Von der “#Lügenpresse” zum Kampf gegen Fake-News

  1. November 2016 Florian Rötzer

Bild: TP
Zum erklärten “postfaktischen Zeitalter” passend fürchten traditionelle Instanzen der Wahrheit die neue Medienöffentlichkeit

Die Verbreitung von Fake-News und Social Bots, die solche massenhaft posten, scheint allmählich zu einem Politikum zu werden, das oben auf der Agenda steht. War zuvor eher das ungeahndete Posten von Hassbotschaften das Problem, so wird nun von verschiedenen Seiten behauptet, dass Falschinformationen die Präsidentschaftswahl beeinflusst hätten, die wieder einmal ziemlich knapp ausgefallen ist. Gerne nehmen die traditionellen Medien, die zwar auch das Internet und Soziale Netzwerke nutzen, das Thema auf, um auf die ungeordnete und wilde #Cyberwelt aufmerksam zu machen, wo bislang unkontrolliert Propaganda, Falschinformationen oder Gerüchte fabriziert werden.

Letztlich geht es darum, die wilde Welt im Internet zu zähmen, wozu das Bild aufgebaut wird, dass die neuen digitalen Medien erst die Unwahrheit eingeführt haben, während zuvor weder Fake-News noch Gerüchte verbreitet wurden. Und zudem wird die Vorstellung genährt, dass die Menschen urteilsunfähige Trottel sind, die sich schnell von Falschinformationen verführen lassen und zu den die Infektion weiter verbreitenden Wirten der Meme werden. Die bringen vornehmlich die Bösen in den Umlauf, gegenwärtig die russische Regierung allen voran, die mit Trollen und Propagandamedien die vom Westen gepachtete Wahrheit unterminiert. Die Sorge vor den Falschinformations- und Gerüchtefluten passt zur Ausrufung des “postfaktischen Zeitalters” (Postfaktisches Zeitalter – Darauf einen Bommerlunder). Es könnte freilich sein, dass es auch um einen Kampf darum geht, welche Instanzen und Medien in der Gesellschaft “das Sagen” haben. Die “Lügenpresse” der einen werden die Fake-Medien der anderen gegenübergestellt.

Da gibt es Aktivisten, die ebenso schwindeln, wie das Trump und Clinton gemacht haben, oder Medien, die betont einseitig sind wie Breitbart.com oder Foxnews.com, aber im Wahlkampf waren auch Leitmedien wie Washington Post oder New York Times einseitig, nämlich gegen Trump. Wo in einem Wahlkampf Milliarden für Werbung, Propaganda und Manipulation verprasst werden, ist es kein Wunder, dass nüchterne Einschätzungen und differenzierte Berichterstattung besonders in einem gespaltenen Land mit einem fixierten Zwei-Parteien-System auch ganz ohne Russen keine Chance haben. Zur Verbreitung der “interessanten” Nachrichten für ein bestimmtes Publikum, das jetzt wie schon früher in einer Nachrichtenblase gefangen ist, tragen sicherlich die gut demokratischen und kapitalistischen Mechanismen der Sozialen Medien und der Suchmaschinen bei, die nach dem erfolgreichen Google-Prinzip das bevorzugen, was am meisten gesucht, geklickt oder weitergeleitet wird.

[…]

Ganzer Artikel hier

#FakeNews

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Author: Federico

ciao ;)

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