuilding everything with Hadrian X robo-builders and filling every square-centimeter of it with eavesdropping spyware. Would you really be surprised if the London-NY-Axis dropped Cumbre Vieja in the morning? Now-declassified files show that the London-NY-Axis told the Brutish Air Force to spray bio-warfare chemicals and carcinogens including Zinc Cadmium Sulfide on the civilian population of Britain from 1946-79 because, as you well know, government is there to “protect” the people. The London-NY-Axis loves killing people and it loves bull’s-eyes. Other bull’s-eyes that might potentially be visited by “natural” events include Yellowstone (Montana, Idaho, Wyoming), the San Andreas Fault (California) and the Brothers Fault Zone (Oregon). The London-NY-Axis can flatten the world in more ways than one;
    61. It really must be said that the single most efficient and cost-effective genocider in the history of the world is the London-NY-Axis (the English monarchy, the City of London, Wall Street and the House of Rothschild);
    62. Many predict that all “public” entities will be bankrupted and then merged into a corporation known as the totalitarian “new world order” under the London-NY-Axis. Given that every city and nation in the world is now a private corporation, each has the option of declaring bankruptcy. The USA is actually the United States of America Inc, file number 2193946, type religious nonprofit, 2711 Centerville Road, Suite 400, Wilmington, Delaware. The USA’s SEC (standing for Securities and Exchange Commission, but also for Sudden Economic Collapse) uses the CIK (central index key) to uniquely index all SEC filings. Some CIK numbers for private corporations which were formally sovereign countries include Italy (CIK 0000052782), Japan (CIK 0000837056), Finland (CIK 0000035946), Israel (CIK 0000052749), Brazil (CIK 0000205317), New Zealand (CIK 0000216105), Hungary (CIK 0000889414), Panama (CIK 0000076027). Dun & Bradstreet